Wo bleiben eigentlich die die ganzen "schlechten" Informatik-Absolventen?
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[quote="C.Santa"]
this->that schrieb:
Uni oder FH?
Dachte ich mir. An der FH liegt der Fokus doch woanders. Es geht primär darum Fachkräfte für die Wirtschaft auszubilden, die ganze Ausbildung ist viel praxisorientierter und programmieren nimmt eine viel größere Rolle ein. An einer FH hat man im Grunde immer Vorlesungen, die sich explizit mit dem Programmieren beschäftigen und man realisiert fast auch immer zusätzlich während des Studiums noch mehrere Projekte.
Wenn du FHler bist ist es klar, dass für dich das Programmieren einen höheren Stellenwert einnimmt und du dir schwer vorstellen kannst, was jemand der nicht gut programmieren kann überhaupt machen soll.An der Uni hingegen ist es viel formaler. Das Handwerk programmieren spielt eine viel untergeordnetere Rolle, es geht mehr um das Vermitteln der Ideen, Algorithmen als um das konkrete Ausarbeiten mit aktuellen Technologien. An meiner Uni saß ich z.B. nie vor einem PC und habe im gesamten Studium nur einmal konkret was programmiert.
Ich habe sowohl an einer FH als auch an einer Uni studiert und habe dadurch beide Welten kennengelernt (was ich als sehr vorteilhaft empfinde).Badestrand schrieb:
Meiner Erfahrung nach kann man sich die Inhalte, die dort vermittelt werden, an einem Tag im INet aneignen, zum anderen nutzen sie Null in der Praxis.
Das ist ja wohl ein schlechter Scherz. Meine Compilerbauvorlesung war mit die schwierigste Vorlesung die ich überhaupt hatte. Die war so voll gestopft mit Sätzen, Theoremen und Lemmas aus der theoretischen Informatik, dass wir in Lerngruppen teilweise einen Nachmittag über einer Folie hingen. Wenn du ernsthaft behauptest, dass man sich den Inhalt einer Compilervorlesung mal einfach so nebenbei an einem Tag aneignen kann, dann musst du eine absolute Schmalspurvorlesung besucht haben.
Zustimmen kann ich der Aussage, dass man auch nach so einer großen Vorlesungen nicht wirklich einen echten Compiler bauen kann. Ich wurde zwar zugeschüttet mit der ganze Theorie, aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich jetzt wirklich so ein Teil bauen könnte.Zum Thema: Lustigerweise ist mir gerade aufgefallen, dass so ziemlich alle meine Ex-Kollegen, die jetzt erfolgreich sind, nahezu garnichts programmieren. Mit das lukrativste sind eben Consulting und Management-Tätigkeiten und weder einer im Consulting Bereich noch ein Projekt-Manager wird noch oft (wenn überhaupt) seine IDE anschmeißen und rumhacken.
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this->that schrieb:
Meine Compilerbauvorlesung war mit die schwierigste Vorlesung die ich überhaupt hatte. Die war so voll gestopft mit Sätzen, Theoremen und Lemmas aus der theoretischen Informatik, dass wir in Lerngruppen teilweise einen Nachmittag über einer Folie hingen. Wenn du ernsthaft behauptest, dass man sich den Inhalt einer Compilervorlesung mal einfach so nebenbei an einem Tag aneignen kann, dann musst du eine absolute Schmalspurvorlesung besucht haben.
Ich meinte ja auch die praktisch verwertbaren Inhalte. Die Theorie ist definitiv nicht ohne, nur halt ohne Praxisnutzen.
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Badestrand schrieb:
this->that schrieb:
Meine Compilerbauvorlesung war mit die schwierigste Vorlesung die ich überhaupt hatte. Die war so voll gestopft mit Sätzen, Theoremen und Lemmas aus der theoretischen Informatik, dass wir in Lerngruppen teilweise einen Nachmittag über einer Folie hingen. Wenn du ernsthaft behauptest, dass man sich den Inhalt einer Compilervorlesung mal einfach so nebenbei an einem Tag aneignen kann, dann musst du eine absolute Schmalspurvorlesung besucht haben.
Ich meinte ja auch die praktisch verwertbaren Inhalte. Die Theorie ist definitiv nicht ohne, nur halt ohne Praxisnutzen.
Naja, auch wenn ich es im Grunde ähnlich sehe würde ich es nicht so extrem formulieren. Alleine durch das Beschäftigen mit der ganzen Theorie lernt man auf eine gewisse Weise zu denken, was einem spät enorm helfen kann. Man wird das meiste davon natürlich sehr schnell wieder vergessen haben (ich zumindest
), aber die Namen, Ideen und eben das "Gesamtbild" bleiben für immer im Gedächtnis und können später durchaus von Nutzen sein.
Wenn mir z.B. heute jemand den Auftrag geben würde ich solle ein Modul schreiben, dass erkennt ob ein Wort in der erzeugten Sprache eines reg. Ausdr. liegt, dann hätte ich ohne das ganze Theoriewissen wirklich garkeine Ahnung wie ich das angehen sollte. Ich würde ewig rumgoogeln und auf Begriffe stoßen, die ich nicht kenne und hätte sehr schnell ein ganzes Netzwerk an Dingen, in die ich mich einarbeiten müsste. Dank der Theorie weiß ich grob, nach welchen Begriffen in Suchen muss, weiß sogar noch in etwa wie es gehen könnte (RegEx,e-NEA, NEA, DEA etc.) und könnte es mir alles wieder fix aneignen.Der direkte Praxisnutzen mag recht gering sein, aber der indirekte kann groß sein.
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Walli schrieb:
Badestrand schrieb:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man von einer Compilerbau-Vorlesung auch nur annähernd die Kenntnisse hat, einen solche zu entwerfen. Meiner Erfahrung nach kann man sich die Inhalte, die dort vermittelt werden, an einem Tag im INet aneignen, zum anderen nutzen sie Null in der Praxis.
In welcher Compilerbauvorlesung hast Du gesessen? Ich habe mir die nur mal zum Spaß angehört und keine Prüfung gemacht, aber da kam so viel Zeugs dran, dass man es sich ohne umfassende Vorkenntnisse wohl unmöglich nach einem Tag angeeignet hat.
RWTH hat eben ein etwas höheres Niveau.
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Badestrand schrieb:
Bashar schrieb:
Shade Of Mine schrieb:
this->that schrieb:
Logisches Denken & Abstraktionsfähigkeit, Teamplay, gute Kenntnisse in Algorithmen & DS, theo. Inf. & Compilerbau, BS-Strukturen, Rechner- & Netzwerkarchitekturen, solide Mathematikkenntnisse.
Rein interessehalber. An welche Position würdest du so jemanden in der Industrie hinsetzen? Mir fällt aktuell kein einziger Job ein.
Entwicklung algorithmisch komplexer Anwendungen wie Compiler, Analysetools und dergleichen z.B.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man von einer Compilerbau-Vorlesung auch nur annähernd die Kenntnisse hat, einen solche zu entwerfen. Meiner Erfahrung nach kann man sich die Inhalte, die dort vermittelt werden, an einem Tag im INet aneignen, zum anderen nutzen sie Null in der Praxis.
Schwachsinn, das siehst auch selbst, wenn du mal 10 Sekunden drüber nachdenkst.
supertux schrieb:
Bashar schrieb:
Dass Informatik ein Programmierstudium ist, hab ich nicht geschrieben, bitte genauer lesen.
nein, aber wenn du von der "einmaligen Gelegenheit sich solche fortgeschrittenen Grundlagenkenntnisse anzueignen" redest, dann denke ich, dass man diese "einmalige" Gelegenheit erst durch die Uni kommmt und darauf habe ich gekonntert.
Streiche einmalige, setze letztmalige.
Bashar schrieb:
Inwiefern sind denn diese Leute "sehr gute" Informatiker? Woran machst du das fest, worin besteht ihre Tätigkeit?
dass sie an den Lehrstühlen promovieren?
Wie ich schon sagte, Forschung ausgenommen.
Bashar schrieb:
Nein, eigentlich ging es um die Detailkenntnis "CAN-Bus".
einfach den "CAN-Bus kennen" nennst du Detailkenntnis?
Ja. Jedenfalls ist das genau das, was ich mit Detailkenntnis meine.
Die "Handwerk"-Sachen musst du für dich alleine lernen, das wird die Uni nie beibringen.
Mein Reden, die ganze Zeit.
Bashar schrieb:
nein, es war nicht klar. Mit Digitaltechnik hatte bis zu diesem Tag nichts zu tun gehabt.
Bist du nicht Informatiker? Hast du keine technische Informatik gehört?
Bashar schrieb:
Können wir uns darauf einigen, dass wir von Informatikern in der Industrie reden? Forschung ist ein ganz eigenes Kapitel.
an welche Stelle wurde gesagt, dass wir nur nur über Informatiker in der Industrie reden?
Im Topic steht was von "schlechten Informatik-Absolventen". Ich unterstelle mal, dass die schlechteren nicht gerade in die Forschung gehen.
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Badestrand schrieb:
Walli schrieb:
In welcher Compilerbauvorlesung hast Du gesessen? Ich habe mir die nur mal zum Spaß angehört und keine Prüfung gemacht, aber da kam so viel Zeugs dran, dass man es sich ohne umfassende Vorkenntnisse wohl unmöglich nach einem Tag angeeignet hat.
Vergleichbar mit dieser, aber ein Quentchen weniger Stoff und etwas schlechter aufbereitet.
Naja, ist halt ne FH und dann laut Dir noch weniger Stoff und dazu noch schlecher aufbereitet. Du kannst Dir ja wohl selber ausmalen, dass Dein Horizont in der Hinsicht quasi in gewisser Weise eingegrenzt ist, wenn Du das als Maßstab nimmst.
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this->that schrieb:
Dachte ich mir. An der FH liegt der Fokus doch woanders. Es geht primär darum Fachkräfte für die Wirtschaft auszubilden, die ganze Ausbildung ist viel praxisorientierter und programmieren nimmt eine viel größere Rolle ein. An einer FH hat man im Grunde immer Vorlesungen, die sich explizit mit dem Programmieren beschäftigen und man realisiert fast auch immer zusätzlich während des Studiums noch mehrere Projekte.
Wenn du FHler bist ist es klar, dass für dich das Programmieren einen höheren Stellenwert einnimmt und du dir schwer vorstellen kannst, was jemand der nicht gut programmieren kann überhaupt machen soll.An der Uni hingegen ist es viel formaler. Das Handwerk programmieren spielt eine viel untergeordnetere Rolle, es geht mehr um das Vermitteln der Ideen, Algorithmen als um das konkrete Ausarbeiten mit aktuellen Technologien.
Ich hab schon mit einigen Uni-Absolventen zusammen gearbeitet und die haben programmiert und das nicht mal schlecht.
Zum Thema: Lustigerweise ist mir gerade aufgefallen, dass so ziemlich alle meine Ex-Kollegen, die jetzt erfolgreich sind, nahezu garnichts programmieren. Mit das lukrativste sind eben Consulting und Management-Tätigkeiten und weder einer im Consulting Bereich noch ein Projekt-Manager wird noch oft (wenn überhaupt) seine IDE anschmeißen und rumhacken.
Nicht programmieren und nicht programmieren können ist ein unterschied.
Und jetzt mal zurück zu deiner Ausgangsaussage.
this->that schrieb:
Und Programmierfähigkeiten sagen nahezu garnichts über einen Informatiker aus.
Und meiner Frage, die du nicht beantwortet hast.
C.Santa schrieb:
this->that schrieb:
C.Santa schrieb:
Und jetzt sag mir was einen guten Informatiker ausmacht der nicht programmieren kann
Logisches Denken & Abstraktionsfähigkeit, Teamplay, gute Kenntnisse in Algorithmen & DS, theo. Inf. & Compilerbau, BS-Strukturen, Rechner- & Netzwerkarchitekturen, solide Mathematikkenntnisse.
Und was muss man können um gut programmieren zu können (nicht Codetippen, sondern SW-Entwicklung)?
Und jetzt beantworte diese Frage und mach nicht wieder ein ganz anderes Thema auf.
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C.Santa schrieb:
C.Santa schrieb:
this->that schrieb:
C.Santa schrieb:
Und jetzt sag mir was einen guten Informatiker ausmacht der nicht programmieren kann
Logisches Denken & Abstraktionsfähigkeit, Teamplay, gute Kenntnisse in Algorithmen & DS, theo. Inf. & Compilerbau, BS-Strukturen, Rechner- & Netzwerkarchitekturen, solide Mathematikkenntnisse.
Und was muss man können um gut programmieren zu können (nicht Codetippen, sondern SW-Entwicklung)?
Und jetzt beantworte diese Frage und mach nicht wieder ein ganz anderes Thema auf.
Ich werde die Frage mal beantworten, auch wenn sie nicht an mich gerichtet war.
Für gutes Programmieren, egal ob Softwareentwicklung oder Codetippen, brauchst Du 2 Dinge.
1. Ein solides theoretisches Hintergrundwissen. Das fängt beim Wissen über grundlegende Programmierparadigmen an, geht dann über Wissen über Algorithmen und Datenstrukturen, Wissen über Patterns und so weiter und endet schließlich irgendwann mal bei Mathematikkenntnissen. Diese Art von Wissen wird in einem Informatikstudium vermittelt, man kann als Student allerdings auch Studienschwerpunkte wählen, die einem anderes Wissen vermitteln, das vielleicht nicht so direkt in der Programmierung angewendet wird.
2. Praxiserfahrung. Wenn Du nicht schon viele zehntausend Zeilen Code geschrieben hast, dann wird Dein Projekt nichts werden. Egal ob Du jetzt im gehobeneren Bereich "Softwareentwicklung" betreibst oder nur massenweise "Code tippst". Diese Praxiserfahrung im Programmieren haben Informatiker nicht notwendigerweise. Es hängt von ihren persönlichen Interessen ab, ob sie sich derartige Fähigkeiten neben dem Studium angeeignet haben.
Letztendlich braucht man beide Punkte, um gut programmieren zu können. Ein Informatiker muss aber nicht in beiden Bereichen gut sein. Es gibt genügend Einsatzgebiete für Informatiker, die sogar keine dieser beiden Aspekte benötigen. Ein Studium impliziert auch die Aneignung von vielen Fähigkeiten, die nicht so direkt in der Studienordnung stehen. Sei es eine bestimmte Denkweise, eine bestimmte Arbeitsweise oder auch einfach nur eine bestimmte Weltsicht. Das sind Fähigkeiten, die es einem Informatiker (und auch Absolventen anderer technischer Studiengänge) erlauben, sich in relativ kurzer Zeit in viele komplizierte Dinge einzuarbeiten. Ein Absolvent von technischen Studien hat die Fähigkeit, sich Dinge auf einem Level anzueignen, das Leuten mit weniger Vorbildung eben nicht zugänglich ist.
Und seien wir mal ehrlich: Es ist bei fast jedem Studium so, dass man den späteren Beruf erst in der Praxis erlernt. Das Studium liefert nur die Grundlage. Selbst dann, wenn Studium und Beruf sehr nah zusammenliegen.
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Hallo
Gregor schrieb:
Und seien wir mal ehrlich: Es ist bei fast jedem Studium so, dass man den späteren Beruf erst in der Praxis erlernt. Das Studium liefert nur die Grundlage. Selbst dann, wenn Studium und Beruf sehr nah zusammenliegen.
Ein wahrer Satz. Deswegen gibt auch einige zweigeteilte Studiengänge: erst Theorieausbildung und dann Praxisausbildung. Finde ich nicht schlecht.
chrische
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chrische5 schrieb:
Gregor schrieb:
Und seien wir mal ehrlich: Es ist bei fast jedem Studium so, dass man den späteren Beruf erst in der Praxis erlernt. Das Studium liefert nur die Grundlage. Selbst dann, wenn Studium und Beruf sehr nah zusammenliegen.
Ein wahrer Satz. Deswegen gibt auch einige zweigeteilte Studiengänge: erst Theorieausbildung und dann Praxisausbildung. Finde ich nicht schlecht.
Naja, diesbezüglich stellt sich die Frage, was man von einem Studium erwartet. IMHO sollte ein Studium keine Berufsausbildung sein. Absolventen von Hochschulstudien sollen vielseitig eingesetzt werden können. Eine Praxisausbildung ist aber etwas, was die eigenen Fähigkeiten sehr stark auf eine spezielle berufliche Tätigkeit fokussiert. Das ist ok, wenn man schon am Anfang des Studiums weiß, was man später einmal machen möchte. Ich bezweifel aber dass das viele wissen. Die meisten, die denken, dass sie das wüssten, wissen gar nicht, was man mit den Fähigkeiten aus einem Informatikstudium alles machen kann und was es alles für interessante Bereiche gibt, mit denen man sich beschäftigen kann. Stattdessen sehen sie in der Informatik nur das Programmieren: Sie waren schließlich in ihrem Info-Kurs in der Schule der King, weil sie ein Programm mit 3 verschachtelten for-Schleifen schreiben konnten, das alle anderen nicht verstanden haben. ...um es mal übertrieben auszudrücken.
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Hallo
Ich war jetzt auch nicht beim Informatikstudium, sondern beispielsweise in der Lehrerausbildung, die ja einen Praxisanteil zum 2. Staatsexamen enthält. Das ist, denke ich, für alle Beteiligten (LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern,...) das Beste.
chrische
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chrische5 schrieb:
Ich war jetzt auch nicht beim Informatikstudium, sondern beispielsweise in der Lehrerausbildung, die ja einen Praxisanteil zum 2. Staatsexamen enthält. Das ist, denke ich, für alle Beteiligten (LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern,...) das Beste.
Ja, mit einem Lehramtsstudium ist in der Tat wesentlich eher ein konkreter Beruf verbunden als mit einem Informatikstudium. Insofern macht das da zugegebenermaßen deutlich mehr Sinn.
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Gregor schrieb:
Für gutes Programmieren, egal ob Softwareentwicklung oder Codetippen, brauchst Du 2 Dinge.
1. Ein solides theoretisches Hintergrundwissen. Das fängt beim Wissen über grundlegende Programmierparadigmen an, geht dann über Wissen über Algorithmen und Datenstrukturen, Wissen über Patterns und so weiter und endet schließlich irgendwann mal bei Mathematikkenntnissen. Diese Art von Wissen wird in einem Informatikstudium vermittelt, man kann als Student allerdings auch Studienschwerpunkte wählen, die einem anderes Wissen vermitteln, das vielleicht nicht so direkt in der Programmierung angewendet wird.
2. Praxiserfahrung. Wenn Du nicht schon viele zehntausend Zeilen Code geschrieben hast, dann wird Dein Projekt nichts werden. Egal ob Du jetzt im gehobeneren Bereich "Softwareentwicklung" betreibst oder nur massenweise "Code tippst". Diese Praxiserfahrung im Programmieren haben Informatiker nicht notwendigerweise. Es hängt von ihren persönlichen Interessen ab, ob sie sich derartige Fähigkeiten neben dem Studium angeeignet haben.
Ja, und 1. ist das was hier als "guter Informatiker" beschreiben wurde. 2. ist das was du überall brauchst, wenn du etwas richtig machen willst, aber das ist kein Talent oder eine Begabung, sondern einfach nur Übung. Und darum finde ich einfach, dass es ein gutes Kriterium ist, ob einer gut programmieren kann oder könnte, falls er es tun würde. Wenn einer einfach nicht fähig ist Programme zu schreiben, auch wenn er Jahre lang versucht, dann glaub ich nicht, dass der in der Theorie gute Algorithmen entwickeln könnte. Natürlich kann auch ein Dipl. -Inf. als Manager erfolgreich sein, wenn er nicht in der Lage ist Programme zu schreiben, dann ist er aber kein guter Informatiker, sondern ein guter Manager der sich wahrscheinlich gut mit Informatikern unterhalten kann, weil er zumindest einen Einblick hat, in das was da gemacht wird.
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Gregor schrieb:
C.Santa schrieb:
C.Santa schrieb:
this->that schrieb:
C.Santa schrieb:
Und jetzt sag mir was einen guten Informatiker ausmacht der nicht programmieren kann
Logisches Denken & Abstraktionsfähigkeit, Teamplay, gute Kenntnisse in Algorithmen & DS, theo. Inf. & Compilerbau, BS-Strukturen, Rechner- & Netzwerkarchitekturen, solide Mathematikkenntnisse.
Und was muss man können um gut programmieren zu können (nicht Codetippen, sondern SW-Entwicklung)?
Und jetzt beantworte diese Frage und mach nicht wieder ein ganz anderes Thema auf.
Ich werde die Frage mal beantworten, auch wenn sie nicht an mich gerichtet war.
Für gutes Programmieren, egal ob Softwareentwicklung oder Codetippen, brauchst Du 2 Dinge.
1. Ein solides theoretisches Hintergrundwissen. Das fängt beim Wissen über grundlegende Programmierparadigmen an, geht dann über Wissen über Algorithmen und Datenstrukturen, Wissen über Patterns und so weiter und endet schließlich irgendwann mal bei Mathematikkenntnissen. Diese Art von Wissen wird in einem Informatikstudium vermittelt, man kann als Student allerdings auch Studienschwerpunkte wählen, die einem anderes Wissen vermitteln, das vielleicht nicht so direkt in der Programmierung angewendet wird.
2. Praxiserfahrung. Wenn Du nicht schon viele zehntausend Zeilen Code geschrieben hast, dann wird Dein Projekt nichts werden. Egal ob Du jetzt im gehobeneren Bereich "Softwareentwicklung" betreibst oder nur massenweise "Code tippst". Diese Praxiserfahrung im Programmieren haben Informatiker nicht notwendigerweise. Es hängt von ihren persönlichen Interessen ab, ob sie sich derartige Fähigkeiten neben dem Studium angeeignet haben.
Letztendlich braucht man beide Punkte, um gut programmieren zu können. Ein Informatiker muss aber nicht in beiden Bereichen gut sein. Es gibt genügend Einsatzgebiete für Informatiker, die sogar keine dieser beiden Aspekte benötigen. Ein Studium impliziert auch die Aneignung von vielen Fähigkeiten, die nicht so direkt in der Studienordnung stehen. Sei es eine bestimmte Denkweise, eine bestimmte Arbeitsweise oder auch einfach nur eine bestimmte Weltsicht. Das sind Fähigkeiten, die es einem Informatiker (und auch Absolventen anderer technischer Studiengänge) erlauben, sich in relativ kurzer Zeit in viele komplizierte Dinge einzuarbeiten. Ein Absolvent von technischen Studien hat die Fähigkeit, sich Dinge auf einem Level anzueignen, das Leuten mit weniger Vorbildung eben nicht zugänglich ist.
Und seien wir mal ehrlich: Es ist bei fast jedem Studium so, dass man den späteren Beruf erst in der Praxis erlernt. Das Studium liefert nur die Grundlage. Selbst dann, wenn Studium und Beruf sehr nah zusammenliegen.
Vorangehend würde ich eins noch einfügen:
Vor allem im Zusammenhang mit dem ersten Punkt braucht man als Programmierer einfach ein wenig Grips, um die verschiedenen theoretischen Gebiete zunächst mal zu verstehen und sie dann auch in der Praxis umsetzen und kombinieren zu können.Um wirklich gut programmieren zu können (d.h. um Momentaneffektiv [V 1.00 der Software angemessen schnell und in gerechtem Umfang fertig bekommen] als auch langfristig Effektiv [V 1.00 nicht im Frickelmodus fertig bekommen sondern gut maintain- und erweiterbaren Code schreiben] zu coden) muss man einfach ein gewisses Maß an Intelligenz besitzen, das durchaus nicht jedem gegeben ist.
Allerdings kann man beobachten, dass dies größtenteils mit dem Interesse am Programmieren ohnehin mitgebracht wird, da sich weniger intelligente Individuen einfach nicht für sowas interresieren [klingt doof, ist aber so]. Allerdings kennt jeder von euch sicherlich jemanden, der sich wirklich an der Informatik und einem seiner Teilgebiete versucht, aber einfach nicht richtig gut drin wird, weil er nicht gut genug denken kann.
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Gregor schrieb:
Ja, mit einem Lehramtsstudium ist in der Tat wesentlich eher ein konkreter Beruf verbunden als mit einem Informatikstudium. Insofern macht das da zugegebenermaßen deutlich mehr Sinn.
Komischerweise wird mit Informatik ja in der Regel auch ein konkreter Beruf verbunden (=> Programmierer). Ansonsten gäbe es den Thread ja nicht. Dabei sind die meisten Studiengänge doch eher wenig spezifisch (Mathematik, Physik, Germanistik, Philosophie, Geschichte um nur ein paar zu nennen) und die Leute kommen ja auch irgend wo unter. Teilweise in Bereichen die wenig bis gar nichts mit ihrem ursprünglichen Studiengang zu tun haben. Ich nehme mal an, dass solche Positionen auch von Informatikern ausgefüllt werden, die einfach wenig Lust aufs programmieren oder Theorie haben.
btw. kann ich mir auch gut vorstellen, dass es Leute gibt, die wirklich gut programmieren können und schon früh angefangen haben. Aber nach ihrem Studium einfach keine Lust mehr aufs programmieren haben.