Sprachliche Frage: Selbstmord oder Freitod?
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Erhard Henkes schrieb:
@space: danke für deinen Beitrag
Entschuldige bitte, wegen meinen Aussagen früher in diesem Thread.
Nicht, dass sich an meiner Meinung (bzgl. Religion) etwas geändert hätte. Aber ich hätte wohl nicht persönlich oder beleidigend werden sollen.
Das war unsachlich und aus dem Affekt heraus entstanden.
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Borschtsch schrieb:
Ich kann space auch nur zustimmen. Es ist im Grunde das, was ich zu erklären versucht habe. Starke Depressionen werden im Alltag aus Unwissenheit unterbewertet.
Gruß
Stimmt!
Ich finde eine Depression sollte man als Krankheit sehen die zum Tod führen kann.
Es sieht hier zwar so aus, als ob der Tod willentlich, freiwillig eintritt, aber ein depressiver Mensch verliert die Kontrolle über den eigentlich angeborenen Willen am leben zu bleiben.
Das sollte man medizinisch sehen: So wie ein Gelähmter die Kontrolle über seine Muskeln verliert was zum Tod duch Verlußt des angeborenen Athemreflex führen kann. (Hier kennt man im Gegensatz zur Depression genau den Auslöser: Nervenschädigungen)Man sagt ja auch nicht bei einer Autoimmunkrankheit:
Der hat sich selbst umgebracht (obwohl es körperlich gesehen durch das eigene Immunsystem ja so ist) und kommt in die Hölle.
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Badestrand schrieb:
space schrieb:
P.S. Mir liegt etwas an der Aufklärung.
Finde ich auch gut
Leider erfährt man zu solchen Dingen oft nur Halbwahrheiten aus siebter Hand.
Vielen Dank dafür auch von mir. Es besteht ein unglaublicher Nachholbedarf. Wenn mehr Menschen wüssten, was das ist, könnte hoffentlich auch Betroffenen früher geholfen werden.
Das Schwierige ist, dass man als Betroffener zuerst mal merken muss, DASS etwas nicht stimmt. Das kann schon mal Jahre dauern. Es ist ja nicht so, dass es von jetzt auf gleich so ist. Es ist so schleichend, dass man denkt alles ist normal.
Dann muss man auf jemanden treffen, der einem sagt: "Geh zum Psychologen!"
Der Hausarzt guckt nämlich nur auf die Symptome. "Oh, Sie haben Bauchweh? Hier, Tabletten." Dann rennt man von Arzt zu Arzt aber alle gratulieren einem, dass man so gesund sei.
Psychologe? Aber man hat doch Rückenschmerzen/Bauchweh/Durchfall/Kopfweh.... Krank im Kopf? Neeeee, da tut es ja nicht weh.Und wenn man dann endlich weiß, was man hat wird es nicht einfacher. Man sieht ja gesund aus. Und Antidepressiva wirken nicht so, dass man die nimmt und dann wieder normal ist und lachen und singen kann. Es wird besser, aber "normal" ist anders.
Und wenn man dann hört wie die Umwelt auf das Stichwort "Depression" reagiert, zieht man sich lieber in sein Schneckenhaus zurück bevor einen alle auslachen weil man versucht zu erklären, woran man erkrankt ist.
Man verwendet enorm viel Kraft darauf, dass keiner merkt was mit einem los ist. Immer lächeln!Versucht euch mal folgendes vorzustellen:
Ihr seid Akteur in einem Film. Der Film ist euer Leben. Nun fängt irgendwann an, der Film schneller zu laufen als ihr agieren könnt. Ihr lauft der Handlung eher hinterher als dass ihr selbst handelt. Irgendwann könnt ihr weder vor noch zurück schauen, da ist nur noch jetzt und ihr versucht Schritt zu halten. Es bleibt bei dem Versuch. Die Tage ziehen an euch vorbei, irgendwie gehen sie rum - aber ihr schaut nur noch zu und rennt hinterher.
Da ist kein Raum für Änderungen, für Überlegungen. Wenn ihr versucht euch darauf zu konzentrieren, läuft der Film nur noch schneller. Ihr könnt nur zuschauen. Also lauft ihr und lauft und hofft, dass euch irgendwann wer am Kragen packt und die Bremse zeigt.
Oder ihr hofft, dass der Film endlich endet... ihr nicht mehr rennen müsst... nicht mehr nur ohnmächtig der Handlung zusehen müsst...Das ist jetzt ein kleiner Erklärungsversuch von etwas was man kaum sich selbst erklären kann...
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Erhard Henkes schrieb:
Depressionen sind nach statistischen Angaben in Europa der Hauptgrund für Suizid.
Nicht nur das: Es gibt etwa doppelt so viele Suizide in Deutschland wie tödliche Autounfälle (Und Dt. ist ein hochmodernes Land in dem fast jeder ein KFZ besitzt!)
Zu letzterem werden etliche Kampagnen und Interventions- bzw. Aufklärungsaktionen gestartet. Und gegen Suizide? Nichts.Anderes Beispiel: Ich hatte Bio Leistungskurs und allerhand über AIDS, Hepatitis, Krebs und zig andere Krankheiten gehört und gelernt.
Und über psychische Probleme?
Nicht ein Wort in 13 Jahren Schule.
Nichtmal über Mobbing, das in Schulen sehr verbreitet ist und bei einem kleinen Teil der Opfer ein bis zwei Jahrzehnte später zu einer massiven psychischen Störung führt.Irgendwas läuft falsch.
Andreas XXL schrieb:
Ich finde eine Depression sollte man als Krankheit sehen die zum Tod führen kann.
Du hast es zu 100% erfasst.
Danke.Bist oder warst du depressiv, hattest einen depressiven Angehörigen oder studierst du Psychologie oder Medizin?
Wenn nichts von dem, bist Du eine seltene Ausnahme, die trotz keinem persönlichen Anliegen etwas wichtiges verstanden hat.
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Selbstmord ist doch eigentlich die vernünftigste Handlung die ein Mensch begehen kann. Sterben muss man sowieso irgndwann. Wieso hoffen dass es das Schicksal gut mit einem meint und man irgendwann sanft entschläft, oder beim sexuellen Höhepunkt stirbt?
Es wäre doch intelligenter die Art seines Abgangs selbst zu bestimmen, da weiss man wenigstens was man kriegt. Leider aber ist der Mensch schwach, und nicht Herr seiner Triebe.
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Stefan schrieb:
Selbstmord ist doch eigentlich die vernünftigste Handlung die ein Mensch begehen kann. Sterben muss man sowieso irgndwann. Wieso hoffen dass es das Schicksal gut mit einem meint und man irgendwann sanft entschläft, oder beim sexuellen Höhepunkt stirbt?
Es wäre doch intelligenter die Art seines Abgangs selbst zu bestimmen, da weiss man wenigstens was man kriegt. Leider aber ist der Mensch schwach, und nicht Herr seiner Triebe.
Du bist also für kollektiven, globalen Massenselbstmord?! Wenn du so wenig vom Leben hast, dann nur zu. Der Tod ist nicht der einzige Bestandteil des Lebens. Wieso sollte ich also diesen in deinem Sinne perfektionieren und alles andere ignorieren bzw wegwerfen? Falls das ein Witz gewesen sein sollte, dann ist er der Ernsthaftigkeit dieses Threads nicht angemessen. Falls nicht, tja, dann gute Nacht...
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_matze schrieb:
Du bist also für kollektiven, globalen Massenselbstmord?! Wenn du so wenig vom Leben hast, dann nur zu. Der Tod ist nicht der einzige Bestandteil des Lebens. Wieso sollte ich also diesen in deinem Sinne perfektionieren und alles andere ignorieren bzw wegwerfen? Falls das ein Witz gewesen sein sollte, dann ist er der Ernsthaftigkeit dieses Threads nicht angemessen. Falls nicht, tja, dann gute Nacht...
Ist doch in Zeiten von Überbevölkerung nicht verkehrt, wenn sich die Nihilisten, für die das Leben selbst keinen zu erhaltenen Wert darstellt, selbst aus dem Genpool entfernen und Platz machen für die, die gerne leben möchten.
Viele Grüße
ChristianPS: Ja, da schwingt jetzt ein ironischer Unterton mit.
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_matze schrieb:
Stefan schrieb:
Selbstmord ist doch eigentlich die vernünftigste Handlung die ein Mensch begehen kann. Sterben muss man sowieso irgndwann. Wieso hoffen dass es das Schicksal gut mit einem meint und man irgendwann sanft entschläft, oder beim sexuellen Höhepunkt stirbt?
Es wäre doch intelligenter die Art seines Abgangs selbst zu bestimmen, da weiss man wenigstens was man kriegt. Leider aber ist der Mensch schwach, und nicht Herr seiner Triebe.
Du bist also für kollektiven, globalen Massenselbstmord?! Wenn du so wenig vom Leben hast, dann nur zu. Der Tod ist nicht der einzige Bestandteil des Lebens. Wieso sollte ich also diesen in deinem Sinne perfektionieren und alles andere ignorieren bzw wegwerfen? Falls das ein Witz gewesen sein sollte, dann ist er der Ernsthaftigkeit dieses Threads nicht angemessen. Falls nicht, tja, dann gute Nacht...
Ich bin nicht für den globalen Massenselbstmord. Jeder kann mit seinem Leben machen, was er will. Dumm nur, dass das Endergebnis immer das gleiche ist.
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Stefan schrieb:
Dumm nur, dass das Endergebnis immer das gleiche ist.
Nein! Das Endergebnis, der Tod, ist überhaupt nicht relevant, wenn man zu leben weiß.
Gruß
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Erhard Henkes schrieb:
Nun sind wir am Kernpunkt angelangt.
Eigentlich ist der Kernpunkt hier die sprachliche Verwendung. :p
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Da haste mal wieder recht...
Ivo
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Stefan schrieb:
Ich bin nicht für den globalen Massenselbstmord. Jeder kann mit seinem Leben machen, was er will. Dumm nur, dass das Endergebnis immer das gleiche ist.
Wie soll ich das verstehen? Da das Leben endlich ist und zwangsläufig mit dem Tod endet, ist sein Verlauf irrelevant?
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Der Verlauf des Lebens ist nicht irrelevant, nur das Leben läuft immer auf das Gleiche Ergebnis hinaus.
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Michael991 schrieb:
Der Verkauf des Lebens ist nicht irrelevant, nur das Leben läuft immer aus das Gleiche Ergebnis hinaus.
Dem stimme ich zu, vor allem der ersten Hälfte deines Satzes. Der Tod ist nicht zu vermeiden, deshalb sollte er uns nicht allzusehr beschäftigen. Stattdessen sollte man sich eher auf die Qualität seines Lebens konzentrieren, bis es soweit ist. __Stefan__ hat ja geschrieben
"Selbstmord ist doch eigentlich die vernünftigste Handlung die ein Mensch begehen kann"
Dem kann ich nicht zustimmen, eben da der Verlauf des Lebens absolut nicht irrelevant ist, solange man lebt. Das Endziel lässt sich nicht ändern, also muss der Weg das Ziel sein.
P.S.: Netter Vertipper übrigens!
P.P.S.: Da kannst du deinen Beitrag editieren, wie du willst, ich habe den Vertipper gesehen, zitiert und somit auf ewig festgehalten!
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Michael991 schrieb:
Der Verlauf des Lebens ist nicht irrelevant, nur das Leben läuft immer auf das Gleiche Ergebnis hinaus.
Das ist etwas falsch ausgedrückt, weil man sich denken kann, dass du was ganz anderes meinst. Als Ergebnis des Lebens den Tod zu sehen ist das Pessimistischste überhaupt; sag lieber sowas wie: "Der Verlauf des Lebens ist nicht irrelevant, nur das Leben ist stets endlich." Und schon meckert _matze nicht mehr
Gruß