tex und linux



  • Falls es sich um iso8859-1-Dokumente handeln sollte, kannst du dir einfach mit man: iconv in UTF-8 umwandeln.



  • wenn man sich in .tex-Dateien auf die Untermenge der darstellbaren Zeichen von 7-bit-Ascii beschränkt, geht man Portabilitätsproblemen aus dem Weg.

    Warum die portablen TeX-Idiome x^2, \ss und "a usw. ignorieren und sich damit von Codierungen und länderspezifischen Tastaturen abhängig machen?



  • u_ser-l schrieb:

    Warum die portablen TeX-Idiome x^2, \ss und "a usw. ignorieren und sich damit von Codierungen und länderspezifischen Tastaturen abhängig machen?

    Weil \ss, "s, "a und Konsorten auf Dauer unbequemer zu tippen sind als ß, ä, etc.

    Würde ich auch nur dann verwenden, wenn es wirklich sehr auf Portabilität ankommt.



  • Oder man verwendet einen entsprechenden Editor. TeXShop bietet die Option an, ä, ö, ü, ß, usw beim Tippen durch die entsprechenden Kürzel zu ersetzen. Einfach Häkchen bei "Autovervollständigen" setzen. Den Button holt man sich auch einfach gleich in die Oberfläche und kann die Auto-Vervollständigung dann immer bequem ein- oder ausschalten. Funktioniert super.



  • minhen schrieb:

    TeXShop bietet die Option an, ä, ö, ü, ß, usw beim Tippen durch die entsprechenden Kürzel zu ersetzen.

    Emacs kann das wohl auch, aber ich habe mich um das Setup noch nicht gekümmert, weil ich keinen Mehrwert für Dokumente sehe, die ich nur privat bearbeite, bzw. die nur von wenigen Kollegen bearbeitet werden, die die selbe Plattform wie ich verwenden.

    Aber im Grunde ist das sowieso alles völlig egal, schlimmstenfalls kann man immer mit einem simplen String-Replace von ä zu "a oder umgekehrt wechseln.



  • alles irgendwie richtig, trotzdem braucht man Portabilitätsprobleme doch gar nicht erst aufkommen zu lassen. Nicht umsonst ist TeX ursprünglich mit Blick auf maximale Portabilität konstruiert.

    Abgesehen davon ist Bequemlichkeit beim Tippen von TeX code auch eine Frage des Tastaturlayouts - schalte ich meine Tastatur in den TeX-Modus, dann liegt \ da, wo normalerweise ö liegt, und äü ÄÜ habe ich mit {} [] belegt.

    *Das* bringt einen echten Produktivitätsvorteil, denn \ und { } kommen in TeX-code weitaus häufiger vor als Umlaute.

    Angesichts dessen, daß vermutlich die meisten .tex-Dateien in englischer Sprache formuliert sind und sich daher die Frage nach Umlauten gar nicht stellt, halte ich es für etwas "eigen", sich für die relativ selten vorkommenden Umlaute Portabilitätsprobleme aufzuhalsen statt ein Anführungszeichen mehr zu tippen und mit 7-bit-ascii bis ans Ende aller Zeiten portabel zu bleiben.



  • u_ser-l schrieb:

    alles irgendwie richtig, trotzdem braucht man Portabilitätsprobleme doch gar nicht erst aufkommen zu lassen.

    Ich weiß nicht, ich hatte einfach noch nie Portabilitätsprobleme.

    Selbst wenn ich mal irgendwelche Dokumente im LaTeX-Source veröffentliche und nicht in irgendeinem simplen Markupformat in UTF-8, kann ich ja immernoch ein tr laufen lassen um die Umlaute rauszubekommen, falls irgendjemand damit Schwierigkeiten hat.

    Abgesehen davon ist Bequemlichkeit beim Tippen von TeX code auch eine Frage des Tastaturlayouts - schalte ich meine Tastatur in den TeX-Modus, dann liegt \ da, wo normalerweise ö liegt, und äü ÄÜ habe ich mit {} [] belegt.

    *Das* bringt einen echten Produktivitätsvorteil, denn \ und { } kommen in TeX-code weitaus häufiger vor als Umlaute.

    Du hast ein eigenes TeX-Layout? Dafür wäre ich viel zu unflexibel, wäre auch unpraktisch, weil ich an ziemlich vielen verschiedenen Rechnern arbeite.

    Außrdem lasse ich mir ziemlich viel Sonderzeichen-Arbeit von Auctex abnehmen (Environments einfügen etc.), oder generiere LaTeX-Dokumente aus org-mode, da stellt sich das Problem ohnehin nicht.

    Angesichts dessen, daß vermutlich die meisten .tex-Dateien in englischer Sprache formuliert sind und sich daher die Frage nach Umlauten gar nicht stellt,

    Ich schreibe _sehr_ viele LaTeX-Dokumente auf Deutsch oder mehrsprachig. Schreibst Du vielleicht nur irgendwelche Publikationen mit LaTeX?

    Ich kann Deine Argumente durchaus verstehen, sind ja auch durchaus sinnvoll. In meinem Sourcecode schreibe ich zB. auch keine Umlaute.

    Aber wenn ich ein deutschsprachiges Dokument verfasse, finde ich es einfach angemessen, auch Umlaute verwenden zu können. Für einen einzelnen Umlaut in einem englischsprachigen Dokument verwende ich natürlich kein UTF-8, aber für Dokumente in Sprachen mit Sonderzeichen sehe ich kein großes Problem, zumal eben - wie gesagt - ein einzelner man: tr-Aufruf sämtliche Portabilitätsprobleme auch im Nachhinein noch aus der Welt schafft. 🙂



  • nman schrieb:

    Du hast ein eigenes TeX-Layout?

    ja, ich habe Tastenkombis, mit denen ich zwischen "deutscher Belegung" und "deutscher Belegung mit \~{}[] statt üÜöäÖÄ" umschalten kann.

    Bei mir ist außerdem immer 7 und / vertauscht, man will auf der Bash ja nicht die Shift-Taste ausleiern 😃

    Und für Emacs benutze ich ein Layout, das die weitgehend überflüssige Capslock-Taste zu einer günstig gelegenen Ctrl-Taste umfunktioniert.



  • nman schrieb:

    u_ser-l schrieb:

    alles irgendwie richtig, trotzdem braucht man Portabilitätsprobleme doch gar nicht erst aufkommen zu lassen.

    Ich weiß nicht, ich hatte einfach noch nie Portabilitätsprobleme.

    Aber ich hatte schon welche. Früher habe ich auch nur UTF-8 verwendet, bis es eben mal bei anderen damit Probleme gab. Seitdem verwende ich die praktische Autovervollständigung um Umlaute beim Tippen ersetzen zu lassen.



  • u_ser-l schrieb:

    Und für Emacs benutze ich ein Layout, das die weitgehend überflüssige Capslock-Taste zu einer günstig gelegenen Ctrl-Taste umfunktioniert.

    Naja, das ist ja naheliegend, das habe ich generell überall aktiviert, sogar unter Windows. Die sonstigen Änderungen finde ich eher... Nun ja, toll, wenn man flexibel genug ist um sich auf einzelnen Rechnern an sowas zu gewöhnen. 🙂

    minhen: Naja, wie gesagt: Wenn ich weiß, dass ich irgendwas in den Sourcen veröffentliche, was Windowser bearbeiten werden, dann wird das eben notfalls noch entsprechend exportiert. Dauert ja praktischerweise in beide Richtungen nicht lang.



  • nman schrieb:

    Nun ja, toll, wenn man flexibel genug ist um sich auf einzelnen Rechnern an sowas zu gewöhnen. 🙂

    wahrscheinlich lernt man \{}[] ohne Shift-Taste erst schätzen, wenn man sehr große Mengen von TeX-code zu schreiben hat. Für Gelegenheits-TeX'er lohnt das nicht, ebensowenig wie Mausschubser vom Slash auf der 7-Taste profitieren werden. Ich will jedenfalls nicht darauf verzichten.



  • Man kann auch einfach auf ein anderes Texturlayout umstellen, z.B. mit setxkbmap us. Geht auch unter Windows mit Alt+Shift. Umlaute in Latex werden dann z.B. mit \"o erzeugt. Ich verwende das nicht nur bei Latex sondern auch beim Programmieren.



  • u_ser-l schrieb:

    wahrscheinlich lernt man \{}[] ohne Shift-Taste erst schätzen, wenn man sehr große Mengen von TeX-code zu schreiben hat. Für Gelegenheits-TeX'er lohnt das nicht, ebensowenig wie Mausschubser vom Slash auf der 7-Taste profitieren werden. Ich will jedenfalls nicht darauf verzichten.

    Ich schreibe ziemlich viel LaTeX, aber ich bin einfach zu unflexibel um mich an sowas zu gewöhnen. Liegt aber wohl auch daran, dass ich an sehr vielen verschiedenen Clients arbeite und meistens nicht auf jedem eigene Keyboard-Layouts einstellen kann bzw. möchte.

    Ach ja, Slash auf der 7-Taste: Das Problem gibt es mit en-US-QWERTY ja ohnehin nicht, die Sonderzeichen sind da auch recht bequem und das ganze ist doch deutlich standardisierter als Deine Layouts, insofern...



  • nman schrieb:

    minhen: Naja, wie gesagt: Wenn ich weiß, dass ich irgendwas in den Sourcen veröffentliche, was Windowser bearbeiten werden, dann wird das eben notfalls noch entsprechend exportiert. Dauert ja praktischerweise in beide Richtungen nicht lang.

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so ganz die Motivation für die Diskussion jetzt. Es kann Portabilitätsprobleme geben, weswegen manche dem mit keinem Mehraufwand durch die automatische Zeichenersetzung beim Tippen vorbeugen. Andere wiederum sehen keine Notwendigkeit solche Probleme im Vorfeld zu verhindern und lösen sie lieber mit geringem Mehraufwand, falls sich ein Problem ergeben sollte. So what?



  • minhen schrieb:

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so ganz die Motivation für die Diskussion jetzt.

    Daher auch:

    nman schrieb:

    Aber im Grunde ist das sowieso alles völlig egal, schlimmstenfalls kann man immer mit einem simplen String-Replace von ä zu "a oder umgekehrt wechseln.



  • nman schrieb:

    Ach ja, Slash auf der 7-Taste: Das Problem gibt es mit en-US-QWERTY ja ohnehin nicht, die Sonderzeichen sind da auch recht bequem und das ganze ist doch deutlich standardisierter als Deine Layouts, insofern...

    ich arbeite immer am selben PC, daher habe ich kein Problem mit der Umgew{hnung 😃

    An der englischen keymap gefällt mir nicht, daß die Sonderzeichen über den Zifferntasten völlig anders liegen als gewohnt - das ist mir zu viel Umgewöhnung.



  • Ich weiß nicht, wie du den Beitrag von dir da gemeint hattest. Aber in meinen Ohren liest er sich so: "Da ich mit geringem Mehraufwand die Kompatibilität auch nachträglich herstellen kann, ist der Automatismus, der sie automatisch im Voraus sicherstellt, sowieso unnötig". Und dem stimme ich nicht zu. Doch das sind einfach zwei unterschiedliche Sichtweisen, wie ich beim letzten Beitrag angedeutet habe. Der eine geht von Anfang an von der Notwendigkeit zur Portabilität aus und bekommt diese mit null Mehraufwand. Der andere hält die Portabilitätsprobleme für so unwahrscheinlich, dass er keinen Grund sieht, sie im Vorfeld zu bekämpfen, da er sie im schlimmsten Fall auch mit geringem Mehraufwand beheben kann. Ich bezweifel zwar, dass der Mehraufwand in der Realität so gering sein wird. Denn wenn jemand mit UTF-8-Umlauten Probleme kriegt, dürfte eher kein recode, iconv oder auch nur ein tr für UTF-8 bereit liegen. Aber auch das ist mir egal. Der eine macht es so, der andere so. Ich verstehe nicht, was es da groß zu argumentieren gibt. Das ist doch völlig egal 😉



  • Du hast mich falsch verstanden: Wenn jemand damit Probleme hat und sie nicht selbst lösen kann (bis jetzt nicht vorgekommen), habe _ich_ das iconv, tr oä.

    Aber:

    minhen schrieb:

    Ich weiß nicht, wie du den Beitrag von dir da gemeint hattest.

    War als "Diskussion in meinen Augen überflüssig" zu verstehen. 🙂



  • Ok. Dann haben wir unterschiedliche Ansichten und sind einer Meinung 😉



  • hmmm, eins versteh ich nicht:

    wenn ich unter verschiedenen systemen meine tex-dokumente alle in utf-8 bearbeite - dann gibts doch auch keine kompatibilätsprobleme - oder?


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