Kopfhörer-Optimierter Sound [Demo]



  • Wenn man eine Kopfattrappe mit zwei Mikrofonen versieht, und die entstandene Aufzeichnung über Kopfhörer anhört, dann ist das Ergebnis ... gar nicht schlecht:
    http://www.youtube.com/watch?v=IUDTlvagjJA

    Ich frage mich, ob es einen Algorithmus gibt, um boxenoptimierte Aufzeichnungen auf kopfhöreroptimierte umzufriemeln.



  • es mag möglich sein, die R/L- oder Hörerabstands-Ortbarkeit von Kunstkopfaufnahmen aus einem gewöhnlichen Stereosignal zu synthetisieren, aber keine noch so raffinierte DSP kann zu einer gewöhnlichen Stereo-Aufnahme (Aufnahme ohne KK) die oben/unten-Ortung und Vorderseite/Rückseite-Ortung nachträglich so hinzufügen, daß es dem originalen (!) Schallereignis entspricht.

    KK-Aufnahmen ermöglichen, über Kopfhörer abgehört, nämlich eine Unterscheidung in allen 3 Raumrichtungen, wogegen zwei Mikrofone lediglich links/rechts und Entfernung einer Klangquelle aufzeichnen. Man kann bei einer Stereoaufnahme prinzipiell nicht einmal unterscheiden, ob sich eine Klangquelle vor oder hinter dem Hörer befindet - den Abstand vom Hörer und die L/R-Position kann man dagegen bei Stereo unterscheiden.

    Es ist eben ein Unterschied, ob die Schallwellen bei der Aufnahme (KK) durch die Verzerrungen, Filter- und Pegeldifferenzfunktion der nachgebildeten Ohrmuscheln in die Mikros gelangen, oder ob sie (wie bei der gewöhnlichen Stereoaufnahme) ungefiltert in die Mikros kommen.



  • u_ser-l schrieb:

    KK-Aufnahmen ermöglichen, über Kopfhörer abgehört, nämlich eine Unterscheidung in allen 3 Raumrichtungen, wogegen zwei Mikrofone lediglich links/rechts und Entfernung einer Klangquelle aufzeichnen. Man kann bei einer Stereoaufnahme prinzipiell nicht einmal unterscheiden, ob sich eine Klangquelle vor oder hinter dem Hörer befindet - den Abstand vom Hörer und die L/R-Position kann man dagegen bei Stereo unterscheiden.

    Dein Kopf hat auch nur zwei Ohren: wie kannst du denn da eine mehr als zweidimensionale Information extrahieren?



  • das liegt daran, daß die Ohrmuscheln die Schallwellen je nach Einfallsrichtung

    1. filtern (Frequenzgang ist nichtlinear)
    2. verzerren (Schallbeugung durch die Form der Ohrmuscheln und ihrer Ränder)
    3. dämpfen

    und

    4. durch die Form des Kopfes die Schallwellen je nach einfallender Richtung im Pegel
    geändert werden.

    Die unsymmetrische Form der Ohrmuscheln sorgt dafür, daß die Änderungen richtungsabhängig werden.

    Diese Signalveränderungen interpretiert das Gehirn und erzeugt den Eindruck, daß sich die Schallquelle an einer bestimmten Position im 3D-Raum relativ zum Hörer befindet.

    Ziemlich raffiniert, das. Andererseits hat die Evolution auch 4 Mrd. Jahre Entwicklungszeit gehabt, und man sieht daran, wie wichtig das Richtungshören für das Überleben in der Wildnis für Tier und (Frühzeit-)Mensch ist.



  • wären z.B. Kopf und Ohrmuscheln *vollkommen* rund, könnte man nicht unterscheiden, ob die Schallquelle vor oder hinter dem Hörer liegt - den Abstand könnte man allerdings schon heraushören.

    Der Hinterkopf ist aber anders geformt als die Gesichtsseite, und die Ohrmuscheln sehen am hinteren Rand anders aus als an den Schläfen, und diese Unsymmetrie sorgt dafür, daß Schallwellen, die von hinten eintreffen, anders verzerrt werden, als welche, die von vorne kommen.

    Das Gehirn erkennt diese Verzerrungen und rekonstruiert daraus die Richtung, aus der das Schallereignis kommt.



  • deshalb ist die einzige Möglichkeit, um mit nur 2 Mikrofonenen die vollständige Ortbarkeit aller Schallereignisse originalgetreu (!) zu erhalten, die Aufzeichnung mit KK und das Abhören mit KH.



  • u_ser-l schrieb:

    es mag möglich sein, die R/L- oder Hörerabstands-Ortbarkeit von Kunstkopfaufnahmen aus einem gewöhnlichen Stereosignal zu synthetisieren, aber keine noch so raffinierte DSP kann zu einer gewöhnlichen Stereo-Aufnahme (Aufnahme ohne KK) die oben/unten-Ortung und Vorderseite/Rückseite-Ortung nachträglich so hinzufügen, daß es dem originalen (!) Schallereignis entspricht.

    Angenommen, die Lautsprechersignale sind gut. Dann sollte sich ja zumindest digital ein Lautsprecher-Stereo in ein Kopf-Stereo umrechnen lassen, die auf Kopfhörern so klingt, wie man sie aus Lautsprechern hören würde...



  • u_ser-l schrieb:

    deshalb ist die einzige Möglichkeit, um mit nur 2 Mikrofonenen die vollständige Ortbarkeit aller Schallereignisse originalgetreu (!) zu erhalten, die Aufzeichnung mit KK und das Abhören mit KH.

    Quatsch. Die Signale sind nicht vollständig ortbar.



  • informier' dich lieber erstmal.

    Nein: besser: erzähl mal, wie du dir das vorstellst, möglichst genau, mit allen Details.



  • umfriemler schrieb:

    Angenommen, die Lautsprechersignale sind gut. Dann sollte sich ja zumindest digital ein Lautsprecher-Stereo in ein Kopf-Stereo umrechnen lassen, die auf Kopfhörern so klingt, wie man sie aus Lautsprechern hören würde...

    ja, das ist sicherlich möglich, mit Raumsimulation und mit DSP, die die Frequenzgang-Fehler und Verzerrungen der Lautsprecherboxen simuliert.

    Aber aus einer Stereo-Aufnahme eine Aufnahme mit einer KK-vergleichbaren Ortbarkeit zu machen wäre ähnlich schwierig wie aus einer Schwarzweißaufnahme ein Farbbild zu generieren.


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