An die Mikrocontroller-Experten
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Wie nur wenige wissen, habe ich die unseltene und chronische Krankheit Diabetis Typ I. Ich bin in Besitz einer Blutzuckerpumpe, die mir je nach Eingabe eine bestimmte Menge Insulin (das sich in einem Reservoir befindet) über einen Schlauch in eine Nadel in meinen Bauch spritzt. Da ich mir ein paar "Features" wünsche, die für mich wichtig sind, habe ich mir überlegt eine eigene Pumpe zu bauen. Das hört sich Hirnfrei an, finde ich jedoch eine prima Idee. Meine Idee ist nun, über einen selbstprogrammierten Mikrocontroller einen kleinen E-Motor starten zu lassen, der einen kleinen Kolben nach vorne schiebt. Nun weiß ich nicht, was ich da für Sachen brauche. Die Motordrehzahl sollte auf alle Fälle stark dosierbar sein, da sich der Kolben teilweise nur Bruchteile eines Milimeters nach vorne schieben darf. Und nun die alles Entscheidende Frage: Wie sieht es elektrotechnisch aus, soetwas zu realisieren? Ich stelle mir da einen Mikrocontroller vor, den ich beliebig programmieren kann und er beliebig mit dem Motor zusammenarbeiten kann. Das ganze steht noch auf wackeligen Beinen, also sagt mir, ob ich's lassen soll oder nicht.
Danke.
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Auf jeden Fall ein Schrittmotor mit extrem kleiner Übersetzung. Nur so kann der Kontroller selbst bestimmen, wie weit der Kolben eingeschoben wird.
Aber bei medizinischen Geräten...

Abgesehen davon: Als Hobby-Projekt wird das alles sehr sperrig. Da wirst Du nicht viel Freude dran haben.
Und was, wenn die Pumpe mal aufgrund eines Baufehlers (kalte Lötstelle o. ä.) ausfällt?
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Kóyaánasqatsi schrieb:
also sagt mir, ob ich's lassen soll oder nicht.
Unbedingt die Finger weg von sowas!
Wie stellst Du Dir das Debugging und die Testphase vor?
Gar nicht erst darüber nachdenken, das wirklich zu machen.
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Damit wirst du garantiert neuer Held der Woche.
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Registrierter Troll schrieb:
Damit wirst du garantiert neuer Held der Woche.
Warum?
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Kóyaánasqatsi schrieb:
Warum?
Weil das Vorhaben völlig absurd ist. Was kommt als nächstes, Linux auf dem Herzschrittmacher installieren?

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Also ich finde meine Idee völlig berechtigt.
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die fehlertoleranz dabei tendiert wohl gegen 0, wodurch ich das doch ziemlich bedenklich finde, da muss ich meinen vorpostern zustimmen.
mfg,
julian
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Kóyaánasqatsi schrieb:
Also ich finde meine Idee völlig berechtigt.
du als betroffener weißt sicher, was eine insulin-überdosis bewirkt?
du solltest bedenken, dass du alleine nie auch nur in die nähe einer ausfallsicherheit kommen kannst, die ein solches gerät haben muss. und schon gar nicht als jemand, der nicht weiß wo er anfangen soll -- d.h. noch keine projekte mit microcontrollern gemacht hat.
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rofl.
Am besten tauschst du noch die Nadel gegen eine Bleinadel aus.Immer daran denken: Man spielt generell nicht oft im Leben unbedarft mit Insulin rum. Liegt daran, dass man danach generell keine "Gelegenheit" dazu hat.
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Leute, er will ja bloss einen Prototypen bauen und muss ja nicht gleich mit der Nadel in den Körper. Bezüglich der Überdosierung kann man sich vielleicht irgendwie mechanisch absichern, kleinere "Pumpe" oder "Sptritze" oder eine Schraube rein oder was auch immer. Als Motoren kommen noch die Servos in Frage. Ich denke, das größere Problem ist, all die Mechanik Teile zusammenzukriegen. Der Rest ist Software
Da kann man sich so richtig mit goto's austoben, goto's sind ja harmlos... 
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Hum, ich habe seit 15 Jahren Diabetis und würde schon sagen das ich das ganz gut einschätzen könnte. Aber stimmt wohl, scheint zu riskant zu sein... ):
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schrittmotor hört sich irgendwie gut an. gibt's eigentlich sensoren zum messen des blutzuckerspiegels? wenn ja, dann sollte es klappen.
ach ja, die experimente sollteste natürlich auf'm basteltisch machen und erstmal nicht an deinen körper anschliessen. und wenn's mal funzt, darf im tank nur soviel stoff sein, dass eine überdosierung ausgeschlossen ist.

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Hey, das wäre eine gute Möglichkeit in die Top 10 des Darwinawards zu kommen. Nicht so schnell aufgeben

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;fricky schrieb:
und wenn's mal funzt, darf im tank nur soviel stoff sein, dass eine überdosierung ausgeschlossen ist.

Dann machts aber auch wieder keinen Spaß.
Ich denke eher daran, den Schrittmotor so stark zu untersetzen, daß allein die Mechanik 5 Minuten brauchen würde, um den ganzen Stoff auf einmal abzugeben, damit man beim Programmierfehler noch Zeit hat, den Stecker zu ziehen. Und softwaretechnisch auch sichern, daß die Frickelschicht nicht direkt an den Motor kann, sondern eine stabile einfache zuverlässige Zwischenschicht da ist, die den Motor steuert und utopische Mengen pro Stunde kappt.
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Eigentlich ist das nicht so schlimm. Newton hat schließlich auch an seinem Auge mit einer Nadel rumgefummelt und ist nicht erblindet... Vielleicht ist Kóyaánasqatsi der moderne Mikrocontroller-Newton.
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Tim schrieb:
Hey, das wäre eine gute Möglichkeit in die Top 10 des Darwinawards zu kommen. Nicht so schnell aufgeben

das wäre sogar ein Anwärter auf den Titel

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volkard schrieb:
Und softwaretechnisch auch sichern, daß die Frickelschicht nicht direkt an den Motor kann, sondern eine stabile einfache zuverlässige Zwischenschicht da ist, die den Motor steuert und utopische Mengen pro Stunde kappt.
Dasselbe wollte ich gerade vorschlagen

p.S.: ich sehe das Ganze bloss als Gedankenexperiment. Ich will hier niemanden ermutigen sowas wirklich umzusetzen!
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volkard schrieb:
Ich denke eher daran, den Schrittmotor so stark zu untersetzen, daß allein die Mechanik 5 Minuten brauchen würde, um den ganzen Stoff auf einmal abzugeben, damit man beim Programmierfehler noch Zeit hat, den Stecker zu ziehen.
naja, aber wir wissen ja nicht mal, welche menge pro zeit nötig ist, damit's überhaupt funzt. woran bemerkt man eigentlich dass es zuviel des guten war? und ist man dann noch fähig, den 'not-aus' zu drücken?
volkard schrieb:
Und softwaretechnisch auch sichern, daß die Frickelschicht nicht direkt an den Motor kann, sondern eine stabile einfache zuverlässige Zwischenschicht da ist, die den Motor steuert und utopische Mengen pro Stunde kappt.
er bräuchte vielleicht noch 'nen durchflusssensor der die menge pro sekunde misst und die pumpe steuert, der müsste von einem separaten controller bedient werden. dieses subsystem und seine entstehung müsste mindestens 'spice level 3' zertifiziert und der code natürlich misra-konform sein. *grins*

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;fricky schrieb:
woran bemerkt man eigentlich dass es zuviel des guten war? und ist man dann noch fähig, den 'not-aus' zu drücken?
Das ist vom Wert abhängig. Angenommen der aktuelle Wert ist 150 (Optimal- und Standardwert), dann würde sich die Unterzuckerung nach spätestens einer Stunde durch wackelige Knie, Schwindel, Schweiß und sehr (sehr) großen Hunger bemerkbar machen. Und wenn es nicht zu viele Einheiten waren, kann ich vorher noch so viel Traubenzucker und Süßigkeiten zu mir nehmen, dass es vielleicht noch ausgeglichen wird.
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^^ok, also erstmal brauchste 'nen biosensensor der blutzuckerwerte messen kann. gibt's sowas überhaupt? wenn du dafür 'nen chip unter die haut pflanzen musst, wär's schon mal doof, man will ja nicht zum cyborg werden. aber vielleicht gibt's da was als armband oder so.
