wird cloud computing den normalen Pc und die Programmiersprachen verschwinden lassen?



  • Für Cloude Computing sehe ich im Moment in erster linie rechtliche Probleme in Deutschland, die so gravierent sind das es sich eigentlich nicht einsetzen läßt.

    Solange diese nicht behoben sind kann es sich eigentlich keine Firma leisten Cloude Computing einzusetzen oder anzubieten ohne rechtliches Russisch Roulett zu spielen.



  • fresko schrieb:

    Wird es künftig noch Sinn machen, C/C#/C++ zu lernen?

    Jein. Die Serveranwendungen und das Server-OS sind natürlich auf eine fehlerfreie Funktion und totale Abschottung der User gegeneinander und gegen das OS angewiesen. Eine solch sicherheitsrelevante Struktur lässt sich nicht in den für ihre Sicherheitslücken-verursachenden Features bekannten C und C++ umsetzen. Für Leistungsstarke und gleichzeitig sichere und robuste Software lässt sich eine speziell designte Sprache oder vielleicht sogar Java benutzen.

    Auf der anderen Seite hat man natürlich die Clients die möglichst billig gebaut werden sollen, damit man sie einfach in die Tonne kloppen kann und beim nächsten McDonalds mit dem HappyMeal ein neues GoogleClientBook bekommt. Die werden natürlich in C programmiert, da sie ja hauptsächlich nur Browser sind, und diese werden in Zukunft noch komplizierter, da sie nicht mehr Content+Form wie heute sondern jegliche Interaktion darstellen müssen, die ein OS verlangt. Außerdem macht es nichts, wenn sie ab und zu wegen C++ abstürzen, da sie ja in 0.3 Sekunden (dank C++) neu gebootet sind.

    @MisterX: Was denn für rechtliche Probleme?

    @Nein:
    Spiele? Über Videostreaming? Na, vielleicht die 15. Generation der Browsergames. Für alles andere braucht man einen Crapload an roher, lokaler, dedizierter Grafik-Power.



  • DontGetMeStarted schrieb:

    @Nein:
    Spiele? Über Videostreaming? Na, vielleicht die 15. Generation der Browsergames. Für alles andere braucht man einen Crapload an roher, lokaler, dedizierter Grafik-Power.

    Noch nicht die neusten News mitgekriegt?
    http://www.golem.de/0710/55653.html

    Für nen Streamingclient reicht schon ein popeliger Atom, nur der Spieleserver, der muß Highend sein und wird vom Anbieter finanziert.



  • Nein schrieb:

    DontGetMeStarted schrieb:

    @Nein:
    Spiele? Über Videostreaming? Na, vielleicht die 15. Generation der Browsergames. Für alles andere braucht man einen Crapload an roher, lokaler, dedizierter Grafik-Power.

    Noch nicht die neusten News mitgekriegt?
    http://www.golem.de/0710/55653.html

    Für nen Streamingclient reicht schon ein popeliger Atom, nur der Spieleserver, der muß Highend sein und wird vom Anbieter finanziert.

    Neu?

    Software / 26.10.2007 / 12:25
    StreamMyGame - Spiele über das Netzwerk streamen...

    Die werden auch in den nächsten Jahren keine 30 FPS mit 1900 x 1200 übers Netz schicken.

    PS: Warum klaust du meinen Namen?



  • Ich kann zwar nur von meiner Sicht aus reden, aber außer in den großen Städten sind so Sachen doch Utopie, oder? Ich hab ne 1000er DSL Leitung, weil ich auf dem Land lebe. In den Nachbargemeinden gibts gar kein DSL, außer über Satellit. Vor allem sollte man sich die Belastung für die Netze ansehen.

    Wenn man das Cloud-Computing konsequent zu Ende denkt, werden alle Grafikberechnungen in einem Rechenzentrum gemacht, und dann nur noch als eine Art Videostream wiedergegeben. Man rechne sich mal bei hohen Auflösungen aus, wieviel GB an Daten da an einem Tag zusammen kommen...



  • nein schrieb:

    PS: Warum klaust du meinen Namen?

    Weil es möglich ist. :p



  • ??? Kaufen oder Mieten ??? - mehr steckt nicht hinter Cloud-Computing.

    Software-on-Demand z.B. sorgt schon für den Durchbruch.

    Es gibt zwar fähige Softwarelösungen für "umsonst", aber es hat schon seine Vorteile, wenn man sich um deren Installation und Wartung nicht kümmern muß.



  • Für "Alltags-Anwendungen" ist das sicher keine schlechte Idee. z.B ein Basis Web-OS mit Kommunikation, Büroanwendungen, etc. Ich glaube jedoch nicht, das irgendein Chef auf der Welt z.B. seine Warenwirtschaft irgendwo ins Internet stellen wird.



  • Sogar BMW macht soweit ich weiß Versuche mit Cloud Computing, aber im Moment werden keine sensiblen Firmengeheimnisse in der Wolke gespeichert. Diese sollen aber Folgen, falls sich Cloud Computing bewähren sollte*grübel*

    Man stelle sich mal vor: Die meisten größten Cloud-Anbieter sind amerikanische Firmen. Die speichern die Daten in den USA und auch Geheimdienste haben Zugriff drauf. Vielleicht ist Cloud Computing ein Synonym für moderne Wirtschaftsspionage?



  • fresko schrieb:

    Die meisten größten Cloud-Anbieter sind amerikanische Firmen.

    Noch. 🙂



  • wird cloud computing den normalen Pc und die Programmiersprachen verschwinden lassen?

    Werden die Menschen aussterben, weil das Kondom (bzw. die Pille) erfunden wurde...



  • Über die Frage ob es andere nutzen werden möchte ich keine Aussage machen (jeder Quatsch wird von irgendjemandem benutzt 😉 ) aber ich finde es schlecht aufgrund von Datenschutzrechtlichen Gründen.
    Dann hagelt es wahrscheinlich wieder Schlagzeilen wie "Neuer Datenskandal". Ausserdem finde ich, dass man wirklich nicht alles sorglos herumschicken sollte, denn die Daten können immer irgendwie mitgeschnitten werden.
    Und dann kann man auch nicht von überall darauf zugreifen. Was machen z.B. Laptops als mobile Geräte? Bei denen wird sich das wohl schon mal nicht durchsetzen. Der einzige sinnvolle Einsatzzweck erschliesst sich mir nur in grossen Firmen.



  • player4245 schrieb:

    Und dann kann man auch nicht von überall darauf zugreifen. Was machen z.B. Laptops als mobile Geräte? Bei denen wird sich das wohl schon mal nicht durchsetzen.

    durch cloud-computing müssen ja andere technologien nicht verschwinden. wo bedarf ist, werden auch in zukunft autarke rechner rumstehen.
    🙂



  • Damit wollte ich auch nur sagen, dass diese Technik schon einmal nicht den ganzen Computermarkt einnehmen kann.



  • @MisterX: Was denn für rechtliche Probleme?

    Tja, das Hauptproblem ist, dass man beim Cloudcomputing Rechnerkapazitäten anmietet. => Mietvertrag

    Als Anbieter haftet man also während der gesamten Zeit uneingeschränkt. Solange der Mietvertrag eben gilt. Insbesondere bei:

    1. Nichterreichbarkeit des Dienstets
    2. Verlußt der Daten
    3. Dafür, dass Daten nicht für andere zugänglich werden.

    Nun gut, man kann sagen man achtet eben darauf. ABER um bei den Preisen konkurenzfähig zu bleichen kauft man Serverkapazitäten in Ländern in denen der Stom billiger ist als bei uns. z.B. Indien. Macht man das nicht ist die Konkurenz viel billiger und man kann gleich einpacken.
    Selbst die Kapazitäten bereitzustellen ist sehr schwer, da man sehr stark schwankende Nachfrage hat (z.B Werktags gegenüber Wochenende).
    Kauft man nun die Kapazitäten woanders ein, muß man den Partner darauf festlegen, dass er die strengen Deutschen Datenschutzrechte einhält und zuverlässig die Kapazitäten anbieten kann. Tut er es nun nicht und die Daten gelangen ins öffentliche Internet oder man kann den Dienst nicht anbieten hat man schnell ne gewaltige Klage von den eigenen Kunden an der Backe. Und diese erfolgreich weiterzuleiten nach z.B. Indien ist so ne Sache.

    ALs Kunde hat man das Problem genau andersrum. Man ist auf Gedeih und Verderb dem Cloud Computing Anbieter ausgeliefert. Hat man z.B. eine Firma und die Verwaltung läuft über Cloud Computig und dies ist nicht erreichbar, weil irgend ein Bauarbeiter nen Datenkabel bei dem Anbieter vor der Tür gekappt hat oder weil die Katze in Indien die Leitung angeknanbbert hat oder was auch immer, kann es schnell passieren das die eigene Produktion (oder was auch immer davon abhängt) flachliegt.
    Und immer noch zusätzlich die Gefahr, dass der Anbieter die Daten ins billige Ausland verscheibt (wer weiß schon wie gut er diese verschlüsselt) und der engste Konkurent sich Zugang zum passenden indischen Server verschafft.
    Oder die Daten so schluderich behandelt werden das sie ins Internet gelangen.
    Oder der Indische Server ausfällt oder Stromausfall oder Überschwemmung hat oder, oder, oder ...

    (Nix gegen Indien. Ist nur ein Beispiel. Kann z.B auch nach China versendet werden etc.)

    Somit ist es für beide Seiten sobald die Daten irgendwie von Bedeutung sind und eine Verfügbarkeit sichergestellt werden muß einfach rechtliches Russisch Roulett.



  • Das nächste Problem ist, dass einem als Cloude Computing Anbieter viele Firmen als Kunden Complience Verträge auf Auge drücken werden. (Zumindest versuchen sie es). Da steht allerhand Mist drin umd das eigene Immage aufzubessern.

    Beispiele von denen ich gehört habe.

    (Kein Zitat sonden in etwa:)
    "Der Anbieter verplichtet sich keine Kinderarbeit zu unterstützen. Tut er es doch muß er für die Ausbildung des Kindes aufkommen".

    Denkt man: Klar ich tu sowas nicht und gegen Kindearbeit bin ich ja sowieso. Also schnell unterschreiben. Nun Rechahiert der Konkurent nach, das irgend ein Subanbieter (4 oder 5 Vertäge weiter unten in der Vertragskette) in China nen Server betreibt, bei dem von nem Kind im Gebäude im Jahr 2001 ein Stromkabel eingezogen wurde. (Wovon man nix weiß und nix wissen kann in Deutschland) und die halbe Klasse dabei geholfen hat. Und schon kann man die Ausbildung von 30 Chinesen bezahlen.

    Wenn man Cloude Computing wirklich betreiben will dauert es nen halbes Jahr und man beschäftigt doppelt so viele Anwälte wie Techniker und Informatiker zusammen.

    (Nur meine Meinung, keine Rechtsberatung)



  • Und noch ein Zusatz.

    Auch wenn alle immer ihre "Dienste" anbieten, so wird man es nie schaffen das ganze untzer nem Dienstvertrag anzubieten.
    Das wird jeder Richter entweder als Mietvertrag oder Kaufvertrag auslegen.
    Womit man die ganzen schönen Paragrapfen mit den Rechten des Kunden an der Backe hat.
    Da kann man 100 mal Dienstvertrag oben auf den Vertrag schreiben. was zählt ist der Inhalt.

    (Wieder nur meine Meinung und keine Rechtsberatung)



  • nein schrieb:

    Die werden auch in den nächsten Jahren keine 30 FPS mit 1900 x 1200 übers Netz schicken.

    Deswegen brauchen wir einen Ausbau des Internets auf mindestens 100 MB/s pro Anschluß.

    Und Software die das kann gibt's ja heute schon:
    http://en.wikipedia.org/wiki/VirtualGL

    Kannst also daheim im lokalen Netz ruhig mal Doom 3 remote Spielen.
    Mit einem 1 GB/s Netz geht das auch in HD flüssig.



  • Ihr sprecht hier die ganze Zeit von Terminal-Anwendungen. IdR meint Cloud Computing doch einfach Web(2.0)-Anwendungen mit zentraler Datenspeicherung:

    The term cloud is used as a metaphor for the Internet, based on the cloud drawing used to depict the Internet in computer network diagrams as an abstraction of the underlying infrastructure it represents. Typical cloud computing providers deliver common business applications online which are accessed from a web browser, while the software and data are stored on servers.

    In diesem Zusammenhang ist Cloud Computing für mich nichts weiter als ein Buzzword, denn zentrale Datenspeicherung ist bei Webanwendunge seit jeher übliche Praxis. Allerdings dringen Webanwendungen halt durch moderne Technologien (AJAX, RIA) in Bereiche vor, die früher nur von Fatclients abgedeckt wurden. Von daher findet schon ein Wandel statt, der einen neuen Begriff evtl. rechtfertigt.

    Edit: Darüber hinaus geht der Trend der letzten Jahre ja weiter in Richtung SaaS (Software as a Service, noch so ein schönes Buzzword). Man schreibt jetzt nicht nur noch einfache Webanwendungen für den Endkunden, man liefert jetzt gerne auch direkt eine API mit, so dass andere Anwendungen die Dienste aufrufen können. Auf diese Weise verschmelzen die verschiedene Dienste zunehmend, was zwar bzgl. Datenschutz wieder Fragen aufwirft, davon abgesehen aber eine sehr interessante Entwicklung ist, weils extreme Synergieeffekte mitbringt.


Anmelden zum Antworten