(lesender) Zugriff auf dafault-initialized Array Members UB?


  • Mod

    Sone schrieb:

    Nur da der Wert nicht spezifiziert ist,

    ist er nicht.
    Der Wert ist unbestimmt (indeterminate), was etwas völlig anderes als unspezifiziert darstellt, an anderer Stelle ist im Standard von singulären Iteratoren und ungültigen Zeigern die Rede, was im Grunde das gleiche Konzept ist. Die dürfen auch nicht angefasst werden.



  • camper schrieb:

    Sone schrieb:

    Nur da der Wert nicht spezifiziert ist,

    ist er nicht.
    Der Wert ist unbestimmt (indeterminate), was etwas völlig anderes als unspezifiziert darstellt, an anderer Stelle ist im Standard von singulären Iteratoren und ungültigen Zeigern die Rede, was im Grunde das gleiche Konzept ist. Die dürfen auch nicht angefasst werden.

    Ich sehe unspezifiziert als

    Certain other aspects and operations of the abstract machine are described in this International Standard as unspecified (for example, order of evaluation of arguments to a function). Where possible, this International Standard defines a set of allowable behaviors. These define the nondeterministic aspects of the abstract machine. An instance of the abstract machine can thus have more than one possible execution for a given program and a given input

    was hier auch zutrifft, ausgehend von dem Intervall möglicher Werte kann diese Variable nur X verschiedene Zustände annehmen.

    Wobei du natürlich Recht hast, ich darf die Begriffe die ja explizit im Standard definiert und verwendet werden nicht mischen.

    Trotzdem ist es doch für die Natur der Sprache unerheblich, ob bei einer Zuweisung a = b der rechte Operand einen unbestimmten Wert hat oder bspw. einen vom Programmierer zufällig ausgedachten. Er hat einen, also wird a auch einen haben.


  • Mod

    Sone schrieb:

    ausgehend von dem Intervall möglicher Werte kann diese Variable nur X verschiedene Zustände annehmen.

    Das mag so sein. Nur ist es eben nicht möglich, diesen Zustand (direkt - d.h. auslesen über l-zu-rvalue-Umwandlung) zu ermitteln.
    Anders gesagt: Der Wert den ein Compiler in diesem Fall liefert, muss nichts mit dem tatsächlich am Ort der Variablen gespeicherten Wert (wie er sich aus den dort befindlichen Bytes ergeben würde) zu tun haben und er muss nat. auch nicht gleich bleiben, wenn man ihn ein Zweites mal liest. Klassisch undefiniertes Verhalten.



  • Der Wert den ein Compiler in diesem Fall liefert, muss nichts mit dem tatsächlich am Ort der Variablen gespeicherten Wert (wie er sich aus den dort befindlichen Bytes ergeben würde) zu tun haben und er muss nat. auch nicht gleich bleiben, wenn man ihn ein Zweites mal liest. Klassisch undefiniertes Verhalten.

    Ahh... das heißt, bei jeder lvalue-to-rvalue Umwandlung wird ein undeterministischer Wert zurückgegeben? Ich habe es so verstanden, das die Variable einen unbestimmten aber festen Wert hat.



  • Sone schrieb:

    Ahh... das heißt, bei jeder lvalue-to-rvalue Umwandlung wird ein undeterministischer Wert zurückgegeben? Ich habe es so verstanden, das die Variable einen unbestimmten aber festen Wert hat.

    Wozu die ganze Diskussion? Alles wurde schon mit dem dritten Post geklärt. Fettgedruckter Text: "Lvalue-to-rvalue conversion" "if the object is uninitialized" "undefined behavior". Schwer zu glauben, wie man das missverstehen kann. Ausser natürlich, du verstehst "undefined behaviour" nicht, dann frag aber bitte direkt nach.



  • Erkläre mir mal folgendes:

    foo bar = baz; // ok
    

    Wieso ist das Ok, obwohl beim unterliegenden kopieren der Member auch das uninitialisierte x einem anderen zugewiesen wird (was doch eigentlich eine lvalue-to-rvalue conversion beinhaltet), und laut unserer Diskussion UB ist?

    Ausser natürlich, du verstehst "undefined behaviour" nicht, dann frag aber bitte direkt nach.

    Ich kenne das sehr viel genauer als du, denke ich. Sag mir zum Beispiel, ob der Standard irgendwelche Anforderungen an den Programmablauf richtet, welcher vor dem UB im Programm liegt?



  • Sone schrieb:

    Erkläre mir mal folgendes:

    foo bar = baz; // ok
    

    Wieso ist das Ok, obwohl beim unterliegenden kopieren der Member auch das uninitialisierte x einem anderen zugewiesen wird (was doch eigentlich eine lvalue-to-rvalue conversion beinhaltet), und laut unserer Diskussion UB ist?

    Das musst du camper fragen nicht mich.

    [lol]

    Wo könnte da auch nur annähernd ein Problem sein?

    [/lol]

    Nicht das lvalue-to-rvalue von baz ist das Problem, sondern das lvalue-to-rvalue von baz.x (was uninitialized ist), was aber automatisch im impliziten Kopierkonstruktor vorkommt.

    Was jedenfalls eindeutig UB ist, ist

    Sone schrieb:

    Ich traue aber meinen Augen nicht, wenn ich lese,

    int a, b = a;
    

    Soll UB sein.

    Nach meinem Verständnis:

    foo a, b;
    &a; // ok
    memcpy(&a, &b, sizeof(a)); // ok
    assert(memcmp(&a, &b, sizeof(a)) == 0); // ok
    cout << a.x; // UB, a.x invalid (uninitialized)
    

    Der Standard unterscheided zwischen validen Werten und invaliden. Ein Objekt über unsigned char-Pointer zuzugreifen ist immer erlaubt, es auszulesen nur, wenn der Wert valide ist.



  • Nun, es scheint so, dass auch ein etwas anderes Verstaendnis von UB hatte. Folgt man http://en.wikipedia.org/wiki/Undefined_behavior und anderen Artikeln folgt, so muss

    int a, b;
    a = b;
    

    UB sein, weil das Resultat a der Operation = undefiniert ist, eben weil b undefiniert ist.



  • Bei Stackoverflow.com gibt es eine ähnliche Diskussion darüber: Does initialization entail lvalue-to-rvalue conversion? Is `int x = x;` UB?
    Wie soll man eigentlich korrekte C++ Programme schreiben, wenn man sich noch nicht einmal darüber einig ist, was UB ist und was nicht?



  • Was jedenfalls eindeutig UB ist

    Ach, du weißt es? Woher weißt du das?

    Nicht das lvalue-to-rvalue von baz ist das Problem, sondern das lvalue-to-rvalue von baz.x (was uninitialized ist), was aber automatisch im impliziten Kopierkonstruktor vorkommt.

    Siehe oben. Woher weißt du, dass eine lvalue-to-rvalue Umwandlung nötig ist?

    Th69 schrieb:

    Wie soll man eigentlich korrekte C++ Programme schreiben, wenn man sich noch nicht einmal darüber einig ist, was UB ist und was nicht?

    Der Fall "initialisiere eine Variable mit einer uninitialisierten anderen Variable" ist eine Ausnahme. Es gibt kaum Fälle in C++ wo es völlig unklar ist ob etwas erlaubt ist oder nicht. 🙂

    Und: was heißt hier korrekt? Dieser hier diskutierte Fall führt schon zu sowieso nicht korrektem Code - wer schreibt sowas? 😕



  • Sone schrieb:

    Siehe oben. Woher weißt du, dass eine lvalue-to-rvalue Umwandlung nötig ist?

    Das ist common sense. So common sense, dass es im Standard nur als Note festgehalten wird

    For example, the built-in assignment operators expect that the left operand is an lvalue and that the right operand is a prvalue and yield an lvalue as the result.

    Ansonsten siehe den Post von Johannes Schaub - litb im verlinkten SO für eine exakte Herleitung.



  • facepalm schrieb:

    Sone schrieb:

    Siehe oben. Woher weißt du, dass eine lvalue-to-rvalue Umwandlung nötig ist?

    Das ist common sense. So common sense, dass es im Standard nur als Note festgehalten wird

    For example, the built-in assignment operators expect that the left operand is an lvalue and that the right operand is a prvalue and yield an lvalue as the result.

    Ansonsten siehe den Post von Johannes Schaub - litb im verlinkten SO für eine exakte Herleitung.

    Dein Name passt wunderbar zu deinen Posts.
    Er* erwähnt doch noch explizit, dass assignment und initialization nicht dasselbe sind! Und das seine Schlussfolgerung nur Spekulation ist! Lern lesen!



  • Sone schrieb:

    Er erwähnt doch noch explizit, dass assignment und initialization nicht dasselbe sind! Und das seine Schlussfolgerung nur Spekulation ist! Lern lesen!

    Lern lesen! Ich schrieb Johannes Schaub - litb und nicht Andy Prowl.



  • facepalm schrieb:

    Sone schrieb:

    Er erwähnt doch noch explizit, dass assignment und initialization nicht dasselbe sind! Und das seine Schlussfolgerung nur Spekulation ist! Lern lesen!

    Lern lesen! Ich schrieb Johannes Schaub - litb und nicht Andy Prowl.

    Ja, aber du beziehst dich auf ein von Andy Prowl verlinktes Zitat - worauf denkst du habe ich geantwortet? Nur auf den ersten Teil deines Posts.



  • Sone schrieb:

    Ja, aber du beziehst dich auf ein von Andy Prowl verlinktes Zitat - worauf denkst du habe ich geantwortet? Nur auf den ersten Teil deines Posts.

    Bisschen mitdenken. Es ist common sense, dass wenn int a,b;b=a; ok ist, dann int a,b=a; das gleiche machen sollte.

    Denkst du, mein erster Teil des Posts war eine streng formale Herleitung?

    Und nein, ich denke immer noch, du hast auf meinen ganzen Post geantwortet. Passt vom Inhalt und passt auch vom Quote. Das ist nicht ersichtlich.

    Nachdem du den zweiten Teil meines Posts auch gelesen hast: Noch irgendwelche Fragen?


  • Mod

    facepalm schrieb:

    common sense

    ist immer ein logischer Trugschluss.

    Ich nehme im Übrigen die Behauptung zurück, dass

    struct foo {int x; } baz;
    foo bar = baz;
    

    kein UB hevorruft. Die verlinkte Begründung ist allerdings zwar richtig aber unvollständig (nachdem die Frage für Skalare schon geklärt wurde). Der implizit definierte Copyctor kopiert skalare Member durch direkte Initialisierung aus den Membern des Arguments - und das ist dann die Stelle, an der die l-zu-rvalue-Konvertierung benötigt wird, da Skalare nun mal mit prvalues initialisiert werden.
    Zwingend erscheint diese Regelung allerdings nicht: die Semantik hätte auch ohne Weiteres als Kopie der zugrundeliegenden Bytes erklärt werden können.


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