Genverbesserung oder "Wie beschleunige ich die Evolution?"



  • etechniker schrieb:

    Eine natürliche Evolution würde viel zu lange Dauern.

    Wofür?



  • Hi,

    das Ziel des Menschen ist es doch zu verbessern. Überleg mal, wir wollten durch eine unwirtliche Weltallregion fliegen oder einfach nur von der schützenden Sonne weg. Dort ist jetzt aber viel mehr Strahlung.

    Sollen wir zigtausende Leute reinschicken und immer nur die besten zurückkommen lassen, bis wir irgendwann durchkommen (Evolution), sollen wir es sein lassen (möglich, widerspricht aber der Natur des Menschen) oder unseren Zellen einfach bessere Reparaturmechanismen spendieren?

    Dass das zur Zeit nicht geht ist klar, aber wir sollten uns auch klar werden, dass auch der Mensch noch nicht Krone der Schöpfung ist und noch verbessert werden kann, oder nicht?

    Das wird aber nicht bei Erwachsenen funktionieren (in absehbarer Zeit).

    Ohne dass ich viel Ahnung hätte, aber zumindest Viren können ihre eigene DNS/RNS doch in die DNS einer Zelle einfügen. Wenn ich jetzt einem Virus meinen verbesserten DNS-Abschnitt z.B. zur Bildung einer Proteinschutzschicht in den Hautzellen zur Abwehr von Betastrahlung gebe, würde er den auch einbauen?

    ChrisM



  • Jester schrieb:

    etechniker schrieb:

    Eine natürliche Evolution würde viel zu lange Dauern.

    Wofür?

    Ich denke, wenn nicht schnell etwas geschieht, wird sich die Menschheit selber vernichten (z.B. indem der Planet Erde zerstört wird oder Dinge wie BSE ect... maybe einem tödlichen, hochansteckenden Virus).



  • Also das Problem, daß es möglicherweise Krankheiten gibt, die tödlich sind wirst Du wohl kaum verhindern können... egal wie hoch entwickelt. Und wenn die Erde zerstört wird nützen Dir die tollsten Gene nichts.

    Ich habe momentan eigentlich nicht das Gefühl, als müßten wir uns wahnsinnig beeilen mit der Evolution.



  • problem wäre m.E. auch, was als "das maß der dinge" angesehen werden soll.

    wonach sollen wir menschen denn ausrichten? was ist richtig?
    welcher mensch ist "gesünder", "besser", oder auch "intelligenter" in bezug auf das kommende?

    woher wissen wir, daß es das heutige idealbild vom "jungen, allopathisch scheinbar gesunden, unkommuntativen einzelgänger mit durchsetzungskraft" sein soll, das morgen die menschheit wirklich zum überleben führt?

    ich wüßte nicht, wonach ich den mensch "züchten" wollte. ich mag die vielfalt. ich brauche die vielfalt. nur dann ist kreative weiterentwicklung möglich. und krankheit kann man auch als zustand sehen. aber:

    das einzige argument, das mir einleuchtet, ist das mit den krankheiten. die aktuelle forschung ist für mich angesichts vieler freunde, die ich dann doch noch habe, weil neue tabletten auf dem markt sind, von mir akzeptiert, aus rein egoistischen gründen. aber das war ja nicht thema.


  • Mod

    Die von Elise angesprochene Vielfalt ist auch noch aus systemtheoretischen Grundsätzen wichtig.

    Man nehme nur das Beispiel, daß z.B. alle Menschen mit einer Manipulation der Hautzellen vor Hautkrebs geschützt werden, weil das Ozonloch weiter zunimmt. Dann haben erstmalig riesige Gruppen der Bevölkerung wirklich identische Gene im Körper.

    Nun schaut man sich mal die Evolution an - diese basiert letztlich auf dem Faktor "Anzahl der Generationen pro Zeit". Diese Zahl ist umso größer je besser die Lebensbedingungen sind und je schneller die Reproduktion ist. Bei Viren ist sie bereits enorm hoch. Finden diese jetzt aber noch eine breite Lebensbasis (z.B. ein "genormtes" Gen), so verbessert sich die Reproduktion noch und damit auch die Mutationsrate.

    Nach allem was man heute weiß wird demnach in kurzer Zeit ein Virus (oder etwas ähnliches) entstehen, der sich gerade dieses Gen in der Haut zu Nutze machen wird, um zu überleben. Ganze Regionen werden dann von diesem Virus befallen werden.

    Das ist das Problem mit der industriellen Herstellung - jeder Eingriff basiert eben auf einer einheitlichen Massenfertigung, damit es überhaupt realisierbar ist. Aber damit schafft man eine ideale Basis für die Mutation von neuen Krankheitserregern.

    Grundsätzlich muß man sich darüber im Klaren sein, daß es nicht möglich ist Krankheiten allgemein zu besiegen. Alzheimer. Wo waren die Alzheimer-Toten vor 50 Jahren? Gab's nicht. Hintergrund: damals sind die Leute an so vielen Krankheiten gestorben, daß diese eher schwachen Erreger nicht wirken konnte. Heute beseitigen wir viele andere Krankheiten, die die Leute früher vorher getötet haben, und der Alzheimer-Erreger bleibt plötzlich als wichtige Krankheit übrig. Man schiebt immer nur die Grenze weiter raus, aber beseitigt das Problem nicht. Das ist kein Argument contra Gentechnik, sondern einfach eine Randbedingung, über die man sich im Klaren sein muß. Viele Forscher sind da meines Erachtens zu euphorisch, die gehen davon aus, daß es ohne Krebs mal keine Krankheiten mehr geben wird. Dabei werden dann neue vorhanden sein und uns das Leben schwer machen.

    Es ist dort wie in der Kernforschung: man denkt das Atom ist nicht zerlegbar, dann findet man den Atomkern. Dort drin findet man die Quarks. Darunter Subteilchen. Usw. Hinter jeder Mauer kommt eine Mauer, und der Energieaufwand zur Überwindung ist noch größer. Bisher sprechen keine Fakten dagegen, daß dies bei der Gentechnik nicht auch so sein wird.

    Mir fehlt es daher bei der Gentechnik einfach an einer Portion Realismus. Die jetzige Forschergeneration verhält sich so wie die Atomphysiker der 50er Jahre und ignoriert jegliches Systemverhalten und jeden möglichen Lerneffekt, den man aus anderen technischen Bereichen ziehen kann.



  • troz allen wiederrufen wird es doch passieren,

    1. den individuum ist es erstmal recht egal das die geselschaft anfälliger wird duch gleiche gene
    2. leiber wählen sie das risiko als mit der heutigen krankheit zu leben
    3. bis so ein virus auftaucht werden jahrzente vergehen, nach den ersten jahrzent werden die leute denken es ist humbuk
    4. wenn er auftaucht kann man sich ja immer noch umgenen lassen
    5. ...

    aber wenn ich mir ankucken wie wir unsere medikamente finden: wir reisen in den uhrwald und spritzen uns alles mögliche
    dann finde ich das schon recht peinlich
    bis wir ein level erreichen wo wir in der lage sind uns zu desigen wird es noch sehr lange dauen und dazuwischen gibt es auch viel versprechende sachen, wie z.b. antikörper fabriken usw.



  • Marc++us schrieb:

    Mir fehlt es daher bei der Gentechnik einfach an einer Portion Realismus. Die jetzige Forschergeneration verhält sich so wie die Atomphysiker der 50er Jahre und ignoriert jegliches Systemverhalten und jeden möglichen Lerneffekt, den man aus anderen technischen Bereichen ziehen kann.

    In den 50 ern hat man bei Atomtests auch die Radioaktivität mit einem
    Besen abgewischt. Ähnliches tun wir heute mit der Gentechnik, dort
    wird auch gesagt das alles Sicher sei, nur beweisen schon jetzt
    viele Studien das Gegenteil.

    Ich denke, für Raumfahrt wird es unverzichtbar sein sich anzupassen,
    aber ich glaube auch, das das noch lange Dauern wird.

    Devil


  • Mod

    Wobei mich solche Argumente wie Raumfahrt wundern... das sieht mir nach so einer Selbstbestätigung aus ohne wirkliche Argumente.

    Normal wäre es wohl sicher, wenn man erst über technische Möglichkeiten der Schiffe nachdenkt, über neue Werkstoffe, neue Verfahren. Aber den Menschen anzupassen wäre das letzte was mir einfällt.

    Das ist dann eigentlich eher erschreckend, wie flach inzwischen die technische Entwicklung und das technische Denken geworden sind. Das wäre ungefähr so, daß man statt Airbags darüber nachdenkt den Brustkorb gentechnisch so zu manipulieren, daß er härter wird.

    Für mich riecht sowas nach Leuten, die verzweifelt Anwendungen für eine Sache suchen, die zur Zeit niemand braucht.



  • Marc++us schrieb:

    Normal wäre es wohl sicher, wenn man erst über technische Möglichkeiten der Schiffe nachdenkt, über neue Werkstoffe, neue Verfahren. Aber den Menschen anzupassen wäre das letzte was mir einfällt.

    Du sagst es selber: "Normal"
    Viele Dinge und Denkweisen waren mal "normal" aber sind es irgendwann nicht mehr. Ich stell mir grad vor wie man in 1000 Jahren darüber lacht, dass wir Medikamente gegen Krankheiten erfunden haben anstatt uns mit Gentherapien zu immunisieren.
    Mit "normal" würde ich also nicht argumentieren.

    Marc++us schrieb:

    Für mich riecht sowas nach Leuten, die verzweifelt Anwendungen für eine Sache suchen, die zur Zeit niemand braucht.

    Der Satz hätt auch von einem normalen Büroangestellten kommen können, der vor 50 Jahren von der Forschung an Computertechnik gehört hat.
    Das musst du zugeben. 😉

    Die meisten Anwendungen ergeben sich sicherlich erst noch und zwar dann wenn sich ein paar mehr Menschen als die paar Forscher darüber Gedanken machen und die Technik weiter vorangeschritten ist.
    Das war immer so.


Anmelden zum Antworten