Zum Thema Globalisierung | Outsourcing | Arbeitsplätzeverlagerung
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http://www.contractoruk.com/cgi-bin/item.cgi?id=10759
Fürs zitieren und zum besseren lesen

Ich denke, im Grunde hat der Autor vollkommen recht, wir sind auf dem absteigenden Ast, allerdings haben die "Emporkömmlinge" dafür andere Probleme, so dass ich mich hier nicht zu einer Prognose bzgl. des entgültigen Gewinners aus dieser Situation hinreißen lassen will.
Aber Demografie und Resourcenknappheit werden die ganze westliche Welt in absehbarer Zeit dazu zwingen umzudenken. Denn lange können wir uns nicht mehr auf unserem Luxus ausruhen. Ich halte einen Großteil unserer Arbeitskräfte schon heute für überbezahlt - im Vergleich zu billigeren und trotzdem gut ausgebildeten und fleißigen ausländischen Schaffenden.Die Zeit der Sorglosigkeit ist jedenfalls bald vorbei. Eigentlich wissen die wenigsten überhaupt, auf welcher Insel der Sorglosigkeit wir hier eigentlich glücklicherweise leben.
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devil81 schrieb:
Das Kapital kann wandern, Menschen bzw. Nationen nicht.
Das ist nur bedingt richtig.
Ok, Deutschland hat eine bescheuerte Einwanderungspolitik, da wir nur angeblich politisch Verfolgte aufnehmen, aber keine qualifizierten Arbeitskräfte. Für diese ist bei uns das Tor richtig zu. Selbst wenn wir einem Studenten aus Afrika oder Asien das Studium via Bafög schenken und finanzieren, werfen wir ihn umgehend mit Erreichung des Diploms aus dem Land. Was für eine Dummheit. Gerade die Chinesen gehen dann mit ihren Deutschkenntnissen zurück, gründen eine Firma und machen eine Vertriebsniederlassung für eine deutsche Firma, verkaufen die Sachen, fangen an die Produkte sukzessive nachzubauen und werden dann autark, machen der ursprünglichen Firma Konkurrenz. Ist 1000fach zu sehen.
Aber umgekehrt haben wir (noch?) Chancen - als Deutscher bekommst Du auf der ganzen Welt ohne Probleme eine Arbeitserlaubnis, weil wir noch vom Nimbus der erfolgreichen Wirtschaftsmacht und der guten Ausbildung zehren können, es gibt überall nur minimale Visa-Auflagen für uns. Wir können also zur Zeit auf jeden Fall noch überall hin wandern und dort wirtschaftlich tätig sein. Andersherum ist das nicht so einfach...
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devil81 schrieb:
Die Globalisierung zieht von Land zu Land, beutet die Resourcen aus,
und hinterlässt instabile in die Höhe gepushte Systeme, die nun in das
tiefe Loch der Arbeitslosigkeit fallen,Das ist nicht überall so.
Nimm als Beispiel Taiwan - war bis vor einigen Jahren ein Billiglohn- und Kopierland, macht aber nun eigene technische Entwicklung. Aber hat ein Problem: die Löhne sind zu hoch geworden, d.h. für Massenproduktion ist Taiwan zu teuer. Also wandern Arbeitsplätze nach China ab, und für Nachtschichten oder Wochenendarbeit lassen die Taiwanesen massiv Phillipinos ins Land, die dort die Billigjobs machen. Gleichzeitig wächst die Wirtschaft aber weiter hin zu höherwertigen Produkten. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung hat die Regierung aber in den letzten 5-10 Jahren eine massive Bildungskampagne gestartet, die vor allem darauf beruht daß die Taiwanesen Englisch und/oder Japanisch lernen, bei gleichzeitigem massivem Ausbau der technischen Universitäten. Außerdem werden Auslandsstudien (aber nur technische) von Taiwanesen in USA oder Europa gefördert und begünstigt, um mehr Bildungs ins Land zu holen. Damit positioniert sich das Land nämlich als Schnittstelle, d.h. in 10 Jahren will Taiwan die Schnittstelle zwischen China und dem Westen werden, mit nach westlichem Muster ausgebildeten Ingenieuren mit Englischkenntnissen, die aber der kulturellen Gemeinde der Chinesen angehören. Damit machen sie sich Hongkong als Vorbild und versuchen hier eine neue Position einzunehmen.
Es ist also durchaus nicht so, daß der Kapitalismus hier ein hochgeputschtes System zurücklässt, das in sich zerfällt. Sondern die auftauchenden Probleme haben zu einem Umdenken und Umbau der Nation geführt, die massiv von allen Institutionen betrieben wird. Und btw, das was wir hier "Kapitalismus" nennen (manch ein Sozialdemokrat denkt, in Europa hätten wir Kapitalismus), ist nur ein schwaches Echo von dem, was die Asiaten darunter verstehen und AUSLEBEN.
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Im Endeffekt wird sich das Weltbild eh bald ändern und China (und andere) werden uns von der Oberfläche verdrängen. zB. kauft China angeblich zZ. die Schuldscheine der USA, die die seit Beginn des Irak-Kriegs gemacht haben. Das wird ein Spaß, wenn die Amis merken, dass China den ganzen Staat kippen kann, wenn die einfach nur das Geld zurückfordern.
Irgend wann wird dann China dekadent, wie die westliche Welt heute und dann kommen die nächsten an die Macht. Das war bisher immer so in der Geschichte. Die `westlichen Industrie Staaten` konnten sich eben nur die letzten 300Jahre oben auf der Welle halten. Das heisst ja nicht, dass wir immer da oben sind.
(Naja, vielleicht schaffen wir ja noch 50-150 Jahre oder lassen die Welt in einem Kollaps enden, wenn wir von der Klippe fallen, wozu haben `wir` denn die ganzen Nukes? :))
Mal im ernst, wir brauchen einen Humanen Kapitalismus, nicht dieses
Monster was zur Zeit die Welt regiert. Geldgier über all, das ist
wie der Tanz ums goldene Kalb.Wann war das anders? Der Mensch funktioniert nun mal so, dass so ein System entsteht. Es gibt keinen Human Kapitalismus, der real existieren kann. Das ist eine Utopie.
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für einen richtigen Kapitalismus sind wir immernoch viel zu sozial. Und was hilft es sich drüber aufzuregen entweder man arrangiert sich mit der Wirtschaftsform oder man lässt es bleiben. Ich persönlich arrangiere mich lieber und verdiene Geld an/mit dieser Form.
Und was soll so toll sein wenn China die Schuldscheine zurück fordert...schön sollen sie doch. Und dann? Wenn das Land nich zahlen kann kann es nich zahlen Schuldschein hin oder her. Oder was wollen sie machen? Vielleicht mit mordsmäßig vielen Schiffen nach Amerika fahren und pfänden?
Und Weltuntergangsszenarien zu malen ist sicher auch keine "richtige" bzw. "gute" Weltanschaung.
bye
tt
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Ich finde die Aussage am Ende des Artikels beschreibt eigentlich ziemlich genau, was eigentlich zu tun wär: gute Leute ausbilden und ständig weiterbilden. Ein Sparprogramm ist ziemlich kurzfristig, wenn zu großen Teilen das Bildungssystem in den Ruin gespart wird.
Der wichtigste Faktor ist Motivation und die kann man anerziehen. Geld als Triebkraft für die persönliche Entwicklung ist ungeeignet, da man (wie man bei uns sieht), dann damit aufhört, wenn es einem zu gut geht.
Der einzige Grund warum ich meinen Arbeitsplatz wechseln würde wäre ein interessanteres Betätigungsfeld oder Weiterbildungsmöglichkeiten, bei vielen anderen steht an erster Stelle das Gehalt.
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Ich bin für mehr Bildung und Forschung in Deutschland, keine Frage.
Ich kann aber diese allseits wiedergegebene Meinung, nach welcher eine massive Förderung der Ausbildung das angesprochene prinzipielle Problem beseitigen würde nicht ganz nachvollziehen.
Das zögert die Sache doch nur ein wenig hinaus, oder nicht?
Grundproblem ist doch, dass eine Gesellschaft wie die unsere einfach gesättigt ist und weiterer Fortschritt nur noch einen minimalen Mehrnutzen bringt.
Da ist die Motivation in den angesprochenen aufstrebenden Ländern eine ganz andere, weil es dort noch um eine konkrete Verbesserung der Lebensbedingungen geht.
Dass die aber langfristig auch mal am gleichen Punkt ankommen steht für mich ausser Frage.
(Taiwan ist offensichtlich auch auf dem Weg dahin, auch wenn sie sich sicher noch einige Jahre auf dem Hochpunkt halten können, bzw. ihn vielleicht sogar erst noch vor sich haben).
Da jeder Aufstieg in einer globalen Wirtschaft immer auch auf Kosten anderer geschieht, bedeutet das natürlich, dass auch wir unsere Gürtel enger schnallen müssen.
Ich kann aber den von dir, Marc++us, immer wieder unterschwellig verbreiteten Standpunkt einer Art "ideologischen Überlegenheit" der asiatischen Wirtschaft nicht nachvollziehen.
Da wo die jetzt durchgehen waren wir doch auch schonmal. Und es gab ganz praktische Gründe, weshalb wir nicht so weitergemacht haben. Und dieselben Gründe werden die Asiaten auch irgendwann in ihrem Aufstreben begrenzen.
Mag aber alles eine naive Vorstellung sein. Ich lass mich da gerne von Experten belehren.
Nur mach ich mir persönlich die Gesellschaftordnung in den Staaten der asiatischen Emporkömmlinge nicht gerade zum Vorbild.
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Grundproblem ist doch, dass eine Gesellschaft wie die unsere einfach gesättigt ist und weiterer Fortschritt nur noch einen minimalen Mehrnutzen bringt.
Genau so sehe ich das auch. Solange der Mensch Arbeit und Lernen nur als Last empfindet wird das auch immer so weiter gehen. Das gabe es auch wesentlich früher schon. Die moderne Medizin und die weltweit ersten Universitäten waren auch nicht in Europa. Die Kulturellen Zentren der Welt waren in den verschiedenen Jahrtausenden immer andere.
Geld oder allgemein gesagt materielle Werte funktionieren als Motivationsfaktor nur solange, bis ein bestimmter Standard erreicht ist und solange das so bleibt wird die Problematik immer die selbe bleiben.Jetzt mal zu einer Star - Trek Utopie: Wir leben, um uns weiter zu entwickeln.
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TheTester schrieb:
Und was soll so toll sein wenn China die Schuldscheine zurück fordert...schön sollen sie doch. Und dann? Wenn das Land nich zahlen kann kann es nich zahlen Schuldschein hin oder her. Oder was wollen sie machen? Vielleicht mit mordsmäßig vielen Schiffen nach Amerika fahren und pfänden?
Nein, dass dreht nur das Verhältniss enorm um. Das bedeutet, dass die USA nicht mehr flüssig sind und auch wenn es vielen hier nicht lieb ist, ist das auch nicht gut für uns.
Schau dir mal an, was zB. am "schwarzen Freitag" passiert ist, als die Börse in den USA pleite ging.
Und Weltuntergangsszenarien zu malen ist sicher auch keine "richtige" bzw. "gute" Weltanschaung.
Weltuntergang glaub ich noch nichtmal. Nur werden wir irgend wann nicht mehr ander Spitze stehen. Da bin ich ganz TheBigWs Meinung, dass unser System zu dekadent geworden ist (nicht das es mir leid tät, zZ. leb ich ja recht gut davon).
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scrontch schrieb:
Ich kann aber den von dir, Marc++us, immer wieder unterschwellig verbreiteten Standpunkt einer Art "ideologischen Überlegenheit" der asiatischen Wirtschaft nicht nachvollziehen.
Kein Wunder, das will ich ja gar nicht ausdrücken. Ich will nur unterschwellig fordern, daß wir endlich mal den Kampf aufnehmen und zeigen, daß wir technisch und wirtschaftlich auch in Zukunft überlegen sind - durch Geschwindigkeit, Innovation, Ausbildung, Effizienz.
Mich stört genau diese Einstellung: "die werden schon noch sehen, wie weit sie damit kommen. Das sitzen wir doch locker aus". Immer Aussitzen und Warten. Ich will nicht die Asiaten kopieren. Ich will, daß wir uns eben auf die technische Führungsrolle besinnen, die wir hatten.
Aber mich bedrückt es schon, wenn ich sehe daß es in Indien ein Autobahnmautsystem gibt... und ich mir dann TollCollect ansehe.
Das Thema Motivation ist da interessant - denn mal ehrlich, so richtig locken konnte man die Bastler und Erfinder unter den Technikern noch nie mit Geld. Da ging's immer um die Machbarkeit oder die Erreichung neuer Grenzen, das war ein Antrieb. Aber das setzt voraus, daß die Gesellschaft Technik als positive Sache sieht und diese nicht ablehnt, sogar bekämpft.
scrontch schrieb:
Da wo die jetzt durchgehen waren wir doch auch schonmal. Und es gab ganz praktische Gründe, weshalb wir nicht so weitergemacht haben. Und dieselben Gründe werden die Asiaten auch irgendwann in ihrem Aufstreben begrenzen.
Ja. In 30 Jahren. Bis dahin sind wir aber leider die 3. Welt.
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Marc++us schrieb:
Aber mich bedrückt es schon, wenn ich sehe daß es in Indien ein Autobahnmautsystem gibt... und ich mir dann TollCollect ansehe.
mit welchen system? ein system welches sich sehr kostengünstig auf alle straßen erweitern läst?
und wenn wir mit galileo den standpunkt auf 15 cm genau bestimmen können, dann spückt dir das teil auch strafzettel für zu schnelles fahren und falsch parken aus

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Gerard schrieb:
Marc++us schrieb:
Aber mich bedrückt es schon, wenn ich sehe daß es in Indien ein Autobahnmautsystem gibt... und ich mir dann TollCollect ansehe.
mit welchen system? ein system welches sich sehr kostengünstig auf alle straßen erweitern läst?
und wenn wir mit galileo den standpunkt auf 15 cm genau bestimmen können, dann spückt dir das teil auch strafzettel für zu schnelles fahren und falsch parken aus

Eben. Das geplante "Mautsystem" in Deutschland ist halt nicht nur ein Mautsystem, sondern ein Überwachungssystem und Datensammlungssystem. Zumindest nach dem, was ich bisher davon mitgekriegt habe. Es wundert mich, dass die Datenschützer da keinen riesen Aufstand machen. Naja, vielleicht bin ich aber auch einfach nur falsch informiert.
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sondern ein Überwachungssystem und Datensammlungssystem.
Ja, da hab ich von gehört (ARD-Reportage). Es heißt zwar, dass die Daten ( es werden auch über PKWs gesammelt) sofort nach dem Erfassen wieder gelöscht werden, aber theoretisch ist durch geringe Softwareänderungen möglich diese Daten sonstwie zu verwerten.
Anscheinend hat man zukünftige Nutzungsszenarien vorbereitet.
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Marc++us schrieb:
[...]
Ich will nur unterschwellig fordern, daß wir endlich mal den Kampf aufnehmen und zeigen, daß wir technisch und wirtschaftlich auch in Zukunft überlegen sind - durch Geschwindigkeit, Innovation, Ausbildung, Effizienz.Aber genau das ist doch unrealistisch. Wozu einen Innovationskampf führen der nur noch zu minimalen Verbesserungen der Lebensbedingungen führt. Bzw. wer soll diese innovativen Produkte kaufen? Da ist doch kein Markt mehr da.
Marc++us schrieb:
Ich will, daß wir uns eben auf die technische Führungsrolle besinnen, die wir hatten.
Auch das seh ich als nicht realistisch an.
Die technische Führungsrolle hatten wir eben *im Vergleich* zu weniger entwickelten Staaten. Bei zunehmender Entwicklung dieser Straaten wird es überpropertional kostenaufwendiger diese Rolle zu halten, und dabei springt immer weniger Mehrnutzen für uns raus. Warum können wir uns nicht damit zufriedengeben auf *gleichem*, d.h. höchstentwickeltstem Stand mit anderen zu sein?
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scrontch schrieb:
Die technische Führungsrolle hatten wir eben *im Vergleich* zu weniger entwickelten Staaten. Bei zunehmender Entwicklung dieser Straaten wird es überpropertional kostenaufwendiger diese Rolle zu halten, und dabei springt immer weniger Mehrnutzen für uns raus. Warum können wir uns nicht damit zufriedengeben auf *gleichem*, d.h. höchstentwickeltstem Stand mit anderen zu sein?
Weil es nicht möglich ist, auf gleichem Stand zu stehen. Die anderen Länder entwickeln ja nicht bei 0 und hören dort auf wo wir heute stehen. Sondern sie sind jetzt vielleicht einige Stufen zurück, aber werden sich nun 20-30 Jahre nach Vorne bewegen - und uns damit massiv überholen, wenn wir uns mit dem jetzigen Stand zufrieden geben. Das führt dazu, daß wir technisch irgendwann zum Entwicklungsland mutieren. Oder wir müssen eine hohe Mauer um uns herum bauen.
D.h. trotz immer höheren Aufwands besteht unser Los darin, eben weiter voran zu rennen. Oder stehen zu bleiben (bzw. langsamer zu werden), und damit überholt zu werden.
Problem an der Sache ist ja, daß viele andere Länder nicht auf gleiche Position wie wir kommen wollen - sie wollen uns überholen, besser sein. Ist ja auch logisch, wenn ich jemandem nachrenne, dann will ich doch bei all der Mühe und dem Aufwand nicht neben dem stehen, sondern gleich den ganzen Schritt machen und vorbei kommen.
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Marc++us schrieb:
Problem an der Sache ist ja, daß viele andere Länder nicht auf gleiche Position wie wir kommen wollen - sie wollen uns überholen, besser sein. Ist ja auch logisch, wenn ich jemandem nachrenne, dann will ich doch bei all der Mühe und dem Aufwand nicht neben dem stehen, sondern gleich den ganzen Schritt machen und vorbei kommen.
Hmm, also das seh ich immer noch nicht ein.
klar wollen die das. Aber von ihrer heutigen Position aus gesehen!
Lass die mal auf unserem Niveau sein um zu sehen wie schnell sich ihre Motivation da verflüchtigt.Ich versuch es dir an deinem eigenen Bild mit den Läufern zu verdeutlichen was ich meine:
Wir laufen eben nicht in der Ebene, sondern einen *exponentiell* ansteigenden Hang hinauf.
Wir sind schon ein ganzen Stück weit oben und kommen aufgrund der starken Steigung nur noch schleppend voran, bzw. bleiben erschöpft ganz stehen.
Jetzt sehen wir da weit hinter und unter uns einen frischen ehrgeizigen Sportler, der garedezu spurtet. In der Tat will der uns überholen. Bloß wenn denn der mal bei uns ist, hängt dem genauso die Zunge raus wie uns und jeder weitere Meter tut ihm genauso weh.
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scrontch schrieb:
Wozu einen Innovationskampf führen der nur noch zu minimalen Verbesserungen der Lebensbedingungen führt. Bzw. wer soll diese innovativen Produkte kaufen? Da ist doch kein Markt mehr da.
Kannst du mir mal sagen, warum du denkst, dass es durch Innovation nur noch zu minimalen Verbesserungen der Lebensbedingungen kommt? Ich habe eher das Gefühl, dass sich die Gesellschaft momentan schneller denn je durch den technischen Fortschritt verändert. ...und IMHO sind damit auch im Großen und Ganzen viele Verbesserungen verbunden.
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@scrontch aber beachte eins, wir leben schon heute über unsern nivo (emöglich durch schulden), wenn wir irgend wann die schulden zurück zahlen wollen dann müssen wir entweder mehr leisten oder kürtzer tretten.
wenn wir aber zu sehr kürtzer tretten dann können wir schnell in einen teufelskreislauf, die leute die biher uns so hoch gehalten haben springen ab und wir rutschen den berg runteraußerdem wie sind wir den so hoch gekommen? in den wir teilweise die andern länder ausbeuten, wenn diese länder mal die position weckseln werden sie wahrcheinlich keine rücksicht auf uns nähmen
@Gregor wo sind sie den? kann ich besser essen als vor 10 jahren, sind heuser viel erschwinglicher geworden usw.
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@Gregor wo sind sie den? kann ich besser essen als vor 10 jahren, sind heuser viel erschwinglicher geworden usw.
Stimmt schon: billiger ist der ganze Quatsch, den eigentlich keiner braucht und teurer geworden ist das alltägliche Leben. Ich finde es eher interessant zu sehen, wie der Markt auf sowas immer reagiert. Bestes Beispiel derzeit in Elektromärkten ala "es lebe billig" - Soviel wirklich minderwertigen Schrott (nach neuestem technischen Standards versteht sich) habe ich früher IMHO nicht gesehen.
Das Beispiel mit dem Berg ist cool, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob größere und global arbeitende Konzerne da nicht ab und zu bewußt die Steigung anpassen, um immer schön den wettlauf auf trab zu halten.
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@TheBigW:
..., aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob größere und global arbeitende Konzerne da nicht ab und zu bewußt die Steigung anpassen, um immer schön den wettlauf auf trab zu halten.Das ist auch die Antwort auf die Frage von @Marc++us, ob "wir" nicht mal endlich aufwachen und wieder richtig innovativ werden wollen (mal ganz frei zitiert
)Nicht die Staaten/Erdteile (Westeuropa/Asien) mit ihren Bevölkerungen entscheiden heute den technischen Fortschritt - es sind die global operierenden Konzerne, die auf dem einen oder anderen Gebiet das Monopol haben oder "Marktführer" (via Masse oder Klasse) sind. Letzten Endes sind das auch nur ein paar Manager mit ihren Planungsstäben - egal, wo die geboren wurden oder zur Zeit leben.
Der einzelne Entwickler oder auch ganze mittelständische Firmen können da so gut wie nichts ausrichten.
Um genau diese Machtkonzentrationen (und -de-Konzentration) zu begrenzen, sind ja die meisten nationalen Regularien entstanden (Wirtschaftsförderung, Subventionen, Entwicklungs-/Forschungsprogramme ...).
Nur leider wird dieses Instrument von unseren "modernen" Politikern genau ins Gegenteil verkehrt - der Staat subventioniert nur seine Staatsbetriebe oder zieht sich zurück aus allen Förderungen.Und wie soll ein Entwickler/Forscher/Erfinder/Genie ... Leistungen zum Fortschritt der technischen Entwicklung vollbringen, wenn er eine nicht unbeträchtlich große Zeit/Aufwand/Intelligenz nur für die Sicherung des eigenen Lebens/Weiterlebens aufwenden muß?
Die (Brutto-)Löhne sind in Deutschland nur deshalb so hoch, weil der Staat sich ungeniert per Gesetz davon einen hohen Anteil holt. Und leider nicht nur dort. Wer mehr leistet, der muß auch mehr löhnen - das kanns ja nun nicht sein.In China, Hongkong, Taiwan ... ist es nicht so (nicht so wie in D.). Da ist eben der Anreiz stärker, damit auch die Motivation. Und auch die Erfolge.
Nur kann man von der derzeitigen steilen Einwicklung dort nicht einfach 10 oder mehr Jahre weiter "interpolieren".
Also so dramatisch ist es nicht, wie der Artikel es suggeriert.Blackbird
PS: Ist nur meine Meinung - hervorgegangen aus den Erfahrungen, die ich im Leben schon machen mußte.