Informatik-Studium an FH anfangen?
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Habe eine 3 jähre Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung hinter mir. Seit 2 Jahren arbeitet ich jetzt in der EDV-Abteilung des Betriebs, der mich ausgebildet hat. Da mein Gehalt nicht grad üppig ist, überleg ich mir schon die ganze Zeit mich weiterzubilden.
Wegen meiner Fachhochschulreife könnte ich nur auf die FH gehen. Denke aber das dies er der bessere Weg wäre, da dort alles praxisnaher ist.
Was würdet ihr an meiner Stelle machen?
Ist halt eine Umstellung wenn man schon mal Geld verdient hat
Erschwerend kommt hierzu das ein Arbeitskollege wie es aussieht den Betrieb verläßt (ins Ausland -> mehr Geld) und ich die Chance hätte Teamleiter (nur 2-3 Personen im Team) zu werden. Dies würde mir aber außer mehr Verantwortung wie es aussieht kaum mehr Kröten einbringen.
Falls ich jetzt noch kündigen sollte würde der Betrieb dumm aus der Wäsche schauen, da nur wenige sich mit dem eingesetzten System auskennen.
Zu was würdet ihr mir raten?
Grosse Bedenken habe ich auch bezüglich meiner Englisch-Kenntnisse. Jetzt denkt zwar jeder die muss man haben im EDV-Bereich, aber es geht auch ohne.
Hatte auf der erweiterten Realschule Französich und musste deshalb auf der Höhreren Handelsschule auch Franz. wählen. Auf der Berufsschule gab es auch keine Englisch-Fach. Deshalb habe ich bisher nur eine Schulung, die mir damals der Betrieb bezahlt hatte.
Die Bedenken sind halt, dass ich auf der FH bezüglich meiner Englisch-Kenntnisse es nicht schaffe.
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Hallo!
An Deiner Stelle würde ich mit den Verantwortlichen in Deinem Betrieb reden, notfalls per EMail wenn Du Dir das persönliche Gespräch nicht zutraust. Wenn Du mehr Geld verdienen oder Dich weiterbilden willst, dann wird dafür entweder eine Lösung gefunden werden (insbesondere wenn der Betrieb ohne Dich 'dumm aus der Wäsche schaut') oder eben nicht - und dann kannst Du immer noch kündigen.
Viele Grüße
Th.
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Servus,
ThAlb hat recht. Du solltest das ganze mal mit deinen Kollegen/Vorgesetzten durchgehen. Denn so wie es beschrieben ist, hast du doch alle Karten in deiner Hand. Du kannst doch auch versuchen ein bisschen mehr Geld herauszukitzeln. Zu verlieren hast du ja nichts. Wenn dir das alles nichts bringt, erkundige dich bei der UNI / FH was dort alles verlangt wird, besorg dir Material.
In Rheinland-Pfalz soll es, glaube ich, seit neustem möglich sein, mit deiner FH Quali + Ausbildung + Berufserfahrung auf eine UNI zu gehen. Ob das stimmt kann ich dir nicht sagen. Habe soetwas nur vor Kurzem einmal gehört. Natürlich kannst du dann nicht Jura oder sowas studieren aber ich denke irgendwie in deinem Fach bezogen zu studieren.
Mathematik ist glaube ich bei den meisten der Schwachpunkt

*winke*
Hellsgore
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Yoschie schrieb:
Falls ich jetzt noch kündigen sollte würde der Betrieb dumm aus der Wäsche schauen, da nur wenige sich mit dem eingesetzten System auskennen.
Ich kann aber nur raten, dies nicht als Druckmittel zu verwenden. Natürlich wirst Du damit Erfolg haben können und die werden Dir wohl auch mehr Geld geben - keine Frage.
Aber wenn Du Dich erstmal als Erpresser geoutet hast, wird das bei der ersten besten Gelegenheit genutzt, um Dich dauerhaft abzuschiessen. Nur wenige Chefs lassen sich gerne so unter Druck setzen.
Sowas kann man hintergründig nutzen, wenn es alle Parteien wissen, aber niemals so offen vorgehen daß ein "wenn ich nicht mehr Geld bekomme, werde ich gehen" draus wird.
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Erpressen und den Betrieb zu bedrängen, ist total falsch.
Was das Gehalt angeht: jeder fängt mal klein an. Und was heißt üppiges Gehalt? Meistens labern doch blos alle rum aber man hört niemals genaue Zahlen.
Ich kann von mir nur sagen: die Berufserfahrung bringt ein gutes Gehalt! Ich habe auch mit einem kleinen Gehalt angefangen (bin Quereinsteiger), vor vier Jahren habe ich angefangen. Und ich habe mit jedem Jahr in meinem Personalgespräch mehr Gehalt ausgehandelt. Man muß das ganze aber geschickt anstellen und ein paar Regeln kennen.
1. NIEMALS über Kollegen reden. EGAL warum! Es geht nur um einen Selber!!!!!!! Das Gehalt oder die Leistung der Kollegen ist TABU!
2. Niemals mit einer evtl. Kündigung drohen, wenn man im Personalgespräch ist. Wenn es soweit ist, schreibt man zu Hause die Kündigung und reicht sie persönlich beim Chef ein. Auch danach sind Kollegen-Themen tabu!
3. Mehr Geld? Dann die eigene erbrachte Leistung zum Ausdruck bringen. Sagen was man kurzfristig (nächste 12 Monate) und Mittelfristig (max. nächste 3 Jahre) selbst beruflich erreichen will. (z.B. mehr Verantwortung!)
4. Anstatt vielleicht nur mehr Geld zu fordern, evtl. auch Schulungen verlangen, um sich weiter zu bilden. So eine 1 wöchige Schulung kostet knapp 2000 EUR. Die Investition lohnt sich sowohl für dich als auch den Betrieb.
Ich bin gerade 27 gerworden, habe nicht studiert, habe eine handwerkliche Ausbildung und konnte mein Gehalt in den letzten vier Jahren fast verdoppeln. Ob das überall möglich ist, weiß ich nicht. Die einzige Möglichkeit für mich, weiter so große Sprünge zu machen ist mehr Verantwortung zu übernhemen. Will jetzt technischer Projektleiter werden. Bisher habe ich "nur" Teilprojektleitung beim Kunden vor Ort übernommen.
Es kommt auch auf die Bedingungen an: wie groß ist die Firma? Welche Leistungen erbringt sie? Wo ist der Standort? Wie gut geht es der Firma?
Was man aber auch nicht vergessen soll, ein Betriebswechsel kann auch von Vorteil sein. Z.B. weil man einfach in einem anderen Themengebiet arbeiten will. Mehr Gehalt kann dann ein positiver Nebeneffekt sein.

Aber wenn du einer der letzten in deiner Firma bist, weil viele gegangen sind, würde ich da bleiben. Und ja, Teamleiter ist ein erster Schritt! Scheiß am Anfang auf mehr Geld! Es wird sich später auszahlen. Und Teamleiter verdienen meistens auch nicht mehr Geld. Ist bei uns auch so... Teamleiter ist nämlich kein Teammanager. :p Bei uns wurde der Begriff Teamleiter gewählt, damit man Geld einspart. Sobald Manager-Begriff in der Position vorkommt, muß anders bezahlt werden. Aber ein Manager kann dafür auch schneller gefeurt werden. Hat alles so seine Vor- und Nachteile.
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Du kannst auch ein Uni-Diplom machen. Und zwar an einer Gesamthochschule. Ich würde aber mit Blick auf deinen bisherigen Werdegang nicht dazu raten. Außerdem bist du an der FH schneller (7-8 Semester). Ob du dadurch finanziell viel besser da stehen wirst als nun, bleibt unbeantwortet. Du investierst ja 4 Jahresgehälter.
Mich würde interessieren, was du im Moment verdienst. Um einschätzen zu können, ob es wirklich wenig ist, oder ob es dir nur so vorkommt

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etechniker schrieb:
Mich würde interessieren, was du im Moment verdienst. Um einschätzen zu können, ob es wirklich wenig ist, oder ob es dir nur so vorkommt

Eben, man hört immer Zahlen, und viele sagen dann, das sie zu wenig verdienen. Aber was sagt das? Das sagt doch nur, das die wenigsten die "bekannten" Zahlen verdienen.
Und es kommt auch darauf an, wo man arbeitet. Ich arbeite in einem 21.000 Mann-IT-Konzern. Da hat man mehr Möglichkeiten gut zu verdienen, als in einem 10-Mann-Betrieb. Aber selbst bei uns, muß man sich erstmal das Gehalt verdienen. Da wird einem auch nichts geschenkt.
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Ist ja eigentlich auch gar nicht meine Absicht dies als Druckmittel zu verwenden. Es würde halt eher anabsichtlich eins werden, falls ich wegen einem Studium vorhabe zu kündigen. Wie würde auch nie bei einem Personalgespräch einfallen dadurch meinen Chef unter Druck zu setzen. Das Problem liegt bei mir auch daran, dass ich im Betrieb weitergearbeitet hab, wo ich auch ausgebildet wurde....und hier der Gehaltssprung halt nicht sehr hoch war
Hab mir auch schon Infos über Studiengänge angeschaut (Praktische oder Angewandte Informatik). Hört sich alles ganz interessant an, nur wird hier meist Englisch-Wissen vorausgesetzt bzw. es gibt sogar entsprechende Sprach-Fächer. Habe Angst hier kläglich zu versagen.
@Artchi: Es ist übrigens nicht so, dass bei uns viele Mitarbeiter kündigen, sondern eher die Ausnahme...sind ca. 70 Leute in der EDV-Abteilung (Entwicklung & Support).
Wie du schon sagtest Teamleiter wär ein erster Schritt, den ich mir aber nicht so richtig zutraue.
@etechniker: Schreib hier nur ungern mein Gehalt hin, aber ich verdiene nicht mehr wie z.B. Kollegen (Fordarbeiter am Band & Fräser) von mir.
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Hallo,
hast du mal über ein Verbundstudium nachgedacht? Da kannst du dann neben der Arbeit studieren. Ähnlich wie ein Fernstudium, nur kürzer. Wenn du bereits 2 Jahre arbeitest, ist es evtl. schwer, sich wieder komplett umzustellen.
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Ja, denke auch das es schwierig wird wieder umzusteigen nachdem man schon länger Geld verdient hat. Ein Studium neben meinen Job könnte ich mir aber eigentlich nicht vorstellen, da ich so schon jeden Tag genug zu tun habe und zu nichts komme geschweige denn noch für`s Studium lernen.
Hab auch eine Arbeitskollegin, die ein Fernstudium macht (anderes Fach) und immer tierisch im Stress so dass sie fast bei der Arbeit einschläft wegen den vielen Hausarbeiten.
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Hallo,
an deinen Sprachkenntnissen wird das Informatikstudium nicht scheitern.
Wenn Englisch nicht dein stärkstes Fach ist, dann muss du hier im Grundstudium eben ein bißchen mehr tun! Also: keine Angst
Zum anderen Thema kann ich leider nichts sagen, weil ich vor dem Studium nicht gearbeitet habe..
MfG