Frage an alle Biologen



  • Hab mal eine Frage, an alle, die etwas biologie-versiert sind... wenn ich nachts in meinem zimmer das licht ausmache und vorher die jalousien runtergemacht habe, so dass nur noch der oberste schlitz offen ist, seh ich erstmal (logischerweise) gar nichts... mit der zeit sieht man den schlitz, wenn man direkt hinguckt relativ schwach. wenn ich aber den schlitz aus den augenwinkeln sehe, kommt der mir viel heller vor, als wenn ich direkt reingucke... woran liegt das? sind die zäpfchen (ich meine die nerven im auge, korrigiert mich, falls ich falsch liege) im zentrum nicht so lichtempfindlich wie die außerhalb des zentrums? würde mich einfach mal interessieren..



  • Wie du selber merkst, muss sich das Auge erst an die Dunkelheit gewöhnen.
    Die wahrgenommene Lichtstärke ist wie alle Sinne sozusagen relativ.
    Das kannst du nachprüfen, indem du auf eine helle(nicht zu helle!!!) Lichquelle "starrst" und dann auf ein Blatt Papier.Da sieht es aus, als hätte das Blatt einen dunklen Fleck.
    Das kommt daher, weil die Lichtrezeptoren an dieser Stelle der Netzhaut auf eine höhere Lichtstärke "eingestellt" sind.
    Deswegen bewegen sich die Augäpfel auch mehrmals in der Sekunde.

    Wenn Du nun diesen Lichtschlitz gerade anschaust, wird das Licht immer in ungefähr der selben Region empfangen, die Augen fokussieren ein konkretes Objekt. Wogegen das bei dem Betrachten aus dem Seitenwinkel nicht so stark der Fall ist.

    Edit:
    Achja, es gibt natürlich auch den blinden Fleck im Auge(da wo die Nervenleitungen aus dem Auge rausführen 😉 ), aber das wird durch die schon erwähnte Augenbewegung von dem Gehirn "weginterpoliert".



  • SeppSchrot schrieb:

    Achja, es gibt natürlich auch den blinden Fleck im Auge(da wo die Nervenleitungen aus dem Auge rausführen 😉 ), aber das wird durch die schon erwähnte Augenbewegung von dem Gehirn "weginterpoliert".

    Das ist nicht richtig. Daß der blinde Fleck normalerweise unbemerkt bleibt, liegt daran, daß das, was das eine Auge wegen des Flecks nicht sieht, vom jeweils anderen Auge gesehen wird. Dies wird klar, wenn ein auge zugehalten wird, dann kann man den blinden Fleck bewußt erleben.

    todo schrieb:

    wenn ich aber den schlitz aus den augenwinkeln sehe, kommt der mir viel heller vor, als wenn ich direkt reingucke... woran liegt das? sind die zäpfchen (ich meine die nerven im auge, korrigiert mich, falls ich falsch liege) im zentrum nicht so lichtempfindlich wie die außerhalb des zentrums?

    Die Wahrnehmung von Farbe und Helligkeit ist im gesamten Auge gleich. Ausnahmen sind der blinde Fleck (keine Wahrnehmung) und der gelbe Fleck (erhöhte Wahrnehmung).



  • ok, danke euch erstmal für eure Erweiterung meiner Bildung 😉

    Weitere Infos gibts auf http://de.wikipedia.org/wiki/Auge Werd mich dort gleichmal belesen... 🙂



  • Also soviel ich weiss gibts ja im Auge zellen die für das farbsehen (a) da sind und welche mit denen man hell/dunkel (b) sieht. Sorte (b) ist lichtempfindlicher als (a). Im zentrum des Auges ist die konzentration von (a) sehr hoch, dafür sind aber weniger (b) vorhanden => in der mitte sieht man schwache lichter nicht so gut. Kann natürlich sein dass das Unsinn ist aber so hab ichs gelernt.



  • Abbadon: Jepp, die Zäpfchen (zum Farbsehen am Tag) sind im Gelben Fleck in der Mitte der Netzhaut konzentriert. Dort fehlen dann natürlich die Stäbchen, so dass man in der Nacht die Dinge, die man direkt anstarrt, nicht gut erkennen kann.



  • Wenn man das Flackern eines Monitors ( früher 50 Hz ) sehen will, sollte man auch seitlich schauen.



  • Wie, es gab Monitore mit 50 Hz? 😮 Da wird man ja blind!



  • Loggy schrieb:

    Wie, es gab Monitore mit 50 Hz? 😮 Da wird man ja blind!

    Ich bin der lebende Gegenbeweis! 🤡 Und früher habe ich sogar vor einem Grün- Weiß- Monitor rumgehangen...



  • Das bisher gesagte stimmt. Der Grund dafür, dass man bei längerem gucken im Dunkeln langsam immer mehr sieht ist übrigens eine chemische Adaption an die Dunkelheit (neben der Weitung der Pupille).


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