Ausbildung zum Fachinformatiker/Systemintegrator



  • Hallo!

    In einem Jahr werde ich voraussichtlich mit der Schule fertig sein und habe
    dann hoffentlich die Hochschulreife aka das Abitur in der Tasche.

    Jetzt stellt sich für mich die Frage, was soll ich dann machen?
    Irgendwas mit Computer, das ist klar.
    Softwareentwicklung ("Programmierer") oder Administrator finde ich
    recht interessant, eine (drei jährige) Ausbildung zu einem dieser Berufe
    wäre mir am liebsten, da ich keine Lust habe nach der Schule nochmal
    mindestens 5 Jahre an irgendeiner Uni trockene Theorie zu lernen, die mich
    eh nicht interessiert.

    Soweit meine Wünsche 😉

    Jetzt meine Frage an alle Systemintegratoren / Fachinformatiker (oder alle die
    in der Ausbildung sind):

    Wie sieht dieser Beruf für euch aus?
    Was müsst ihr machen, machts Spaß, wie sehen die Chancen aus und würdet
    ihr es weiterempfehlen?
    Natürlich könnte ich auch Google fragen (mache ich auch gleich), aber ich finde
    es interessanter wenn man die Informationen von wirklichen Menschen aus erster
    Hand bekommt usw..

    Danke für Eure Informationen&Ratschläge 🕶



  • Hallo,

    Headhunter schrieb:

    Was müsst ihr machen, machts Spaß,...

    Der Spaß hielt sich schon in Grenzen, wobei meine Berufsschule nicht die beste war und mein Ausbildungsbetrieb auch nicht. Natürlich kann man jetzt darüber diskutieren, ob ich vielleicht zu kritisch an das Ganze rangegangen bin, aber von meinen Mitschülern und Kollegen sagen eben viele das selbe.

    Nichtsdestotrotz kann es eine interessante Ausbildung sein die Spaß machen kann und dich mit Sicherheit, viele Eigeninitiative vorausgesetzt, auch weiterbringt. Mittlerweile gibts auch reichlich Fortbildungsmöglichkeiten, was die Sache attratktiver macht:
    http://www.apo-it.de/apo-it/index.php

    Sieh mal hier:
    www.fachinformatiker.de

    wie sehen die Chancen aus und würdet
    ihr es weiterempfehlen?

    Ich denke, das kann man nicht beantworten. Wenn du erst in einem Jahr anfängst und dann ja noch 2-3 Jahre diese Ausbildung machst, sind das insgesamt 3-4 Jahre, was in der IT-Branche eine kleine Ewigkeit ist. Aber ich vermute mal, dass der Bedarf schon wachsen könnte, also kann man das ruhigen Gewissens machen.



  • Ich hab den FISI hintermir und weiß nicht genau was ich von der Ausbildung halten soll?! Ich hab meine Ausbildung bei ner Stadtverwaltung gemacht. Irgendwie wars cool (wegen den arbeitszeiten) aber andereseits ist der öffentlich dienst nur bedingt zu empfehlen.

    Ich denke man muss schon stark eigenes Interesse mitbringen und auch viel seiner Freizeit mit der Materie verbringen um Ausbildungstechnisch vorran zu kommen. Ich habe da zum Glück einen gesunden Mittelweg zwischen Arbeit und Freunde und co gefunden.

    Cool ist das man an vielen BBS die Lehrgänge zum MSCE etc. bekommt. Wir waren damals die letzten die es natürlich nicht mehr machen konnten...

    Informiere dich bei diesem Beruf vorher gut über die Betriebe die zur Auswahl stehen. Oftmals ist es pure Ausbeuterei. Oft genug mitbekommen bei ehm. Klassenkameraden....



  • Cool ist das man an vielen BBS die Lehrgänge zum MSCE etc. bekommt. Wir waren damals die letzten die es natürlich nicht mehr machen konnten...

    Tja, an sowas war bei uns nicht ansatzweise zu denken. Wie du siehst, sind die Ausbildungen so unterschiedliche wie Tag und Nacht, nach BS, Betrieb und Umfeld.



  • Wenn du die Möglichkeit hast, rate ich zu einem Studium. Du weisst nicht, ob du nach deiner Ausbildung zum FISI einen Job findest, der zu dir passt und ob du überhaupt Spaß daran haben wirst in sagen wir mal 5 Jahren. Nach einem Studium ist die Auswahl etwas "größer" zumindest was Schwerpunkte anbelangt und bist nicht auf Admin-Jobs bzw. Netzwerkspezi beschränkt. Wirst in Zukunft halt dann Berater (neudeutsch: Consultant) 🙂



  • Du kannst auch ein Berufsakademie-Studium machen. Bist danach genauso Dipl.-Ing. und bist in 3 Jahren fertig und hast nach 3 Monaten Theorie 3 Monate Praxis, wofür du einen Ausbildungsbetrieb benötigst. Berufsakademien gibt es einige in Deutschland (Glauchau, Böblingen), da kannst du aber einfach mal in Google suchen. Ich find das eine gute Alternative zum Studium und zur Ausbildung. Mach das selber gerade in der Studienrichtung : Informationstechnik (Netzwerk- & Medientechnik) und muss sagen dass es mir ganz gut gefällt.



  • Tu dir einen Gefallen und studiere wenn du es kannst und es dir zutraust.

    Ich und zwei weitere Abis in meiner Klasse haben die Erfahrung gemacht, das die Leute mit Abi in der Berufsschule total unterfordert werden. Die Ausbildung als solches ist ja auch eigentlich nicht für Abiturienten gedacht.
    Und wenn du dann noch Pech mit der Firma hast und als billige Aushilfskraft fachfremd benutzt wirst, bereust du es bitter. Mit der Firma hab ich zwar Glück, aber ich kenn einige die es nicht hatten. 😞



  • Die Ausbildung als solches ist ja auch eigentlich nicht für Abiturienten gedacht.

    Das ist doch auch Quark. Ich will nicht Studium und Ausbildung vergleichen, aber nach deiner Aussage müsste ja jeder, der Abitur hat, eine Ausbildung mit 1.0 bestehen.

    Edit: Möglicherweise war das vor 20 oder 30 Jahren so, aber die Anforderungen haben sich schon geändert. Außerdem wäre es ja noch eine Möglichkeit, die Ausbildung zu machen (die ja so einfach ist) und gleichzeitig zu studieren, Stichwort: Verbundstudium.



  • Das ist doch auch Quark. Ich will nicht Studium und Ausbildung vergleichen, aber nach deiner Aussage müsste ja jeder, der Abitur hat, eine Ausbildung mit 1.0 bestehen.

    Nicht ganz, aber alle drei Abis bei uns haben bis jetzt einen 1.x Schnitt.
    Ein anderer ist jetzt gerade fertig

    Um es noch mal zu sagen:

    Die Ausbildung als solches ist ja auch eigentlich nicht für Abiturienten gedacht.

    Es ist wirklich so. Die Leute die sich damals das Ausbildungssystem ausgedacht haben, haben an Real-/Hauptschüler gedacht.

    Möglicherweise ist es ja nur an unsere Schule so, aber z.B. in Englisch gibt es derart große Leistungsunterschiede, dass wir gelangweilt sind während andere ächzen.
    Nur in WiSo sind alle so dermaßen von den Mutterschutzgesetzen, Historie de Gewerkschaften und ähnlichen Dingen gelangweilt das es kaum einer über die 3 hinaus schafft 😃 .



  • Bei uns ist die Schulbildung schlicht und einfach ein Witz!!!

    Wir schauen uns jetzt schon seit nem 3/4 Jahr Protokolle und ihre Header an.
    Unglaublich, oder? Bringt mich richtig weiter. Von der Programmierung fang ich
    gar nicht erst an, ihr waert schokiert. Achja, wir haben insgesamt ca. 14 Std.
    Datenbank gemacht. Zwischendurch versteht sich und dann sind wir wieder zur
    Programmierung zurueck, aber hoppla, da war das Schuljahr ja schon zu ende...so
    en mist. Jetzt muessen wir mit Klassen warten, bis das letzte Ausbildungsjahr
    anfaengt. Englisch ist ganz einfach. Ein paar Fachbegriffe, die man eh schon
    kannte, und sonst normales Schulenglisch. WiSo, das selbe wie jedes Jahr.
    Rechnungswesen war ok und BWL war ok. Deutsch konnte man in die Tonne treten.
    Elektrotechnik war interessant. Leider hat es der Lehrer recht langweilig
    ruebergebracht. Schade, denn er hat das wirklich sehr gut drauf. Dieses
    Ausbildungsjahr soll eigentlich der Fachspezifische Teil gelehrt
    werden...hmmmm...last mich mal grad ueberlegen...achja, wir sind 24
    Systemintegratoren, 4 Anwendungsentwickler und 4 Systemelektroniker. da es nicht
    moeglich ist, eine Klasse mit 8 Leuten zu machen, kommt alles in eine Klasse.

    Ich freue mich schon auf den Fachspezifischen Unterricht. Ich wette die
    Anwendungsentwickler und Systemelektroniker werden Fachgerechten Unterricht fuer
    Systemintegratoren bekommen.

    Zum Betrieb sag ich jetzt mal nichts grossartig, aber dort lern ich auch nichts
    neues.

    Und die Abschlussarbeiten + den Bezug zum Schulunterricht, dazu soll nur gesagt
    werden, dass mein ehemaliger Mitazubi in seiner Abschlussarbeit 3 Themen hatte,
    die nicht in der Schule behandelt worden sind. Gut das unser Lehrer das mit-
    bekommen hat, denn jetzt wird er diese Themen mit uns durchgehen. Und zum Glueck
    hat mein ehemaliger Mitazubi die Pruefung bestanden. Unserer Rechnungswesen-
    lehrer hat uns in der ersten Stunde gesagt: "Wenn es zur Abschlusspruefung geht,
    kuemmert euch vorher um einen guten Anwalt".

    Na das ist ja mal klasse oder?

    mfg
    v R



  • virtuell Realisticer schrieb:

    Wir schauen uns jetzt schon seit nem 3/4 Jahr Protokolle und ihre Header an.

    Wir haben im 4. Semester auch Dutzende Protokolle durchgenommen - in 2 Vorlesungen 😃



  • Bring Eigeninitiative mit.

    Meiner Meinung nach, ist der Beruf mittlerweile überlaufen,
    es gibt ein Überangebot, aber wenn man gut ist, hat man
    immer noch gute Übernahmechancen. Nur, guck zu das du
    bei ner Großen Firma lernst, da ist die Gefahr geringer das
    du als Billige Arbeitskraft misbraucht wirst.
    Wenn möglich, rate aber auch dir zum Studium.

    Devil



  • illuminator schrieb:

    Es ist wirklich so. Die Leute die sich damals das Ausbildungssystem ausgedacht haben, haben an Real-/Hauptschüler gedacht.

    Trotzdem Blödsinn. Mag ja auf deine Spezies zutreffen, aber bei uns sind selbst Leute mit Abitur durch die Prüfung gefallen. Wenn das Interesse da ist, dann fällt es einem auch leichter und darauf kommt es eher an.

    Fakt ist doch, dass ein Student und ein Azubi verschiedene Einsatzzwecke haben. Es hört sich hier immer so an, als wenn alle Nicht-Studenten "Dumme Schrauber" wären, deren Horizont nicht erweiterbar ist und die ihr Leben lang minderwertige Tätigkeiten durchführen müssen.

    EDIT: Und wenn jemand schreibt, dass er nicht studieren will, weil er keine Lust auf trockene Theorie hat, dann ist das doch auch in Ordnung. Als Administrator muss man niemals im Leben eine Uni oder FH besucht haben.



  • CarstenJ schrieb:

    Es hört sich hier immer so an, als wenn alle Nicht-Studenten "Dumme Schrauber" wären, deren Horizont nicht erweiterbar ist und die ihr Leben lang minderwertige Tätigkeiten durchführen müssen.

    Ich habe ein Gymnasium besucht, in dessen Kollegium eine solche Ansicht durchaus nicht unüblich war.

    CarstenJ schrieb:

    Und wenn jemand schreibt, dass er nicht studieren will, weil er keine Lust auf trockene Theorie hat, dann ist das doch auch in Ordnung. Als Administrator muss man niemals im Leben eine Uni oder FH besucht haben.

    Wo kann man eine Grenze ziehen?



  • Hallo,

    absolute_beginner schrieb:

    Ich habe ein Gymnasium besucht, in dessen Kollegium eine solche Ansicht durchaus nicht unüblich war.

    Interessant. Also vertrittst du auch diese Meinung? Solche Ansichten zeigen natürlich auch die Kurzsichtigkeit der entsprechenden Person(en).



  • CarstenJ schrieb:

    absolute_beginner schrieb:

    Ich habe ein Gymnasium besucht, in dessen Kollegium eine solche Ansicht durchaus nicht unüblich war.

    Interessant. Also vertrittst du auch diese Meinung?

    Nein. Schließlich habe ich seit über 19 Jahren zwei Handwerker vor meinen Augen- meine Eltern. Und es gab bis jetzt in meiner Familie auch noch keinen Akademiker- alles Landwirte, Handwerker u. ä.



  • meine kommentare dazu (fi:anwendungsentw.):

    -du lernst vorallem die praxis kennen
    -die berufsschule is eher erholung aber so gewöhnt man sich auch besser dran 8 stunden pro tag zu programmiern

    -es kommt auf deine vorkenntnisse an ob du in der firma aktiv programmieren darfst oder viel zeit mit sachen verbringst die direkt nix mit deiner ausbildung zu tun haben

    -natürlich sollte dich das gebiet interessieren in dem die firma arbeitet

    ich werd wohl trotzdem noch studiern weil man hin und wieder mit problemen konfrontiert wird für die das basiswissen fehlt



  • Sovok schrieb:

    weil man hin und wieder mit problemen konfrontiert wird für die das basiswissen fehlt

    Dem kann ich nur zustimmen. Ich merke das in dem Unternehmen in dem ich arbeite (was in der Versicherungsbranche tätig ist). Hier wird man teilweise mit Sachen konfrontiert die man einfach nicht ganz hinterblicken kann. Aus diesem Grund möchte ich noch Studieren gehen. So hab ich dann einmal das theoretische Wissen und dazu noch das Praktische um es anzuwenden 🙂



  • Hallo!

    Danke für Eure vielen Antworten 🙂

    Hier wurden ja viele verschiedene Meinungen vorgestellt, woraus ich
    eigentlich nur schließen kann, dass man Glück haben kann oder pech.
    Kann cool sein oder nicht.
    Besser als Studium klingt es allemal, ich hab ein Semester Informatik
    gemacht, vieeel zu trocken (fast) ohne jedweden Praxisbezug.

    Frage an Sovok:
    Die fehlt Basiswissen welches du im Studium erlernen möchtest. Aber ist
    ein Informatikstudium nicht sehr theoretisch, bis zum Vordiplom mit zwei
    Mathesemestern belegt (Durchfallquote Uni Bonn 2003: ~80%) und eigentlich
    nur nützlich um abstraktes Denken zu erlernen?
    Was lernt man da praktisches, was man braucht?

    virtuell Realisticer:
    "[..] wir sind 24 Systemintegratoren, 4 Anwendungsentwickler und 4 Systemelektroniker [..]"

    Sind diese Zahlen Tendenzen oder ist es Zufall dass es sowenig
    Anwendungsentwickler gibt? Wenn kein Zufall, warum?

    Alles in allem haben mich Eure Antworten/Links noch weiter überzeugt
    den Pfad Fachinformatiker zu wählen!

    Gibts hier auch Leute die ihre FI Ausbildung schon hinter sich haben
    und schon im Beruf stehen?
    Über eine Antwort von diesen würde mich noch sehr glücklich machen 🙂
    Wie siehts im Beruf aus, genug gelernt, Aufstiegschancen...

    Danke 🕶



  • Headhunter schrieb:

    Wie siehts im Beruf aus, genug gelernt, Aufstiegschancen...

    Als typischer Informatikstudent sehe ich für einen Fachinformatiker keine großen Aufstiegschancen. Wenn du so eine Ausbildung machst, dann wirst du halt genau für eine bestimmte Sache ausgebildet. Da ist kein Aufstieg eingeplant. Wenn du aufsteigen willst, dann brauchst du Fähigkeiten (und Wissen), die du dir als Fachinformatiker nur schwer aneignen kannst. Wenn du von der Uni kommst, dann bringst du diesbezüglich bessere Voraussetzungen mit.



  • Wenn du etwas mehr Praxisbezug haben möchtest könnte ein Studium an einer FH für dich genau richtig sein. Hier hast du zwei Praxissemester in denen man sich "austoben" kann 🙂


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