Selbstständig werden mit gekaufter Firma....
-
Hallo,
kling etwas dramatisch der Titel, aber mir fiel nix besseres ein.

Ich habe mir Gedanken über Selbständigkeit gemacht. Allerdings nicht mal eben, sondern das ist schon länger in meinem Kopf. Der Frust bei der Arbeitssuche tut natürlich sein Übriges dazu.
Ich würde gerne eine kleine Firma kaufen, möglichst im Bereich Webhosting. D. h. alle Verträge, Hardware, Pflichten und Rechte. Damit hab ich dann ja automatisch einen Kundenstamm, den ich systematisch abgrasen kann.
Wie auch immer, kennt jemand zufällig eine Stelle, wo man erfahren, ob und welche Unternehmen zum Verkauf anstehen?
-
ähm.. wer sein unternehmen verkauft der sitzt meist im schuldenberg.. und das unternehmen hat nix abgeworfen..
-
Naja, man muss ja nicht die Katze im Sack kaufen. Einblick in die Finanzsituation sollte man schon bekommen. Außerdem geht ja es auch um die Kunden, denen man dann natürlich noch zusätzlichen Service anbietet. Aber Recht hast du schon, denn ein Risiko ist das natürlich. Das muss schon überlegt sein.
Aber es gibt ja auch Leute, die eine Superanstellung in Aussicht haben, und deren Arbeitgeber es nicht erlaubt, das Nebengewerbe angemeldet zu lassen. Erstmal will ich ja auch nur recherchieren.
-
Also ich hab vor einiger Zeit eins bei ebay gesehn, ernsthaft

Sah sogar ganz nett aus und lag schon so bei 10000 Euro als ichs entdeckt hab, habs dann aber nicht weiter verfolgt, affili.net wars glaubich.
-
Von sowas rate ich ab.
Wie schon angesprochen, gibt's vor allem einen Grund, warum man verkauft: es läuft nicht, und man will gerade noch mit blauem Auge rauskommen.
Erörtern wir die typischen Gründe für einen Verkauf:
- Firma läuft nicht, daher will jemand verkaufen
- Firma läuft super, aber er erwartet nicht, daß es so weiter geht, und er will auf dem Peak seines Erfolgs verkaufen
- Firma läuft super, er hat genug Geld gemacht und will sich auf die faule Haut legen
- der Inhaber hat gesundheitliche Probleme und kann daher nicht mehr weitermachen
Zu 1) muß man wohl nichts sagen. Im Falle von 2) wird die Firma zu teuer sein und die Zukunftsaussichten sind auch nicht gut. Für 3) gilt ein Teil von 2), d.h. er wird auf jeden Fall versuchen möglichst viel Geld zu bekommen, also teuer. Nur im Falle von 4) gibt's eigentlich realistische Chancen, aber wie oft passiert das, ohne daß Kinder oder andere Verwandte schon Gewehr bei Fuß stehen?
Die Sache mit dem Blick in die Bücher ist gefährlich - ein guter Steuerberater wird aus der gleichen Firma durch Verschiebungen einmal eine Firma mit Gewinn und einmal eine Firma mit Verlust machen! Wenn Du kein ausgebuffter Bilanz- und Kontenleser bist, geht das schnell nach hinten los.
Grundsätzlich wäre wohl nur ein Einstieg (also gemeinsame Zeit im Unternehmen) eine halbwegs sichere Variante, weil man dann einen Einblick bekommt und gemeinsam untergehen würde, d.h. der andere wird also noch sich bemühen ernsthaft mitzumachen. Also Einstieg mit gleitendem Ausstieg, irgendwas in der Art. Aber da sind die rechtlichen Rahmenbedingungen so kompliziert... da verdienen die Anwälte sicherlich am besten.
-
es wäre um einiges günstiger und wirtschaftlicher, wenn du einer gut laufenden firma anbieten würdest, dass du über sie deine services anbietest und sie dabei am umsatz beteiligst. es wäre wie wenn du die firma auf raten ablatzt. aber dein vorteil wäre, dass du nicht nur diese eine firma hättest und alle anderen firmen sind konkurenz, sondern sie können ja ebenfalls deine kundschaft werden.
es ist wie beteiligungen an kundenkreisen.
rapso->greets();
-
Hallo,
danke erstmal für die Hinweise. Die Sache mit dem Webhosting hatte ich nur im Kopf, weil das ja alleine (imho) keine Sache mit Zukunft ist. Klingt zwar jetzt wie ein Widerspruch, aber vielleicht will ja genau deswegen jemand sein Unternehmen verkaufen, da er nicht in der Lage oder Willens ist, den Service zu erweitern.
rapso schrieb:
es wäre um einiges günstiger und wirtschaftlicher, wenn du einer gut laufenden firma anbieten würdest, dass du über sie deine services anbietest und sie dabei am umsatz beteiligst. es wäre wie wenn du die firma auf raten ablatzt. aber dein vorteil wäre, dass du nicht nur diese eine firma hättest und alle anderen firmen sind konkurenz, sondern sie können ja ebenfalls deine kundschaft werden.
Darüber hab ich noch gar nicht nachgedacht. Das wäre in der Tat eine bessere Lösung, da das Risiko einfach nicht so hoch ist. Ich glaub ich werde mich eher mal in diese Richtung informieren. Danke an alle.
-
Hast du denn mit sowas Erfahrung? Also schonmal leitende Position gehabt oder etwas in der Richtung gelernt?
Und wieso nicht neu gründen? Ich meine, wenn du eine Firma kaufen willst, musst du ja schon einiges an Geld auf der Kante haben. Das kann man gensauso investieren, um einen eigenen Kundenstamm usw. aufzubauen.
-
Kannst ja mal ab und zu in der webhostlist.de nachschaun (forum) da stehen des öfteren mal webhosting - sparten sowohl kleinere als auch grössere zum verkauf.
Musst mal durchschaun.
Allerdings:
Und wieso nicht neu gründen? Ich meine, wenn du eine Firma kaufen willst, musst du ja schon einiges an Geld auf der Kante haben. Das kann man gensauso investieren, um einen eigenen Kundenstamm usw. aufzubauen.
Dem würde ich auch beipflichten.
Wenn du "klein" anfängst, dann hast du nicht auf einmal den "arbeitsschock" sondern es kommt nach und nach.
Wenn du eine firma kaufst hast du von anfang an relativ hohen verwaltungsaufwand...Liebe grüsse
-
Einen eigenen Kundenstamm aufzubauen, mag schwer sein aber es ist genauso schwer eine Firma zu übernehmen da es meist wirklich Probleme gab, sonst stünde die Firma ja nicht zum verkauf. Und wenn du 10000 Euro auf der Kante hast dann kannste auch eine neue Gründen und schön viel Werbung machen.
Der Kundenstamm wurde dann sogar direkt von dir beworben und nicht von irgendjemand andern.
Denn es kann ja auch noch das Problem hinzukommen das du leichte Änderungen vornehmen willst und das der vorige Kundenstamm der dann deiner ist, nicht mit dir einer Meinung ist.
Dann verlierst du ganz schnell wieder viele Kunden.
Und ich glaube kaum das du einfach ein Unternehmen kaufen willst ohne etwas zu ändern und beim alten zu belassen.m.f.g.
P.S. Risiken gibt es überall
-
Hallo,
Loggy schrieb:
Hast du denn mit sowas Erfahrung? Also schonmal leitende Position gehabt oder etwas in der Richtung gelernt?
ne, aber ich habe bereits im Vertrieb gearbeitet, d. h. ich kann mit Kunden umgehen, sie beraten und Akquise betreiben. Ferner habe ich ne kaufmännische Ausbildung, gebe bereits selbständig Schulungen und kann auch etwas programmieren, so dass ich bereits einige Dienste anbieten kann.
Ferner habe ich gut bis sehr gute Beziehungen zu Steuerberatern, Versicherungsagenturen und Rechtsanwälten. Ich denke, dass ich damit, zumindest was die Rahmenbedingungen betrifft, einigermaßen auf der sicheren Seite bin.
Loggy schrieb:
Und wieso nicht neu gründen? Ich meine, wenn du eine Firma kaufen willst, musst du ja schon einiges an Geld auf der Kante haben. Das kann man gensauso investieren, um einen eigenen Kundenstamm usw. aufzubauen.
Tja, Neugründungen sind natürlich noch herausfordernder, allerdings ist es eben sehr schwierig, sich einen Kundenstamm von Null aufzubauen. Geht natürlich, aber die Dienste die ich anbieten würde, wären aufs Inter- und Intranet zugeschnitten (z. B. einrichten eines CMS, Schulungen in diesem Bereich, vielleicht noch etwas Web-Design etc.). D. h. dort würde sich natürlich ein (kleineres) Hostingunternehmen sehr gut eignen, da ich dann kein Unbekannter wäre sondern derjenige, der ihre Webseiten hostet. Da ist es schon einfacher, etwas zu verkaufen.
-
Wenn er aber nicht das Wissen bzw. das Talent hat eine Firma zu gründen, kann er es auch vergessen. Wenn man eine Firma übernimmt, hat man ja vielleicht schon Mitarbeiter, die von sowas Ahnung haben... obwohl das dann nicht wirklich deine Firma wäre

-
Achso, du willst also gar nicht wirklich als Webhoster arbeiten, sondern das nur benutzen um an die Kunden heranzukommen? Und den Webhosting Bereich lässt du dann weiterhin von den alten Mitarbeitern verwalten?
-
Loggy schrieb:
Achso, du willst also gar nicht wirklich als Webhoster arbeiten, sondern das nur benutzen um an die Kunden heranzukommen? Und den Webhosting Bereich lässt du dann weiterhin von den alten Mitarbeitern verwalten?
Naja, kommt natürlich auf die Größe an. Ich denke aber, dass man eine gewisse Anzahl an Kunden durchaus noch selbst verwalten kann. Administrative Fähigkeiten habe ich ja auch noch, von daher sollte ich das noch hinbekommen. Bei einem Freund von mir trifft eigentlich genau das zu, er will seine Firma jetzt verkaufen, weil er einen Job hat und ihn das eigentlich nur belastet. Er hat noch eine Angestellte, die die Rechnungen schreibt. Allerdings hat er schon einen Interessenten, wenn der evtl. abspringen würde wäre das natürlich die Ideallösung.
Er hat so um die 1000 Kunden, was im Grunde ideal wäre. Dort könnte man sich dann umhören und ich denke, mit etwas Kreativität ließe sich da schon was den den/die Mann/Frau bringen.
Also nicht, dass der Eindruck entsteht ich wäre reich oder so. Ich müsste schon alles Ersparte zusammenkratzen....

EDIT: Also ja, Webhosting + zusätzliche Dienste. Mein Freund bietet eben "nur" Webhosting an und genau darin sehe ich meine Chance.
-
IHK Zeitschrift stehen immer Gesuche und Angebote
-
HarlekinAlpha[:] schrieb:
P.S. Risiken gibt es überall
Wohl war.
Aber zwischen Risiko und Risiko gibt's viele Abstufungen... man spricht ja nicht umsonst von der Rendite-Risiko-Matrix, d.h. der zu erwartende Ertrag muß in Relation zum Risiko stehen. Höherer Ertrag erfordert meist höheres Risiko, aber höheres Risiko bringt nicht zwangsläufig höheren Ertrag.
Genau daher muß man seine Chancen auf Erträge genau kennen - und die Risiken.
Danach kann man entscheiden.
Ihr dürft das nicht vergessen, eine Insolvenz kann ein richtiger Genickbrecher sein... es gehen in Deutschland mehr Firmen pleite als gegründet werden, darüber würde ich intensiv nachdenken. Wir haben hier keine Rahmenbedingungen, die Selbständigkeit positiv fördern oder begünstigen.
Also müssen die Chancen ausdrücklich sehr gut sein, damit sich der Einstieg lohnt.
-
Hallo,
Marc++us schrieb:
es gehen in Deutschland mehr Firmen pleite als gegründet werden, darüber würde ich intensiv nachdenken.
Das tue ich natürlich. Die Gründe sind genauso vielseitig wie die Firmen selbst. Aber trotzdem denke ich, dass man mit Fleiss und Flexibilität sehr viel erreichen kann. Natürlich müssen die Rahmenbedingungen stimmen.
Marc++us schrieb:
Also müssen die Chancen ausdrücklich sehr gut sein, damit sich der Einstieg lohnt.
Das stimmt natürlich auch. Allerdings denke ich schon, dass die Rahmenbedingungen, wenn das mit der Firma meines Bekannten klappen sollte (der mich mit 100%iger Sicherheit nicht betuppt und der mir am Anfang noch etwas unter die Arme greifen würde) schon recht gut sind. Man muss sich des Risikos bewusst sein, allerdings sollte man nicht so sehr ans Scheitern denken, denn sonst ist man wirklich nicht bereit für die Selbstständigkeit.