Schuldenfalle
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@Marc++us:
ich glaube du hast in diesem aspekt den nagel (fast) auf den kopf getroffen.
der verwaltungsaufwand einer firma und die damit verbundenen kosten sind
nicht geringer geworden, sondern bei weitem noch gestiegen. wo früher
eine bürokraft auf 5 arbeiter gekommen ist, sind es heute 2 und auch sind
die "fehlinterpretaionen" und die mangelnden fachkenntnisse bezüglich des
gesetzesdschungels nicht zu unterschätzen.kleines (vielleicht aber nicht ganz so dummes) beispiel:
ich frag mich wieviele unternehmer nicht wissen, wofür die umlagekassen
und hierbei speziell die U1 da sind. für unternehmen bis 20 bzw. 30 mitarbeiter
ist diese versicherung pflicht.
für kleine unternehmen ist sie dafür gedacht, dass, falls ein arbeiter krank wird,
die umlagekasse den lohn (satz 60, 70 oder 80 prozent des lohns) für die ersten 6
wochen weiterzahlt. dies ist darauf ausgelegt, dass diese unternehmen, bei denen
so ein arbeiterausfall finanziell katastrophale folgen haben kann, abgesichert sind.
nur muss die erstattung beantragt werden!! und viele wissen das nicht (alles schon erlebt)soll heissen: der unternehmer zahlt nicht nur die U1, sondern bleibt sogar auf den kosten
für den arbeitsausfall sitzen, obwohl er anspruch auf ersatz gehabt hätte...also würde ich daraus schlussfolgern, dass manche gesetze nicht nur unnötig und
zu kompliziert sind, sondern teilweise das gegenteil bewirken und den menschen
mehr schaden als nutzen
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Was haltet Ihr von der Druckerpresse? Die Amis entwerten durch Ihre Politik Ihren Dollar. Das verschafft Ihrer Wirtchaft Exportvorteile... gegenüber Europa. Von dieser Maßnahme wären vor allem die Reichen betroffen.
Die strukturellen Probleme in D müssen natürlich auch gelöst werden. Durch die Druckpresseninfaltion wären ansonst zuviel Investoren abgeschreckt. (Was aber im Moment kein Prob ist. Wen könnte man heutzutage noch abschrecken in D zu investieren
)
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Marc++us schrieb:
Es ist zunächst nicht Aufgabe eines Unternehmens, sich um die Wirtschaft im eigenen Lande zu kümmern. Ein Unternehmen muß zunächst mal überleben, dazu sucht es sich eine Strategie. Heutzutage haben viele Firmen die Strategie des "Gleiters" gewählt (zu diesem Begriff empfehle ich die Simulation "Life", gibt's auf vielen Seiten im Netz).
Ein Gleiter reproduziert sich auch immer nur so lange, bis ihm irgendetwas im Wege steht. Durch dieses kurzsichtige Durchfressen wird es IMHO in den nächsten 20 Jahren zum wirtschaftlichen Supergau kommen.
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Wertschöpfung kann übrigens auch durch bahnbrechende Erfindungen gelingen. Dazu gehören allerdings Ehrgeiz, Konzentrationsvermögen und Neugier, nicht Bildung und Wissen, das den Schülern in die Birne geklopft wird, ob sie wollen oder nicht. Optimismus, Neugier und Lust an Technik und Wissenschaft bringt Fortschritt, neudeutsch auch Innovation genannt.
Ob die Informatik hier etwas beitragen kann, weiß ich nicht. Meistens wirkt sie eher wie ein Korsett oder auch wie ein Fass ohne Boden.
Fortschritte sind von Physikern, Chemikern, Biologen, Ingenieuren zu erwarten. Diese muss ein Land fördern, nicht mit Geld sondern mit Freiheit der Wissenschaft und persönlicher Anerkennung.
Fazit: Solange die Grünen in der Regierung sind, hat dieses Land keine Chance.

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In Deutschland war es doch schon immer so, dass Innovationen nicht ausreichend gefördert wurden. Wer weiß, vielleicht wäre die Zuse KG nicht kaputt gegangen, sondern heute schärfster Rivale von IBM?
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Wir haben sowieso heute das gesellschaftliche Problem in Deutschland, dass dummes rumgelaber und sich gut verkaufen angesehener ist als Wissen.
Wer sind denn die Helden des Jungvolkes? Ein geistig zurückgebliebener möchtegern-Sänger von "Deutschöand sucht den Superstar" oder ähnlichen Sendungen wird mehr angesehen als ein Nobelpreisträger (uncool).
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Nein, dann wäre es von Microsoft oder König Ulama aufgekauft worden.

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.. schrieb:
Fortschritte sind von Physikern, Chemikern, Biologen, Ingenieuren zu erwarten. Diese muss ein Land fördern, nicht mit Geld sondern mit Freiheit der Wissenschaft und persönlicher Anerkennung.
Oh ja, ganz toll! Weil für diese Leute angeblich nur "persönliche Anerkennung" zählt, werden Stellen in Forschung und Entwicklung doch eh schon schlechter bezahlt als Stellen niedrigeren Niveaus. Wer sich dazu entschließt, einen wissenschaftlichen Karriereweg einzuschlagen, nimmt ganz bewußt in Kauf, deutlich unter seinem Wert bezahlt zu werden. Das ist somit ein sehr unattraktiver Weg, der oft nur von Idealisten beschritten wird. Ich bin der Meinung, dass man dieses Gebiet durch eine adäquatere Bezahlung der Leute attraktiver gestalten muss. Ich weiß gar nicht, wie das im Ausland ist, aber vermutlich ist das auch ein Grund, warum viele erstklassige Wissenschaftler Deutschland den Rücken zukehren.
Außerdem geht ohne Geld in vielen Bereichen der Forschung gar nichts. Warst du schonmal am DESY in Hamburg, oder am CERN, oder an einem anderen größeren Forschungskomplex? Dann würde dir sofort klar werden, dass soetwas ohne massive Subventionen gar nicht möglich wäre.
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Ich finde es nicht falsch, wenn hauptsächlich Idealisten an Innovationen arbeiten, das ganze Drumherum allerdings muss natürlich wirklich gefördert werden, so ein Teilchenbeschleuniger baut sich leider nicht von alleine.
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Sehe ich genau anders herum. Ich will nicht wissen wie viele gute Ideen irgendwo in einer Schublade vergammeln, weil der Erfinder kein Risiko eingehen will. Würde man mehr fördern, dann würden auch nicht-Idealisten eine Chance bekommen ihre Ideen zu verwirklichen ohne in dem Zeitraum bis zum Durchbruch "in Armut" zu leben.
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.. schrieb:
Wertschöpfung kann übrigens auch durch bahnbrechende Erfindungen gelingen. Dazu gehören allerdings Ehrgeiz, Konzentrationsvermögen und Neugier, nicht Bildung und Wissen, das den Schülern in die Birne geklopft wird, ob sie wollen oder nicht.
Auch Unsinn. Bildung und Wissen ist das Fundament für Erfindungen usw.! Man kann ohne Wissen sicherlich einiges erreichen, aber der Weg ist deutlich schwieriger, wenn man alles selbst entwickeln muss, anstatt durch sein Wissen auf die Fortschritte anderer zurückgreifen zu können. Ohne Wissen weiß man ja noch nichtmal, mit was man sich mal beschäftigen sollte, bzw. wo interessante Ergebnisse zu erwarten sind. IMHO geht in Forschung und Entwicklung ohne viel Wissen gar nichts.
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Optimizer schrieb:
Ich finde es nicht falsch, wenn hauptsächlich Idealisten an Innovationen arbeiten, das ganze Drumherum allerdings muss natürlich wirklich gefördert werden, so ein Teilchenbeschleuniger baut sich leider nicht von alleine.
Die Idealisten haben dann aber den Nachteil, dass für sie die Forschung so wichtig ist, dass sie keinerlei Interesse daran haben, die Ergebnisse auch "zu Geld zu machen". Dann wird halt lieber weitergeforscht, anstatt eine Firma zu gründen oder ein Patent anzumelden.
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Richtig! Heutzutage kann man nur mit "verrückten" Ideen oder einer Menge Wissen wirklich noch etwas innovatives schaffen. Es wurde einfach schon zuviel erfunden...
EDIT: Bezieht sich auf den vorletzten Post.
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Die Lösung aller Probleme ist die Neuidentifikation mit dem Staat, mit der Arbeit,
mit dem eignenen Werdegang, mit der selbst produzierten Ware, etc.Es muss wieder heißen: "Ich arbeite gerne für Deutschland", "Ich liebe meine
Firma", "Ich bin stolz auf mein Produkt",...Wenn wir das einmal geschafft hätten, dann würde es uns so gut gehen, wie nie
zuvor. Dann gäbe es keine Null-Bock-Mentalität und der Qualitätsstandard würde
wieder steigen, unsere Bildung wäre besser, die Wirtschaft würde hier bleiben,
etc.Aber, wenn ich dann schon die Leute höre, die sagen, dass sie schnellstmöglichst
ins Ausland ziehen, weil sie hier keine Perspektiven sehen...
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Der Nationalstolz wird uns ja regelmäßig von außen und auch von innen zunichte gemacht.
Sag mal "Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein", dann schaun dich wahrscheinlich erstmal alle schief an und mutmaßen über deine politische Einstellung. In unseren Nachbarländern ist das kein Thema, sowas zu sagen.
Man kann es mit dem wir-sind-so-schlecht-Gejammer auch übertreiben.Ob mehr Nationalstolz jetzt "die Lösung aller Probleme" ist, wage ich zu bezweifeln, aber es ist auf jeden Fall eines der Probleme, die wir hier haben. Der Standort Deutschland ist kein so schlechter.

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Es muss wieder heißen: "Ich arbeite gerne für Deutschland", "Ich liebe meine Firma", "Ich bin stolz auf mein Produkt",...
Das "Ich liebe meine Firma" ist vielen vergangen, seit Kostenreduktion sich im Wesentlichen auf Mitarbeiderreduktion, Betriebsschließungen usw. reduziert. Ansonsten siehst du das allerdings korrekt. Der Wandel muss vor allem vom Topmanagement kommen. Die sind so Asien-vernarrt, dass sie ihre Heimatbasis vergessen. Allerdings: die Grünen müssen weg, und die Hochschulprofessoren müssen sich endlich um ihre Studenten kümmern, auch mental. Wissen ist nichts, Motivation alles.
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@Gregor: du verstehst offenbar nicht das amerikanische System, sonst würdest du nicht so schreiben. Das meiste "Lehrgut", das an Unis eingetrichtert wird, ist "Leergut". Begreife es! Entscheidend ist die Motivation. Nur die schafft Innovation im Großen wie im Kleinen, und das ergibt Wertschöpfung.
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Gregor schrieb:
Die Idealisten haben dann aber den Nachteil, dass für sie die Forschung so wichtig ist, dass sie keinerlei Interesse daran haben, die Ergebnisse auch "zu Geld zu machen". Dann wird halt lieber weitergeforscht, anstatt eine Firma zu gründen oder ein Patent anzumelden.
Warum ist das ein Nachteil?
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Für den Standort Deutschland schon. Aber es sagt ja keiner, dass nicht andere dass zu Geld machen dann übernehmen können. In Deutschland traut sich aber keiner, in Innovationen zu investieren.
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In Deutschland traut sich aber keiner, in Innovationen zu investieren.
In Deutschland läuft so etwas über die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Wenn das Kapitälverhältnis größer 1 ist, wird normalerweise investiert. In Asien schaffen das deutsche Firmen z.Z. nicht. Dennoch investiern sie lieber dort als in der Heimat, weil das Wachstum dort "boomt". Das nennt man dann strategisch, bis man auf die Nase fällt. Dann werden eben wieder Leute entlassen. Abfindungsangebote ab 35 Jahre usw. Die Großkonzerne könnten der Sargnagel sein.