Delphi in der Praxis
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Hallo,
mich würde mal interessieren, ob ihr denkt, dass es sich heutzutage noch lohnt sich mit Delphi zu beschäftigen.
Anlass ist, dass unserer Chef sich hier von einem Delphi-Fundamentalisten (der kaum anderes kann) hat überzeugen lassen, dass Delphi doch so toll sei und wir deswegen jetzt alle eine Delphi 8.0 Lizenz haben müssten.Also ich bin ja skeptisch ob sich das lohnt.
Meinereiner hat sich zu Zeiten von Delphi 5 privat kurz damit beschäftigt.
Dass ich damit nicht wirklich arbeiten werde, weiß ich jetzt schon, aber eventuell lohnt sich eine nähere Betrachtung in Hinblick auf Anforderungen etwaiger zukünftiger Arbeitgeber.
Ich hoffe, ihr könnt mir ein neutrale Meinungen ( hmmm ... was kann ich da schon von C++'lern? erwarten) über die Praxistauglichkeit und Verbreitung von Delphi sagen.
Aber eigentlich braucht ihr mir bloß zu sagen ob es die Möglichkeit gibt das häßliche "begin/end" durch ordentliche Klammern zu erstetzen ... wenn nicht ist die Sache mit Delphi schon gestorben
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Ich denke schon, dsss Delphi in der Praxis schon noch gefragt ist
In meinen Augen kann man damit recht schnell Applikationen erstellen, und auch schon etwas größere.Ein Bekannter von mir ist Software-Engineer in Hamburg im Bereich Medizin und macht viel mit Delphi.
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illuminator schrieb:
Aber eigentlich braucht ihr mir bloß zu sagen ob es die Möglichkeit gibt das häßliche "begin/end" durch ordentliche Klammern zu erstetzen ... wenn nicht ist die Sache mit Delphi schon gestorben
Nein, gibts nicht.
{ } sind in Delphi Kommentare, und das lässt sich auch nicht ändern.
Wobei ich bezweifle, dass Delphi-Sourcen "gut" aussehen würden, wenn man nur das "begin" und "end" mit Klammern tauschen würde.(Eher noch hässlicher)
btw:
http://www.delphipraxis.net/topic28404_wie+weit+verbreitet+ist+delphi.html&highlight=jobs
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Jungs, dass ihr euch immer wieder auf die Klammern und das begib end einschießen müsst. Das ist erstmal reine Gewohnheit und zweites auch etwas Geschmackssache und sagt nichts über die Sprache aus.
@illuminator:
Wenn dein Chef jetzt auf D8 Lizenzen bestsht, dann hat er was nicht verstanden. D8 kann nur Anwendungen für das .NET Framework erstellen. Erst ab Delphi 2005 wird man mit der IDE sowohl Win32 als auch .NET Anwendungen erstellen können.
Delphi wurde als RAD Entwicklunkstool konzipiert und da liegen auch seine Stärken. Eine Windows GUI Anwendung ist eben schnell erstellt, die GUI, was die Anwendung macht und wie bleibt immer noch dem Programmierer überlassen und da gibt es gute und schlechte.
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illuminator schrieb:
Ich hoffe, ihr könnt mir ein neutrale Meinungen ( hmmm ... was kann ich da schon von C++'lern? erwarten
) über die Praxistauglichkeit und Verbreitung von Delphi sagen.
Ich sag dir gar keine Meinung, sondern gib dir nur ein paar Links zu Statistiken:
1. http://www.gulp.de/kb/tools/trend.html
Hier kannst du mal in die Felder die ganzen bekannten Sprachen, wie Delphi, C++, Java, C#, Visual Basic, eingeben, um zu sehen, wie die Statistik von Gulp aussieht. Diese Statistik sollte den Markt für Selbständige in Deutschland halbwegs wiederspiegeln (IMHO). Das Resultat ist für das letzte Jahr:
Delphi: 0,3 %
C++: 7,5 %
Java: 13,3 %
C#: 1,5 %
Visual Basic/VB: 4,6 %2. http://sourceforge.net/softwaremap/trove_list.php?form_cat=160
Dies ist eine Liste der für Open Source Projekte bei SourceForge genutzten Sprachen. Anzahl der Projekte:
Delphi/Kylix: 1606
C++: 14001
Java: 13104
C#: 1929
VB: 19693. http://www.jobstats.co.uk/jobstats.d/SKILL.html
Diese Statistik befaßt sich mit den benötigten "Skills" für den UK-IT-Jobmarkt. Es werden hierzu öffentliche Internet-Jobportale ausgewertet:
Delphi: 0,5% = 34 Jobs
C++: 9,4% = 638 Jobs
Java: 12,7% = 865 Jobs
C#: 4,6% = 313 Jobs
VisualBasic: 6,2% = 423 JobsSo. Ich hoffe, du kannst dir anhand dieser Zahlen ein eigenes Bild von der Verbreitung von Delphi machen.
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Ich weiß von einem ehemaligen Kollegen, daß er alle Projekte (Individualsoftware im Bereich Automatisierung, oft Frontends für große Datenbanken, Datenanalyse und -anzeige) in Delphi implementiert.
Programmiersprachen sind Werkzeuge mit bestimmten Einsatzgebieten. Kein vernünftiger Handwerker schlägt eine Schraube mit dem Hammer in die Wand.
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Hm, danke.
Wenn dein Chef jetzt auf D8 Lizenzen bestsht, dann hat er was nicht verstanden. D8 kann nur Anwendungen für das .NET Framework erstellen. Erst ab Delphi 2005 wird man mit der IDE sowohl Win32 als auch .NET Anwendungen erstellen können.
Soll das heißen, ich kann genausogut auch gleich das VS.NET und C# bzw. VB.NET nehmen? Welchen grund hat man dann noch zu Delphi zu greifen?
In der Kombination von RAD und nicht nötigen Runtimes habe ich bisher die Existenzberechtigung vn Delphi gesehen...Die Sache ist ja nur, das mein Chef von uns wissen will, wie viel Lizenzen er bestellen soll; eine ist es mindesten für den Delphifreak den wir vor kurzem eingestellt haben. Nunja, ich glaube nicht das sich das dann für mich lohnt. Mit den nächsten Version vielleicht.
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Gregor schrieb:
2. http://sourceforge.net/softwaremap/trove_list.php?form_cat=160
Dies ist eine Liste der für Open Source Projekte bei SourceForge genutzten Sprachen. Anzahl der Projekte:
Delphi/Kylix: 1606
C++: 14001
Java: 13104
C#: 1929
VB: 1969Wobei ich das bei den vielen Hobbyprojekten bei SF nicht so hoch bewerten würde, da die Delphi IDE + Compiler nicht kostenlos zu bekommen ist (im Gegensatz zu C++ und Java).
Bei einer kleinen SW-Fa. wo ich gearbeitet habe, wurde vorwiegend VB benutzt, danach Delphi, und C++ fast komplett entfernt.
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illuminator schrieb:
Hm, danke.
Wenn dein Chef jetzt auf D8 Lizenzen bestsht, dann hat er was nicht verstanden. D8 kann nur Anwendungen für das .NET Framework erstellen. Erst ab Delphi 2005 wird man mit der IDE sowohl Win32 als auch .NET Anwendungen erstellen können.
Soll das heißen, ich kann genausogut auch gleich das VS.NET und C# bzw. VB.NET nehmen? Welchen grund hat man dann noch zu Delphi zu greifen?
In der Kombination von RAD und nicht nötigen Runtimes habe ich bisher die Existenzberechtigung vn Delphi gesehen...Die Sache ist ja nur, das mein Chef von uns wissen will, wie viel Lizenzen er bestellen soll; eine ist es mindesten für den Delphifreak den wir vor kurzem eingestellt haben. Nunja, ich glaube nicht das sich das dann für mich lohnt. Mit den nächsten Version vielleicht.
Nun, Delphi 9 wird auch wieder für Win32 kompilieren können, da brauchst du dann keine Runtime. (Kommt afaik in 1, 2 monaten, ist halt doof, dass dann noch kein .NET 2.0 unterstützt wird
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Sgt. Nukem schrieb:
Wobei ich das bei den vielen Hobbyprojekten bei SF nicht so hoch bewerten würde, da die Delphi IDE + Compiler nicht kostenlos zu bekommen ist (im Gegensatz zu C++ und Java).
Abgesehen davon, dass Delphi in der SF-Statistik stärker vertreten ist, als in den anderen Statistiken, also offensichtlich von Hobbyprogrammierern überproportional stark eingesetzt wird, stimme ich mit dir insofern überein, als dies sicherlich die unwichtigste der 3 Statistiken ist, die man am wenigsten ernst nehmen sollte.
Mir kam es bei den Statistiken darauf an, dass andere Programmiersprachen um Größenordnungen häufiger genutzt werden als Delphi. Dies trifft bei allen 3 Statistiken zu und ich halte das auch für repräsentativ. Man sollte sich IMHO bei der Beurteilung der Verbreitung einer Programmiersprache nicht auf Einzelbeispiele verlassen, die gerade bei Delphi immer gebracht werden. Da sagt dann einer, dass Delphi ganz wichtig ist, weil er fast nur damit zu tun hat, ein anderer kennt einen Bekannten, der ganz viel mit Delphi macht und ein dritter kann vielleicht 5 Programme auflisten, die mit Delphi gemacht wurden. Das sagt IMHO aber gar nichts aus. Ich bin davon überzeugt, dass diese Fälle die Ausnahmen sind und, dass solche Job-Statistiken ein deutlich stärkeres Indiz dafür sind, was gebraucht wird bzw. was eingesetzt wird.
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illuminator schrieb:
Soll das heißen, ich kann genausogut auch gleich das VS.NET und C# bzw. VB.NET nehmen? Welchen grund hat man dann noch zu Delphi zu greifen?
Eben in der .NET Umgebung ist es egal welche Sprache man nimmt. Natürlich würde man die bevorzugen, die einem persönlich am besten liegt.
In der Kombination von RAD und nicht nötigen Runtimes habe ich bisher die Existenzberechtigung vn Delphi gesehen...
Das wird auch noch eine Weile so bleiben.
Die Sache ist ja nur, das mein Chef von uns wissen will, wie viel Lizenzen er bestellen soll; eine ist es mindesten für den Delphifreak den wir vor kurzem eingestellt haben. Nunja, ich glaube nicht das sich das dann für mich lohnt. Mit den nächsten Version vielleicht.
Damit würde ich warten bis Delphi 2005 erschienen ist. Dort kann man so wohl native Win32 Anwendungen erstellen, als auch .NET Anwendungen. Desweiteren soll es wohl möglich sein sowohl in C# als auch in VB.NET seine Quellcodes zu verfassen.
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Luckie schrieb:
Eben in der .NET Umgebung ist es egal welche Sprache man nimmt. Natürlich würde man die bevorzugen, die einem persönlich am besten liegt.
Der Chef wird sich bedanken, wenn das Projekt am Schluss aus Quellcode von 10 verschiedenen Sprachen besteht. Unwartbarer geht es wohl kaum. Und es ist weniger ein "Man kann es in der Sprache schreiben, die man bevorzugt.", als ein "Man muss alle Sprachen beherrschen, die genutzt werden.".
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Hi Leutz,
ich hab' zwar kein Delphi 8 (gehöre zu den BCBlern
), aber was man so in diversen Foren liest, ist bezüglich Delphi 8 nicht besonders ermutigend: Tenor 'ZIEMLICH Buggy'. IDE muß wohl permanent crashen, man muss alle naslang irgendwas in den Projektfiles ändern, damit es überhaupt irgendwie wíeder funktioniert... Ich weiß allerdings nicht, ob diese Probleme durch Updates mittlerweile ausgeräumt wurden.
Allerdings, so weit ich weiß, liegt aber auch eine Delphi 7 Version bei... Die war doch ganz brauchbar, hört man so. Arbeiten kann man dann notfalls eben mit der.
Also ich würde mich in den diversen Delphi-Foren mal schlau machen, bevor ich es mir anschaffen würde...
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Gregor schrieb:
Der Chef wird sich bedanken, wenn das Projekt am Schluss aus Quellcode von 10 verschiedenen Sprachen besteht. Unwartbarer geht es wohl kaum. Und es ist weniger ein "Man kann es in der Sprache schreiben, die man bevorzugt.", als ein "Man muss alle Sprachen beherrschen, die genutzt werden.".
Ne, ne.
Ein Projekt wird in einer Sprache geschrieben.Der Vorteil liegt darin: du kannst die Komponenten einer anderen Abteilung oder externen Firma native einbauen und sogar erweitern,...
Du musst es als eine Art besseres COM sehen. Denn Sprachen mixen wie man lustig ist, ist doof - aber man kann Komponenten in der dafür geeignetsten Sprache schreiben. zB wird es ja mit C++/CLI möglich sein das Backend in C++ zu schreiben und das Frontend in C#. Nur wird man keine Kommunikationsschwierigkeiten mehr haben, weil ja alles für .NET ist
Ist also wie COM - nur einfacher.