Hilfe zum Thema Studienwahl?



  • Hallo,

    ich hoffe, sowas wurde hier noch nicht zu oft durchgekaut, aber ich bräuchte mal etwas Beratung hinsichtlich meiner Berufs- bzw. Studienwahl.

    Ich habe letztes Jahr mein Abitur gemacht und mache derzeit Zivildienst (endet Ende März). Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, zum kommenden Sommersemester (wenn möglich) mit einem Studium zu beginnen. Leider ist es mir bisher, obwohl ich mich, wie ich denke, wirklich ausreichend informiert habe, nicht im geringsten gelungen, zu einer Entscheidung hinsichtlich der Wahl eines Faches zu gelangen. Mittlerweile bin ich deswegen wikrlich deprimiert, denn diese Entscheidung hat ja doch schon gravierende Auswirkungen auf meinen nächsten "Lebensabschnitt".
    Neben meiner Recherche (vor allem Internet, aber auch in Buchform), hab ich mich auch in Köln und Bonn an der Uni beraten lassen - mit dem Ergebnis, dass die Berater in beiden Fällen der Meinung waren, dass sie mir nicht weiterhelfen könnten.

    Meiner Meinung liegt mein Problem darin, dass ich weder weiss, was mich wirklich interessiert, noch, wo meine Talente liegen.
    Prinzipiell interessiere ich mich eigentlich (vllt. nur oberflächlich ?) für sehr viele Dinge, nur ist leider nichts dabei, bei dem ich mit Gewissheit sagen könnte, dass es mich so sehr fasziniert, dass ich diesem Gebiet zumindest die nächsten Jahre meines Lebens widmen möchte.
    Auch wenn ich zur näheren Eingrenzung der möglichen Fächer versuche, meine vermeindlichen Fähigkeiten einzuschätzen, komme ich nicht weiter. Denn wo diese liegen sollen, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Im Gegenteil, ich habe eher den subjektiven Eindruck, nichts wirklich gut zu können (bzw. so gut, dass ich es studieren sollte). In diesem Punkt bringen mich meine Schulleistungen ebenfalls nicht wirklich weiter - abgesehen davon, dass es ja gerade erst einen Thread gab, der die Aussagekraft selbiger teilweise stark in Frage gestellt hat.

    Da ich mich seit längerem nur noch im Kreis drehe und auch nicht einfach nur ins Blaue studieren will (das würde dann nämlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fehlschlagen - und ich möchte nicht als jemand enden, der in 3 Semestern 3 verschiedene Fächer ausprobiert hat, um dann am Ende auf der Strasse zu stehen), würde ich gerne wissen, was Ihr in so einer Situation machen würdet bzw. damals gemacht habt, als Ihr diese Entscheidung treffen musstet. Wie habt Ihr schliesslich herausgefunden, was das Richtige für Euch ist?

    Ich bedanke mich schon mal bei allen, die den (etwas längeren) Text gelesen haben und mir irgendwie weiterhelfen können.



  • Asgard schrieb:

    und ich möchte nicht als jemand enden, der in 3 Semestern 3 verschiedene Fächer ausprobiert hat,

    Warum nicht? Das Leben ist nicht immer geradlinig. Ist schon komisch, hast du überhaupt keine Hobbys mit denen du dich gerne beschäftigst? Keine Lieblingsfächer in der Schule? Dann wundert es mich nicht, dass dir keiner hlefen konnte. Woher soll jemand anders wissen, was dir zusagen wird?



  • Wie wäre es mit BWL? Oder VWL in Bonn?



  • Abbadon schrieb:

    Wie wäre es mit BWL? Oder VWL in Bonn?

    lol 😃



  • Sehr viele (wahrscheinlich sogar die meisten) Studiengänge kann nur zum Wintersemester beginnen.
    Ich würde mich an deiner Stelle während des Sommersemesters deswegen in verschiedene Vorlesungen hocken, die dich interessieren könnten ...



  • Was waren denn deine Leistungskurse und gab es Fächer, bei denen du mehr als das nötigste gemacht hast?


  • Mod

    Dir fehlt evtl auch einfach mal jemand, der Dir in den Allerwertesten tritt (das ist nicht wirklich böse gemeint).

    Wie auch immer. Bei Deiner Einstellung solltest Du vielleicht besser keine Lehre anfangen, die wirst Du sicherlich werfen.

    Zum Glück ist es ja heute so, daß ein Studium nicht automatisch zu einem bestimmten Beruf führt, ergo solltest Du etwas suchen, daß eine möglichst breitbandige Ausbildung anbietet, daraus kannst Du später am meisten machen.

    Und dann, wie SeppSchrot schon sagte, was fiel Dir leicht in der Schule?

    Daraus kommst Du dann zu einer Auswahl an Fächern, wobei Du Dich wirklich auf ein klassisches Fach konzentrieren solltest und keines der neuen Spezialstudien - das führt Dich in eine Richtung, zu der Du noch nicht bereit/fähig bist.

    Weiterhin empfehle ich eher ein FH-Studium. Dort ist der Ablauf stärker reglementiert, und Du bekommst weniger inhaltliche und zeitliche Freiheit. Ich prognostiziere jetzt nämlich, daß Du bei einem Uni Studium als Langzeitler eher unter die Räder kommst.



  • Danke erstmal für die Antworten!

    Ich versuche mal, auf die angesprochenen Punkte nacheinander einzugehen:

    Dass das Leben nicht unbedingt immer geradlinig verlaufen kann, sehe ich ein und es gibt mit Sicherheit auch Menschen, die über das ausprobieren mehrerer Dinge "ihren" Weg finden. Meine Sorge ist nur, dass ich u.U. durch das viele von vornherein geplante Herumprobieren (wie im Falle eines Probiersemesters) am Ende noch desorientierter sein könnte, als vorher.

    Leistungskurse waren bei mir Mathe und Englisch. Welches Schulfach mir nun besonders lag, kann ich leider beim besten Willen nicht sagen. Das Problem ist hierbei, dass meine Leistungen sich bei gleichmäßig geringem Arbeitsaufwand nicht signifikant voneinander unterschieden haben. Damit scheiden diese schon mal (zumindest aus meiner Sicht) als Kriterium bei der Studienwahl aus.
    Dass ich für ein bestimmtes Fach über die Schule hinaus mehr getan hätte, als nötig, kann ich so direkt auch nicht sagen. Entweder habe ich mich in meiner Freizeit mit Themen beschätigt, die nicht oder kaum in Zusammenhang mit der Schule standen, oder mit Themen, die irgendwann später in der Schule thematisiert worden. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte ich dann an diesen Themen auch kein richtiges Interesse mehr.

    (@Marc++us) Nur muss man einem ja, wenn man auf eine FH geht, bereits klar sein, dass man auf jeden Fall etwas technisches machen möchte - doch selbst in diesem Punkt bin ich mir leider noch nicht sicher.



  • Asgard schrieb:

    (@Marc++us) Nur muss man einem ja, wenn man auf eine FH geht, bereits klar sein, dass man auf jeden Fall etwas technisches machen möchte - doch selbst in diesem Punkt bin ich mir leider noch nicht sicher.

    Nö, ist zwar klassischerweise so, aber es gibt auch massig andere Sachen an FHs. z.B. Design, BWL, Medienbabla, Sozialpädagogik...

    Oder wie wärs mit was ganz anderem... Polizist z.B. oder Pilot oder Berufssoldat...



  • Warum überhaupt studieren?



  • Oder werde doch Sohn von Beruf 🕶 , bringt echt Fun 👍



  • Du könntest dich an der Fernuni Hagen als Gasthörer ("Akademiestudien") für dieses Sommersemester einschreiben und einfach mal aus verschiedenen Gebieten Grundlagenvorlesungen belegen. So kannst du testen was dir gefällt, eventuell für einen technischen Studiengang die Mathekenntnisse auffrischen und hast nachher zumindest einiges an gut aufbereitem Material. Nur, das kostet halt ein bisschen Geld. Da du noch Zivi bist kannst du dir eventuell davon einiges erstatten lassen, da du einen Anspruch auf Berufsfördung hast, einfach mal einen Blick in den Leitfaden werden!

    Ansonsten würde vorschlagen zwei bis drei Praktika in verschiedenen Bereichen zu machen um die Zeit bis zum Wintersemester zu überbrücken, eventuell kannst du dir für Studiengänge die Pflichtpraktika enthalten die anrechnen lassen. Dazu müsstest du aber schon einen speziellen Studiengang im Auge haben, da es da meist Vorschriften gibt.



  • Ich bedanke mich dann noch mal bei allen für die zahlreichen Ideen und Tipps! Eine Entscheidung habe ich zwar immer noch nicht, aber zumindest einige weitere Punkte, die in den Entscheidungsprozess einfliessen werden 😉



  • Wie wär's mit Psychologie?

    Bye, TGGC (Der Held lebt!)



  • Hm, das gehört eigentlich eher zu den Dingen, die ich bereits ausgeschlossen habe.



  • Die Idee mit dem Akademiestudent ist gut, ich mache das auch gerade. 👍


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