Wie wahr, wie wahr....
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Walli schrieb:
Jürgen Rüttgers sagte ja in dem tollen TV-Duell ja so schön (sinngemäß): "Warum soll ein Maurer die Studiengebühren meiner Kinder bezahlen, wo ich doch Besserverdiener bin?". Er vergaß dabei aber völlig, dass ein Besserverdiener in aller Regel auch mehr (sowohl absolut als auch prozentuell) in den großen Topf einzahlt als ein Maurer. Warum soll er dann auch noch selber für das Studium seiner Kinder aufkommen? Ein wenig was sollte man schon auch vom Staat zurück bekommen, wenn man ihm so viel Geld in den Rachen wirft.
Nicht nur deswegen ist die Aussage von Rüttgers eine Milchmädchenrechnung und Schwachsinn hoch 10.
Es ist doch auch so, dass der einmal ausgebildete Akaemiker dem Staat später dank besserem Verdienst zigfach wieder zurückzahlt. Das Argument mit den armen Arbeiterlein die den Studenten auch noch die Uni bezahlen müssen ist lächerlich und dient nur dazu, in der Arbeiterschicht auf Stimmenfang zu gehen.
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Da steht doch nichts von autocogito.
Bye, TGGC (Dem beste BdT)
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TGGC|_work schrieb:
Da steht doch nichts von autocogito.
Bye, TGGC (Dem beste BdT)
lol, daran habe ich auch gedacht

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Walli schrieb:
LunaGirl schrieb:
Was ich aber auch zu bedenken geben möchte ist folgendes. Eine "reiche" Familie finaziert dem angehenden, aufstrebendem Akademiker locker das Studium. Vermutlich auch die 1000 Euronen im Jahr.
Jürgen Rüttgers sagte ja in dem tollen TV-Duell ja so schön (sinngemäß): "Warum soll ein Maurer die Studiengebühren meiner Kinder bezahlen, wo ich doch Besserverdiener bin?". Er vergaß dabei aber völlig, dass ein Besserverdiener in aller Regel auch mehr (sowohl absolut als auch prozentuell) in den großen Topf einzahlt als ein Maurer.
Erst mal werden Steuern nicht in Abhängigkeit des Bildungszustandes sondern vom Einkommen erhoben, und da zahlt der gut verdienende Maurermeister natürlich ähnlich viel, wie der gut verdienende Akademiker; der schlecht verdienende Akademiker zahlt dagegen genau so viel, wie die schlecht verdienende Krankenschwester.
Die meisten Akademiker verdienen aber besser, das stimmt. Trotzdem: da die meisten Leute aber nicht studiert haben, finanzieren diese meisten Leute den wenigen Studierten deren Studium natürlich trotzdem mit, in welchem Umfang sie das tun, _das_ bleibt erst mal unklar.
Erschwerdend kommt hinzu, daß der Maurermeister seine Ausbildung (wegen staatlich geschützten Monopolen!) im Zweifel auch noch _selbst bezahlen_ mußte. Alles zusammen ergibt das _natürlich_ eine Umverteilung von unten nach oben, was man schon daran sieht, das es kein anderes OECD-Land gibt, bei dem die Studierfähigkeit so stark von den sozialen und finanziellen Hintergründen der Eltern abhängen wie in Deutschland.
Je nach Modell kann ich mir darum auch Studiengebühren vorstellen, sofern sichergestellt ist, das das Geld nicht auf indirektem Wege wieder beim gefräßigen Staatsmonster ankommt. Ein Seiteneffekt der Diskussion könnte sein, daß wir in Deutschland mehr private Hochschulen bekämen. Und das wäre gut so.
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Daniel E schrieb:
Alles zusammen ergibt das _natürlich_ eine Umverteilung von unten nach oben, was man schon daran sieht, das es kein anderes OECD-Land gibt, bei dem die Studierfähigkeit so stark von den sozialen und finanziellen Hintergründen der Eltern abhängen wie in Deutschland.
Was aber irgendwie schon Ironie ist... denn es wird ja die deutsche Form der Hochschulfinanzierung als sozial gerechter (da vom Staat jedem gleich zur Verfügung gestellt) bezeichnet, und eine Eigenfinanzierung als sozial ungerechter betrachtet. De fakto führt aber diese scheinbar sozial ausgleichendere Form dazu, daß sich eine Ungleichheit einstellt.
Daraus könnte man viel lernen in Bezug auf die Funktionsfähigkeit von Umverteilungssystemen zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit, wenn man denn lernfähig wäre. :p
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Daniel E. schrieb:
Erst mal werden Steuern nicht in Abhängigkeit des Bildungszustandes sondern vom Einkommen erhoben, und da zahlt der gut verdienende Maurermeister natürlich ähnlich viel, wie der gut verdienende Akademiker; der schlecht verdienende Akademiker zahlt dagegen genau so viel, wie die schlecht verdienende Krankenschwester.
Davon habe ich doch nicht geredet. Ich meinte, dass Besserverdiener selbstverständlich nicht noch Studiengebühren für ihre Kinder zahlen müssen, wenn sie doch sowieso schon mehr einzahlen. Der eine zahlt mehr ein, der andere weniger, aber am Ende müssen alle das selbe an staatlicher Leistung heraus bekommen, sonst ist das System IMHO Müll.
Daniel E. schrieb:
Die meisten Akademiker verdienen aber besser, das stimmt. Trotzdem: da die meisten Leute aber nicht studiert haben, finanzieren diese meisten Leute den wenigen Studierten deren Studium natürlich trotzdem mit, in welchem Umfang sie das tun, _das_ bleibt erst mal unklar.
Siehe Dingo. Die Akademiker bringen dem Staat nachher in aller Regel mehr ein als die Ausbildung kostet, sofern sie nicht abwandern.
Daniel E. schrieb:
Erschwerdend kommt hinzu, daß der Maurermeister seine Ausbildung (wegen staatlich geschützten Monopolen!) im Zweifel auch noch _selbst bezahlen_ mußte.
Ein Maurer_meister_, ja. Ein normaler Maurer verdient aber während seiner Lehre IIRC noch Geld.
Daniel E. schrieb:
Alles zusammen ergibt das _natürlich_ eine Umverteilung von unten nach oben, was man schon daran sieht, das es kein anderes OECD-Land gibt, bei dem die Studierfähigkeit so stark von den sozialen und finanziellen Hintergründen der Eltern abhängen wie in Deutschland.
Wer studieren will und die nötigen Voraussetzungen (nicht finanziell) hat, der kann auch studieren, daran habe ich keinen Zweifel.
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Walli schrieb:
Davon habe ich doch nicht geredet. Ich meinte, dass Besserverdiener selbstverständlich nicht noch Studiengebühren für ihre Kinder zahlen müssen, wenn sie doch sowieso schon mehr einzahlen. Der eine zahlt mehr ein, der andere weniger, aber am Ende müssen alle das selbe an staatlicher Leistung heraus bekommen, sonst ist das System IMHO Müll.
Ähm. Das eine (Steuer) ist eine Zwangsabgabe, das andere (Studiengebühr) ist eine Abgabe für freiwillig in Anspruch genommene Leistungen, sofern man nicht zum Studium gezwungen wurde.
Siehe Dingo. Die Akademiker bringen dem Staat nachher in aller Regel mehr ein als die Ausbildung kostet, sofern sie nicht abwandern.
Leute, die eine Ausbildung gemacht haben, bringen dem Staat immer mehr, weil sie dann im Regelfall auch mehr verdienen. Das gilt nicht nur für Akademiker. Trotzdem muß man viele Ausbildungen bezahlen, und keiner protestiert.
Daniel E. schrieb:
Erschwerdend kommt hinzu, daß der Maurermeister seine Ausbildung (wegen staatlich geschützten Monopolen!) im Zweifel auch noch _selbst bezahlen_ mußte.
Ein Maurer_meister_, ja. Ein normaler Maurer verdient aber während seiner Lehre IIRC noch Geld.
Ja, weil er eine (geringe) betriebswirtschaftliche Leistung erbringt, also dem Ausbilder nützt (was Studenten eher nicht tun). Gleichzeitig nimmt er Lehrleistungen in Anspruch und zahlt dafür Lehrgeld, wie auch Piloten oder Bäcker. Studenten nicht. Warum?
Wer studieren will und die nötigen Voraussetzungen (nicht finanziell) hat, der kann auch studieren, daran habe ich keinen Zweifel.
Good point, aber das ändert an den Fakten nichts, die meisten erfüllen nämlich diese Voraussetzungen nicht.
In Deutschland gibt es nicht mal einen Anspruch auf kostenfreie Kindergartenplätze. Wieso sind Studenten (eine überaus priviligierte Bevölkerungsgruppe, wie Du ja auch schon erkannt hast) so schützenswert, Kleinkinder aber abscheinend nicht? Nur mal so.
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Daniel E. schrieb:
Daniel E. schrieb:
Erschwerdend kommt hinzu, daß der Maurermeister seine Ausbildung (wegen staatlich geschützten Monopolen!) im Zweifel auch noch _selbst bezahlen_ mußte.
Ein Maurer_meister_, ja. Ein normaler Maurer verdient aber während seiner Lehre IIRC noch Geld.
Ja, weil er eine (geringe) betriebswirtschaftliche Leistung erbringt, also dem Ausbilder nützt (was Studenten eher nicht tun). Gleichzeitig nimmt er Lehrleistungen in Anspruch und zahlt dafür Lehrgeld, wie auch Piloten oder Bäcker. Studenten nicht. Warum?
Vielleicht, weil man Studieren bewußt attraktiv machen wollte aufgrund eines Mangels an Akademikern? Ich weiß es nicht. Mir wäre es ja auch Recht, wenn Studiengebühren eingeführt werden, aber auf der anderen Seite sollte mein Vater dann weniger Steuern zahlen müssen, wenn das Studium nicht mehr von Steuergeldern finanziert wird. Aber das wird nicht passieren.
In Deutschland gibt es nicht mal einen Anspruch auf kostenfreie Kindergartenplätze.Wieso sind Studenten (eine überaus priviligierte Bevölkerungsgruppe, wie Du ja auch schon erkannt hast) so schützenswert, Kleinkinder aber abscheinend nicht? Nur mal so.
Das ist in der Tat ein Problem und wieder ein Paradebeispiel dafür, dass Vater Staat so ziemlich alles verbockt, was man nur verbocken kann. Einen Kindergartenplatz bekommt man heutzutage nur mit Glück, und selbst dann auch in den meisten Fällen nur, wenn man getauft ist.
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Walli schrieb:
Vielleicht, weil man Studieren bewußt attraktiv machen wollte aufgrund eines Mangels an Akademikern? Ich weiß es nicht. Mir wäre es ja auch Recht, wenn Studiengebühren eingeführt werden, aber auf der anderen Seite sollte mein Vater dann weniger Steuern zahlen müssen, wenn das Studium nicht mehr von Steuergeldern finanziert wird. Aber das wird nicht passieren.
Wir verstehen uns

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pli schrieb:
der was meint ihr?
ich halte den artikel für weichspül-propaganda.
erst wird der potentielle nutzen von studiengebühren beschworen, dann nicht sehr verhohlen auf die bösen gewerkschaften geschinpft.
hier gibt es ja einige, die studiengebühren unter der voraussetzung befürworten, daß sinnvoll mit ihnen umgegangen wird bzw. eben das geld nicht im landeshaushalt versinkt.
genau das wird aber passieren (die erfahrung läßt einach keinen anderen schluß zu), und daher müssen studiengebühren auf jeden fall bekämpft werden.in deutschland wird nicht um des meckerns willen gemeckert sondern weil alle "reformen" die masse treffen und wenige begünstigen, und das schon seit jahr und tag. und damit muß schluß sein.
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In Kanada betragen die Studiengebühren ~ 800 Kan. Dollar pro Monat. Die Eltern fangen schon ganz früh an, wenn die Kinder noch klein sind, Geld auf Seite zu legen. Später können sie's dann aus dem Topf nehmen .. Wir sollen's uns aus dem Hut zaubern.
Bei uns wird argumentiert, dass ein Studium durch Studiengebühren wesentlich verkürzt wird. Weil die Studenten sich dann mehr reinhängen. Aber durch Nebenjobs, Werkstudententätigkeiten vergeht so viel Zeit drauf, dass für's Studium keine Zeit mehr bleibt. 20h in der Woche nebenbei zu jobben ist fast zuviel.
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Tanzfreak schrieb:
Bei uns wird argumentiert, dass ein Studium durch Studiengebühren wesentlich verkürzt wird. Weil die Studenten sich dann mehr reinhängen.
Ja, klar! In den Augen eines Großteils der Bevölkerung liegen die Studenten doch den lieben langen Tag auf der Wiese rum (dabei sind das nur die BWLer).
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naja, die bezahlung kann nicht nach normalen gesichtspunkten gemacht werden, dazu müßte man die leistung eines studenten messen. aber das geht wohl nicht.