Informatik <-> Wirtschaftsinformatik?
-
alglinka schrieb:
Mit Wirtschaftinformatik kenne ich mich nicht aus. Hört sich aber nach einem BWL'er mit Wordkenntnissen an.


Jo. Und alleine weil auch nur ansatzweise eine Assoziation mit BWLern nahe liegt, würde ich niemals WiInf studieren
-
Ist auch eher ein BWLer mit Kenntnissen im Informatik-Bereich.
Mit BWLern kannst du die Straße pflastern, da jeder Depp BWL studiert... Für eine "richtigen" Informatiker-Stelle hast du eher schlechtere Chancen, gerade als Berufsanfänger hat man da eher wenig mit Wirtschaften zu tun.
-
Das kann man so nicht sagen, der Aufgabenbereich von WiInfs ist einfach anders als der von normalen Infs.
Zum Beispiel wird man viel lieber einen Winf nehmen, wenn es darum geht eine Maßgeschneiderte Software für ein Unternehmen anfertigen zu lassen... weil dies nunmal viel mit BWL zu tun hat.
Zum anderen muss Software und Dienstleistungen in diesem Bereich auch verkauft werden, was ich auch lieber einem WiInf anvertrauen würde...
.. ich könnte noch einige Beispiele aufzählen, aber ich glaube, ihr wisst, was ich meine.
-
Meine Quelle war schon Seriös, Educon, die beschäftigen sich den ganzen Tag damit, und WiInf ist glaub ich 1/3 Informatik, 1/3 BWL und 1/3 Mischfächer...
Ja, allerdings, BWL studiert jeder, der nicht weiß, was er machen soll

-
Die Wirtschaftler machen die Welt schlecht. Also würde ich anständige Informatik studieren.
-
Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung. Wenn deine Interessen zur Wirtschaft gehen, ist das wohl nicht verkehrt.
-
Loggy schrieb:
Zum Beispiel wird man viel lieber einen Winf nehmen, wenn es darum geht eine Maßgeschneiderte Software für ein Unternehmen anfertigen zu lassen... weil dies nunmal viel mit BWL zu tun hat.
Häh, warum hat das viel mit BWL zu tun
Oder meinst du Software ala SAP ?
-
zumindest Programme, die auch teile davon berühren, ja. Aber auch sonst glaube ich, dass WiInfen mehr beigebracht wird, Probleme anderer in eigene Programm zu packen...
Aber genau weiß ich es natürlich nicht...
-
Optimizer schrieb:
Die Wirtschaftler machen die Welt schlecht. Also würde ich anständige Informatik studieren.

-
Loggy schrieb:
zumindest Programme, die auch teile davon berühren, ja. Aber auch sonst glaube ich, dass WiInfen mehr beigebracht wird, Probleme anderer in eigene Programm zu packen...
Aber genau weiß ich es natürlich nicht...
<< WiInf
Relativ einfache Unterscheidung meiner Meinung nach.
Im Fach Informatik bzw. Informatik-Problemlösungen usw. kann ich wahrscheinlich den meisten Informatikern bei weitem nicht das Wasser reichen.
Aber das ist ja auch nicht Sinn eines WiInfs. Ich sehe mich eher als Schnittstelle zwischen demjenigen der etwas will "Ich hätte gern ne Software mit dem ich meine Kunden verwalte" und dem Informatiker der gerne als Anweisung bzw. Auftrag "Webanwendung, SQL DB, blablabla" haben möchte.
Naja und nebenbei kann ich noch programmieren, habe etwas mehr Verständnis für die EDV als nur Word :p und kann mich auch in eine Runde Informatiker wagen, ohne komplett doof dazustehen.
Was dabei rauskommt wenn ein reiner BWLer einem Software-Ing. versucht das beizubringen was er will sieht man ja an vielen Ecken.
Gruß
-
Da ich viele Winfe kenne und viel mit denen zu tun habe geb ich mal meinen Senf dazu:
Winfe machen ~1/3 Inf (2/3 unseres Grundstudiums und 1/4 unseres Hauptstudiums) und 2/3 BWL. Sie sind so etwas wie Betriebswirte mit anstaendigem Know-How im IT-Bereich. Daher werden sie gerne als Berater oder Projektleiter bei grossen Projekten eingesetzt, der der Winf an sich Ahnung von Resourcenmanagement, Projektplanung, Buchfuehrung etc. hat. Daher sind sie ideal in der Wirtschaft z.B. bei SAP, Campana & Schott und anderen grossen Firmen aufgehoben. Im Prinzip sowas wie ein Offz bei der BW.
Fuer den Einsazt an der Keyboardfront sind sie allerdings i.d.R. vollkommen ungeeignet. In der Forschung oder als Entwickler sind daher sehr selten WInfe anzutreffen, da sind echte Informatiker einfach die Besseren. Denn dort ist Detail- und Hintergrundwissen notwendig, welches WInfe normalerweise nicht haben (da sie diese Vorlesungen nicht mehr besuchen (muessen)).
Die Frage "Warum studierst kein WInf, das ist doch viel besser." hab ich schon dutzende Male gestellt bekommen, ist aber totaler Bloedsinn, weil es zwei verschiedene Berufe sind. In meiner alten Firma gibts viele Winfe und deren Job will ich nicht machen.
-
TheToast schrieb:
...da man damit höhere Chancen auf einen Arbeitsplatz haben soll.
die arbeitlosenquote bei akademikern liegt glaub bei etwa 2% was fast vollbeschäftigung ist. also einfach irgenwas studieren das spass macht, guten abschluss machen, und gut ist

-
Korbinian schrieb:
TheToast schrieb:
...da man damit höhere Chancen auf einen Arbeitsplatz haben soll.
die arbeitlosenquote bei akademikern liegt glaub bei etwa 2% was fast vollbeschäftigung ist. also einfach irgenwas studieren das spass macht, guten abschluss machen, und gut ist

Auch bei Paedagogen und so? Zaehlt zu der Statistik auch wenn man als Paedagoge Taxifahrer ist? Dann wuerden die 2% wieder stimmen...

-
MikeSPK schrieb:
Aber das ist ja auch nicht Sinn eines WiInfs. Ich sehe mich eher als Schnittstelle zwischen demjenigen der etwas will "Ich hätte gern ne Software mit dem ich meine Kunden verwalte" und dem Informatiker der gerne als Anweisung bzw. Auftrag "Webanwendung, SQL DB, blablabla" haben möchte.
also ein verkäufer.
und genau das ist eines der probleme, die wir haben. verkäufer mit praktisch ohne sachverstand. der einkäufer ist am ende auch winf oder noch schlimmer. und die sagen dann den informatikern, was sie tun sollen. na, prost.
der winf sagt wirklich "Webanwendung, SQL DB, blablabla" zum inf. jeder inf, der was taugt, kann mit dem kunden besser kommunizieren, wenn kein winf "übersetzt". den interresiert in der tat der satz "Ich hätte gern ne Software mit dem ich meine Kunden verwalte" und nicht "Webanwendung, SQL DB, blablabla". ist wie ne stille-post-kette. und die ist einfach nicht besser als ihr schlechtestes glied.Naja und nebenbei kann ich noch programmieren, habe etwas mehr Verständnis für die EDV als nur Word :p
erstens ist das kein programmieren, was du auf der uni lernst. zweitens haste das ganz schnell wieder vergessen, wenn es dich nicht interessiert.
und kann mich auch in eine Runde Informatiker wagen, ohne komplett doof dazustehen.
informatiker lachen nicht, wenn sich ein nichtinformatiker am rechner doof anstellt. und doch, jeder winf, den ich bisher traf, unterschied außer seinem eingebildetsein in sachen rechnerkenntnissen nichts vom mann auf der straße. mit nem kleinen unterschied. auf der straße gibt es naturtalente, bei winfen nicht.
Was dabei rauskommt wenn ein reiner BWLer einem Software-Ing. versucht das beizubringen was er will sieht man ja an vielen Ecken.
bwler, die was taugen, und informatiker, die was taugen, funktionieren glänzend mteinander. daß man informatiker zweiter wahl nicht brauchen kann, sollte bekannt sein. mit bwlern isses ähnlich. wer es trotzdem versucht, und zwischen nen schlechten bwler und nen schlechten informatiker nen winf setzt, was sollte der dabei gewinnen?
naja, das projekt geht in die hose und die winfe sagen dann "das lag daran, daß zu wenige winfe dazwischen waren". hihi.
-
Korbinian schrieb:
die arbeitlosenquote bei akademikern liegt glaub bei etwa 2% was fast vollbeschäftigung ist. also einfach irgenwas studieren das spass macht, guten abschluss machen, und gut ist

Naja, ganz so rosig sieht es leider nicht aus. AFAIK bist du mit 3,5% Arbeitslosenquote im Westen und 6% im Osten dabei.
...geht ja im Vergleich auch noch.
-
pli schrieb:
Sie sind so etwas wie Betriebswirte mit anstaendigem Know-How im IT-Bereich. Daher werden sie gerne als Berater oder Projektleiter bei grossen Projekten eingesetzt, der der Winf an sich Ahnung von Resourcenmanagement, Projektplanung, Buchfuehrung etc. hat. Daher sind sie ideal in der Wirtschaft z.B. bei SAP, Campana & Schott und anderen grossen Firmen aufgehoben.
Gott schütze uns vor Projektleitern ohne Fronterfahrung.
pli schrieb:
Im Prinzip sowas wie ein Offz bei der BW.
Gott schütze uns vor Offizieren ohne Fronterfahrung.
Nebenaussage: Gott schütze uns vor Projektleitern, die Projektabwicklung ausschließlich als lineares Problem von Resourcenmanagement und Budgetierung betrachten, und die "Microsoft Project" als "mein wichtigstes Tool" bezeichnen.
-
Mit Fronterfahrung bedeutet fuer mich Programmiererfahrung. Klar brauchen Winfe Erfahrung im Managen von Projekten und dass das kein einfaches "(3+x) Mann + (30+y)kEUR = SoftwareQualitaet(x,y)"-Problem ist. Ein Projektleiterwinf ohne Erfahrung ist bei manchen Projekten schlimmer als gar kein Projektleiter.
@Volkard: Wer einen Winf als Kommunikationsmittel zwischen Entwickler und Kunde benutzt, der hat selbst Schuld. Der Winf ist, wie ein programmierbarer Taschenrechner, ein Werkzeug bei der Kommunikation zwischen Kunde und Entwickler. Wenn der Winf die Use-Cases nur mit dem Kunden macht und dem Entwickler eine fertige Anforderung vorlegt, der bekommt entweder nicht das gewuenschte Produkt oder es kostet viel mehr Zeit und Geld als noetig. Bei sowas muss immer der Kunde mit dem Chefentwickler und dem Winf zusammen arbeiten. Der Entwickler beurteilt dann die Umgebung in der das Produkt laufen soll, welche Technik verwendet werden sollte und wieviel Zeit das kosten wuerde. Der Winf packt das dann in einen Projektplan in den er auch den Aufwand fuer Entwicklung, Dokumentation, Schulung, Installation vor Ort und natuerlich das Testen reinschreibt und einen Preis dafuer berechnet.
Danach wird der Verlauf vom Winf ueberwacht, Berichte an den Kunden gecshrieben, neue Versionen und Zwischenstaende praesentiert, Kundenbefragungen gemacht und das Feedback beurteilt und mit dem Chefentwickler besprochen.
Da der Winf Ahnung von IT hat, kann er auch sinnvolle Alternativen vorschlagen (das ist der Unterschied zum klassischen BWLer, der keine Ahnung hat und den Chefentwickler normalerweise nur in den Wahnsinn treibt weil er nicht versteht, dass man eine Klasse die ein Entwickler in einem Tag schafft nicht mit 8 Entwicklern in eine Stunde schaffen kann) oder bei Problemen Ratschlaege erteilen.
-
Pli hat es, finde ich, sehr angenehm erklärt.
@Volkard(us)
Komisch das reine Infos so eine Panik vor BWLern haben.
Ich habe einige Informatiker bei uns in der Abteilung die du nie und nimmer mit einem Kunden an einen Tisch setzen solltest.
Wenn du dich gegenüber einem Kunden gut ausdrücken kannst und nicht dauernd in "Fachchinesisch" abgleitest, dann wirst du wahrscheinlich niemanden brauchen der die Übersetzung übernimmt.
(und dir Projektpläne, PP-Präsentationen *hust* und ewig lange Meetings in denen mehrere Stunden lang über Nichtigkeiten diskutiert wird Spass machen)Wenn alle Informatiker so wären, wäre ich arbeitslos. Da aber ein gewisser Prozentsatz sehr fachfremd und realitätsfern ist was die Wirtschaft bzw. das wirtschaften angeht, habe ich eigentlich genug zu tun. (überspitzt ausgedrückt)
Btw. danke dass du mir Fachverstand absprichst. Abneigung gegen WiInfs? :p
Achja... 60% meiner Arbeitszeit besteht aus Softwareentwicklung. Ich gehe also davon aus, dass ich es nicht so schnell vergessen werde wie ich ein Programm zu schreiben habe.Und falls du bis jetzt nur Flachpfeifen als WiInfs kennengelernt hast, tut es mir leid. Soll es aber angeblich in jedem Berufszweig geben, sogar bei den Informatikern.
Gruß
-
TheToast schrieb:
Hi,
mir wurde letztens geraten, anstelle von Informatik Wirtschaftsinformatik zu studieren, da man damit höhere Chancen auf einen Arbeitsplatz haben soll...
Wie seht ihr das?
ich rate dir das zu studieren was _dich_ interssiert und spass macht. Der Arbeitsmarkt änder sich schnell, auf solche aussagen wie oben kann man sich imho nicht verlassen. Wenn man gut in einen bereich ist findet man auch einen job später.