Krankheitstage mit Urlaubstagen zu verrechnen...



  • Marc++us schrieb:

    Außerdem, Frage: angenommen eine Firma macht Gewinn, heißt das, daß sie Leute einstellen muß, bis sie keinen Gewinn mehr macht? Das wäre ja das logische Fortdenken Deiner Forderung.

    nein natürlich nicht, es ging mir bei meiner aussage um die soziale kompetenz eines unternehmens. natürlich muss man nicht mit aller macht arbeitsplätze erhalten bis das ganze unternehmen gefärdet ist. es kann aber nicht sein das ein unternehmen das hier gewinne erwirtschaftet 500 leute entlässt und ins ausland geht und dort 500 billigere einstellt nur um seinen gewinn zu maximieren.
    gut jetzt kann man sagen das ist das zeil eines unternehmens die gewinn maximierung aber eine gewisse soziale komponente würde den unternehmen nicht schaden und ich denke auf lange sicht würde so ein verhalten die stimmung in der bevölkerung verbessern.



  • das wir den nicht funktionierenden Generationenvertrag haben ist mist. Es hätte in den "Guten zeiten" mal in den sauren Apfel gebissen werden müssen und soviel Geld eingelagert werden, dass die Zinsen zum Bezahlen reichen.

    Naja vielleicht findet man ja Öl unter Deutschland. Dann bombadiern die Amis auch uns und anschließen gibts wieder genug aufzubauen, was Arbeitsplätze bringt 😃



  • @Marcus Ich glaube was Shadow eigentlich fordern wollte war ein weniger rein Betriebsökonomisch, als viel mehr ein volkswirtschaftlich geprägtes Handlen der Wirtschaftsgrössen. Und das wäre in der heutigen Zeit in meinen Augen wirklich wichtig.



  • junix schrieb:

    @Marcus Ich glaube was Shadow eigentlich fordern wollte war ein weniger rein Betriebsökonomisch, als viel mehr ein volkswirtschaftlich geprägtes Handlen der Wirtschaftsgrössen. Und das wäre in der heutigen Zeit in meinen Augen wirklich wichtig.

    👍


  • Mod

    -Shadow- schrieb:

    junix schrieb:

    @Marcus Ich glaube was Shadow eigentlich fordern wollte war ein weniger rein Betriebsökonomisch, als viel mehr ein volkswirtschaftlich geprägtes Handlen der Wirtschaftsgrössen. Und das wäre in der heutigen Zeit in meinen Augen wirklich wichtig.

    👍

    Das erscheint mir illusionär.

    Ein Betrieb kann nur betriebswirtschaftlich handeln und nicht volkswirtschaftlich, weil er nur sich selbst kontrollieren kann. Die Volkswirtschaft wird aus n Teilen (mit: "n ist relativ groß") gebildet, so daß ein einzelner gar nicht weiß, ob seine Maßnahmen einen positiven oder negativen Einfluß auf die Volkswirtschaft haben.

    Stichwort: Prädiktion nicht-linearer kausaler Systeme, Chaostheorie

    Wenn die Masse im guten Glauben handelt bedeutet es nicht, daß die Gesamthandlung gut ist.

    Siehe z.B. die Subventionierung der Steinkohle - es sah eine zeitlang danach aus, daß die Subventionen volkswirtschaftlich sinnvoll wären. Inzwischen stellt sich aber heraus, daß diese Ausgaben für die Volkswirtschaft ein Verlust waren.

    Wäre es nicht einfacher sich auf die Basics zu besinnen:

    - ein Betrieb achtet darauf, daß er überlebt
    - der Staat versucht den Betrieben das Überleben einfach zu machen und sicherzustellen, daß jeder einzelne aus seinen Fähigkeiten maximalen Gewinn erzielen kann

    Heute sind die Aufgaben so kreuz- und querverknüpft, daß die Auswirkungen nicht mehr überschaubar sind.



  • @ Marc++us

    ich beziehe mich nicht auf die gesamtheit der deutschen unternehmen, sondern jedes unternehmen für sich sollte sich auch ihrer verantwortung gegenüber den arbeitnehmern bewust sein.

    „In der sozialen Marktwirtschaft müssen wir einen Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit finden, und dieses Bemühen lassen viele Unternehmen heute vermissen.“ Wendelin Wiedeking Vorsitzender des Vorstandes der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG.



  • Andreas XXL schrieb:

    Das soziale netzt tiefer hängen trifft zumeist die Unschuldigen. Hat z.B jemand, seit er 16 ist für ne Firma gearbeitet und wird mit 50 entlassen,... was passier also, er verliert seine Ersparnisse sein auto usw. wegen Hartz 4.

    Hier in Berlin kann man von ALG II (331 Euro) noch verdammt gut leben. Hier sitzen die üblichen verdächtigen von Morgens bis Abends vor der Glotze inner Kneipe und gucken Fußball. Von obigen Geld müssen sie nichtmal die Miete zahlen. Nichtmal Kleidung, ...
    Es gibt jede Menge umsonst Kinos, 1 Euro Kneipen, Großereignisse werden auf Leinwand übertragen, in Theatern kommt an für 3 Euro rein, ...

    Die haben 10 Euro pro Tag zur Verfügung. Bemittleiden kann man sie höchstens wegen der Perspektive. Aber ich vermute eher das wir uns mit Ihrem Schicksal abfinden müssen, während sie sich mit Ihrem schon längst arangiert haben.

    In Dörfer irgendwo in der westlichen Botanik sieht es mit den Lebenshaltungskosten bestimmt anders aus. Aber für Berliner: KEIN MITLEID.



  • Marc++us schrieb:

    Ein Betrieb kann nur betriebswirtschaftlich handeln und nicht volkswirtschaftlich, weil er nur sich selbst kontrollieren kann.

    Naja, in einem gewissen Mass kann ein Betrieb sehr wohl volkswirtschaftlich handeln, indem er sich nicht so stark auf die Gewinnmaximierung konzentriert.
    Natürlich bestehen da Forderungen von Aktionären, etc. Trotzdem denke ich sollte ein Unternehmen diesem Druck zu einem gewissen Grad standhalten können.


  • Mod

    junix schrieb:

    Naja, in einem gewissen Mass kann ein Betrieb sehr wohl volkswirtschaftlich handeln, indem er sich nicht so stark auf die Gewinnmaximierung konzentriert.

    In diesem Fall handelt er schädlich für die Volkswirtschaft, weil er in 3 bis 4 Jahren bei einem Gewinneinbruch sich nicht rechtzeitig Gedanken über Sparmaßnahmen gemacht hat, pleite geht, und damit die Arbeitsplätze verloren gehen.

    [Und eine Firma wie Coca&Cola kann eigentlich gar nicht volkswirtschaftlich optimal handeln, da ihre Produkte für die Volkswirtschaft so viel Schaden anrichten, das können sie gar nicht über Umsatz und Arbeitsplätze reinholen. 😉 ]

    Ist überspitzt formuliert, aber heutzutage durch den internationalen Druck ist es kein Problem mehr, daß eine Firma plötzlich von jetzt auf nachher 30-50% weniger Umsatz in einem Geschäftsfeld macht. Auf maximalen Gewinn achten bedeutet außer Arbeitsplatzabbau ja auch, daß man sich Gedanken über effektive Abläufe, billige Herstellungskosten, einfache Abwicklung, etc, macht. Hat man das beizeiten versäumt, bricht einem bei Umsatzrückgängen schlagartig die Marge ein, die Firma bzw der Geschäftsbereich rutscht in die roten Zahlen.

    Früher war das klassischer: bei guten Zeiten haben die Firmen Geld verblasen, bei schlechten Zeiten dann wie wild gespart und Personal abgebaut. Nur haben sich die Zyklen zwischen guten und schlechten Zeiten inzwischen verkürzt, mit dieser Politik kommt man nicht mehr weiter, es bleibt einem bei diesen Schwankungen gar nichts mehr übrig außer ständig zu sparen und zu optimieren. Und dazu kommt speziell in Deutschland die Sache mit langen Kündigungsfristen, so daß Firmen beim kleinsten Windhauch schon Leute entlassen - denn wenn Du in 6 Monaten ein Problem siehst, mußt Du sofort anfangen zu entlassen wegen der Kündigungsfristen und Abfindungen. Diese ganzen Reaktionen auf Marktschwankungen sind aus Firmensicht oftmals der einzige logische Weg, da ihnen kaum Handlungsalternativen aufgezeigt werden.

    Daß Firmen teilweise auch falsche Wege dabei gehen ist unbestritten - schließlich hat in vielen Fällen Auslandsverlagerung zu massiven Qualitätseinbußen geführt, insofern waren nachher die Produkte kaum billiger. Kleiderimporteure, die Ware aus Bangladesh oder China importieren, bestellen ja auch jeden Artikeln gleich in Redundanz, weil das Zeugs teilweise so verdreckt und beschädigt ankommt, daß man 50% wegwerfen muß.

    Ich streite auch gar nicht ab, daß diese ganzen Maßnahmen wie "Diversifikation" und "Konzentration auf das Kerngeschäft" zum Teil großer Unsinn sind, und letztlich oftmals zum beschleunigten Untergang beitragen.

    Aber zu versuchen das über ein großes Regelwerk zu ordnen erscheint mir eher ein Ansatz in der Art einer Gesellschaftsutopie zu sein.



  • Marc++us schrieb:

    Aber zu versuchen das über ein großes Regelwerk zu ordnen erscheint mir eher ein Ansatz in der Art einer Gesellschaftsutopie zu sein.

    ich habe nie gesagt das man das über ein regelwerk ordnen sollte. der staat sollte die marktwirtschafftlichen grundlagen schaffen wie lohnnebenkosten senken kündigungsschutz lokern gute infrastruktur schaffen etc. allerdings sollten die firmen in einem gewissen rahmen, der natürlich auch gewinn orientiert ist, sozial handeln (eigenverantwortlich nicht vom staat vorgeschrieben). wie der porsche chef es gesagt hat ein ausgleich zwischen kapital und arbeit.


  • Mod

    Das findet man in den angelsächsischen Ländern ja häufiger, auch in Bezug auf Spenden und Stiftungen.

    In Deutschland hat der Staat aber solche Gedanken wie "sozial" monopolisiert, er hat sich einen Alleinvertretungsanspruch dafür auserkoren. Jeder weiß "sozial - da kümmert sich der Staat drum". Nicht nur Firmen sehen das so, sondern viele Bürger empfinden das ja auch und handeln entsprechend.

    Solange der Staat für sich in Anspruch nimmt - und das auch wörtlich von Politikern gesagt wird - daß nur er für sozialen Ausgleich und soziale Taten sorgen kann erstickt er doch jede derartige Regung im Keim.



  • Nebenbeibemerkt ist bei den richtigen Rahmenbedingunten die Nutzen(Gewinn)-Maximierung jedes einzelnen eine Maximierung der Gesamtleistung und somit der Volkswirtschaft.



  • Marc++us schrieb:

    Solange der Staat für sich in Anspruch nimmt - und das auch wörtlich von Politikern gesagt wird - daß nur er für sozialen Ausgleich und soziale Taten sorgen kann erstickt er doch jede derartige Regung im Keim.

    Ich möchte aber unser Allgemeinwesen auch nicht von den Almosen irgendwelcher Reichen abhängig sehen. Der Staat sorgt dafür das man nicht verhungert, eine Schule besucht und eine Wohnung hat. Wenn sich der Dekiquent etwas bemüht sollte er auch umsonst eine Ausbildung bekommen. Sei es auch als Kredit den er nachher zurückzahlt. Das kostet nicht viel.
    Außerdem ist es in D nicht verboten eine Stiftung zu gründen. Wird sogar steuerlich gefördert.

    Oder privat eine Schule zu gründen. Aber so wie es aussieht haben die Konzernherren mal wieder Ihre Macht überschätzt. Eine Privatuni ist doch bereits dem Staat geschenkt worden. Die anderen Eliteunis geht es auch ziemlich dreckig.
    In den USA hat Coca Cola oder Pepsi eine Schule gekauft um Werbestrategien vorher an den Schülern auszuprbieren.

    Wenn man alles den Reichen überläßt führt das wieder zurück zur Leibeigenschaft. Der Graf sorgt für seine Untertanen. (Und wenn ihm eine Nase nicht passt leistet er es sich, ihn die Latrinen reinigen zu lassen.) Natürlich wird auch dies kapitalistisch (mit dem Recht des Stärkeren) begründet.


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