China angesehener als USA
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Blackshadow schrieb:
Ich habe mal gehört, China kauft Maschinen aus Deutschland, aber statt gleich viele zu kaufen, so dass unsere Wirtschaft was davon hat, wird immer nur eine pro Typ gekauft. Dann wird die in China auseinandergebaut und Stück für Stück rekonstruiert. An Patentrechte und ähnliches hält sich keiner. Jeder weiß es, aber niemand traut sich, etwas dagegen zu unternehmen (Wirtschaftsembargo oder ähnliches), weil alle schon viel zu abhängig von China sind.
Ist das jetzt ein Gerücht oder stimmt das wirklich?Das stimmt wirklich.
Kannst Du auf jeder Maschinenmesse in China sehen, und inzwischen trauen sich die Jungs auch schon ganz frech auf Messen ins Ausland.
Auch kann man praktisch keine Ersatzteile nach China liefern, da die Anwender der Maschinen defekte Teile einfach in lokalen Werkstätten kopieren lassen.
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Fritzy schrieb:
Damit China aufsteigen kann brauchen sie uns als Partner um sich der USA erwehren zu können.
Chinesen verstehen unter dem Begriff "Partner" einen Geschäftspartner, keinen Freund.
Und: Blut bindet in China stärker als Verträge. Daher auch die Haßliebe zu Taiwan, und die zunehmende Kooperation mit Malaysia und Singapur, wo die Staaten durch eine wirtschaftlich starke chinesische Elite beherrscht werden.
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Fritzy schrieb:
Marc++us schrieb:
Schon richtig. Aber wer differenziert da so genau. Glaubst Du ein Schwede kommt da ungeschoren davon? Langnase ist Langnase.
Kann China mit einer "wir gegen den Rest der Welt" Strategie durchkommen?
Bisher läuft es doch gut.
Merke: sie brauchen uns nur als Abnehmer ihrer Waren.
Die chinesische Kolonialgeschichte ist sehr interessant - die Chinesen haben ihre Kolonien nie mit Hilfe von Militär und Verwaltung etabliert, sondern ausschließlich durch Händler.
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hm, und wo ist jetzt das problem? wir kaufen halt keinen chinesischen billigscheiß mehr und fertig.
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Das könnte mittlerweile schon ziemlich schwierig werden.
Was glaubst du, was ein "deutsches" Auto mehr kosten würde,
wenn wirklich alle Teile aus DE kommen würden?
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scrub schrieb:
hm, und wo ist jetzt das problem? wir kaufen halt keinen chinesischen billigscheiß mehr und fertig.
Sag das den Leuten, die im Mediamarkt vor der Entscheidung stehen 150€ für ein Gerät aus China oder 250€ für ein vergleichbares Gerät von wo anders auszugeben.
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scrub schrieb:
hm, und wo ist jetzt das problem? wir kaufen halt keinen chinesischen billigscheiß mehr und fertig.
Klar, Schutzzölle und eine Mauer um Deutschland gebaut. Den Sozialismus in seinem Lauf hält auch kein Chinese auf.
So liebe ich das - ja nix ändern, und hoffen, daß die Welt draußen bleibt.
Wie wäre es mal damit, den Kampf aufzunehmen und den Jungs ordentlich Feuer zu geben? Noch haben wir das höhere Exportvolumen.
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Lieber ne deftige Importsteuer für Endnutzergeräte als Mehrwertsteuererhöhung

Wie wäre es mal damit, den Kampf aufzunehmen und den Jungs ordentlich Feuer zu geben? Noch haben wir das höhere Exportvolumen.
Was genau meinst du damit?
Kampfpreise für den Export wie die Lebensmitteldiscounter?
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Marc++us schrieb:
Klar, Schutzzölle und eine Mauer um Deutschland gebaut. Den Sozialismus in seinem Lauf hält auch kein Chinese auf.
So liebe ich das - ja nix ändern, und hoffen, daß die Welt draußen bleibt.
ist doch meine entscheidung, wenn ich mich für den 100€ teureren VCR aus deutschland entscheide, oder?
Marc++us schrieb:
Wie wäre es mal damit, den Kampf aufzunehmen und den Jungs ordentlich Feuer zu geben? Noch haben wir das höhere Exportvolumen.
dann begeben wir uns ja nur auf chinesisches niveau runter. dann schlage ich vor, uns auf das niveau von burkina faso oder somalia runterzubegeben, dann machen wir die chinesen auf jeden fall platt.
leuchtet dir eigentlich nicht ein, daß dieser weg genau dahin führt? wir werden billiger, die werden billiger, wir werden noch billiger, die werden noch billiger, wir werden noch viel billiger, die werden noch viel billiger... ... ... und schon leben wir um der arbeit willen und haben dabei NIX gewonnen. tolle perspektive, die du da bietest.
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Irgendwo hin fließt das Geld. Wenn alle billiger werden kannst du dir mehr leisten und den Firmen wird mehr abgekauft (Annahme: Schatzhorter gibts kaum mehr), sie können mehr produzieren, mehr Leuten mehr Geld zahlen.
MfG SideWinder
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Heter Puth schrieb:
Apollon schrieb:
Heter Puth schrieb:
[...] Na gut, ich sag besser nichts mehr.
In der Tat. Besser ist das.
Dein Kommentar kratzt jetzt ungemein an meinem Selbstbewusstsein

Entschuldigung (ist ehrlich gemeint).
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Irgendwo habe ich mal gelesen das unser Hauptproblem die Automatisierung ist. Durch den billigen Chinamann würden gar nicht so viele Arbeitsplätze verloren gehen.
Aber wenn wir chinesisch-süß-sauer machen wollen würd ich sagen wir schaffen den Studiengang Maschbau/Informatik/Etechnik. Unter 20 Cent Stundenlohn sollte doch so ein Maschinchen betreibbar sein...
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Fritzy schrieb:
Studiengang Maschbau/Informatik/Etechnik.
Nennt sich "Mechatronik".
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scrub schrieb:
Marc++us schrieb:
Wie wäre es mal damit, den Kampf aufzunehmen und den Jungs ordentlich Feuer zu geben? Noch haben wir das höhere Exportvolumen.
dann begeben wir uns ja nur auf chinesisches niveau runter. dann schlage ich vor, uns auf das niveau von burkina faso oder somalia runterzubegeben, dann machen wir die chinesen auf jeden fall platt.
leuchtet dir eigentlich nicht ein, daß dieser weg genau dahin führt? wir werden billiger, die werden billiger, wir werden noch billiger, die werden noch billiger, wir werden noch viel billiger, die werden noch viel billiger... ... ... und schon leben wir um der arbeit willen und haben dabei NIX gewonnen. tolle perspektive, die du da bietest.
Wer hat denn gesagt, daß wir den Kampf über die Preise aufnehmen sollen? Das ist die Domäne der Chinesen, "high volume low margin business", das macht keinen Sinn.
Wir müssen an ihnen verdienen, wo sie schwach sind, z.B. ihre furchtbar ineffiziente Energieversorgung, oder unsere wettbewerbsfähigen Produkte in noch kürzeren Zyklen auf den Markt bringen. Negativbeispiel: Siemens vs. BenQ. Markttrends verpennt. Die gutverdienenden Chinesen kaufen nur Markenartikel, das cheapcheaplo-Zeug geht nach Europa, USA, und an die Armen im Land. Aber bei den Markenartikeln ist ein ungeheurer Innovationszyklus, Modellwechsel alle 6 Monate maximal. Dann sind Elektronikartikel veraltet. Bei uns denken die Firmen immer noch in 2-3 Jahreszyklen, das ist einfach zu langsam. Damit kann man die 40-50 Millionen kaufwilligen Chinesen nicht an deutsche Marken binden. Nokia hat das bitter lernen müssen.
Zur Zeit kopieren die Chinesen schneller, als wir Vorlagen entwickeln. Davon müssen wir wegkommen, also schneller die Vorlagen herausbringen. Entscheidungen schneller fällen, mehr Risiko eingehen. Nicht jedes Produkt 10000mal diskutieren, sondern dorthin, wo der Markt ist.
Die deutschen Autofirmen lernen das langsam, VW hat eine relative gute Reaktion beim Fox gezeigt. Auch eine Firma wie Puma ist ein gutes Beispiel, die sind zuletzt bei jedem Trend rechtzeitig zur Stelle gewesen.
Unser Problem zur Zeit ist, daß unsere Domäne Maschinenbau eben 150 Jahre alte Technologie ist. Dort gehen die Uhren traditionell langsamer, aber das muß einfach auf die heutige "Internetzeit" angepasst werden.
Neulich habe ich einen interessanten Artikel gelesen, in Korea verliert die Email in letzter Zeit an Bedeutung, da sie als zu langsam betrachtet wird - SMS und andere Realtimepager kommen jetzt in den Vordergrund. Email ist was für alte und langsame Leute. Wenn Du auf solchen Märkten Geschäfte machen willst, kannst Du Dir keine Planfeststellungsverfahren von 5 Jahren für den Ausbau Deiner Werkshalle leisten.