[Politik]Links/Rechts <- macht die Einteilung irgentwie auch nur im Geringsten Sinn?
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Bashar schrieb:
Das kommt durch das gemeinsame "S" im Namen. (Jetzt mal ohne irgendeinen Vergleich vorzunehmen, aber dass zwei "sozialistische" Parteien teilweise ähnlich lautende Programme haben, dürfte nicht verwundern.)
Stimmt. Die CSU überholt die SPD zur Zeit ja auch "links".
Wirtschaftspolitisch kann man von links zur Zeit wohl aufreihen:
PDS, CSU, SPD, Grüne, FDP, CDU
Gesellschaftspolitisch (Sicherheit, Staatsbild) von links nach rechts:
PDS, Grüne, SPD, FDP, CDU, CSU
Man benötigt außer rechts und links noch eine weitere Dimension...
Das Wirtschaftsprogramm der NPD ist übrigens auch sozialistisch geprägt.
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Marc++us schrieb:
Man benötigt außer rechts und links noch eine weitere Dimension...
Das Wirtschaftsprogramm der NPD ist übrigens auch sozialistisch geprägt.
hm gehört das irgendwie zusammen oder ist der zweite satz eigenständig (was der abstand dazwischen vermuten lässt) ?
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Das ist so eine Art "P.S.:" - also ein eigenständiger Nachsatz.
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Marc++us schrieb:
Warte mal... das sind Forderungen aus dem Parteiprogramm der NSDAP:
*1. Wir fordern den Zusammenschluß aller Deutschen auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes der Völker zu einem Groß-Deutschland.
2. Wir fordern die Gleichberechtigung des deutschen Volkes gegenüber den andere Nationen, Aufhebung der Friedensverträge von Versailles und St Germain.
3. Wir fordern Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung unseres Volkes und Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusses.
4. Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein.
5. Wer nicht Staatsbürger ist, soll nur als Gast in Deutschland leben können und muß unter Fremdengesetzgebung stehen.
8. Jede weitere Einwanderung Nicht-Deutscher ist zu verhindern. Wir fordern, daß alle Nicht-Deutschen, die seit dem 2. August 1914 in Deutschland eingewandert sind, sofort zum Verlassen des Reiches gezwungen werden.
23. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen die bewußte politische Lüge und ihre Verbreitung durch die Presse. Um die Schaffung einer deutschen Presse zu ermöglichen, fordern wir, daß:
a. sämtliche Schriftleiter und Mitarbeiter von Zeitungen, die in deutscher Sprache erscheinen, Volksgenossen sein müssen,
b. nichtdeutsche Zeitungen zu ihrem Erscheinen der ausdrücklichen Genehmigung des Staates bedürfen. Sie dürfen nicht in deutscher Sprache gedruckt werden,
c. jede finanzielle Beteiligung an deutschen Zeitungen oder deren Beeinflussung durch Nicht-Deutsche gesetzlich verboten wird, und fordern als Strafe für Übertretungen die Schließung eines solchen Zeitungsbetriebes sowie die sofortige Ausweisung der daran beteiligten Nicht-Deutschen aus dem Reich.
Zeitungen, die gegen das Gemeinwohl verstoßen, sind zu verbieten. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen eine Kunst und Literaturrichtung, die einen zersetzenden Einfluß auf unser Volksleben ausübt, und die Schließung von Veranstaltungen, die gegen vorstehende Forderungen verstoßen.
24.Wir fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat, soweit sie nicht dessen Bestand gefährden oder gegen das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse verstoßen.*
Jetzt weiß ich, wo Lafo und Gysi abschreiben. Kam mir gleich so bekannt vor.
Ahja. Wo sind die diesbzgl. Entsprechungen im Programm der Linkspartei(en)?
Immer wieder schön, wenn man nur das zitiert, was einem in den Kram passt.Davon abgesehen, was soll das für ein Argument sein? Ist die FDP eine Quasi-Nazipartei, weil auch Nazis den Schutz von Mutter und Kind fordern!?
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Jansen schrieb:
-NSDAP Parteiprogramm-
...
Ahja. Wo sind die diesbzgl. Entsprechungen im Programm der Linkspartei(en)?Es gibt sie nicht.
Anscheinend sind nur die Passagen über die Wirtschaftsprogramme gleich.
Das habe ich ja in einem benachbarten Beitrag gesagt... daß man Parteirichtungen zweidimensional machen müßte - einmal auf einer wirtschaftspolitischen Ebene und einmal auf einer gesellschaftspolitischen Ebene.
Offensichtlich sind klassische Linksparteien auf der wirtschaftspolitischen Ebene ziemlich deckungsgleich zu den Rechtsparteien.
Das ist das Schöne: wer den Sozialismus wegen seiner Ausrichtung ablehnt, muß konsequenterweise auch die Nazis ablehnen. So kann man sich heute auch als neue Mitte definieren: man kann weder mit Faschos noch mit Antifaschos was anfangen. Und wenn man so in der Mitte steht und sich die Feinde seiner Lebensweise ansieht, stellt man fest wie ähnlich sich die Brüder doch sind. Deswegen hassen sie sich auch so. Weil sie sich in ihrem Profil nicht wirklich abgrenzen können.
So ähnlich ist das auch mit den monotheistischen Religionen - sie sind sich so nahe, so ähnlich, und doch so fern, sie müssen sich einfach hassen.
Jansen schrieb:
Immer wieder schön, wenn man nur das zitiert, was einem in den Kram passt.
Normal, genau dafür kann man Zitate einsetzen. Partielle Herausstellung von Aussagen.
Jansen schrieb:
Davon abgesehen, was soll das für ein Argument sein?
Es wurde nach Grundzügen "rechtsextremer Politik" gefragt - und im Gegensatz zu linker Politik kamen da nur Aussagen in Richtung Führer, Auschwitz und Rassenlehre. Das wird zwar gerne so in den Vordergrund gestellt - der Wikipedia-Artikel ist hier ein schlechtes Beispiel, da er verschiedene Aspekte auf scheinbar gleichen Level stellt, übrigens genauso wie bei der Kapitalismus-Definition - aber verschleiert natürlich, daß es durchaus auch konkrete politische Ziele und Forderungen aus der rechten und rechtsextremen Ecke gibt.
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Marc++us schrieb:
Es wurde nach Grundzügen "rechtsextremer Politik" gefragt - und im Gegensatz zu linker Politik kamen da nur Aussagen in Richtung Führer, Auschwitz und Rassenlehre. Das wird zwar gerne so in den Vordergrund gestellt - der Wikipedia-Artikel ist hier ein schlechtes Beispiel, da er verschiedene Aspekte auf scheinbar gleichen Level stellt, übrigens genauso wie bei der Kapitalismus-Definition - aber verschleiert natürlich, daß es durchaus auch konkrete politische Ziele und Forderungen aus der rechten und rechtsextremen Ecke gibt.
das heißt, weil gewisse forderungen gleich sind, ist die ideologie dahinter dieselbe? es gibt einen unterschied zwischen linker und rechter globalisierungskritik. anderes beispiel: konservative christliche führer der usa wollen pornografische darstellungen verbieten und argumentieren auf der gleichen schiene wie radikale feministinnen (porNO kampagne etc.), anderes beispiel: die homosexuellenbewegung früher argumentierte wie homophobe konservative heute (pathologisiert, bemitleidend) - du willst mir klarmachen, dass diese gruppen, weil sie dasselbe fordern, gleioh sind?
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Union-Fan schrieb:
Das Ende "der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen" ist nur eines der Argumente,ein Vorwand, um diese Umverteilung zu begründen.
Reine Polemik.
kingruedi schrieb:
Ich finde es merkwürdig, dass in DE Links von vielen Menschen und besonders Jugendlichen als per Definition "gut" angesehen wird.
Das ist ja wohl eher ein Argument gegen "viele Menschen und besonders Jugendliche", als gegen Links.
Marc++us, von wann ist denn dieses Parteiprogramm? Es ist doch sicher nicht das, was 1932/33 aktuell war? Hitler wurde gegen Ende der Weimarer Republik von allen konservativen Parteien unterstützt, ich glaube nicht, dass die das getan hätten, wenn sie damit ihre Klientel vergrault hätten.
Und was hat er davon umgesetzt? Gab es z.B. irgendwelche Enteignungen, die nicht gerade Juden oder andere diskriminierte Minderheiten betrafen?BTW denkt auch mal jemand daran, dass die amerikanischen Republikaner auch als rechts gelten?
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Marc++us schrieb:
Das habe ich ja in einem benachbarten Beitrag gesagt... daß man Parteirichtungen zweidimensional machen müßte - einmal auf einer wirtschaftspolitischen Ebene und einmal auf einer gesellschaftspolitischen Ebene.
Ich weiß nicht, ob das hier schon erwähnt wurde - aber von daher finde ich ja http://www.politicalcompass.org/ sehr schön.
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ab jetzt bin ich nelson mandela

ist das nicht auch ein bisschen plump?
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Bashar schrieb:
Marc++us, von wann ist denn dieses Parteiprogramm? Es ist doch sicher nicht das, was 1932/33 aktuell war? Hitler wurde gegen Ende der Weimarer Republik von allen konservativen Parteien unterstützt, ich glaube nicht, dass die das getan hätten, wenn sie damit ihre Klientel vergrault hätten.
Und was hat er davon umgesetzt? Gab es z.B. irgendwelche Enteignungen, die nicht gerade Juden oder andere diskriminierte Minderheiten betrafen?Von 1923.
Also ein Parteiprogramm der Nationalsozialisten, kein Parteiprogramm von Hitler.
Ist wie bei Stalin... diese Zeit bezeichnet man ja auch als Stalinismus, nicht als Kommunismus. Was hat Stalin vom kommunistischen Manifest umgesetzt?
Hitler und Stalin waren letztlich einfach nur Diktatoren, aufgesetzt auf einem politischen System, das sie an die Macht spülte. Mit der Urbewegung hatte das nicht mehr viel zu tun. Aber bei genauem Hinblick sollte man sich eben klarmachen, daß die wirtschaftspolitischen Zielsetzungen der NSDAP (genau wie heute der NPD) im Kern eben doch sozialistisch sind.
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operator void schrieb:
Marc++us schrieb:
Das habe ich ja in einem benachbarten Beitrag gesagt... daß man Parteirichtungen zweidimensional machen müßte - einmal auf einer wirtschaftspolitischen Ebene und einmal auf einer gesellschaftspolitischen Ebene.
Ich weiß nicht, ob das hier schon erwähnt wurde - aber von daher finde ich ja http://www.politicalcompass.org/ sehr schön.
Politikkompass schrieb:
Economic Left/Right: 0.13
Social Libertarian/Authoritarian: -6.00Oho, ich bin also n Bisschen rechts.

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Marc++us schrieb:
Von 1923.
Dachte ich mir. Waren sie mit diesem Programm überhaupt "rechts" im eigentlichen Sinne? Apropos, haben wir inzwischen eine griffige Definition für rechte Politik?
Eines scheint mir bei allen Rechten gemeinsam zu sein: Rückwärtsgewandheit, Konzentration auf echte oder eingebildete traditionelle Werte und die "gute alte Zeit". Das trifft auf die damaligen Kaisertreuen zu, aber eigentlich auch auf die Nationalsozialisten, deren Ideal wohl irgendwo in der germanischen Stammesgesellschaft zu suchen ist.
Aber irgendwo auch auf die heutigen "Jammer-Ossis", die die Mauer wiederhaben wollen. Oder auf die Roten Khmer.Kann also noch nicht alles sein, oder doch? Es taugt außerdem meiner Meinung nach nicht als Kern einer politischen Ausrichtung, das machen die doch nur, um die Natur des Menschen, die Vergangenheit grundsätzlich mit der rosaroten Brille zu sehen, auszunutzen.
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Your political compass
Economic Left/Right: -5.13
Social Libertarian/Authoritarian: -6.26Ungefähr da, wo der Dalai Lama steht

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Economic Left/Right: 0.75
Social Libertarian/Authoritarian: -1.23
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Economic Left/Right: -2.00
Social Libertarian/Authoritarian: -6.15interssant
(wobei der test für die deutsche politische lage denke ich anders aussehen würde)auch interssant:
http://www.digitalronin.f2s.com/politicalcompass/images/internationalchart.gif
schaut mal wo G.Schröder steht ^^.
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Bashar schrieb:
Dachte ich mir. Waren sie mit diesem Programm überhaupt "rechts" im eigentlichen Sinne?
Ich denke schon. Die NPD hat heute ein ähnliches Programm, auch die Forderungen von Horst Mahler lesen sich so ähnlich. Für den war es ja auch ohne große Probleme möglich von ganz links nach ganz rechts zu wechseln - ist halt nahe verwandt (so wie man bei der Weltkarte oftmals glaubt, China wäre weit weg von Südamerika - dabei sind sie Nachbarn). Einfach "replace Genosse Volksgenosse" und fertig. Die Unterdrückung von Individuen gehört bei beiden Rändern zum Programm, da versteht man sich leicht und gut.
Bashar schrieb:
Apropos, haben wir inzwischen eine griffige Definition für rechte Politik?
Nein. Aber ein Merkmal der rechten Politik gesellschaftspolitisch gesehen ist sicherlich "Betonung der Autorität des Staates".
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Jesus, hier gibts wohl nur Liberale in dem Forum, hat hier keiner was positives bei "Social Libertarian/Authoritarian"? Ich stehe rechts unter dem Papst, denke da passe ich auch gut hin *g*.
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Marc++us schrieb:
(so wie man bei der Weltkarte oftmals glaubt, China wäre weit weg von Südamerika - dabei sind sie Nachbarn)
China _ist_ weit weg von Südamerika. Glaube ich.

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Hat auf jeden Fall ne Menge Wasser dazwischen (nicht 2D-Landkarte - da wird a bissi Wasser gekürzt *g - sondern Globus anschauen)

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Bashar schrieb:
kingruedi schrieb:
Ich finde es merkwürdig, dass in DE Links von vielen Menschen und besonders Jugendlichen als per Definition "gut" angesehen wird.
Das ist ja wohl eher ein Argument gegen "viele Menschen und besonders Jugendliche", als gegen Links.
Ich habe auch nicht versucht "gegen Links" zu argumentieren, zumindest nicht die Inhalte betreffend. Ich wollte nur aufzeigen, dass "Links" eben doch nicht per Definition "Alle Menschen lieben und umarmen sich" bedeutet.