Kommen die Einsteins von morgen wieder aus Deutschland?
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junix schrieb:
Hmmm also wenn ich mir die Zahlen da so anschaue, komm ich auf folgende Top 10 über die Jahre 1901 - 2002
1. Diese Top 10 ist leider völlig uninteressant für die heutige Zeit, da sie den Zeitraum vor dem 2. Weltkrieg mit einbezieht. Wie ich schon gesagt habe, sind durch diesen viele Intellektuelle aus Deutschland und wahrscheinlich auch aus anderen europäischen Staaten geflüchtet. Einstein selbst gehört ja auch dazu. Wenn man die anderen Zahlen betrachtet, dann hat die USA momentan doch eine enorme Dominanz in diesem Bereich.
2. Du mußt auch die Bevölkerungsentwicklung beachten, wenn du Zahlen über so einen großen Zeitraum miteinander vergleichst. Die USA haben in diesem Zeitraum AFAIK im Vergleich zu anderen Staaten ein höheres prozentuales Bevölkerungswachstum gehabt.
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junix schrieb:
Und bei den Preisen bei den USA näme es mich mal wunder wieviele Preise da auf Arbeit von z.B. deutschen Wissenschaftlern die nach dem Krieg nach USA (de-/ex-)portiert wurden gründen...
Dieser Trend, dass Wissenschaftler in die USA auswandern, ist weiterhin vorhanden. Wenn du die Tabellen mit den Preisen anguckst, dann stellst du fest, dass auch in den letzten Jahre die Dominanz der USA eher zunimmt. In den USA hat die Wissenschaft nunmal bessere Standortbedingungen, da gibt es gar keine Frage. Vielleicht ist das inzwischen sogar eine "selbstverstärkende Eigenschaft" der USA: Wer etwas drauf hat, hat einen deutlichen Anreiz, in die USA zu gehen, weil da eben die "Musik gespielt wird". Und dadurch könnte das dann noch verstärkt werden.
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Gregor@Home schrieb:
Weil er eben genau weiß, dass so ein Stand in einem großen Teil der Bevölkerung mit bestimmten negativen Vorurteilen belegt ist. So jemand gilt als weltfremd und man sagt, "er lebt im Elfenbeinturm".
Tja. Nur leider stimmts auch sehr oft
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sarfuan schrieb:
Ich hab mal auf nobelpreis.org den Zeitraum von 1980-2004 recherchiert.
Chemie:
1988 Johann Deisenhofer, Robert Huber, Hartmut Michel (Deutschland)Literatur:
1999 Günter Grass (Deutschland)Medizin:
1984 Georges Köhler (Deutschland)
1991 Erwin Neher, Bert Sakmann (Deutschland)
1995 Christiane Nüsslein-Volhard (Deutschland)Physik:
1985 Klaus von Klitzing (Deutschland)
1986 Gerd Karl Binnig, Ernst Ruska (Deutschland)
1987 Johannes Georg Bednorz (Deutschland)
1989 Hans Georg Dehmelt, Wolfgang Paul (Deutschland)
1998 Horst Ludwig Störmer (Deutschland)
2000 Herbert Kroemer (Deutschland)
2001 Wolfgang Ketterle (Deutschland)Wirtschaft:
1994 Reinhard Selten (Deutschland)Deine Zahlen sind sehr interessant. Vor allem, weil ich inzwischen entdeckt habe, dass es zu den Statistiken, die ich da oben gepostet habe auch noch einen Artikel gibt:
http://aaawww.fh-pforzheim.de/intoff/iopub/NOBEL03/
Da sind auch weitere Statistiken verlinkt, in denen das bereichsspezifisch aufgeschlüsselt wird. Wenn man diese Statistiken mit deiner Liste vergleicht, dann kommt man zum Schluss, dass vor allem im Bereich Physik die Deutschen, die da einen Nobelpreis erhalten haben, eher im Ausland arbeiten bzw. gearbeitet haben.
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chomsky0 schrieb:
Gregor@Home schrieb:
Weil er eben genau weiß, dass so ein Stand in einem großen Teil der Bevölkerung mit bestimmten negativen Vorurteilen belegt ist. So jemand gilt als weltfremd und man sagt, "er lebt im Elfenbeinturm".
Tja. Nur leider stimmts auch sehr oft
Da wra letzt so ein Bundestagsabgeordneter von der SPD, der auch nochmal in das gleiche Horn geblasen hat. Da hat sich dann herausgestellt, dass dieser 24 Semester studiert hatte und am Schluss ohne Abschluss dastand. Trifft das auf dich auch zu?
...das ist mein Vorurteil gegenüber Leuten, die solche Dinge behaupten. 
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Gregor@Home schrieb:
chomsky0 schrieb:
Gregor@Home schrieb:
Weil er eben genau weiß, dass so ein Stand in einem großen Teil der Bevölkerung mit bestimmten negativen Vorurteilen belegt ist. So jemand gilt als weltfremd und man sagt, "er lebt im Elfenbeinturm".
Tja. Nur leider stimmts auch sehr oft
Da wra letzt so ein Bundestagsabgeordneter von der SPD, der auch nochmal in das gleiche Horn geblasen hat. Da hat sich dann herausgestellt, dass dieser 24 Semester studiert hatte und am Schluss ohne Abschluss dastand. Trifft das auf dich auch zu?
...das ist mein Vorurteil gegenüber Leuten, die solche Dinge behaupten. 
Ich habe bereits mein Dipl. und mache jetzt meinen M.Sc. Dein Vorurteil war also falsch. In meiner Studienzeit habe ich leider sehr viele unsympathische und arrogante Professoren kennengelernt ("Fragen beantworte ich grundsätzlich nicht" usw).
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chomsky0 schrieb:
Ich habe bereits mein Dipl. und mache jetzt meinen M.Sc. Dein Vorurteil war also falsch. In meiner Studienzeit habe ich leider sehr viele unsympathische und arrogante Professoren kennengelernt ("Fragen beantworte ich grundsätzlich nicht" usw).
Jaja, schon gut. Ist übrigens ne interessante Variante, nach dem Dipl. nochmal den M.Sc. zu machen.
BTW: Arroganz hat noch lange nichts mit der Eigenschaft "weltfremd" zu tun. Vielleicht warst du ja weltfremd, wenn du den Professoren bestimmte Fragen gestellt hast. Aber ich will darauf jetzt nicht unbedingt rumreiten. Wird etwas Off-Topic, findest du nicht?
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Gregor@Home schrieb:
chomsky0 schrieb:
Ich habe bereits mein Dipl. und mache jetzt meinen M.Sc. Dein Vorurteil war also falsch. In meiner Studienzeit habe ich leider sehr viele unsympathische und arrogante Professoren kennengelernt ("Fragen beantworte ich grundsätzlich nicht" usw).
Jaja, schon gut. Ist übrigens ne interessante Variante, nach dem Dipl. nochmal den M.Sc. zu machen.
BTW: Arroganz hat noch lange nichts mit der Eigenschaft "weltfremd" zu tun. Vielleicht warst du ja weltfremd, wenn du den Professoren bestimmte Fragen gestellt hast. Aber ich will darauf jetzt nicht unbedingt rumreiten. Wird etwas Off-Topic, findest du nicht?Ja ne is klar. Weltfremd, wenn ich dem Professor, der einen gewissen Bildungsauftrag hat (die guten Gehälter bekommen sie ja wohl nicht umsonst), eine Frage stelle. Zu Dipl./M.Sc.: Das machen hier sehr viele - zum einen hat man es mit einem Master einfacher im Ausland und zum anderen haben einige einfach keine Lust auf einen aussterbenden Titel.
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(die guten Gehälter bekommen sie ja wohl nicht umsonst)
Wohl eher für die Forschung in der Wissenschaft als für die Ausbildnug von Studierenden?!
MfG SideWinder
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SideWinder schrieb:
(die guten Gehälter bekommen sie ja wohl nicht umsonst)
Wohl eher für die Forschung in der Wissenschaft als für die Ausbildnug von Studierenden?!
MfG SideWinder
Lebst du in der Traumwelt und denkst ernsthaft, dass jeder Professor forscht?
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Hallo,
ich habe da auch kürzliche drüber nachgedacht, aber nicht über Naturwissenschaftler, sondern über Künstler. Ist das heute noch möglich? Oder gibts einfach zu viel Schrott bzw. zu viele gute Leute, um die wirklichen Genies herauszufiltern?! Wäre Beethoven heute auch noch ein Star, und würde man ihn später als Genie bezeichnen? Oder Goethe? Oder Schiller?
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chomsky0 schrieb:
die guten Gehälter bekommen sie ja wohl nicht umsonst
Welche guten Gehälter? Da gibt es ne Besoldungstabelle:
http://www.lbv.bwl.de/service/gehaltstabellen/beamte/besoldungstabelleab082004.pdf
Die Professoren werden (bzw. wurden bis vor kurzem) wohl hauptsächlich nach C3 oder C4 bezahlt. Ich finde, das ist nicht so viel. Wenn man das mit Gehältern in der Wirtschaft bei Berufen mit entsprechender Qualifikation vergleicht, dann ist das sogar jämmerlich wenig.
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Carsten ich denke nicht, das solche Künstler heute schon erkannt werden können. Dazu gibt es, wie du selber sagst, viel zu viel Trara und Schrott.
Kulturerbe ist dann das, was bleibt, wenn der Medienrummel verzogen ist.
Gerade in der Literatur sind ja die berümtesten Werke mit zeitlosen Fragen beschäftigt. Schund gab es auch schon früher, er konnte sich nur nicht so verbreiten.
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Gregor@Home schrieb:
chomsky0 schrieb:
die guten Gehälter bekommen sie ja wohl nicht umsonst
Welche guten Gehälter? Da gibt es ne Besoldungstabelle:
http://www.lbv.bwl.de/service/gehaltstabellen/beamte/besoldungstabelleab082004.pdf
Die Professoren werden (bzw. wurden bis vor kurzem) wohl hauptsächlich nach C3 oder C4 bezahlt. Ich finde, das ist nicht so viel. Wenn man das mit Gehältern in der Wirtschaft bei Berufen mit entsprechender Qualifikation vergleicht, dann ist das sogar jämmerlich wenig.
Soso, du findest ein Gehalt zwischen 3000 und 6000 EUR also nicht GUT. Alles klar...
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chomsky0 schrieb:
Soso, du findest ein Gehalt zwischen 3000 und 6000 EUR also nicht GUT. Alles klar...
Nö, finde ich nicht gut. Guck dir mal die ct-Gehaltsumfrage an. Hier mal das wichtige Diagramm davon:
http://www.heise.de/ct/05/06/102/bild7.jpg
Das höchste da ist "Uni-Studium mit Abschluss". Ein Professor hat eine höhere Qualifikation. Zumindest wäre dort ein gutes Gehalt (nach 10 Jahre) wohl etwa im Bereich über 80.000€ jährlich. Was dadrunter ist, halte ich für Durchschnitt. Aus meiner Sicht wären für Professoren Maximalgehälter von 100.000€ in Ordnung, mit einer entsprechenden Staffelung bis dort. Ein Maximalgehalt von etwa 72.000 im Jahr halte ich eindeutig für zu wenig. ...und jetzt muss man da mal die "Reichensteuer" der SPD einordnen, die erst ab 250.000€ Jahresgehalt anfängt. Wen soll die eigentlich treffen?
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Die Professoren arbeiten ja nicht nur an der Uni... Und das Lehren ist bei den
meisten wohl eher eine Nebentätigkeit.
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energyzer schrieb:
Die Professoren arbeiten ja nicht nur an der Uni... Und das Lehren ist bei den
meisten wohl eher eine Nebentätigkeit.Das kann ich bestätigen. Nahezu ALLE Profs arbeiten nebenbei in der Wirtschaft (meistens sind sie selbstständig oder arbeiten als Berater). Vormittags leiern sie dann eben gelangweilt ihr Skript von 1990 runter. Die paar die nicht nen Nebenjob haben, forschen dann meistens.
Zu der Topaktuellen Umfrage der ct: Der Durchschnitts ITler verdient also nach 10Jahren ca 60000€ brutto, das sind grob 40k EUR oder 3333 EUR im Monat. Und jetzt schau nochmal in der Gehaltsliste für Profs was die nach 10 Jahren bekommen. Oh, und man sollte nicht den Arbeitsaufwand vergessen. Wenn ich mir so den Stress mancher Profs ansehe, is ihr Gehalt exorbitant hoch
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chomsky0 schrieb:
energyzer schrieb:
Die Professoren arbeiten ja nicht nur an der Uni... Und das Lehren ist bei den
meisten wohl eher eine Nebentätigkeit.Das kann ich bestätigen. Nahezu ALLE Profs arbeiten nebenbei in der Wirtschaft (meistens sind sie selbstständig oder arbeiten als Berater). Vormittags leiern sie dann eben gelangweilt ihr Skript von 1990 runter. Die paar die nicht nen Nebenjob haben, forschen dann meistens.
Zu der Topaktuellen Umfrage der ct: Der Durchschnitts ITler verdient also nach 10Jahren ca 60000€ brutto, das sind grob 40k EUR oder 3333 EUR im Monat. Und jetzt schau nochmal in der Gehaltsliste für Profs was die nach 10 Jahren bekommen. Oh, und man sollte nicht den Arbeitsaufwand vergessen. Wenn ich mir so den Stress mancher Profs ansehe, is ihr Gehalt exorbitant hoch
1. Ich kann das nicht bestätigen. Ich kenne nahezu keinen Professor, der es sich neben seiner Tätigkeit in der Universität noch leisten kann, in der freien Wirtschaft zu arbeiten.
2. Die Gehälter, die Professoren kriegen, sind natürlich auch brutto. Ich weiß nicht, warum du da plötzlich brutto gegenber netto vergleichst. Auch Professoren müssen Steuern zahlen und und und.
3. Worum ging es hier noch mal? Um die "Genies" von morgen. Glaubst du, die kann man durch solche Gehälter nach Deutschland locken? Ist deren Arbeit weniger Wert als die eines Managers? Im Fernsehen haben sie letzt für einen durchschnittlichen Manager ein Gehalt von 150.000€ angenommen. Also ich finde, dass da ein deutliches Ungleichgewicht herrscht. Natürlich haben die Spitzenleute in Deutschland einen starken Anreiz, ins Ausland zu gehen, wo sie vielleicht deutlich mehr für ihre Arbeit rausholen können. Wenn hier in Deutschland beim Verdienst für diese Spitzenleute irgendwann am Ende der Karriere an einer Stelle Schluss ist, die letztendlich ein durchschnitlicher Absolvent der Uni schon viel früher erreicht, dann muss der sich doch verarscht vorkommen.
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Ich finde ihr habt Recht. Mehr Geld für mich!

Bye, TGGC