So gerecht ist das System von Kirchhoff/ der CDU...
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Jan schrieb:
Man kann ja nicht verlagen, dass jemand der 1 Million im Jahr verdient (ob nun gerechtfertigt oder nicht) davon die Hälfte an den Staat abführt.
Aber man kann anscheinend verlangen, dass jemand, der 35.000 im Jahr verdient es tut

Der mit der Mille hat eh nen Steuerberater und zahlt vielleicht 100.000 effektiv.
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kingruedi schrieb:
Ich weiß nich ob das Kirchhof Konzept ideal ist, aber wir brauchen definitiv simple Steuerregeln. Gab doch auch so etwas wie Kirchhof, aber mit 3 Sätzen anstelle einem.
Das komplizierte an der aktuellen Einkommensteuer ist ja wohl nicht die Berechnung des Prozentsatzes (IIRC eine abschnitssweise definierte Funktion, konstant 0 - quadratisch - linear), sondern die Ausnahmen. Warum dann nicht Steuersatz für alle 20% runter und Ausnahmen weg? Warum unter 40000 alles etwa gleich lassen und darüber Senkungen bis zu 40%?
Bye, TGGC
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Jan schrieb:
Man kann ja nicht verlagen, dass jemand der 1 Million im Jahr verdient (ob nun gerechtfertigt oder nicht) davon die Hälfte an den Staat abführt.
Naja, der Staat verlangt das halt und das entspricht wohl auch dem Gerechtigkeitsempfinden der deutschen Bürger. Der, der dann tatsächlich 1.000.000€ im Jahr verdient, wird da nur mit den Achseln zucken und entweder in die Schweiz oder ein anderes Land auswandern oder sich vom Steuerberater arm rechnen lassen. Seien wir doch mal ehrlich: Wenn es um so große Summen geht, kann man den Leuten nicht mehr mit irgendwelchen Moralvorstellungen kommen. Moralvorstellungen sind etwas für das normale Volk. Großkonzerne haben soetwas nicht und Großverdiener haben soetwas genausowenig.
Und wenn die SPD fordert, dass man diese Großverdiener noch ein bischen stärker besteuern soll, dann wird das IMHO ein Schuss ins Leere, der die Abwanderung dieser Schicht ins Ausland eher noch beschleunigt und letztendlich zu weniger Einnahmen führen wird. Wobei die Mehreinnahmen, von denen die reden ja eh schon minimal sind.
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hab grad beim wahlprogramm der linkspartei gelesen, dass sie gerne einen spitzensteuersatz von 50% hätten. wenn das passiert, wander ich aus, ist heutzugage nicht mehr so schwierig im ausland n job zu bekommen. ist doch pervers, dass sich arbeit in deutschland nicht mehr lohnt
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Gregor@Home schrieb:
Jan schrieb:
Man kann ja nicht verlagen, dass jemand der 1 Million im Jahr verdient (ob nun gerechtfertigt oder nicht) davon die Hälfte an den Staat abführt.
Naja, der Staat verlangt das halt und das entspricht wohl auch dem Gerechtigkeitsempfinden der deutschen Bürger.
Ich schätze eher, daß sich die meisten Leute noch nie nach der Berechtigung für Steuern gefragt haben. Die Begründungen sind ja auch eher schwach. Darf ich dir einen Fernseher klauen? Nein (zurecht), egal ob ich ihn hinterher den Armen schenke oder nicht. Der Staat darf das. Abgesehen davon ist der Staat schlecht darin, die Welt gerechter zu machen, denn er raubt die Armen mehr aus als die Reichen. Siehe zB http://www.gkpn.de/blankert.pdf
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Ist halt eine Zwangsläufigkeit - man kann den wenigen Reichen gar nicht so viel abnehmen, daß richtig was rumkommt, es lohnt sich eben eher beim "Bauch in der Mitte" überall hinzulangen, damit Masse kommt.
Mir fehlt halt leider immer noch die Partei, die sagt "wir kürzen die Ausgaben". Man könnte sicherlich locker 20% der Ausgaben sparen (egal was), wenn man einfach nur effektiver arbeiten würde. Soviele Redundanzen, Mißwirtschaft, und auch total unnötige Sachen. Wenn man sich nur die Etatposten der Städte und Landkreise ansieht, die für Verkehrsschilder ausgegeben werden... und wer mit offenen Augen durch die Gegend fährt, wieviele Schilder sind massiv redundant oder überflüssig. Jedes Schild zu 2000 EUR. Da steht jedesmal die komplette Lohnsteuer eines Gutverdieners am Wegesrand. Oder warum braucht jede 1500 Einwohnergemeinde eine große Gemeindehalle, wieso dürfen die sowas überhaupt bauen? Es gibt schließlich keine öffentlichen Versammlungen oder Abstimmungen ("Tings"), wo man solche Räume aus offiziellem Anlaß brauchen würde. Über sowas muß man halt auch mal nachdenken.
Deutschland würde nicht weniger sicher und weniger schön, wenn man auf dieser Seite anfangen würde. Und da wäre das System noch LANGE nicht dereguliert...
Alleine wenn ich an die Krankenkassen denke, was für eine massive Redundanz aufgebaut wurde, Wahnsinn. Würde man die alle eliminieren sinken die Lohnnebenkosten auf einen Schlag um mehrere Prozentpunkte.
Oder warum verwaltet die Bundesknappschaft diese neuen Kleinverdienerverhältnisse? Eigentlich hatte diese Behörde keine Aufgabe mehr, aber dann hat man ihr eine neue verpasst. Dito das Bundespostministerium. Wurde angeblich aufgelöst - aber die Nachfolgebehörden haben heute mehr Personal als das Ministerium jemals hatte.
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Irgendwie müssen die ja auch ihre Arbeitslosenzahlen schöner machen. Wenn du da die halbe Belegschaft der Beamten kündigst sieht das nicht gerade nach Arbeitslosenreduzirung aus.
MfG SideWinder
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Marc++us, unnötige ausgaben sind aber nicht immer von unfähigen öffentlich bediensteten zu verantworten, wie du hier einseitig unterschwellig transportierst.
laut einem verwandten in der stadtverordnetenversammlung (gemeinde hat 20.000 einwohner) fallen sogar für jeden der ortsteile (alles kleine kuhdörfer) astronomische (= fünfstellige) summen an - für müllbeseitigung.
würden unsere verehrten mitmenschen mal mitdenken, könnte man dieses geld von vornherein sparen. dies nur als beispiel dafür, daß "der staat" immer noch wir alle sind, wir können uns da nicht einfach verstecken und auf "den staat" zeigen.
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Autobahnen und den restlichen Nahverkehr privatisieren...
Bei der LKW Maut könnte man auch noch einwenig mehr verdienen...
Geldeinnahmemöglichkeiten gibts schon...
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scrub schrieb:
laut einem verwandten in der stadtverordnetenversammlung (gemeinde hat 20.000 einwohner) fallen sogar für jeden der ortsteile (alles kleine kuhdörfer) astronomische (= fünfstellige) summen an - für müllbeseitigung.
würden unsere verehrten mitmenschen mal mitdenken, könnte man dieses geld von vornherein sparen. dies nur als beispiel dafür, daß "der staat" immer noch wir alle sind, wir können uns da nicht einfach verstecken und auf "den staat" zeigen.
Räusper, im Falle der Müllbeseitigung ist das Problem aber offensichtlich. Es ist nämlich, daß die Müllbeseitigung einem staatlichen Monopol unterliegt und man überhaupt keinen wirtschaftlichen Vorteil davon hat, leicht zu beseitigenden Müll einzukaufen.
Beispiel: Nehmen wir mal an, eine Plastiktüte wäre deutlich schwieriger zu entsorgen als eine Papiertüte, weil die Papiertüte nach einiger Zeit verrottet, die Plastiktüte nicht (mülltechnisch gesehen ist das wohl komplizierter -- angeblich machen zB Telephonbücher beim Entsorgen ziemlichen Ärger, aber nehmen wir das mal so an). Wenn man mich im Supermarkt fragt, ob ich die Papier- oder die Plastiktüte nehme, wobei beide 10 Cent kosten, dann ist die Entscheidung, welche Tüte ich nehme, eine rein zufällige.
Jetzt muß ich die Tüte beseitigen. Das funktioniert aktuell so, daß ich sie in den Abfall werfe und über eine spezielle Abgabe (die für alle ziemlich gleich ist) die Müllabfuhr finanziere. So weit, so gut. In der Entsorgung kostet die Papiertüte, sagenwirmal, 10 Cent, die Plastiktüte 1 EUR (weil sie ja nicht verrottet). Im aktuellen System subventionieren also die Papiertütenkäufer die Plastiktütenkäufer (weil die Abgabe für Müllentsorgung leistungsunabhängig erfolgt, also beide gleich viel zahlen). Bei einer privaten Müllentsorgung müßte der Plastiktütenkäufer seine Entsorgungskosten selbst zahlen, also würde es natürlich weniger Plastiktüten dort geben, wo Papiertüten reichen.
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Daniel E. schrieb:
Wenn man mich im Supermarkt fragt, ob ich die Papier- oder die Plastiktüte nehme, wobei beide 10 Cent kosten, dann ist die Entscheidung, welche Tüte ich nehme, eine rein zufällige.
Ich nehme mir immer nen Stoffbeutel von zu Hause mit. Da spar ich mir die 10 Cent und wenn ich damit zum Bäcker gehe, dann krieg ich sogar noch ein Brötchen gratis, weil der sich eine Papiertüte spart.
OMG! Ich bin so Öko, das kann einen ja erschrecken!

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Wählst du jetzt doch die Grünen?

MfG SideWinder
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SideWinder schrieb:
Wählst du jetzt doch die Grünen?

Nein. :p
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Gregor@Home schrieb:
SideWinder schrieb:
Wählst du jetzt doch die Grünen?

Nein. :p
PS: Ich war früher durchaus eher den Grünen zugeneigt, aber sehe die politische Situation in Deutschland momentan etwas anders. Ich glaube, es ist momentan nicht die Zeit für Grün. Abgesehen davon darf ich übrigens sowieso nicht wählen.

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Korbinian schrieb:
hab grad beim wahlprogramm der linkspartei gelesen, dass sie gerne einen spitzensteuersatz von 50% hätten.
Ja, so pervers ist die Linkspartei

War Helmut Kohl eigentlich auch ein Perverser? Unter ihm betrug der Spitzensteuersatz 53%. Die SPD hat den drastisch reduziert.
in wirtschaftlich besseren Zeiten betrug der Spitzensteuersatz noch 56%. Im Vergleich zum Jahr 1998 zahlt ein Einkommensteurpflichtiger mit einem zu versteuernden Einkommen von 70.000 Euro im Jahre 2005 etwa 4.000 Euro weniger, ein Steuerpflichtiger mit 100.000 Euro etwa 7.000 Euro weniger und jemand mit einem zu versteuernden Einkommen von 200.000 Euro etwa 18.000 Euro weniger.
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Gregor@Home schrieb:
Daniel E. schrieb:
Wenn man mich im Supermarkt fragt, ob ich die Papier- oder die Plastiktüte nehme, wobei beide 10 Cent kosten, dann ist die Entscheidung, welche Tüte ich nehme, eine rein zufällige.
Ich nehme mir immer nen Stoffbeutel von zu Hause mit. Da spar ich mir die 10 Cent und wenn ich damit zum Bäcker gehe, dann krieg ich sogar noch ein Brötchen gratis, weil der sich eine Papiertüte spart.
OMG! Ich bin so Öko, das kann einen ja erschrecken!

Ich bin überhaupt nicht "Öko", mache das aber auch so. Hauptsächlich weils stabiler als ist. Warum auch nicht...
Bye, TGGC
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Daniel E. schrieb:
Es [das Problem] ist nämlich, daß die Müllbeseitigung einem staatlichen Monopol unterliegt und man überhaupt keinen wirtschaftlichen Vorteil davon hat, leicht zu beseitigenden Müll einzukaufen.
oh, ich bitte vielmals um verzweiflung, vielleicht ist es wirklich überfordernd, zu verlangen, sein hirn zu benutzen.

brauchst du eigentlich für alles einen wirtschaftlichen vorteil? und was ist mit den anderen 0,001% des mülls, der weder auf papier- noch plastiktüten entfällt?
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brauchst du eigentlich für alles einen wirtschaftlichen vorteil?
Du scheinbar schon, wenn man dir nicht mehr Geld zu gesteht und die Steuern von dir entlastet bist du angefressen und suchst dir eine Partei die noch weiter links steht.
MfG SideWinder
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scrub schrieb:
und was ist mit den anderen 0,001% des mülls, der weder auf papier- noch plastiktüten entfällt?
Man muß die Entsorgungskosten beim Kauf eines Produkts mit hineinkalkulieren und wählt darum ein ökologisch besseres Produkt, wenn man Marktpreise für die Entsorgung zahlen muß. Wenn ich das nicht muß (weil die Entsorgung eines ökologischen Produkts *mich* genau so viel kostet wie das andere unökologischere Produkt), dann kaufe ich evtl. das unökologischere. Das gilt nicht nur für Tüten sondern für alles.
Aber das ist sicher ganzganz falsch. Wenn wir Müllversorgung privatisieren würden, dann wird's wird's kalt in Deutschland, die unsozialen Neoliberalen treten die Menschenwürde mit Füßen und überall steht meterhoch der Müll, ich weiß, ich weiß. Nein, ernsthaft: Was spricht dagegen, den Entsorger nach den von ihm verursachten Kosten zahlen zu lassen, bzw. was spricht dafür Müllversorgung staatlich zu monopolisieren?
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SideWinder schrieb:
brauchst du eigentlich für alles einen wirtschaftlichen vorteil?
Du scheinbar schon, wenn man dir nicht mehr Geld zu gesteht und die Steuern von dir entlastet bist du angefressen und suchst dir eine Partei die noch weiter links steht.
MfG SideWinder
ja, und zwar genau dann, wenn ich mich dabei ungerecht behandelt fühle.
Daniel E. schrieb:
Man muß die Entsorgungskosten beim Kauf eines Produkts mit hineinkalkulieren und wählt darum ein ökologisch besseres Produkt, wenn man Marktpreise für die Entsorgung zahlen muß. Wenn ich das nicht muß (weil die Entsorgung eines ökologischen Produkts *mich* genau so viel kostet wie das andere unökologischere Produkt), dann kaufe ich evtl. das unökologischere. Das gilt nicht nur für Tüten sondern für alles.
ich sehs ein, mitdenken ist echt schwer. dann laß es halt, kauf plastiktüten, weil du einen wirtschaftlichen vorteil davon hast.
was wäre wohl, wenn jeder so wenig müll wie nötig verursachen würde? ach, dann würde vielleicht die müllentsorgung billiger werden.Daniel E. schrieb:
Aber das ist sicher ganzganz falsch. Wenn wir Müllversorgung privatisieren würden, dann wird's wird's kalt in Deutschland, die unsozialen Neoliberalen treten die Menschenwürde mit Füßen und überall steht meterhoch der Müll, ich weiß, ich weiß.
meiner meinung nach ist das eine sehr wahrscheinliche möglichkeit.
Daniel E. schrieb:
Nein, ernsthaft: Was spricht dagegen, den Entsorger nach den von ihm verursachten Kosten zahlen zu lassen, bzw. was spricht dafür Müllversorgung staatlich zu monopolisieren?
ich hab mal von müllbeseitigung geredet, das ist was anderes als müllentsorgung. allerdings haben sie was gemeinsam: wenn alle ihr hirn benutzen, kostet es auch für alle weniger (ja, du hast dich nicht verlesen, der böse kommunist scrub rechnet dann und wann auch mal nach und will geld sparen).