Grüne und CDU beerdigen Jamaika
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volkard schrieb:
scrub schrieb:
warum redest du das jetzt schön? die FDP wollte den kündigungsschutz letztendlich komplett abschaffen.
echt? also daß ein arbeitgeber wieder leute feuern kann, die nix taugen? ältere leute hätten dann wieder ne chance auf dem arbeitsmarkt. gar nicht so doof, die idee.
ich bezweifle allerdings, daß die FDP irgendwelche edlen ziele hatte damit. selbst wenn ich für die abschaffung des kündigungsschutzes wäre, würde ich mit der FDP also probleme haben.
davon abgesehen ist die grenze zur beliebigkeit doch schon lange überschritten, nur werden die unzähligen möglichkeiten von zeit- und leiharbeit von unserer jammernden wirtschaft (<-- das hat übrigens ein deutscher unternehmer gesagt) ignoriert. bequemlichkeit, dummheit, was auch immer dahinterstecken mag.Gregor schrieb:
Sind Schröder und Münte...
a) rituelle Oskar-Beschimpfer
b) Pseudopolitiker oder
c) Umfaller?ich habe sogar vordringlich rot-grüne politiker gemeint, wen denn sonst?
alle zusammen: rituelle oskar-beschimpfer
schröder/münte (eigentlich die gesamte SPD-führung): verräter
bündnis90/grüne: umfaller (waffenexporte, fischers gesamtes auftreten und handeln usw. usf.)
pseudopolitiker: alle unterbezirksobervorsitzenden der linkspartei und alle "wir wollen nicht regieren"-rufer
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volkard schrieb:
also daß ein arbeitgeber wieder leute feuern kann, die nix taugen?
Genau. Angestellte, die sich für bessere Arbeitsbedingungen oder gar Lohnerhöhungen einsetzen oder sonstwie aufmüpfig werden, müssen endlich wieder fristlos gefeuert werden können, Begründung: taugt nix. Und ältere Leute hätten die Chance, dieselbe Arbeit für einen Bruchteil der regulären Löhne zu verrichten.
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Hi,
Jansen schrieb:
volkard schrieb:
also daß ein arbeitgeber wieder leute feuern kann, die nix taugen?
Genau. Angestellte, die sich für bessere Arbeitsbedingungen oder gar Lohnerhöhungen einsetzen oder sonstwie aufmüpfig werden, müssen endlich wieder fristlos gefeuert werden können, Begründung: taugt nix. Und ältere Leute hätten die Chance, dieselbe Arbeit für einen Bruchteil der regulären Löhne zu verrichten.
Genau das ist doch das Problem:
Was du sagst, ist völlig richtig, und es kann sein, dass genau das passiert.Was Volkard sagt, ist aber auch nicht falsch, und genau das könnte ebenso eintreten.
Das Problem ist doch, dass viele Argumente plausibel sind, obwohl sie gegensätzlicher nicht sein könnten. Das betrifft sowohl die Mindestlöhne, Steuersenkung bzw. -erhöhung, Kopfpauschale oder Bürgerversicherung etc. Deswegen ist für den Bürger schwierig, weil man eben kaum selber beurteilen kann, was wirklich richtig ist.
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Jansen schrieb:
volkard schrieb:
also daß ein arbeitgeber wieder leute feuern kann, die nix taugen?
Genau. Angestellte, die sich für bessere Arbeitsbedingungen oder gar Lohnerhöhungen einsetzen oder sonstwie aufmüpfig werden, müssen endlich wieder fristlos gefeuert werden können, Begründung: taugt nix. Und ältere Leute hätten die Chance, dieselbe Arbeit für einen Bruchteil der regulären Löhne zu verrichten.
naja, im endeffekt isses ähnlich, ob die jungen steuern und rentenbeiträge abdrücken um die alten zu bezahlen oder ob die alten arbeiten können und das lohnniveau drücken.
nur hab ich so das gefühl, daß zur zeit was am system stinkt. wenn bei viel arbeitslosigkeit die löhne nicht sinken können, stimmt was nicht. und ich hab das gefühl, daß bei den alten viele reserven sind, die zur zeit völlig ungenutzt brach liegen, die die wirtschaft gut gebrauchen könnte.
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Für die Gürnen wäre Jamaika ihr politisches Ende gewesen. Dass die Grünen da nicht mitmachen würden, war mir von Anfang an klar. Das hätten die ihrer Basis in keinster Weise zumuten können.
Übrigens Leute: wacht mal auf! Kündigungsschutz zu lockern kann keine Lösung sein. Warum sollen wir den Sozialstaat beerdigen, der uns doch von den Amis unterscheidet. Wir müssen einerseits versuchen die Arbeit in Deutschland zu behalten und das hat mit dem Kündigungsschutz gar nichts zu tun. Andererseits müssen wir noch besser die Bildung fördern, denn der Großteil der Arbeitslosen sind nicht gerade die Qualifiziertesten.
Weiterhin müssen Konzepte geschaffen, die die Leistungsträger dieses Landes dazu bringt für Nachwuchs zu sorgen. Dass keine Regierung die Arbeitlosenzahlen in den nächsten 5 - 10 Jahren signifikant ändern werden kann sollte so langsam jeder begreifen.
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kenner_der_gruenen schrieb:
Übrigens Leute: wacht mal auf! Kündigungsschutz zu lockern kann keine Lösung sein.
ist nicht die patentlösung auf alles und durch eine lockerung werden nicht alle arbeitslosen von der straße kommen.
Warum sollen wir den Sozialstaat beerdigen, der uns doch von den Amis unterscheidet.
wegen der globalisierung? wir können natürlich auch die grenzen zu machen, die währung inkonvertibel machen und DDR spielen.
Andererseits müssen wir noch besser die Bildung fördern
das auf jeden fall. aber sowas zahlt sich erst mindestens 10 jahre später aus, und üblicherweise werden nur sachen gemacht, die sich auf die nächste wahl auswirken. dem wähler sind kurzfristige erfolge sowas von wichtig, und ein gedächtnis von mehr als 4 jahren ist nicht drin, daß die politiker gar keinen bock auf langfristige investitionen haben.
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volkard schrieb:
wenn bei viel arbeitslosigkeit die löhne nicht sinken können, stimmt was nicht.
Ganz im Gegentum. Das ist doch genau der Punkt, warum die Wirtschaft, allen Lippenbekenntnissen zum Trotz, überhaupt kein Interese an einer signifikanten Verringerung der Arbeitslosigkeit hat: wie soll man Löhne drücken und Arbeitszeiten erhöhen können, wenn man nicht mit "da draussen stehen 7 Mio Leute, die ganz scharf auf deinen Job sind" drohen kann?
In der letzten Jahren ist zwar der Knüppel Billiglohnländer hinzugekommen, offenbar lässt sich aber zumindest vorläufig noch nicht alles mit Profit dorthin verlegen.
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Volkard schrieb:
wegen der globalisierung?
Die Länder in Skandinavien machen es uns vor, dass dafür nicht ein Sozialstaat geköpft werden muss.
Volkard schrieb:
das auf jeden fall. aber sowas zahlt sich erst mindestens 10 jahre später aus, und üblicherweise werden nur sachen gemacht, die sich auf die nächste wahl auswirken. dem wähler sind kurzfristige erfolge sowas von wichtig, und ein gedächtnis von mehr als 4 jahren ist nicht drin, daß die politiker gar keinen bock auf langfristige investitionen haben.
Was die Arbeitlosenzahlen angeht ist aus meiner Sicht ein kurzfristiger Erfolg nicht möglich. Die sind nicht erst seit 2-3 Jahren so hoch wie jetzt, sie sind es schon seit über 10 Jahren. Seit diesem Jahr werden eben noch die in der Statistik aufgeführt, die zuvor als Sozialhilfeempfänger galten. Daher hat sich in den letzten 10-12 Jahren nicht viel geändert. Vielleicht sollte hierzu einfach eine neue politische(, ehrliche) Mentalität herrschen, die nicht blind kurzfristige Lösungen verspricht.
Ich denke, dass das rot/grün auch erkannt hat und deshalb im Wahlkampf auch kein großartiges Gedöns um die Arbeitslosenzahlen gemacht hat wie Schwarz/Gelb.
Was würde eine Lockerung des Kündigungsschutzes schon bewirken? Ich denke, das würde eher das Dasein von Zeitarbeitsfirmen überflüssig machen. Die kleinen bis mittleren Firmen könnten dann für Arbeitsintensive Phasen kurzfristig Personal einstellen und diese nach Ende der Phase wieder entlassen. Sie könnten sich dann den Umweg über eine Leihfirma sparen. Viel Anderes würde es nicht bewirken. Davon bin ich überzeugt.
Entweder müssen wir lernen, dass wir diese hohe Zahl an Arbeitslosen noch viele Jahre haben werden, oder wir müssen zu revolutionsartigen Maßnahmen greifen. Da wäre eine Möglichkeit, dass wir die Arbeit, die wir haben, noch besser aufteilen. Dann arbeiten wir eben bloß 30 Stunden die Woche und hätten dann auch mehr Zeit uns um die Familienplanung zu kümmern
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kenner_der_gruenen schrieb:
Seit diesem Jahr werden eben noch die in der Statistik aufgeführt, die zuvor als Sozialhilfeempfänger galten. Daher hat sich in den letzten 10-12 Jahren nicht viel geändert.
Wie blind muss man sein, um den Rot-Grünen-Spinnern so einen Mist abzukaufen? Das ist ja ganz toll, dass da vielleicht 0,5 MegaArbeitslose mehr in der Statistik sind, aber wie viele 1-Euro-Jobber, Umschuler und Ich-AGler, was alles auch Arbeitlose sind, die nach wie vor fast nur vom Staat leben, sind aber nicht mehr drin in der Statistik???
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@Jan: Auch das war Jahre lang nicht anders, dass Umschüler etc... nicht in der Statistik mitgeführt wurden. Gut: jetzt heißen sie halt 1€-Jobber und Ich-AG'ler. Glaub' mir: da hat sich nicht viel gändert.
Aber sucht ihr ruhig die Probleme nur bei den Arbeitlosenzahlen. Mir macht das Rentensystem größere Sorgen.
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kenner_der_gruenen schrieb:
Glaub' mir:
Na sicher.
Besonders bei den vielen schlagenden Argumenten. 
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Korbinian schrieb:
Gelb und Rot verträgt sich nicht, oder hast du keine wahlprogramme gelesen?
Rot: Beibeahltung des aktuellen Steuerechts sowie der Ausnahmen
Gelb: 3 Stufen Steuersatz sowie Abschaffung aller AusnahmenIrgendwie versteh ich das Problem hier eigentlich nicht. Was hat die SPD eigentlich gegen eine einfache Procentsteuer? Wenn jeder 25% zahlt dann zahlt der der 10 mal mehr verdient auch 10 mal mehr Steuern. Ich versteh wirklich nicht wieso die SPD mit solchen oder ähnlichen Vorschläge Probleme hat? Jeder steuert das bei was er kann, seinen Leistungen ensprechend. Jeder ist gleich. Also wieso ist das für die Sozialisten nicht sozial? Oder traut man der Basis einfach keinen Dreisatz zu?
Gut manche Ausnahmen müßen bestehen bleiben oder reformiert werden aber man sollte sie auf ein Minimum begrenzen.
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kenner_der_gruenen schrieb:
Aber sucht ihr ruhig die Probleme nur bei den Arbeitlosenzahlen. Mir macht das Rentensystem größere Sorgen.
Das hängt wohl beides auch ein bischen zusammen. Jeder sozialversicherungspflichtige Arbeitsplatz, der verloren geht, vergrößert das Loch in den Rentenkassen. Hinzu kommt dann generell noch die demographische Entwicklung, auf die du wahrscheinlich hinaus willst. Ich finde es nur komisch, warum der Herr Kirchhof für seine Idee einer kapitalgedeckten Rentenversicherung so kritisiert wird. Herr Schröder meinte dazu, dass Herr Kirchhof die Menschen wie Autos versichern will, ich frage mich allerdings, wie es sein kann, dass Autos in Deutschland besser als Menschen versichert sind.

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Ben04 schrieb:
Irgendwie versteh ich das Problem hier eigentlich nicht. Was hat die SPD eigentlich gegen eine einfache Procentsteuer? Wenn jeder 25% zahlt dann zahlt der der 10 mal mehr verdient auch 10 mal mehr Steuern. Ich versteh wirklich nicht wieso die SPD mit solchen oder ähnlichen Vorschläge Probleme hat?
hat sie gar nicht.
ich geh sogar soweit, daß nur die mehrwertsteuer von belang sein muß. rest weg. aber egal. man könnte schon radikal vereinfachen und es würde gerechter.
die SPD hat wählerstimmenfang betrieben und deshalb wider besseren wissens scheiße gelabert. natürlich wäre kirchhoff ein segen gewesen. aber das bringt keine stimmen. ihm nit "sozialstatt begraben" zu verknüpfen bringt stimmen.
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@Gregor Genau das verstehe ich auch nicht. Traut man dem gemeinen Volk einfach nicht zu das System zu verstehen und die Vorteile zu erkennen oder was?
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Ben04 schrieb:
Jeder ist gleich. Also wieso ist das für die Sozialisten nicht sozial?
IMHO ist die Denkweise der Sozialdemokratie, dass es sozial und entsprechend dem Gleichheitsgrundsatz ist, wenn jeder auf das Niveau der Ärmsten heruntergedrückt wird. Unabhängig von der Leistung, die derjenige bringt. Das ist zumindest genau das, was meiner Meinung nach das Resultat sozialdemokratischer Politik ist.
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Dann bringe du mal Argumente, dass bei der Regierung Helmut Kohl Umschüler usw. mit in der Statistik aufgeführt und dass da generell die Arbeitlosenzahlen besser waren. Was meinst du warum die damals abgewählt wurden. Rot/grün hat es nicht geschafft, die Arbeitlosenzahlen zu verringern und eine andere Regierung hätte es aus meiner Sicht auch nicht geschafft.
Deutschland hat sich mit der Hals-über-Kopf-Wiedervereinigung in eine schwierige Situation gebracht, aus der man sich so leicht nicht rausziehen kann. Dabei bin ich aber nicht gegen eine Wiedervereinigung. So weit wollte ich jetzt eigentlich auch nicht zurück. Was ich lediglich sagen möchte ist, dass eine Lockerung des Kündigungsschutzes nicht nur keine Patentlösung ist, sondern gar keine Lösung ist. Ich bin gegen den Abbau des Sozialstaates und die Gründe dafür wollte ich nur mit einigen Beispielen belegen.
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Ben04 schrieb:
Genau das verstehe ich auch nicht. Traut man dem gemeinen Volk einfach nicht zu das System zu verstehen und die Vorteile zu erkennen oder was?
mindestens 80% der wähler beherrschen nichmal den dreisatz. so leid mir das tut, aber es ist so.
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Vielleicht hat Kirchhoff einfach nur auf das falsche Pferdchen (Union) gesetzt. Hätte er doch die spd mit seinen Weisheiten beraten. So wie sie ihn schlecht gemacht haben, hätten sie ihn dann glaubhaft zum Heilsbringer erklären können.
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@kenner_der_gruenen: Die Kohl-Regierung wurde damals völlig zu Recht abgewählt, keine Frage. Ich sehe da aber auch keine große Verbindung zum Wahlprogramm von schwarz-gelb heute. Ich denke, dass die letzten 3-4 Regierungsmannschaften alle die Realität negiert haben und viele Fehler in ihrer Politik gemacht haben. Bei Schwarz-Gelb hatte ich diesmal endlich wieder etwas Zuversicht, dass ein Ruck durch Deutschland gehen könnte. Ich hatte Zuversicht, dass endlich mal wieder eine Trendumkehr kommt, so dass es mit Deutschland wieder bergauf geht. Naja, nun hat es Schwarz-Gelb aber nicht geschafft und das muss man in einer Demokratie nunmal hinnehmen. Es muss dann eben etwas anderes geben. Schade, dass da dann keine Schwarz-Gelbe Politik mit Grüner Ökologie herausgekommen ist. Ich glaube, das wäre auch nicht schlecht gewesen, aber eine große Koalition, auf die es jetzt wohl hinausläuft, halte ich für äußerst schlecht für Deutschland. Dadurch werden die notwendigen Reformen in ein paar Jahren nur noch drastischer.