Grüne und CDU beerdigen Jamaika



  • Ben04 schrieb:

    Genau das verstehe ich auch nicht. Traut man dem gemeinen Volk einfach nicht zu das System zu verstehen und die Vorteile zu erkennen oder was?

    mindestens 80% der wähler beherrschen nichmal den dreisatz. so leid mir das tut, aber es ist so.



  • Vielleicht hat Kirchhoff einfach nur auf das falsche Pferdchen (Union) gesetzt. Hätte er doch die spd mit seinen Weisheiten beraten. So wie sie ihn schlecht gemacht haben, hätten sie ihn dann glaubhaft zum Heilsbringer erklären können.



  • @kenner_der_gruenen: Die Kohl-Regierung wurde damals völlig zu Recht abgewählt, keine Frage. Ich sehe da aber auch keine große Verbindung zum Wahlprogramm von schwarz-gelb heute. Ich denke, dass die letzten 3-4 Regierungsmannschaften alle die Realität negiert haben und viele Fehler in ihrer Politik gemacht haben. Bei Schwarz-Gelb hatte ich diesmal endlich wieder etwas Zuversicht, dass ein Ruck durch Deutschland gehen könnte. Ich hatte Zuversicht, dass endlich mal wieder eine Trendumkehr kommt, so dass es mit Deutschland wieder bergauf geht. Naja, nun hat es Schwarz-Gelb aber nicht geschafft und das muss man in einer Demokratie nunmal hinnehmen. Es muss dann eben etwas anderes geben. Schade, dass da dann keine Schwarz-Gelbe Politik mit Grüner Ökologie herausgekommen ist. Ich glaube, das wäre auch nicht schlecht gewesen, aber eine große Koalition, auf die es jetzt wohl hinausläuft, halte ich für äußerst schlecht für Deutschland. Dadurch werden die notwendigen Reformen in ein paar Jahren nur noch drastischer.



  • hinterfragender schrieb:

    Vielleicht hat Kirchhoff einfach nur auf das falsche Pferdchen (Union) gesetzt. Hätte er doch die spd mit seinen Weisheiten beraten. So wie sie ihn schlecht gemacht haben, hätten sie ihn dann glaubhaft zum Heilsbringer erklären können.

    Der Witz an der Sache ist ja, dass Kirchhof sein Steuerkonzept ursprünglich für die SPD entwickelt hatte. 😃



  • volkard schrieb:

    Ben04 schrieb:

    Genau das verstehe ich auch nicht. Traut man dem gemeinen Volk einfach nicht zu das System zu verstehen und die Vorteile zu erkennen oder was?

    mindestens 80% der wähler beherrschen nichmal den dreisatz. so leid mir das tut, aber es ist so.

    Kann ich bestätigen. Ganz konkret habe ich bisher eine Bank erlebt, die meine Zinsen nicht richtig ausgerechnet hat und einen Handwerker, der eine Fläche, die er bearbeiten sollte, in einem Kostenvoranschlag 50% zu groß angegeben hat. Naja, der Handwerker muss sich dann nicht wundern, wenn er keine Aufträge kriegt. Vielleicht ist da ja am Schluss doch Pisa an allem Schuld. 🤡 😃



  • hinterfragender schrieb:

    Vielleicht hat Kirchhoff einfach nur auf das falsche Pferdchen (Union) gesetzt. Hätte er doch die spd mit seinen Weisheiten beraten. So wie sie ihn schlecht gemacht haben, hätten sie ihn dann glaubhaft zum Heilsbringer erklären können.

    Glaub ich nicht. Es leuchtet nun einmal jedem ein, dass wenn man eine Subvention streicht, dass man dann weniger in der Tasche hat. Der Gedanke, dass man das was man weniger kriegt auch weniger aus der Tasche gezogen kriegt ist schwerer und nicht in Schlagwörtern ausdrückbar.



  • Gregor schrieb:

    Ben04 schrieb:

    Jeder ist gleich. Also wieso ist das für die Sozialisten nicht sozial?

    IMHO ist die Denkweise der Sozialdemokratie, dass es sozial und entsprechend dem Gleichheitsgrundsatz ist, wenn jeder auf das Niveau der Ärmsten heruntergedrückt wird. Unabhängig von der Leistung, die derjenige bringt. Das ist zumindest genau das, was meiner Meinung nach das Resultat sozialdemokratischer Politik ist.

    du hast gar nichts verstanden.
    tatsache ist doch, daß weder schröder noch münte noch irgendwer sonst aus der SPD- führungsriege sozialdemokrat ist. welche politik auch immer das in den letzten jahren gewesen ist, sozieldemokratische war es nicht.
    und das ist auch das einfache problem, was die vormals genannten personen allesamt ignorieren: die wenigen, die jetzt noch SPD wählen, tun es nicht etwa, weil sie die politik so toll finden, sondern um die schmierlappen aus der union noch einigermaßen in schach zu halten. wenn die SPD mal wieder anfangen würde mit sozialdemokratischer politik, würde sie die nächste wahl locker gewinnen.



  • scrub schrieb:

    Gregor schrieb:

    Ben04 schrieb:

    Jeder ist gleich. Also wieso ist das für die Sozialisten nicht sozial?

    IMHO ist die Denkweise der Sozialdemokratie, dass es sozial und entsprechend dem Gleichheitsgrundsatz ist, wenn jeder auf das Niveau der Ärmsten heruntergedrückt wird. Unabhängig von der Leistung, die derjenige bringt. Das ist zumindest genau das, was meiner Meinung nach das Resultat sozialdemokratischer Politik ist.

    du hast gar nichts verstanden.

    Ich habe verstanden, dass Sozialdemokratie im Schatten der Globalisierung völlig untragbar ist. Das hat ja sogar die Führungsriege der SPD verstanden. Nur leider kann sie sich immer noch nicht komplett davon lösen und drastischere Reformen angehen. Wirklich Schade. Du bist also PDS-Wähler, wenn ich deine letzten Äußerungen richtig gedeutet habe? Gregor Gysi hat letzt mal erzählt, dass die PDS "nur" noch zu 80% aus ehemaligen SED-Leuten besteht. Haben die nicht schon gezeigt, wo ihr Sozialverständnis hinführt? Haben die nicht schon einen Staat in den Ruin getrieben? Willst du, dass das nochmal passiert?



  • nein, ich habe die SPD gewählt. aber sie macht mir das immer schwerer.
    die rückschritte in der sozialpolitik müssen endlich aufhören, die wirtschaftshörigkeit der gesamten politiker muß aufhören (und besonders die der SPD. ich glaube nicht, daß ein SPD- wähler 1998 sich eine derartige politik erdacht hätte).
    innerhalb der SPD muß das zum ritual gewordene rumgehacke auf leuten, die für die parteiführung unangenehme wahrheiten aussprechen, aufhören. das betrifft im besonderen oskar lafontaine, aber auch andere leute, die nopch für sozialdemokratie statt wirtschaftsgeschleime standen, sind aus der partei geekelt worden. das muß endlich aufhören.



  • und daher fand ich es auch schlecht, einfach eine linksparte abzuspalten. damit ist die chance auf innerparteiliche diskussion weg. die sozialdemokratie in deutschland gibt es nicht mehr.



  • was mich dann z.b. mal interessieren würde: wenns ja nach der spd.links und linkspartei geht soll ja eine steuererhöhung für spitzenverdiener und eine reichensteuer sowie (oder ist das das gleiche) kapitalsteuer her. herr lafontaine ist ja millionär (oder frau, das hab ich nicht ganz geblickt). es würde mich nun durchaus interessieren, ob er dann bereitwillig alle diese steuern zahlt, oder ob er mit allen mitteln versucht dieser steuer auszukommen (z.b. durch absetzen oder was weis ich wie man das macht, bin ich millionär?)
    Ich kann mir irgendwie nur schwerlich vorstellen dass oskar seinen reichtum bereitwillig unters volk schmeisst.
    ich mein oskar ist die galionsfigur der linken, obwohl er für mich unglaubwürdig ist. das argument ist zwar, dass links-sein nichts mit reichtum haben zu tun hat. aber ehrlich gesagt: wenn ich millionen auf m konto hab, und absehbar ist, dass mir das so schnell keiner wegnehmen kann, dann würd ich auch kommunist oder sowas werden, order rechter oder was weis ich, ich ja sowieso egal, da mein finanzielles leben bereits gesichert ist und nicht erst verdient werden muss



  • es geht nicht darum, seinen reichtum bereitwillig unters volk zu schmeißen. es geht um eine faire besteuerung, wie es sie bis mitte der 90er jahre gegeben hat.
    und deiner folgenden argumentation ("wer reich ist und weiß, daß ihm das so schnell keiner wegnehmen kann, wird kommunist oder rechter oder was weiß ich") trifft ja nun leider so ziemlich viele unserer politiker. oder was sind diese bundestags- und landtagsabgeordneten und minister, wenn nicht überversorgt bis dorthinaus? demnach können wir demnächst den überlauf sämtlicher politiker zur linkspartei erwarten?



  • ich meinte damit: wer eh schon ends kohle hat, nicht wirklich was arbeiten muss und es trotzdem mehr wird, der hat ein anderes verständnis dafür was "gerechte besteuerung" ist, als einer der 14 stunden am tag arbeitet wie ein blöder, und dann mal flux die hälfte gezockt bekommt, weil das so gerecht ist. natürlich bekommt der mehr geld. aber ich finde dieses geld steht ihm verdammt nochmal zu. ein normaler arbeiter arbeitet 8 stunden am tag mit mittagspause, schimpft über die besserverdiener, weis aber nicht was die oft schuften. glaube durchaus, dass viele dieser leute wenn sie problemlos wechseln könnten (also von ihrem gemütlichen 8 stunden tag in den stressigen 14 stunden tag) das NICHT machen würden.
    sich selber auf den vergleichsweise faulen arsch setzen aber schimpfen und wollen dass die anderen alles bezahlen.



  • @Korbinian:
    Ist schon richtig, dass viele der Besserverdiener eine große Verantwortung tragen und auch wirklich viel arbeiten. Solange das Verhältnis Arbeit/Verdienst stimmt, habe ich kein Problem damit. Aber bei vielen Topmanagern aus der Industrie sehe ich das Verhältnis nicht.

    Ich würde es ihnen gönnen, wenn sie 80.000 - 90.000 € im Jahr verdienen. Aber ich verstehe die Jenigen nicht, die 100.000 - (open end) pro Jahr verdienen. Da sehe ich beim besten Willen das Verhältnis nicht. Und wenn man ein Steuersystem schafft, dass diesen Leuten das Geld aus der Tasche zieht, finde ich es gut und gerecht.



  • Korbinian schrieb:

    ich meinte damit: wer eh schon ends kohle hat, nicht wirklich was arbeiten muss und es trotzdem mehr wird, der hat ein anderes verständnis dafür was "gerechte besteuerung" ist, als einer der 14 stunden am tag arbeitet wie ein blöder, und dann mal flux die hälfte gezockt bekommt, weil das so gerecht ist. natürlich bekommt der mehr geld. aber ich finde dieses geld steht ihm verdammt nochmal zu. ein normaler arbeiter arbeitet 8 stunden am tag mit mittagspause, schimpft über die besserverdiener, weis aber nicht was die oft schuften. glaube durchaus, dass viele dieser leute wenn sie problemlos wechseln könnten (also von ihrem gemütlichen 8 stunden tag in den stressigen 14 stunden tag) das NICHT machen würden.
    sich selber auf den vergleichsweise faulen ***** setzen aber schimpfen und wollen dass die anderen alles bezahlen.

    Während im (Kranken-)Pflegedient an Sonn- und Feiertagen natürlich im Sichtdient
    für lau gearbeitet werden muss, haben unsere wesentlich besser bezahlten
    Politiker, nach eigenem Bekunden, soviel Zeit das sich noch ein paar Nebenjobs
    zulegen müssen um ausgelastet zu sein. Ist es das was du unter gerecht verstehst,
    oder hab ich dich da missverstanden. 😕

    Ein Erklärung mehr warum diese Dilletanten nichts, aber auch absolut garnichts,
    geregelt bekommen. Wenn die nach Leistung bezahlt würden, was sie selbst so
    grossartig propagieren, dann müssten die noch was zuzahlen, was aber dank
    lukrativer Nebenjobs wahrscheinlich kein Problem wäre.



  • yet_another_kenner schrieb:

    Ich würde es ihnen gönnen, wenn sie 80.000 - 90.000 € im Jahr verdienen. Aber ich verstehe die Jenigen nicht, die 100.000 - (open end) pro Jahr verdienen. Da sehe ich beim besten Willen das Verhältnis nicht. Und wenn man ein Steuersystem schafft, dass diesen Leuten das Geld aus der Tasche zieht, finde ich es gut und gerecht.

    Wieviel sollten die denn deiner Meinung nach von den 100.000€ abgeben?



  • yet_another_kenner schrieb:

    @Korbinian:
    Ist schon richtig, dass viele der Besserverdiener eine große Verantwortung tragen und auch wirklich viel arbeiten. Solange das Verhältnis Arbeit/Verdienst stimmt, habe ich kein Problem damit. Aber bei vielen Topmanagern aus der Industrie sehe ich das Verhältnis nicht.

    Ich würde es ihnen gönnen, wenn sie 80.000 - 90.000 € im Jahr verdienen. Aber ich verstehe die Jenigen nicht, die 100.000 - (open end) pro Jahr verdienen. Da sehe ich beim besten Willen das Verhältnis nicht. Und wenn man ein Steuersystem schafft, dass diesen Leuten das Geld aus der Tasche zieht, finde ich es gut und gerecht.

    Welche dieser Grossverdiener tragen denn noch Verantwortung bzw. persönliches
    Risiko ? Alle sind doch nur Top-Angestellte die sich im Falle des Versagens
    mit Millionenabfindung in den Ruhestand oder wahrscheinlich, dank Vitamin B,
    in die nächste Führungsetage wechseln.



  • Redhead schrieb:

    Während im (Kranken-)Pflegedient an Sonn- und Feiertagen natürlich im Sichtdient
    für lau gearbeitet werden muss

    Ja. Und ganz negativ finde ich in diesem Zusammenhang, dass sich die Sonn- und Feiertagszuschläge, die diese Arbeiter erhalten, nichtmal positiv auf deren spätere Renten auswirken. Die Politiker, die dieses System so beibehalten wollen, sind echt unmenschlich. 🙂


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