Blöd durch PC!?
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Ja, Ihr habt richtig gelesen! Eine intensive Beschäftigung mit dem Computer kann die Leistung verschlechtern. Das berichtet zumindest das Ifo-Institut als ein Ergebnis internationaler Daten aus der PISA-Studie. Das möchten wir natürlich nicht glauben und aus diesem Grund wollen wir zusammen mit Euch - den Computer-Experten - diskutieren! Was sagt Ihr zu diesen Ergebnissen?
Es wurden zwei Vergleichsgruppen getestet und angeblich lag der Wissensstand der beiden Gruppen bis zu einem halben Schuljahr auseinander. Forscher behaupten, Kinder lernen weniger, wenn sie zu Hause den Computer für Spiele benutzen. Auch in der Schule kritisieren sie die Benutzung eines Computers, da dieser nicht bessere, sondern eher schlechtere Leistungen hervorrufe.
Bislang war man davon ausgegangne, dass intensive Computernutzung die Leistungen verbessert. Neben der reinen Computernutzung betonen die Forscher aber auch, dass der familiäre Hintergrund und die Bildungsausgaben pro Schüler eine Rolle spielen.
"Unsere Ergebnisse besagen nicht, dass der Einsatz von Computern an Schulen prinzipiell kein positives Potenzial für Schülerleistungen hat", erklärte Ludger Wößmann, ein Ifo-Bildungsexperte. Sein Vorschlag lautet folgendermaßen: "Die Computernutzung hat vermutlich andere effektivere Unterrichtsformen verdrängt. Wir benötigen nicht unbedingt mehr Computer, sondern ihren wirkungsvolleren Einsatz."
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Es gibt z.B. auch wissenschaftliche Untersuchungen, dass die Verwendung von email den IQ senkt.
Ich meine, es geht beim Lehren/Lernen oder Selbststudium um den richtigen Einsatz von Hard- und Software. Auffällig ist, dass Lehrer an Schulen keine Homepage betreiben. Dort könnten diese z.B. Skripten, Lernquiz, vertiefendes Material, Linksammlungen, Übersichten zum Lernen, ... anbieten. Die Faulheit ist sowohl bei Lehrern als auch bei Schülern verbreitet. Professoren bieten ihre Skripten in der Regel als pdf/ppt-Datei an, wobei die textuellen Erklärungen leider vielfach fehlen. Es wird stärker mit Grafik gearbeitet. Das muss kein Vorteil für das Verständnis sein.
Die Frage ist also: Was macht ein Schüler/Student mit dem PC zuhause?
Zwei typische Fälle:
- Der Lehrer (Schule) bietet nichts an. Der Schüler kann somit nichts machen, was vom Lehrer gewünscht ist. Also wird er z.B. ein Textprogramm oder so etwas wie Power Point zum Schreiben von Referaten, Hausaufgaben, ... verwenden. Das ist genau genommen geistlos und frisst nur Zeit. Papier und Bleistift/Farbstifte wären effizienter.
- Der Professor bietet sein (oder das des Vorgängers, Vorvorgängers, ...) Skript an. Der Student downloadet dieses und liest es. Kein wesentlicher Vorteil gegenüber klassischen Büchern oder Mitschriften. Man kann es allerdings auf dem Notebook lesen. Perfekte Grafiken können hilfreich aber auch genauso abstumpfend sein. Erklärungen auf offene Fragen sind das Wichtigste.
Schreiben und Lesen mittels PC bringt nur den Vorteil des schnelleren Übermittelns/Verbreitens. Die Inhalte werden hierdurch nicht besser.
Also müsste man die Diskussion fokusieren:
Was soll der Schüler/Student mit dem PC besser machen können als mit Papier und Bleistift? Findet man hier gute Beispiele, dann sollte man diese verstärken und fördern.Sprachen lernen kann man z.B. mit dem PC durch gute Software vertiefen/beschleunigen, aber es kann nicht das aktive Sprechen mit einem menschlichen Zuhörer ersetzen.
Es hängt also nicht vom PC ab, sondern von den Inhalten, der Software, dem Umgang damit. Ein Schüler ohne klares Ziel vor dem PC, das endet im Chatten oder Spielen oder Langweile.
Ein wesentlicher Vorteil ist z.B. das Internet mit dem Zugriff auf Datenbanken, z.B. zum Studium der Geschichte o.ä.
Für einen Studenten ist es sicher auch kein Nachteil, wenn er auch Skripten anderer Hochschulen einsieht, an die er sonst nicht gelangen würde.
Dem Autodidakten eröffnet das Internet das Tor zu einer gigantischen Wissensbasis, wenn man damit umgehen kann.
Also zeigt mir mal gute Homepages von Lehrern an Realschulen, Gymnasien, ...
Das würde mich wirklich interessieren. Nicht von Schülern, sondern von Lehrern!
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naja ich kann mich der Studie nur anschliessen.
Ich wüsste nicht wiso man inteligenter werden sollte, wenn man vor dem PC hockt statt zB ein gutes Buch zu lesen. Auch weis ich nicht wiso es fördernd wäre Lernsoftware zu verwenden. Diese haben meist passiven Charakter genau wie Fernseher.
Falls man den PC jedoch für Entwicklung aller art (ua programmierung) nutzt, sollte die Inteligenz meiner meinung dabei steigen, da man ja mit problemen konfrontiert wird, die es ansonsten nicht gäbe.gruss
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Pisa Student schrieb:
Es wurden zwei Vergleichsgruppen getestet und angeblich lag der Wissensstand der beiden Gruppen bis zu einem halben Schuljahr auseinander. Forscher behaupten, Kinder lernen weniger, wenn sie zu Hause den Computer für Spiele benutzen. Auch in der Schule kritisieren sie die Benutzung eines Computers, da dieser nicht bessere, sondern eher schlechtere Leistungen hervorrufe.
Aus meiner Sicht sollte die Frage hier nicht sein, ob ein Computer genutzt wird, sondern wie er genutzt wird. Man kann sämtliche Medien sinnvoll oder auch weniger sinnvoll nutzen. Wer den ganzen Tag Talk-Shows oder Big-Brother im Fernsehen guckt, wird von diesem Medium weniger profitieren als jemand, der die Nachrichten sieht und sich Sendungen wie "Alpha Centauri" oder "Delta" anguckt. Genauso ist es bei Computern. Wer einen Rechner nur nutzt, um Spiele zu spielen, den wird das nicht weiterbringen. Sicherlich ist das für einige Leute auch ein echtes Problem. Allerdings kann man Computer auch anders nutzen: Gerade das Internet bietet viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Man schaue sich ein Forum wie dieses hier an: Wenn ein Schüler Interesse an einem Gebiet hat, dann wird er im Internet kompetente Gruppen zu diesem Thema finden können, mit denen er sich austauschen kann. Im Umfeld einer Schule ist soetwas normalerweise nicht zu finden.
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Gerade das Internet bietet viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden.
Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg. Vor allem, wenn man auch in anderen Sprachen als Deutsch lesen/schreiben kann.
Wer einen Rechner nur nutzt, um Spiele zu spielen, den wird das nicht weiterbringen.
Das muss nicht immer richtig sein. Wenn man z.B. Adventures in englischer Sprache (Fahrenheit, Riddick) spielt, kann dieses das Verständnis der englischen/amerikanischen Sprache (vor allem Slang) enorm verstärken.

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Erhard Henkes schrieb:
Wer einen Rechner nur nutzt, um Spiele zu spielen, den wird das nicht weiterbringen.
Das muss nicht immer richtig sein. Wenn man z.B. Adventures in englischer Sprache (Fahrenheit, Riddick) spielt, kann dieses das Verständnis der englischen/amerikanischen Sprache (vor allem Slang) enorm verstärken.

Ja, ich habe auch etwas überlegt, ob ich das so schreiben soll. Ich habe mich daran erinnert, dass ich vor langer Zeit als kleines Kind durchaus etwas Englisch durch Computerspiele gelernt habe und durch ausgiebiges Spielen von "Pirates!" habe ich damals auch etwas über die Lage von Städten in der Karibik gelernt. Allerdings muss man auch sagen, dass die Spiele heutzutage viel häufiger übersetzt sind. "Englisch lernen" fällt da dann schon oft weg. Auch die Inhalte sind oft nicht mehr so komplex wie früher. Wenn man heutzutage Spiele spielt, dann sind das oft Ego-Shooter. Damit ist sicherlich nicht viel Lerneffekt verbunden. Ok, es gibt natürlich auch andere Spiele.
Letztendlich ist das alles aber eine Frage der Erziehung durch die Eltern und deren Medienkompetenz. Die müssen letztendlich dafür sorgen, dass ihren Kindern das Richtige vorgesetzt wird.
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Ich denke, dass egal, ob Kind oder Erwachsener, es immer darauf ankommen, was man mit einem Computer macht.
Z.B. in Amerika bekommen Heranwachsende schon frueh beigebracht, das Internet fuer die Hausaufgaben zu benutzen. Wenn man lernt, mit Google und Wikipedia umzugehen, kann man schon eine ganze Menge dabei lernen.
Bei mir selbst (ich bin heute Mitte 30) hat die Beschaeftigung mit dem Computer sowohl Vor- als auch Nachteile gehabt. Zu meiner Zeit gab es noch kein Internet (jedenfalls nicht fuer die Masse), und Computer benutzte man entweder zum Programmieren oder zum Spielen. Ich habe beides damit gemacht. Aber meine Schulbildung hat dadurch sehr gelitten, da ich lieber Programme geschrieben habe, als etwas anderes zu machen. Zur sozialen Abgeschiedenheit hat es bei mir auch gefuehrt. Ich bin also eher ein abschreckendes Beispiel!

Andererseits bietet die heutige Technik ja viele Moeglichkeiten, die Zeit totzuschlagen, und das kann auch auf die Jugend eine ablenkende Wirkung haben, was die Schule betrifft.

Wir durften Taschenrechner erst in der 11. Klasse benutzen. Da wurde noch alles von Hand gemacht!
(ist das heute immer noch so? In Amiland haben die Schueler heute schon frueh Taschenrechner und Computer zu Hand!
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Erhard Henkes schrieb:
Es gibt z.B. auch wissenschaftliche Untersuchungen, dass die Verwendung von email den IQ senkt.
Dabei geht es aber nicht darum, das man mal eine Email tippt. Man wird von der Arbeit abgelenkt wenn ständig irgendwas unnötiges eintrudelt. Das stört die Konzentration, geistige Leistung sinkt. Wer also ständig sein Handy empfangsbereit am Mann hat, dessen IQ ist sowieso unter Kühlschranktemperatur.
Bye, TGGC (Demo or Die)
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Natürlich kann die Verwendung eines Computers die Leistungen eines Schülers veschlechtern. Wenn der Schüler nur noch mit Programmen arbeitet, die ihm viel Arbeit abnehmen oder automatisch Fehler korrigieren, dann ist es eigentlich nicht verwunderlich, wenn der Schüler eben diese Dinge nicht mehr kann. Genauso war es doch auch mit den Taschenrechnern. Wenn man ab der achten Klasse einen Taschenrechner verwenden durfte, dann konnte man logischerweise bald nicht einmal mehr einfache Dinge im Kopf rechnen. Daher sollten Hilfsmittel wie Computer nur sehr vorsichtig von den Schülern eingesetzt werden. Man darf dabei nicht den selben Fehler machen wie mit den Taschenrechnern. Hätte man Taschenrechner ab der achten Klasse zwar zugelassen, aber nicht in Mathe, könnten die Schüler heute besser im Kopf rechnen. Und in Physik und Chemie sehe ich ein, dass ein Taschenrechner sinnvoll ist. Daher plädiere ich dafür, die Computer zwar verstärkt zu verwenden, aber nur in Fächern in denen kein Schaden damit angerichtet werden kann. So könnte man zum Beispiel den Schülern aufgeben, mithilfe des Internets die Geschichtshausaufgabe zu lösen, aber im Fach Deutsch müssten sie weiterhin handschriftlich arbeiten.
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Lutz schrieb:
Hätte man Taschenrechner ab der achten Klasse zwar zugelassen, aber nicht in Mathe, könnten die Schüler heute besser im Kopf rechnen.
Gibt es denn überhaupt nennenswerte Defizite im Kopfrechnen? Woran erkennt man das?
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dass computer in der schule gegenüber herkömmlichen methoden schlechter abschneiden ist klar. denn: die traditionelle methode ist, man kommt rein, der lehrer erzählt was, man kriegt einen arbeitsauftrag/arbeitsblatt und legt los.
mit pcs sieht das so aus, dass man erstmal das ding starten muss [...], in der zeit macht natürlich keiner was, dann noch das programm zum laufen kriegen, internet ist auch noch da, d.h. man schwatzt nicht mehr mit den 2 nachbarn, sondern mit der ganzen welt, u.s.w.
idealerweise wären die rechner die ganze zeit eingeschaltet, und es würden nur die benötigten anwendungen laufen/installiert sein. dann würde die effizienz schon deutlich steigen. (dann bräuchte man aber wesentlich mehr computerräume, computer, betreuungspersonal etc., und das kann sich kaum einer leisten.)Lutz schrieb:
aber im Fach Deutsch müssten sie weiterhin handschriftlich arbeiten.
naja, das denke ich nicht. es reicht ja, wenn man die klausuren handschriftlich schreibt. aber hausaufgaben mit recherchen, seitenweise text u.s.w. mit der hand zu machen, obwohl man doch ne ziemlich ausgeklügelte schreibmaschine hat, das ist doch etwas rückständig. und mit rechtschreibkorrektur verlernt man das schreiben nicht so, wie das kopfrechnen, wenn man einen taschenrechner benutzt.
taschenrechner in mathe => da stimme ich zu.
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Man kann auch schlau durch PC werden. Siehe ich.

Bye, TGGC (Demo or Die)
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TGGC|_work schrieb:
Man kann auch schlau durch PC werden. Siehe ich.

Bye, TGGC (Demo or Die)
Die Aussage könnte wirklich ein Original sein. Aber Abzüge in der B-Note wegen falschem Link und Zeit.

Bye, TGGC (Demo or Die)