Hört man sich eigentlich denken, wenn man stumm ist?
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BF_31 schrieb:
Wenn man schon von anfang an stumm war, dann nicht. Man hat die Fähigkeit garnicht Wörter auszusprechen
Das hält einen also vom Denken ab? Ich kann Wörter die ich gehört habe denken ohne sie vorher ausgesprochen zu haben. Wie es bei Taubstummen aussieht ist dann eine andere Frage. Die haben dann bestimmt eine Metasprache im Gehirn um Gesehenes oder Gelesenes zu verarbeiten.
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Ist euch schonmal aufgefallen, dass bestimmte Denkvorgänge besser bzw schneller funktionieren, wenn man versucht, sie von der (gedanklich) gesprochenen Sprache zu lösen. Allerdings fällt es dann schwerer, sie unmittelbar sprachlich wiederzugeben. Ich weiß ja nicht, wie ihr das "macht", aber bei mir ist das so.

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@masterofx32: Das kenn ich. Manchmal ist es so das du über etwas komplexeres nachdenkst und dann zu einem Ergebnis kommst und wenn dich dann einer fragt wie du darauf gekommen bist dann kannst du es nicht erklären weil du wie du schon gesagt hast dich von "(gedanklich) gesprochenen Sprache" gelöst hast.
Da sehe nur irgendwelche Strukturen in meinem Kopf die mir am Ende das Ergebnis zeigen

Und das geht auch alles *ratzfratz*
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Ich mach das eigentlich selten, da es sonst so ruhig ist, wenn man grad niemanden um sich hat *g*
Aber beim lesen zB mach ich es nach ner gewissen Einlesungsphase auch so, dadurch steigt die Lesegeschwindigkeit extrem.
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Ja, ist bei manchen Sachen unheimlich praktisch. Aber wenn man es später irgendwem erklären muss dann muss auch der Transfer auf die sprachliche Ebene zurück klappen... Klappt leider nicht immer
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Wenn man dieses Denken trainieren könnte und es dann auch immer bei Bedarf anwenden könnte, würde vielleicht der Mensch sich schneller weiterentwickeln (auf Technik und Forschung bezogen, mental würde wir dann alle nur noch wie Maschinen sein
)
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Walli schrieb:
BF_31 schrieb:
Wenn man schon von anfang an stumm war, dann nicht. Man hat die Fähigkeit garnicht Wörter auszusprechen
Das hält einen also vom Denken ab? Ich kann Wörter die ich gehört habe denken ohne sie vorher ausgesprochen zu haben.
Trotzdem glaube ich das es dann schwerer ist. Außerdem spricht der Thread-Ersteller davon das man SICH selbst hört. Und wenn man garnicht weiß wie die eigene Stimme klingt, da man sie ja noch nie benutzt hat, dann wird das auch im Kopf nix.
Bei mir ist das so - wenn ich mit Sprache denke - also das gedachte innerlich vor mich hinspreche, dann denke ich total langsam, und komme nicht wirklich zum Ergebnis. Irgendiwe scheint das die Hirnleistung abzubremsen.
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Wie meint ihr das? Bitte genauer erklären!
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BF_31 schrieb:
Bei mir ist das so - wenn ich mit Sprache denke - also das gedachte innerlich vor mich hinspreche, dann denke ich total langsam, und komme nicht wirklich zum Ergebnis. Irgendiwe scheint das die Hirnleistung abzubremsen.
Das Bewusstsein ist eben sowohl zeitlich als auch energetisch eine sehr teure Angelegenheit. Es kommt nicht von ungefähr, dass deutlich über 90% aller Prozesse ablaufen, ohne dass das Bewusstsein "gefragt" wird.
Besonders deutlich wird das in Extremsituationen. Die Reaktion des Körpers ist da eindeutig: bewusste Verarbeitung aus, Instinkte an. Warum? Weil jede Sekunde über Leben und Tod entscheidet, wenn man plötzlich einen Säbelzahntiger im Gebüsch entdeckt.
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sarfuan schrieb:
BF_31 schrieb:
Bei mir ist das so - wenn ich mit Sprache denke - also das gedachte innerlich vor mich hinspreche, dann denke ich total langsam, und komme nicht wirklich zum Ergebnis. Irgendiwe scheint das die Hirnleistung abzubremsen.
Das Bewusstsein ist eben sowohl zeitlich als auch energetisch eine sehr teure Angelegenheit. Es kommt nicht von ungefähr, dass deutlich über 90% aller Prozesse ablaufen, ohne dass das Bewusstsein "gefragt" wird.
Naja.. das mag ja durchaus richtig sein, bloß erkenne ich nicht direkt den Zusammenhang zur eigentlichen Frage: wenn du z.B. an diese in IQ-Tests und Rätseln beliebten Fragen wie "welche geometrischen Figuren/Körper sind gleich" denkst - dort wird ja auch niemand die Lösung Schritt für Schritt innerlich vor sich her brabbeln (oder?) sondern ganz abstrakt und intuitiv (?) und vor allem 'sprachlos' die entsprechenden Objekte rotieren etc.
Es ist also auch ganz einfach eine Frage welcher Art das Problems überhaupt ist...
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Müssten taube dann nicht eigentlich viel inteligenter sein?
Zum Beispiel eine Matheaufgabe viel schneller lösen können, als andere?
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PiratMartin schrieb:
Müssten taube dann nicht eigentlich viel inteligenter sein?
Zum Beispiel eine Matheaufgabe viel schneller lösen können, als andere?Da macht ja die Taubheit keinen Unterschied, weil man sich der Mathematik als Sprache bedient. Und die Aufgaben der Intelligenztests lassen sich ja auch meist intuitiv ohne weiteres Herleiten lösen. Mit schriftlichen Aufgaben könnte man es auch schlecht Testen, da man ja durch das Lesen wieder versucht ist, auf sprachlicher Ebene weiterzudenken. Das könnte bei Taubstummen aber auch anders sein, weil das Erlernen der geschrieben Sprache ja viel später stattfindet als das Erlernen der gesprochenen Sprache bei hörenden Kindern.
Naja, ich mache mich dann mal an die Arbeit, die "native Sprache" der Menschen herauszufinden, die jeder effizient lesen kann, ohne sie lernen zu müssen. Ich poste die ersten Ergebnisse dann hier

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sarfuan schrieb:
Weil jede Sekunde über Leben und Tod entscheidet, wenn man plötzlich einen Säbelzahntiger im Gebüsch entdeckt.
Haben wir hier oft in der Gegend...
