"Wir machen jede Nacht Bagdad"
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Was genau war der Auslöser für die ganzen Aufstände?
Ich guck so selten Nachrichten und die zeigen blos noch die Krawalle, sagen aber nix mehr überdie Ursachen.
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Der direkte Auslöser war AFAIK dass zwei Jugendliche aus den Banlieus bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei zu Tode gekommen sind. Die indirekten Auslöser sind u.a. hohe (Jugend)Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und Kriminalität in diesen Departments.
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Irgendein Minister hat die Jugendlichen doch auch noch beleidigt, oder? Als Abschaum oder so bezeichnet...

Is trotzdem kein Grund so zu randalieren...
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Ja, der Innenminister, Sarkozy, aber das hat er erst getan als die Krawalle schon in vollem Gange waren. Sicherlich überzogene Aüßerung, aber brave Bürger sind's auch keine.
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Der Vorwand für die Gewalt waren drei Jugendliche, die sich von der Polizei verfolgt fühlten und in ein Transformatorenhäuschen eingedrungen sind um sich zu verstecken. Dabei wurden zwei Jugendliche durch Stromschläge getötet.
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volkard schrieb:
man jat mit worten nicht mitschuld an morden, die andere tun. zwischen worten und morden muß strikt getrennt sein und worte dürfen bei den armen jugendlichen genausowenig wie bei den armen moslems grund für morde sein.
als anlaß reichen worte völlig aus. du unterschätzt worte völlig.
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Anlass != Grund
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Auf jeden Fall werden wir bald gezwungen, uns endlich mit realen Problemen auch mal zu befassen... das Überspielen realer Probleme durch Geschenke und schöne Worte (siehe auch die jetzige Regierungsbildung in Deutschland) ist am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen. Judgement Day naht. 30 Jahre Blaschwafel und Ignoranz von potentiellen Problemen rächen sich.
*In diesem Kontext verkommt ein geheiligter Grundpfeiler des republikanischen Selbstverständnisses, die strikte Trennung von Staat und Religion, zur Illusion. Zwar treibt nicht der Dschihad die Stadtguerilla an, aber der Islam ist ein untrennbarer Bestandteil ihres Selbstverständnisses. Der Islam stärkt ihr Zusammengehörigkeitsgefühl, verleiht ihr den Anschein von Legitimität und zieht die Grenze zu den anderen, den "Franzosen".
In Clichy-sous-Bois stellten sich plötzlich "große Brüder" zwischen Ordnungskräfte und Steinewerfer: fromme Bärtige in langen Traditionsgewändern aus dem Umkreis der Moschee, die im Namen Allahs zur Ruhe aufriefen. "Allahu akbar", schallte es tausendfach aus den Fenstern der Wohntürme zurück. Den Fernsehzuschauern in ihren sicheren Wohnstuben lief es kalt über den Rücken.
Beklommen erkannten die Ordnungskräfte im Aufmarsch der selbsternannten Friedenshüter so etwas wie einen muslimischen Ordnungsdienst, vielleicht sogar die Keimzelle einer islamischen Miliz. "Die Logik dieser Unruhen", sagte ein Polizeioffizier, "ist die Sezession" - die Abtrennung und Verselbständigung ganzer Viertel und Gemeinden, Zonen eigenen Rechts, zu denen die Staatsmacht keinen Zutritt mehr hat, wenn sie nicht als feindlicher Eindringling empfunden werden will.*
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Henno schrieb:
Anlass != Grund
ich war mir dessen völlig bewußt, als ich meinen beitrag verfaßte.
wenn du jemandem zu eine tat durch worte einen anlaß gibst, kannst du wohl nicht behaupten, schuldlos an dieser tat zu sein.
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scrub schrieb:
volkard schrieb:
man jat mit worten nicht mitschuld an morden, die andere tun. zwischen worten und morden muß strikt getrennt sein und worte dürfen bei den armen jugendlichen genausowenig wie bei den armen moslems grund für morde sein.
als anlaß reichen worte völlig aus. du unterschätzt worte völlig.
Die Worte kamen erst nach dem Ausbrauch der Gewalt.
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bluecode schrieb:
Irgendein Minister hat die Jugendlichen doch auch noch beleidigt, oder? Als Abschaum oder so bezeichnet...

ja, wenn er doch recht hat.
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Es ist doch bekannt, dass Politiker weder sagen dürfen was sie denken, noch sagen dürfen was der Wahrheit entspricht. Im besten Fall sind sie ihren Job los, im schlimmsten Fall hat man plötzlich bewaffnete Menschen im Schlafzimmer stehen.
(-> z.B. Däubler-Gremlin, äh Gmelin.)
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Und wenn der Politiker bewaffnete Menschen in seinem Schlafzimmer stehen hat, ist es natürlich seine Schuld. Ach Leute, gut, dass ihr keine Gesetze macht. Und bevor ihr jemanden umbringt, weil er euch beleidigt hat: Auch in Notwehr (Beleidigung kann auch ein legaler Grund für Notwehr sein) gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Die Leute hätten also zurückbeleidigen dürfen.
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Mitschuld != Schuld
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scrub schrieb:
Henno schrieb:
Anlass != Grund
ich war mir dessen völlig bewußt, als ich meinen beitrag verfaßte.
wenn du jemandem zu eine tat durch worte einen anlaß gibst, kannst du wohl nicht behaupten, schuldlos an dieser tat zu sein.Wenn er es nicht gesagt hätte wäre es aber auch soweit gekommen. Legentlich die Parolen wären anders aber an den Taten hätte das nichts geändert. Wenn das reichen würde dann hätte Stoiber schon mehrmals einen deutschen Bürgerkrieg ausgelöst.
Das Problem in Paris war schon seit Jahren bekannt. Hohe Arbeitslosigkeit und selbst die die Arbeit hatten konnten das verdiente Geld nicht nutzen. Die Vermieter forderen Wucherpreise für leerstehende Wohnungen aus Angst vor Mietnomaden die die Wohnung kleinschlagen würden ohne einen Cent zu bezahlen. Also wohnt man weiter in den bereits besetzten und zerfallenden Wohnungen weiter. Ohne Wohnung und Arbeit Fallen die meisten Sozialleistungen wie Krankenkasse auch flach.
Hieraus ergibt sich, dass der Staat nicht mehr respektiert wird und die Polizei dementsprechen an Einfluss verliert. Wählen gehen auch die wenigsten. Viele Politiker reden über die Problematik und die richtigen Gründe tun aber nichts aus Angst die Vermieterlobby zu verärgern und Stimmen würde es ja selbst im Erflogsfall keine bringen.
Viele Polizisten trauen sich gar nicht mehr in die Gegenden und deswegen kommen die meisten der dortigen Polizisten auch aus dieser selben Gegend. Diese sind offensichtlich auch nur halbherzig bei ihrem Beruf. Dies schwächt die Staatsmacht noch einmal.
In Deutschland steuert man meines Wissen nach auf das gleiche Problem zu, ist aber noch weiter davon entfernt. Allerdings bedarf es nicht mehr der Initialzündung also könnte es schneller gehen.
Die eizigen wirkliche mir bekannten Lösungen wäre den Wert des Geldes überall im Wirtschaftsraum gleich zu stellen und anschließend die Löhne den neuen Gegebenheiten anzupassen. Entweder man erreicht das durch eine Aufwertung des Geldes bei uns, eine Abwertung in den Billiglohnländern oder eine wirtschaftlich Abschottung gegenüber den Billiglohnländern.
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scrub schrieb:
volkard schrieb:
man jat mit worten nicht mitschuld an morden, die andere tun. zwischen worten und morden muß strikt getrennt sein und worte dürfen bei den armen jugendlichen genausowenig wie bei den armen moslems grund für morde sein.
als anlaß reichen worte völlig aus. du unterschätzt worte völlig.
ich sagte "worte *dürfen* kein grund für morde sein". das ist ein moralisches gebot. keine soziologische beschreibung. daß worte durchaus anlaß sein können, ist natürlich klar. aber man muß (moralisch wieder) prinzipiell alles sagen können, insebesondere muß man menschen beleidigen können, ohne dadurch zu einem unabsichtlichen mitmörder zu werden. die nicht zu übertretende schwelle darf nicht sein, daß man kein übel mehr anprangern darf; sie soll einfach sein, daß man keine leute ermorden darf. mir geht diese verschiebung der grenzen auf die nüsse und das schieben der verantwortung auf die bösen leute, die was böses zu den armen mördern gesagt haben oder den armen mördern die arbeitsplätze wegnehmen oder die armen mörder an der ausübung ihrer religion hindern.
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scrub schrieb:
wenn du jemandem zu eine tat durch worte einen anlaß gibst, kannst du wohl nicht behaupten, schuldlos an dieser tat zu sein.
dann muß auch gelten:
wer durch seine anwesenheit erst ermöglicht, erschossen zu werden, ist sohl sicher nicht schuldlos daran, erschossen worden zu sein, denn er hätte ja auch einfach durch abwesenheit das erschießen vermeiden können.
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Das Strafgesetz kennt nicht umsonst den Tatbestand der Anstiftung - und auch eine gezielte Provokation kann als solche gelten. Sicherlich sind die Äusserungen eines Sarkozy in diesem konkreten Falle weder Anlass noch Ursache der Gewalt; trotzdem muss man im Falle eines Innenministers annehmen, dass er gewusst hat, dass seine Äusserungen im besten Fallen nicht hilfreich sind. Falls im das nicht bewusst war ist er schlicht inkompetent. Das heisst er ist, egal wie, untragbar. Anderseits ist Inkompetenz (in der Sache) bekanntlich endemisch unter Politikern auf der ganzen Welt, insofern scheitert seine Entlassung ja möglicherweise an fehlenden nicht weniger kompetenten Nachfolgern. :p
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Das heißt du behauptest jeder gute Politiker ist ein Lügner.
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Ben04 schrieb:
Das heißt du behauptest jeder gute Politiker ist ein Lügner.
Er behauptet das dieser Politiker inkompetent ist und dass kein geeigneter Nachfolger auffindbar ist (so auf die Schnelle), nicht mehr und nicht weniger.