Einige scheinen Che Guevara für eine Art Held zu halten. Wieso?
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peterchen schrieb:
Die meisten wohl wegen seines Photos von Alberto Korda

Wenn man ein bißchen näher draufguckt - du scheinst ihn nicht für einen Helden zu halten, wieso?
Scheinbar hat er nichts gutes erreicht. Normal sind dise Verlausten immer gegen Gewalt und für Baumstreicheln und auf einmal sehen sie einen Guerilla*krieger* als Helden an?

An die Möglichkeit, das Batista ein fieser Kerl war hatte ich noch gar nicht gedacht, ich fand nur nicht, dass Castro sonderlich toll ist.
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tufnau schrieb:
Scheinbar hat er nichts gutes erreicht.
Das ist quatsch.
Den Kubanern ging es nach der Revolution deutlich besser.
Das da alles den Bach runter ging und Kuba zur Diktatur wurde,
war erst nach Guevara's tot.
Also ändern wir das mal in:
Scheinbar hat er langfristig nichts gutes erreicht.Jockel
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Jockelx schrieb:
Den Kubanern ging es nach der Revolution deutlich besser.
Das da alles den Bach runter ging und Kuba zur Diktatur wurde,
war erst nach Guevara's tot.
Also ändern wir das mal in:
Scheinbar hat er langfristig nichts gutes erreicht.Kurzfristige Erfolge, wie Massenerschießungen, Einrichtung von Besserungslagern für Regiemgegner oder Schwule kann man ihm dagegen zugute halten, von tausenden Enteigungen und der Zerstörung der kubanischen Wirtschaft, unter der die kubanische Bevölkerung noch heute zu leiden hat, gar nicht zu sprechen.
Es war ja Revolution, da muß man hart durchgreifen, wenn man mal ein Vorbild werden will.
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Ich gebe zu, dass es schwer ist bei diesem Thema objektiv wirkende Quellen
zu finden. Allerdings finde ich deine Behautptungen in gar keiner Quelle.
Ausser den Enteignungen, die aber auch angemessen waren, wenn Kuba nicht
länger amerikanische Marijonette sein wollte.Zeig mal bitte eine Quelle, die deine Behauptung stützt.
Jockel
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Jockelx schrieb:
Ich gebe zu, dass es schwer ist bei diesem Thema objektiv wirkende Quellen zu finden. Allerdings finde ich deine Behautptungen in gar keiner Quelle. Ausser den Enteignungen, die aber auch angemessen waren, wenn Kuba nicht länger amerikanische Marijonette sein wollte.
Eigentlich sind Enteignungen nie angemessen.
Zeig mal bitte eine Quelle, die deine Behauptung stützt.
Nun, Objektivität sei dahingestellt, aber ich finde meine Behauptungen sogar in der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Che_Guevara
Massenerschießungen: "Die Urteile fielen durch die vom Volk legitimierten Revolutionsgerichte, in denen auch Che führend mitwirkte. Die Verurteilungen trafen neben den Schergen der Batista-Diktatur, welche für die Unterdrückung, das Verschwinden sowie die Ermordung politischer Gegner Fulgencio Batistas verantwortlich waren, auch normale Anhänger Batistas, sowie andere (potentielle) Gegner der Kommunisten. 179 Erschießungsopfer dieser Tribunale können als gesichert gelten, Schätzungen gehen von bis zu 2000 Opfern aus." -- Wobei das 'mit vom Volk legitimierten Revolutionsgerichte' natürlich ein hypscher Euphemismus ist.
Besserungslager stehen gleich im nächsten Satz: "Er richtete in dieser Zeit sogenannte "Lager für Besserungsarbeit" („Guanacahabibes“) ein. In sie sollen nicht nur Dissidenten sondern auch Homosexuelle geschickt worden sein."
Über die Wirtschaft steht wieder was im übernächsten Absatz, man könnte fast meinen, ich hätte da abgeschrieben.
Ich möchte Guevara hier nicht künstlich schlechtreden, aber verklärende Legendenbildung und T-Shirts mit seinem Gesicht drauf finde ich nunmal daneben.
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Hi,
ich muss letzt leider weg und hab keine Zeit mir das durch zu lesen.
Interessiert mich aber sehr, da ich das bisher nirgens gesehen habe.Ich hol das nach und wärme den Thread ggf. nochmal auf.
Jockel
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Ich hoffe, du hast auch http://de.wikipedia.org/wiki/Fulgencio_Batista in deine Studien mit einbezogen.
Che für die derzeitige wirtschaftliche Lage Kubas verantwortlich zu machen ist ja wohl reichlich überzogen. Die von Dir angegebene Quelle schreibt dementsprechend auch nur
<i>wird von einigen für den wirtschaftlichen Niedergang Kubas und den bis heute anhaltenden Mangel an einfachen Gütern verantwortlich gemacht</i>Was ihn für diejenigen, die seine Ideale teilen, zum Helden macht: Er hat dafür gekämpft, ist dafür gestorben, und hat sich nie ausgenommen von dem, was er für diesen Kampf von anderen forderte.
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Was ihn für diejenigen, die seine Ideale teilen, zum Helden macht: Er hat dafür gekämpft, ist dafür gestorben, und hat sich nie ausgenommen von dem, was er für diesen Kampf von anderen forderte.
Sehe ich genauso. Man lese sich den Wikipeda-Artikel über ihn von oben bis unten durch: Che kämpft für seine Sache mit ganzem Herzen. Was ihn in mancher Hinsicht zum Vorbild machen könnte. Ich glaube nicht, dass alle Che-Shirt-Träger die Hinrichtungen von politischen Gefangenen befürworten.
MfG SideWinder
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peterchen schrieb:
[...] Che für die derzeitige wirtschaftliche Lage Kubas verantwortlich zu machen ist ja wohl reichlich überzogen. [...]
wikipedia schrieb:
[...] Vor Guevara war Cuba einmal eines der vier reichsten Länder Lateinamerikas gewesen [...]
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peterchen schrieb:
Ich hoffe, du hast auch http://de.wikipedia.org/wiki/Fulgencio_Batista in deine Studien mit einbezogen.
Ich möchte hier keine Vergleiche von menschenfeindlichen Systemen machen, aber kommunistische Systeme werden hier aber tendentiell immer schöngerdet -- mit rechtsradikalen Systemen (wie zB Pinochet) passiert das glücklicherweise nicht, auch wenn der nicht die Wirtschaft zerstört, sondern nur die Bevölkerung gequält hat.
Che für die derzeitige wirtschaftliche Lage Kubas verantwortlich zu machen ist ja wohl reichlich überzogen. Die von Dir angegebene Quelle schreibt dementsprechend auch nur
<i>wird von einigen für den wirtschaftlichen Niedergang Kubas und den bis heute anhaltenden Mangel an einfachen Gütern verantwortlich gemacht</i>Zu was Planwirtschaft führt (nämlich Fehlallokation von Ressourcen, zu Mangelwirtschaft, bishin zu Hungernöten der Bevölkerung) könnte man, nach fast 100 Jahren sozialistischen Experimenten langsam mitbekommen haben. Außerdem mache ihn ihn nicht alleine für die wirtschaftliche Lage Kubas verantwortlich (sondern höchstens mitverantwortlich), die, dafür daß sie ein sozialistisches Land sind, eigentlich sogar überraschend gut funktioniert (verglichen mit, zB. Mao, unter dessen Großen-Sprung-Politik die Menschen wie die Fliegen gestorben sind) -- und gleichzeitig einen einigermaßen hohen Bildungsstand der Bevölkerung garantiert, Kindersterblichkeit relativ niedrig hält usw. Mich überrascht viel eher, daß Kuba nicht noch deutlich schlechter da steht.
Was ihn für diejenigen, die seine Ideale teilen, zum Helden macht: Er hat dafür gekämpft, ist dafür gestorben, und hat sich nie ausgenommen von dem, was er für diesen Kampf von anderen forderte.
Ich beurteile Menschen nicht nach ihren Idealen, sondern nach dem, was sie wirklich gemacht haben. Und da steht Herr Guevara, mit Verlaub, nicht als "vollkommensten Menschen unserer Zeit" da. Die Welt funktioniert ja nicht binär, es gibt mehr als weiß und schwarz, aber je genauer man die großen Führer des letzten Jahrhunderts ansieht, desto schwärzer werden sie.
Abgesehen davon (ernstgemeinte Frage): was waren denn überhaupt seine Ideale?
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Daniel E. schrieb:
und gleichzeitig einen einigermaßen hohen Bildungsstand der Bevölkerung garantiert
Hatten die Kubaner nicht sogar einen verdammt hohen Bildungsstand? Ich meine da mal irgentwas in der Richtung gehört zu haben.
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wikipedia schrieb:
Nach dem UNESCO-Education for All Development Index (2004) gehört Kuba zu den am höchsten entwickelten Ländern der Welt im Bildungsbereich (neben Kanada, Finnland und Südkorea). Als Folge davon hat Kuba eine hervorragend ausgebildete Bevölkerung.