Absolvent Informatik macht Praktikum



  • Hallo,
    auf spiegel.de habe ich mal wieder gelesen, dass u.a. Absolventen der Informatik Praktika absolvieren.
    Was meint ihr, haben diese ein schlechtes Diplom gemacht?
    Oder woran liegt es, dass sie keinen festen Job bekommen haben?



  • Das liegt daran, das viele allen Mist glauben der im Spiegel steht.



  • Ich habe den Artikel, um den es wohl geht, mal rausgesucht:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,379703,00.html

    @tee: Hättest den Link auch selbst posten können. 🙄



  • Hochschulabsolventen sind für fast alle Jobs in Deutschland überqualifiziert.



  • Ich finde das Thema irgendwie gar nicht so locker. Das ist in der Tat eune traurige Entwicklung- die in Frankreich aber wohl noch wesentlich krasser sein muss.



  • liegt vielleicht daran, dass die firma sich diese "absolventen" erst mal ansehen will.
    informatik ist ja nur theorie. sowas ueberlebt in der praxis nicht lange.
    es soll schon diplominformatiker gegeben haben, die keinen brocken c konnten...



  • es soll schon diplominformatiker gegeben haben, die keinen brocken c konnten...

    Als Diplom-Informatiker programmiert man eh nicht. Warum sollte man das also können müssen?



  • Damit man zumindest ein wenig ahnung davon hat was praktisch umsetzbar ist und damit man die Probleme derjenigen halbwegs nachvollziehen kann die den Schrott programmieren müssen den man modeliert.
    ...Denk ich mal ^^

    sagt ja keiner das man perfekt C++ können muss oder Java oder wasauchimmer. Es fluchen die Praktiker ja nicht umsonst über die reinen Theoretiker.



  • ich habe hoffentlich in 1.5 Jahren diesen Abschluss, aber das ich 0 Ahnung vom Programmieren habe, würde ich mir nun nicht unterstellen.



  • Sind hier keine qualifizierten Annahmen mehr?
    Ich halte, dass Informatiker nicht programmieren können für ein dummes Gerücht.
    Ein normaler Student durchläuft während seinem Studium mehrere Praktika, in der am laufenden Band programmiert wird.

    Obwohl man von der TU sagt, sie wären Theoretiker, stimmt nicht.
    Ich musste 4 (Programmier-)Praktika absolvieren!!!!



  • hä? schrieb:

    es soll schon diplominformatiker gegeben haben, die keinen brocken c konnten...

    Als Diplom-Informatiker programmiert man eh nicht. Warum sollte man das also können müssen?

    Viele Diplom-Informatik finden ihren Berufseinstieg irgendwo in der Softwareentwicklung oder ähnlichen Bereichen. Insofern ist soetwas für den Anfang durchaus relevant. Es kann durchaus sein, dass man dann im späteren Berufsleben keinen direkten Kontakt mehr zum Programmieren hat, aber Diplom-Informatiker müssen sich halt auch erst hocharbeiten.



  • tee schrieb:

    Sind hier keine qualifizierten Annahmen mehr?
    Ich halte, dass Informatiker nicht programmieren können für ein dummes Gerücht.
    Ein normaler Student durchläuft während seinem Studium mehrere Praktika, in der am laufenden Band programmiert wird.

    Obwohl man von der TU sagt, sie wären Theoretiker, stimmt nicht.
    Ich musste 4 (Programmier-)Praktika absolvieren!!!!

    Naja, man kann sich auch durch solche Praktikas von anderen durchschleifen lassen. Meistens macht man soetwas ja in einem kleinen Team oder so. Abgesehen davon schreibt man in solchen Praktikas vielleicht ein paar hundert Zeilen Code, wenn es hoch kommt, sind es vielleicht 2000 oder so.

    ...und wenn man das gesamte Studium betrachtet, dann kommen einige sicherlich damit aus, insgesamt weniger als 10000 Zeilen Code zu schreiben. ...für die unterschiedlichsten Kleinstprojekte, Praktikas und Übungsaufgaben und das auch noch in unterschiedlichen Sprachen. Das ist nicht gerade die Menge, die man braucht, um programmieren zu lernen. Zumindest kann man danach sicherlich keine in dem Sinne, dass man sie "beherrscht". Wenn man das können will, muss man sich diesbezüglich privat weiterbilden und eine derartige private Weiterbildung ist eigentlich auch eine Sache, von der die Hochschulen ausgehen. Leider realisieren das viele Studenten nicht oder vernachlässigen das einfach.



    1. Ich glaube nicht, dass ein normaler Student sich durchmogelt.

    2. Wann willst du wissen, wann die "Menge" erreicht ist? Jeder ist anders.

    3. Es ist klar, dass man sich privat weiterbilden sollte.

    Ich sehe schon, die Diskussion führt ins Nichts, weil jeder nur denkt
    Informatiker = Programmierer. Schade eigentlich.



  • tee schrieb:

    1. Ich glaube nicht, dass ein normaler Student sich durchmogelt.

    Ich kenn viele sie sich grade durch das Programmieren durchmogeln. Meistens werden die Aufgaben in Teams vergeben und es findet sich immer gut 1/3 denen Programmieren einfach leicht fällt und die so gnädig sind die anderen ne zeitlang durchzuziehen. Ich persönlich hab von dem durchziehn jetzt die Schnauze voll und lehn sowas in zukunft ab 🕶

    tee schrieb:

    1. Wann willst du wissen, wann die "Menge" erreicht ist? Jeder ist anders.

    Weil es nunmal ne ganze weile dauert bis man wirklich gut programmieren kann. Ich hab in meinem Praktikum jetzt 5 Monate praktisch nur gelernt und Programmiert und denke das ich mir jetzt ne gute Basis geschaffen habe auf der ich mich weiterentwickeln kann. Wenn ich mir das Programm anschaue das ich da geschrieben und entworfen habe überkommt mich gerade in den Frühen Stadien das nackte grauen. Ausserdem gehört zum programmieren können auch die Fähigkeit einschätzen zu können wie lange etwas dauert und das geht nur mit Erfahrung (meine schätzungen waren mal sowas von daneben ^^)

    tee schrieb:

    1. Es ist klar, dass man sich privat weiterbilden sollte.

    Ja, das ist es. Mir zumindest nur wie gesagt es gibt eben viele die denken das Sie später sowieso nichts programmieren werden sondern nur mit UML herumhantieren usw usf. Das mag sein, wurde mir auch schon oft gesagt. Aber was würdest du als Programmierer von einem halten der dir Seitenweise die tollsten UML Diagramme hinlegt und keine Ahnung davon hat ob das so überhaupt umsetzbar ist oder morgen früh ein Feature verlangt das Tage benötigt.

    tee schrieb:

    Ich sehe schon, die Diskussion führt ins Nichts, weil jeder nur denkt
    Informatiker = Programmierer. Schade eigentlich.

    Wenn du dich ein wenig länger hier auf dem Board umschaust siehst du das das fast keiner denkt. Aber ein Informatiker sollte eben eine Programmiersprache "sprechen" damit er überhaupt weiss was Sache ist. So kann er die möglichkeiten und den aufwand viel besser abschätzen. (Meine meinung)



  • Wir haben auch eine Menge Dipl Informatiker in unserer Firma. Die programmieren nicht. Sie lehnen das sogar ab. "Sowas machen wir nicht" Sie geben vielmehr vor was zu tun ist. Sowas wie ein technischer BWLer.

    Das Durchschleppen muß man differenziert sehen. An der Uni Bremen gibt es keine Prüfungen. Dort wird alles in Gruppenarbeit erledigt. Wenn man dann in einer 4er Gruppe 2 Luschen die einem draufgedrückt worden sind durchschleppt ärgert einen das schon. (Da hat es dann auch einen Skandal gegeben, weil Bremer DiplInfer weder wußten wie man eine Liste in egal welcher Sprache implementiert, noch wußten was bijektiv ist oder was ein endlicher Automat ist.)

    Mein Haupstudium habe ich dann an einer anderen Uni absolviert. Dort war am Ende immer ein Prüfung. Wenn man da jemanden durch die Übungen durchschleppt bringt ihn das nichts...


  • Mod

    tee schrieb:

    Obwohl man von der TU sagt, sie wären Theoretiker, stimmt nicht.
    Ich musste 4 (Programmier-)Praktika absolvieren!!!!

    Hm, wäre ich boshaft, würde ich jetzt sagen - Du kannst nicht programmieren. 😉

    Wenn die Programmiergrundlagen auf 4 Praktika beruhen, so kannst Du nicht programmieren. Du beherrschst vielleicht Problemlösungswege für typische Praktikumsaufgaben in einigen Programmiersprachen, aber reales Programmieren ist das nicht. Es gibt da eben auch noch Informatikstudenten, die in ihrer freien Zeit an Projekten oder größeren Dingen arbeiten, die können da schon wesentlich mehr.

    Sieh's so, in meinem Studium mußte ich ein Physikpraktikum machen, kann ich deswegen bereits Halbleiter entwickeln?



  • Natürlich gibt es immer wieder Leute, die besser sind als man selber.
    Dagegen sage ich doch nichts.

    Aber was hat das mit der Ausgangsfrage zu tun?



  • @tee:

    1. Du sagst ja selber, dass ihr durch 4 Programmierpraktikas gehen müsst. Das sind sicherlich etliche SWS und insofern müßtest du eigentlich davon ausgehen, dass "Programmieren können" durchaus relevant für Diplom-Informatiker ist. Warum hat es sonst einen so großen Anteil im Studium? Du sagst, alle denken immer nur "Informatiker = Programmierer". Diese Gleichheit besteht natürlich nicht. Das heißt aber nicht, dass ein Diplom-Informatiker nicht programmieren können sollte. Programmiersprachen sind in der Informatik Werkzeuge, die ein DiplomInformatiker natürlich in gewisser Weise beherrschen sollte. Guck dir doch einfach mal Stellenanzeigen an: Dann wirst du feststellen, dass auch bei Diplom-Informatikern oft Kenntnisse in einigen Programmiersprachen usw. vorausgesetzt werden. Die einzelnen geforderten Sprachen werden ja sogar in den Stellenanzeigen betont.

    2. Du hälst es für selbstvertändlich, dass man sich privat weiterbilden muss. Das ist gut. Warum beschränkst du dich dann aber bezüglich der Programmierkenntnisse auf 4 Hochschul-Praktikas, die man machen muss. Ich glaube, wenn du dich in diesem Bereich weiterbildest, wirst du sehr schnell feststellen, dass das nicht so viel ist. In 4 Hochschul-Praktikas lernt man nicht programmieren. ...und was du da schon gar nicht lernst, ist eine Art "Big Picture" oder ähnliches bezüglich der verfügbaren Programmiersprachen, Technologien und so weiter. Wie willst du in diesem Umfeld jemals sinnvolle Entscheidungen treffen können, wenn du dich da nicht auskennst. Weiter oben wurde ein Arbeitsbereich für Informatiker als eine Art "technischer BWLer" gesehen. Wenn du dir mal überlegst, was soetwas sein kann, dann ist das jemand, der im IT-Umfeld Entscheidungen treffen muss. Jemand, der Richtungen vorgibt und so weiter. Dein Studium bezieht sich aber nicht darauf, dir die Kompetenzen zu vermitteln, die du in so einem Bereich brauchst. Das Studium vermittelt dir letztendlich nur die Grundlagen, die du benötigst, um dir solche Kompetenzen anzueignen und um in diesem Bereich vernünftig denken zu können. Das ist der Grund, warum du auch als Diplom-Informatiker nicht gerade als eine Art "Entscheider" oder so anfängst. Du hast am Anfang einfach noch nicht die entsprechenden Kompetenzen. Die musst du dir erst noch erwerben und das ist eben ein typischer Bereich, der durch private und berufliche Weiterbildung abgedeckt wird.


  • Mod

    tee schrieb:

    Natürlich gibt es immer wieder Leute, die besser sind als man selber.
    Dagegen sage ich doch nichts.

    Das hat aber nichts mit "besser" oder "schlechter" zu tun... das wäre wie eine Aussage "jemand mit erfolgreich bestandenem Diplom ist besser als ein Erstsemester". Das klingt sehr seltsam... richtiger wäre "hat mehr Erfahrung", "hat mehr Wissen". Worauf ich raus wollte, wenn Deine einzigen Kenntnisse in Programmierung aus 4 Studienpraktika bestehen, kannst Du eigentlich nicht von Dir behaupten programmieren zu können.

    tee schrieb:

    Aber was hat das mit der Ausgangsfrage zu tun?

    Nichts. Es handelte sich um eine Bemerkung zu Deinem Beitrag.


  • Mod

    tee schrieb:

    Hallo,
    auf spiegel.de habe ich mal wieder gelesen, dass u.a. Absolventen der Informatik Praktika absolvieren.
    Was meint ihr, haben diese ein schlechtes Diplom gemacht?
    Oder woran liegt es, dass sie keinen festen Job bekommen haben?

    Das liegt daran, daß es mehr Absolventen als Stellen gibt, und daher fällt der Preis der Absolventen... noch dazu benötigen viele Firmen oftmals einen Mann nur für einen kurzen Projektzeitraum, da will keiner eine Festanstellung draus machen.

    Daher rutschen dann fertig ausgebildete Studienabsolventen in diese Falle rein und werden als Billiglöhner benutzt. Und wer erstmal auf dieser Schiene sitzt, dessen Wahrscheinlichkeit zur Festanstellung nimmt immer mehr ab, daher diese "endlose Reihe von Praktika statt Job".

    Mit der Qualität der Personen hat das nicht so viel zu tun, eventuell etwas mit der räumlichen Verfügbarkeit oder auch mit persönlichen Vorlieben, daß man unbedingt in einer bestimmten Stadt wohnen will. Großräume wie Frankfurt, München oder Berlin verführen Arbeitnehmer bei der Vielzahl an potentiellen Praktikanten natürlich zu dieser Praxis.

    Lustige Info am Rande: Steuerberatern und Rechtsanwälten geht das schon seit über 10 Jahren so... ist noch viel extremer dort, weil man hier für die Zulassung sogar dieses Praktikum (hat einen eigenen Namen, fällt mir gerade nicht ein) vorlegen muß. Daher sind dann 500 EUR pro Monat durchaus drin (Frankfurter Raum mit einer Unzahl an Jura-Absolventen) - nur damit man den Nachweis in den Händen hält.

    [Und die eigentliche Informatikerschwemme kommt erst noch.]



  • Marc++us schrieb:

    Das liegt daran, daß es mehr Absolventen als Stellen gibt, und daher fällt der Preis der Absolventen... noch dazu benötigen viele Firmen oftmals einen Mann nur für einen kurzen Projektzeitraum, da will keiner eine Festanstellung draus machen.

    Wie bewertest du in diesem Zusammenhang Meldungen wie folgende?

    http://www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/meldung/66075&words=Stellenangebote

    Ist das insgesamt auf einem viel zu geringen Niveau, steigt die Absolventenanzahl momentan viel schneller als es neue Stellen gibt, sind das alles Stellen, für die nur geringe Qualifikationen erforderlich sind, sind die Stellen alle nur "Luftblasen" oder ist da tatsächlich Besserung in Sicht?


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