Russland ist asozial



  • wursel schrieb:

    Meine zweite Berechnung hat ergeben, dass Deutschland 161770 mal größer sein müsste. 😉

    übst du immer noch?



  • Am wichtigsten ist doch die Isolation. Wenn nach einer Nacht nicht heizen die Temperatur um 4 Grad abgefallen ist, ist das einfach scheiße. Wie viele Häuser gibts noch mit nur Einfachverglasung? Wieso keine dreifach Verglasung?

    In wie vielen Kaufhäusen stehen auch bei Minus 5 Grad die Türen sperangelweit offen? Wie viele Leute heißen noch mit alten Kochplatten und Töpfe die den Namen nicht verdienen? Wie viele Warmwasserdurchlauferhitzer sind im Umlauf? Wird eigentlich das 38 Grad warme Wasser nach dem Duschen nicht einfach so in die Kanalisation gekippt? Von den Lampen will ich gar nicht anfangen. So ein Deckenfluter schluckt mal eben 300 Watt.

    Achso, hier auf der Arbeit laufen die Computer übriegens auch nachts, wenn niemand hier ist.

    Damit ihr nicht rechnen braucht:

    Als die größte Energiequelle liefert die Sonne pro Jahr eine Energiemenge von etwa 3,9 · 1024 J, das entspricht 1,08 · 1018 kWh, auf die Erdoberfläche. Diese Energiemenge entspricht etwa dem 10.000fachen des Weltprimärenergiebedarfs.

    Ich denke durch sinnvolle Energieeinsparungen (durch höherwertige Technik und nicht unbedingt durch Komforteinbuße) lässt sich mit regenerativer Energie vor Ort sehr leicht der Bedarf der Haushalte und Gewerbe decken. Bei mancher Industrie ist es dann nicht mehr so leicht, weil die Teilweise einen sehr hohen Bedarf haben. Aber ich bin sicher auch hier könnte man noch sparen.

    Energie muss also teurer werden, damit es sich nicht mehr lohnt sie einfach so zu verschwenden sondern dass man mehr in Energiesparmaßnahmen investiert. Auch wenn immer alle Jammern, wenn Energie teurer wird... sie ist noch viel zu billig (auch volkswirtschaflich gesehen, wenn man eine objektive Allokation der Resourcen vornehmen würde).



  • Starterkit schrieb:

    Energie muss also teurer werden, damit es sich nicht mehr lohnt sie einfach so zu verschwenden sondern dass man mehr in Energiesparmaßnahmen investiert. Auch wenn immer alle Jammern, wenn Energie teurer wird... sie ist noch viel zu billig (auch volkswirtschaflich gesehen, wenn man eine objektive Allokation der Resourcen vornehmen würde).

    Es hat nun mal nicht jeder so viel Geld in der Tasche um eine 20% Stromerhoehung zu bezahlen. Und dann hat man erst recht nicht genug um in "Energiesparmaßnahmen zu investiert".
    Durchlauferhitzer verbraucht zu viel Strom? OK, lass' ich mir halt fuer 10.000 Euro einen Gas- oder Oel-Anschluss legen!
    Ach Moment..... die werden ja auch immer teurer und knapper!?!?!?
    Naja, dann gehe ich mich halt in den Rhein waschen; und ein Schlafsack tut's auch - wer braucht schon 'ne Heizung!


  • Mod

    abbes schrieb:

    Es hat nun mal nicht jeder so viel Geld in der Tasche um eine 20% Stromerhoehung zu bezahlen.

    Genau das ist das Problem.

    Natürlich amortisieren sich die ganzen Sparmaßnahmen bei weiter steigenden Preisen früher, aber das Geld muß man trotzdem ausspucken - z.B. 50000 EUR für ein Update eines Altbaus mit Wärmedämmputz, Dachisolierung und neuen Fenstern.

    50000 EUR, um Öl und Heizkosten zu sparen.

    Wer kann das?

    Dann kommt das Argument: aber in 10 Jahren ist Heizöl so teuer, dann kommen die 50000 EUR wieder rein. Mag sein. Trotzdem muß man dann 50000 EUR ausgeben.


  • Mod

    Kommen wir doch noch mal auf das Thema Rußland und Marktpreise zurück:

    ➡ http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,393473,00.html



  • Die haben da ja nen netten Kompromiss gemacht. Russland kriegt seinen Preis und die Ukraine zahlt letztendlich nicht mehr. Da kann man sich nur fragen, wer letztendlich die Differenz dieser beiden Darstellungen zahlt. ...ach ja, ich weiß es (aus dem Artikel):

    Umgekehrt akzeptiert Gasprom eine höhere Transitgebühr für die Durchleitung des Gases nach Westeuropa. Nach Angaben von Gasprom und Naftogas erhält die Ukraine als Eigner der Pipelines in Zukunft 1,60 Dollar statt bisher 1,09 Dollar je 1000 Kubikmeter je 100 Kilometer Strecke.

    Ist ja wohl klar, wer das letztendlich zahlen muss. 🙄



  • Marc++us schrieb:

    Kommen wir doch noch mal auf das Thema Rußland und Marktpreise zurück:

    ➡ http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,393473,00.html

    Bekenne mich schuldig. Ich habe zu dem Zeitpunkt meines Postens nur uninformiert pro-russische Propaganda aus der Zeitung abgeschrieben und total übersehen, daß es für Gas keinen Weltmarkt, sondern im wesentlichen nur einen haufen bilateraler Verträge gibt.



  • Daraus ergeben sich folgende Punkte:

    - Russland/Urk. wollen sich langfristig nicht an die EU halten/binden, wieso sonst hantieren die intern mit $ statt mit €
    - Russland will seine Monopolstellung am Markt ausbauen und darüber seinen Einfluß in Westeuropa vergrößern
    - West-Europa sollte sich ernsthaft Gedanken über alternative Energiegewinnung machen
    - der kleine Gaskäufer ist der Dumme


  • Mod

    Gregor schrieb:

    Ist ja wohl klar, wer das letztendlich zahlen muss. 🙄

    Hehe, ja, wenn ein Dritter zahlt, einigt man sich immer schnell.



  • Gregor schrieb:

    Ist ja wohl klar, wer das letztendlich zahlen muss. 🙄

    Das wird sich zeigen.





  • sarfuan schrieb:

    Gregor schrieb:

    Ist ja wohl klar, wer das letztendlich zahlen muss. 🙄

    Das wird sich zeigen.

    Ist doch kein Problem. Zur Not koennen wir ja immer noch dort einmaschieren... 🙄



  • Dann kommt das Argument: aber in 10 Jahren ist Heizöl so teuer, dann kommen die 50000 EUR wieder rein. Mag sein. Trotzdem muß man dann 50000 EUR ausgeben.

    Das ist das perfekte Szenario für einen Kredit. Macht jedes Unternehmen so.


  • Mod

    Aber ein Unternehmen nimmt einen Kredit auf, weil damit neue Einnahmen generiert werden können.

    Ein Privatmann nimmt einen Kredit auf, weil er heute etwas kaufen muß/will, für das er kein Geld hat, und er bezahlt es mit zukünftigen Einnahmen, die er sowieso hätte. Er erzielt aber keine höheren Einnahmen mit einem Kredit für eine Haussanierung. Er reduziert höchstens Verluste.

    Auf jeden Fall also ein schlechter Deal.



  • Wieso schlechter Deal?

    Er nimmt einen Kredit auf um Geld zu sparen (machen Unternehmen auch, wenn sie die Produktivität erhöhen wollen).

    Wenn er jedes Jahr 2500 Euro Zinsen zahlt, aber 3500 Euro spart, hat er real 1000 Euro mehr, die er ausgeben kann.

    Ob man bei gleichen Einnahmen die Kosten senkt oder bei gleichen Kosten die Einnahmen erhöht ist im Endeffekt das gleiche.


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