VW führt angemessenere Bezahlung ein
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Es geht nicht um Neid. Ich bin Wolfsburger, und weiß, wie schlecht der Ruf der Wolfsburger in dieser Region ist. Weil viele VWler überheblich sind, ggü. anderen Menschen, z.B. denen, die sich nicht jedes Jahr ein neues Auto kaufen können. Wenn ich außerhalb gefragt werde ob ich als Wolfsburger auch bei VW arbeite, und mit nein antworte, bekomme ich erstmal erzählt, wie den Leuten die VW-Mitarbeiter auf den Senkel gehen. Ist aber ein anderes Thema.
Zu dem Gewinn. Der Gewinn wurde aber nicht von der Marke VW eingefahren, sondern von Audi (die Mitarbeiter dort arbeiten 5 Tage die Woche für weniger Geld!) und den Finanzial Services (also VW Bank, Audi Bank usw.). Halt mit den Krediten der Autokäufer.
Die Marke VW selbst fährt das Sparprogramm ForMotion. Es wird überall gespart! Selbst das weiße Druckerpapier wurde im letzten Herbst im gesamten Konzern auf dunkleres Druckerpapier umgestellt. Telefone wurden für uns Entwickler weg rationalisiert: Wir sitzen hier zu fünft in einem Raum und haben nur ein Telefon. Denn jedes Telefon kostet die Abteilungen eine monatl. Gebühr, was sie vom Budget bezahlen müssen. Das ist natürlich alles nicht schlimm, aber wenn man bedenkt, das wir damals jeder ein eigenes Telefon hatten, merkt man das Sparprogramm.
Also, es wird wirklich gespart, es ist nicht einfach nur ein Schlagwort für die Aktionäre.

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atomfish schrieb:
aber wahrscheinlich glauben die hier auch alle die mähr von der zu teuren arbeitskarft hierzulande. dass der VW konzern ganz ordentlichen
gewinn eingefahren hat ist hier kein thema.Der Gewinn ist auch zu recht kein Thema. VW ist ein weltweiter Konzern, prüf erstmal, wieviel Gewinn in Deutschland gemacht wurde. Bereits heute subventionieren die Arbeitskräfte im Ausland den teuren deutschen Facharbeiter, der inzwischen nicht mal mehr besser qualifiziert ist.
Und ein deutscher Arbeitnehmer ist so teuer, weil für 1 EUR Nettolohn die Firma wesentlich mehr reinpumpen muß. Das ist das Hauptproblem, und deswegen sind wir auch inzwischen zu teuer, weil unsere im europäischen Schnitt gar nicht so hohen Nettolöhne die Firmen in Deutschland wesentlich mehr kosten als in anderen Ländern.
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Der Gewinn ist auch zu recht kein Thema. VW ist ein weltweiter Konzern, prüf erstmal, wieviel Gewinn in Deutschland gemacht wurde.
Das wäre interessant. Ist natürlich nicht so leicht da vernünftige Zahlen zu bekommen, weil man das durch die Buchhaltung ganz gut in die gewünschte Richtung schieben kann (Gemeinkostenrechnung).
Hast du Zahlen dafür?
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Ihr müsst bedenken, das den Managern und den Aktionären es relativ latte ist, wer die Schraube am Golf reindreht. Ein tschechischer Facharbeiter kann das nämlich genauso gut, dafür muß man kein Genie sein.
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Hallo
Ein tschechischer Facharbeiter kann das nämlich genauso gut, dafür muß man kein Genie sein.
und wie erklaertst du die Kolonnen von VW-Mitarbeitern, die Sonntag nacht/
Montag frue in Richtung Tschechien fahren(die bekommen das noch nicht so richtig gebacken oder )
- ich kenne einige die da rueberfahren - teilweise echt unglaublichoder AEG dasselbe Spielchen Verlagerung (glaube Richtung Polen)
stottert auch eherMfg
Klaus
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Artchi schrieb:
Nein, es ist nicht "böse" sondern es sind die gängigen Praktiken in jedem Betrieb. Du kannst ja gerne mal in deinem Betrieb irgendwas klauen, z.B. Büromaterial. Oder einfach wichtige Geschäftsdaten, womöglich wissenschaftliche Formeln usw. an die Konkurrenz verkaufen. Wirtschaftsspionage wird überall bestraft, kannste sogar vor Gericht kommen.
*Brems*
KlausB schrieb:
und wie erklaertst du die Kolonnen von VW-Mitarbeitern, die Sonntag nacht/
Montag frue in Richtung Tschechien fahren(die bekommen das noch nicht so richtig gebacken oder )
- ich kenne einige die da rueberfahren - teilweise echt unglaublichoder AEG dasselbe Spielchen Verlagerung (glaube Richtung Polen)
stottert auch eherMfg
KlausDie Sache ist die: Als qualifizierte Fachkräfte und Führungskräfte werden Deutsche genommen. Kleiner Bandarbeiter ist ein Tscheche/Pole/Chinese. Der einfache Facharbeiter ist in D stärker ersetzbar als der Hochqualifizierte. Schrauben reindrehen kann ein Ausländer/Maschine billiger, Gehirn ist noch nicht unbedingt ersetzbar (zum Glück).
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KlausB schrieb:
und wie erklaertst du die Kolonnen von VW-Mitarbeitern, die Sonntag nacht/
Montag frue in Richtung Tschechien fahren(die bekommen das noch nicht so richtig gebacken oder )
- ich kenne einige die da rueberfahren - teilweise echt unglaublichNaja, hängt von der persönlichen steuerlichen Konstruktion ab. Wenn man in Polen/Tschechien/etc arbeitet und seinen Wohnsitz an den Arbeitsort verlegt (z.B. Mo-Fr) und mehr als 180 Tage im Ausland arbeitet, fällt man unter das Doppelbesteuerungsabkommen und versteuert sein Gehalt dann in Polen/Tschechien.
Sowas kann zu lustigen Ergebnissen führen, dadurch kann selbst bei niedrigerem Bruttogehalt das gleiche Nettogehalt rauskommen, dafür aber mit einem etwas sichereren Job. Wenn der Arbeitsvertrag sogar noch in Deutschland besteht wird es noch interessanter.
Es ist also nicht unbedingt auszuschliessen, daß es auch lukrativer sein kann in der Produktionsstätte im Ausland zu arbeiten, und mancher dort gerne tätig ist.
Es ist ja nicht so, daß die Firmen einen Bann über deutsche Arbeiter verhängt haben. Als Deutscher bekommst Du in Ungarn oder Tschechien bei einer deutschen Auslandstochter durchaus einen Job - eben zum lokalen Gehalt.
Und wie F98 sagt gilt das umso mehr für alle Wissensträger und Führungskräfte, da diese weniger leicht ersetzbar sind.
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Hallo
@Mark++us
du hast mich da falsch verstanden. Die sind hier in Deutschland angestellt. In Polenm/Tschechien sollen sie nur der Produktion auf die Spruenge helfen
(Kostenbelastung ist aber NUR in Deutschland - daher unproduktiv)Mfg
Klaus
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Naja, was meinste wie lange die deutschen noch rüber fahren werdeb um ihre ausländischen Kollegen auszubilden?
Irgendwann werden die tschechen und polen das genauso gut beherrschen und werden dann selber ihre Nachfolger ausbilden. Dann muß kein deutscher mehr rüber fahren.Keiner sagt, das die ausländischen Kollegen das Können in die Wiege gelegt bekommen haben. Aber sie sind genauso lernfähig... und wie gesagt, es ist egal ob die Arbeit ein deutscher oder Pole am Ende macht.
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@KlausB: ist mir danach auch aufgefallen.

Generell fällt mir aber auch auf, daß die Arbeiter im Ausland häufig motivierter sind, und wenn sie auch nicht unbedingt immer gerne arbeiten (wer tut das schon), so achten sie zumindest mehr auf Material, Kosten und Beschädigungen.
Ich erlebe es in meinen bisherigen deutschen Firmen regelmäßig - ist eher Norm denn Ausnahme - daß Mitarbeiter aus Produktion und verwandten Tätigkeiten keinen Bock haben. Wenn da irgendwas am Freitag zu machen ist, keine Lust, ich geh' nach Hause - egal ob dadurch vielleicht ein Schaden in Höhe von 100000 EUR entsteht. Oder wenn was kaputt geht, scheißegal, die Firma zahlt ja.
Vielleicht liegt das im Ausland daran, daß die Angestellten dort eine Arbeitsstelle noch mehr zu schätzen wissen. Und auch der Respekt vor Materialwerten größer ist. Denn sowas erlebt man in Auslandsfertigungen sehr selten, vor allem auch dann wenn mal was schiefgeht und man das durch einen langen Abend korrigieren muß, da geht dann keiner um 17:00 zum Kegelabend. Ich wundere mich immer, warum in weltweiten Umfragen die Deutschen als arbeitswillig und fleißig empfunden werden. Einige ja, vor allem die Leute im Mittelbau der Firmen, aber die Masse? Die Servicewüste in den Läden beim Einkaufen will ich gar nicht erst erwähnen. Man muß ja schon dankbar sein, wenn man 5 Minuten vor Ladenschluß überhaupt noch bezahlen darf, Beratung ist da sowieso kein Thema um diese Uhrzeit.
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Marc++us schrieb:
Generell fällt mir aber auch auf, daß die Arbeiter im Ausland häufig motivierter sind, und wenn sie auch nicht unbedingt immer gerne arbeiten (wer tut das schon), so achten sie zumindest mehr auf Material, Kosten und Beschädigungen.
Erstaunlicherweise sind die Leute dort aber irgendwie entspannter. Ich empfehle mal jedem hier 2 Wochen in der Tschechei zu arbeiten, oder einfach nur Urlaub zu machen. Irgendwie ticken dort die Uhren langsamer (pos. gesehen), kommt man dann wieder hier her, glaubt man man ist im falschen Film, geht mir jedenfalls so.
Marc++us schrieb:
Ich erlebe es in meinen bisherigen deutschen Firmen regelmäßig - ist eher Norm denn Ausnahme - daß Mitarbeiter aus Produktion und verwandten Tätigkeiten keinen Bock haben. Wenn da irgendwas am Freitag zu machen ist, keine Lust, ich geh' nach Hause - egal ob dadurch vielleicht ein Schaden in Höhe von 100000 EUR entsteht. Oder wenn was kaputt geht, scheißegal, die Firma zahlt ja.
Genauso ist es, aber warum? Frustration wegen der "düsteren" sozialen Zukunft? Ich glaube hier eine wahre Eigenschaft meines Volkes entdeckt zu haben:
Schnelle Resignation aufgrund drohenden Mißerfolges. Der Gegenpol dazu ist gnadenlose Perfektion bis zur Selbstzerstörung aus Angst vor Mißerfolg.
Marc++us schrieb:
Ich wundere mich immer, warum in weltweiten Umfragen die Deutschen als arbeitswillig und fleißig empfunden werden.
Aus dem Selben Grund, warum in Deutschland alle Lederhosen anhaben, Weißwurscht und Sauerkkraut inhalieren und stramme blonde Frauen mit Maßkrügen rumlaufen.
Marc++us schrieb:
Man muß ja schon dankbar sein, wenn man 5 Minuten vor Ladenschluß überhaupt noch bezahlen darf, Beratung ist da sowieso kein Thema um diese Uhrzeit.
Schöne Beispiele aus der Praxis:
1. Authorisierter Canon-Fach-Händler. Dort wollte ich einen Fernauslöser für die EOS 3 bestellen. Hammer nich, Bestellen dauert 3 Wochen, Kostet 80€, wir rufen sie an. Nun gut. Nach 4 Wochen immer noch kein Muchs. Im Inet geguckt, für 50 Euro gefunden, bestellt, nach 1 Woche da.
2. Wieder beim Authorisierter Canon-Fach-Händler. Diesmal brauchte ich einen Staub-Abdeck-Bippus (Gummi) für den Fernauslöser-Anschluß. Hammer nich, wir rufen sie an. Nach 3 Wochen wieder kein Muchs. Hingefahren. Ach, gut das sie vorbeikommen, das Teil ist da. Leider war es das falsche.

3. Mecklenburger Seenplatte. Nach 3 Tagen Tag-Dauerrudern und Nachts-Murmeltierschlaf, wollten wir mal unsere Vorräte auffrischen, wir hatten wirklich nichts mehr zu beißen und kein Trinkwasser. Anlegestelle: Blick auf die Uhr: 18:00

Sprint zum Plusmarkt: 18:05 Uhr. Tür war noch offen und wie ich reinrannte springt die Frau an der Kasse auf und brüllt mich an, dass ich nichts mehr kaufen darf, weil schon geschlossen sei (standen noch 3 Mann an der Kasse). Auch betteln half nichts ich wäre in ca. 2min mit meinem Einkauf fertig gewesen... Also sind wir zu Fuß noch ca. 5km zum Ortsaugang zu einer Tanke gelaufen um dort was zu bekommen.