China, Taiwan und Uncle Sam



  • Hi,

    ich bin grad auf den Artikel hier gestoßen und wollte mal fragen, in wiefern
    man der Quelle glauben darf.
    http://www.chinaintern.de/article/Politik_Hindergrundberichte/1111127193.html

    Würde China alle US-Bonds verkaufen, hätte dies einen Kollaps des Anleihemarktes zur Folge, die wegen der Defizite auf Fremdgeld angewiesene US-Wirtschaft würde in einem Augenblick zusammenbrechen.
    [...]
    dass die USA soeben erklärten, in diesem Jahr, anders als in den Vorjahren, bei der im März jährlich stattfindenden UN-Menschenrechtskonferenz in Genf keine Resolution mehr gegen China einzubringen.

    Haben die die Amis wirklich so in der Hand?
    George soll ja ganz schön überrascht gewesen sein, aber der versteht wohl auch nicht mehr davon als ich.

    Ist der Artikel glaubwürdig, oder ist das nur Propaganda?


  • Mod

    Das hört man aus verschiedenen Quellen, auch seriösere wie z.B. Financial Times, usw. Das stimmt auch.

    Ob die USA deswegen allerdings ihre Einwände bzgl Menschenrechten zurück nehmen, das weiß man nicht.

    Es gibt ja auch noch andere Gründe... z.B. ist die USA inzwischen auf die Importe aus China angewiesen. Und sie sind wegen Nordkorea auf China angewiesen. Wahrscheinlich ist das einfach eine Sammlung diverser gegenseitiger Abhängigkeiten, weswegen man dem anderen nicht mehr ans Schienbein treten will.

    Einzig in der Taiwan-Frage müssen die USA zwangsläufig auf der Seite von Taiwan stehen bleiben, das ist eine Existenzfrage. Für die Amis ist es eine Zwickmühle: mit der VR China sind sie wirtschaftlich extrem verknüpft, aber Taiwan wird für die Elektronik benötigt. Ohne Taiwan gibt's keine Chips und Mikroelektronik mehr. Die ganze Hightech-Welt ist von dieser Insel abhängig, ohne geht nichts mehr.

    Übrigens noch interessant:

    - China ist inzwischen ein wichtiges Exportland für Deutschland geworden. Wann hat ein deutscher Bundeskanzler letztmalig gegen die Menschenrechtssituation in China protestiert?

    - rate mal, wem die Masse der deutschen Bundesschatzbriefe gehört? Wer sind die größten Gläubiger der Bundesrepublik Deutschland?



  • Naja, die Japaner haben da noch mehr Macht.

    Gab mal ein Gedankenspiel was davon ausging das Tokio durch
    ein Erdbeben vernichtet würde, also so wie Kobe.
    Das Kapital würde dann zurück nach Japan fließen, und
    die US Märkte würden zusammenbrechen.

    Und ja, viele Staaten investieren in US Anleihen, um
    deren Handelsdefizit auszugleichen.

    Devil



  • - rate mal, wem die Masse der deutschen Bundesschatzbriefe gehört? Wer sind die größten Gläubiger der Bundesrepublik Deutschland?

    Also, das kann ich jetzt fast nicht glauben. Hast du da Zahlen und/oder Quellen zu?
    Oder war die Frage jetzt doch nicht so rhetorisch, wie ich es interpretiert hab?


  • Mod

    Falls ich Dich auf die falsche Fährte gelockt habe: Nein, es ist NICHT China.

    Es sind die großen deutschen Versicherungen - das sind die größten Einzelgläubiger.



  • Hi

    wie sieht den das mit der einen saudischen Grossfamile aus, halten die nicht ca 10% der US amerikanischen Barvermögens? Wieso durften die Familenangehörigen nach dem Anschlägen auf das Wold Trade Center trotz landesweitem flugverbot trotzdem "ausfliegen"? guckt euch dazu mal Fahreneinheit 9/11 an.

    Die USA machen viel wenn es um wirtschaftliche interessen geht.

    gurus Termite



  • Wenn Erdöl nichgt mehr in Dollar gehandelt werden würde wäre die AMY-Wirtschaft am ende.

    Bei diesem Handesbilanzdefizit auf kein Wunder.



  • Termite schrieb:

    Wieso durften die Familenangehörigen nach dem Anschlägen auf das Wold Trade Center trotz landesweitem flugverbot trotzdem "ausfliegen"? guckt euch dazu mal Fahreneinheit 9/11 an.

    Nicht *schon* wieder. Das war eine ganz gewöhnliche Sicherheitsmaßnahme um die Familienangehörigen vor der Rache des Volkes zu schützen; dazu hat man sie noch verhört und dann schnellstmöglich außer Landes gebracht (auf Antrag Saudiarabiens und nach dem Abnicken der Anträge durch das FBI). Wäre ich betroffen, so würde ich mir das gleiche Verfahren wünschen. Wo ist eigentlich das Problem?

    Unix-Tom schrieb:

    Wenn Erdöl nichgt mehr in Dollar gehandelt werden würde wäre die AMY-Wirtschaft am ende.

    Bei diesem Handesbilanzdefizit auf kein Wunder.

    Das will ich immer noch volkswirtschaftlich *vorgerechnet* haben. Ich halte also mal dagegen: So tragisch wäre das nicht (die Problemfelder wären im wesentlichen: teure Öl-Exporte für die Amis und deren abzutragender Schuldenberg). Das Außenhandelsdefizit kommt großteils gerade daher, daß viele Waren in Dollar gehandelt werden und würde kleiner werden, wenn das seltener der Fall wäre.



  • Das Außenhandelsdefizit kommt großteils gerade daher, daß viele Waren in Dollar gehandelt werden und würde kleiner werden, wenn das seltener der Fall wäre.

    Wieso?



  • Das Außenhandelsdefizit kommt daher da die USA nicht sehr viele Waren produziert.
    Mehr Einkauf vom Ausland als Verkauf ins Ausland. Dies hat nichts mit der Bezahlmethode zu tun sondern damit das USA ein Verbrauchen und kein Erzeuger ist.
    Selbsr das Öl müssen sie Raffinieren lassen weil ihre Raffinierien veraltet und kaputt sind.

    Das Glück der USA ist es das die Ländern Dollar brauchen um mit Öl zu handeln.
    Somit haben sie die Lizenz zum Gelddrucken.

    Kann die USA aber nicht mehr mit Dollar seine Waren einkaufen sondern braucht Devisen (welche sie nicht hat weil die anderen Länder sowieso Dollar nehmen)
    kann sie auch nicht einkaufen.



  • Unix-Tom schrieb:

    Das Außenhandelsdefizit kommt daher da die USA nicht sehr viele Waren produziert.

    Das alleine reicht nicht. Es geht schon auch darum, daß man den Dollar über *deutlich* über dem realen Wert verkauft. Genau das geht nicht mehr, wenn der Dollar nicht mehr quasi die Weltwährung wäre, dann würde er nämlich zwangsweise auf seinen Realwert fallen, was einerseits zu einem Rückgang der Lebensqualität in den USA führen würde, die schon lange über ihre Verhältnisse leben, aber auch US-Unternehmen auf dem Weltmarkt deutlich besser stellen. Für US-Bürger werden inländische Produkte attraktiver, das Verhältnis Import/Export verschiebt sich, soweit die Wirtschaft das erträgt Richtung Export. Das mag nicht ganz angenehm für die USA sein (in Kombination mit den hohen Auslandsschulden), aber ein so großes Problem wie Du behauptest, wäre es nicht.


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