Mündliche Prüfung in Geschichte - USA



  • Hallo Leute,

    ich weiß, ich bin mal wieder ultra-spät dran, aber so bin ich halt 😉
    Ich habe am Donnerstag in Geschichte mündliche Prüfung. Es geht um Somalia 1992 und die USA.
    Ich bin momentan soweit, dass ich die Vorgeschichte Somalias erzähle, den Bürgerkrieg 1991 und 1992 skizziere sowie die UNO-Missionen. Ich sollte aber eigentlich irgendeine Problemstellung reinbringen. Ich wollte jetzt als Problemstellung den Einsatz in Mogadischu im Oktober 1993 reinbringen (-> Black Hawk Down) und eben davon ausgehend weitere Alleingänge der USA aufzeigen und das eben als Problem darstellen. Tja... ich finde leider keine schönen Alleingänge, die dem in Mogadischu ähneln 😞
    Habt ihr Ideen, wie ich am besten danach suche?
    Oder allgemein eine bessere Idee, wie ich eine Problemstellung reinbring? Von mir aus auch pro-amerikanisch, Hauptsache in sich rund 😉



  • Die Amis haben wohl darauf geachtet das sowas wie Mogadischu nicht mehr
    an die Öffenltichkeit kommt. Aber es gibt solche vorfälle auch noch,
    IRAK könnte man als beispiel nehmen, da haben die Amis sich auch überschätzt,
    und im Krieg hats vielen Amis das Leben nur gerettet, weil sie schnell Artellerie
    oder Luftunterstützung hatten, sonst wäre es vor Bagdad wohl evtl. zu höheren Verlusten
    für die Amis gekommen.

    Devil



  • Naja, Irak ist zwar auch ein Alleingang, aber einer ganz anderer Natur. In Mogadischu waren die Amis AFAIK dazu berechtigt, ohne Unterstützung der UNO einzugreifen. Im Irakkrieg nicht. Ebenfalls waren Mogadischu nur zwei Tage, Irak ging ja viel, viel länger.



  • Hallo,

    du könntest im Internet nach der "Big Stick Politik" suchen.
    Auf die Schnelle fallen mir Panama, Philippinen & Libyen ein.
    Ich glaube die Amerikaner wollten Gaddafi selber stürzen.



  • Hmm, Du suchtst millitärische Kleinsteinsätze die im Desaster geändet haben? Befreiungs-, Executions- und Zerstörungseinsätze

    Die USA haben als Reaktion auf die Sprengung der Botschaften in Tansania und Kenia irgendeine Chemiewaffenfabrik bombadiert die sich als harmlos erwiesen hat.
    http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Sudan/schienen.html

    Hier habe ich ein paar interessante Seiten:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_verdeckter_US-Operationen_im_Ausland
    http://www.aktivepolitik.de/USA_Kriege.htm



  • Sag einfach, die USA hat unrecht und ist gemein, dann sind dir 15 Punkte sicher.



  • Problemstellung: Die Uno hat in Somalia das Ziel gehabt den Bürgerkrieg zu beenden. Dadurch das die USA angefangen haben den Warlord Aideed aufs Korn zu nehmen ging die Unparteilichkeit verloren. Die Uno Soldaten wurden zu einer Kriegspartei. Problematik der Zielsetzung: "Naives" Gerechtigkeitsempfinden durchsetzen <-> Bürgerkrieg beenden.

    Geklaut von:
    http://www.bpb.de/popup/popup_druckversion.html?guid=AAW9ZK



  • Schau dir doch den Versuch an, als die USA die Geiseln in Teheran befreien wollten. Irgend wie haben die Hubschrauber in die Wüste gefolgen und als der Standsturm kam waren die Hubschrauber kaputt und die Basis wurde evakuiert. Bei der Evakuierung sind dann ein paar Soldaten gestorben und wurden später in Teheran "ausgestellt".

    Das ist vielleicht vergleichbar.


  • Mod

    Na ich weiß nicht. Ausgerechnet Somalia... das war meines Erachtens einer der wenigen Einsätze, wo die USA sich wirklich weit aus dem Fenster gelehnt haben und UNO-mäßig dachten.

    Und was man ihnen vorhalten kann, daß sie gegen Aideed Partei ergriffen - im Gegensatz dazu stehen ja "Friedens"Missionen der EU, wo die Verhandler versuchen die Schlächter an den Schreibtisch zu bringen. Was die Amis vor Somalia ja auch immer getan haben. Bei Somalia haben sie erstmalig das gemacht, was man bei solchen Konflikten eigentlich zunächst immer tun sollte: das größte Schwein schlachten, und danach allen anderen sagen "wenn ihr nicht aufhört, machen wir das mit euch auch". Das war doch nicht weiter verwerflich zu versuchen, so einen Typen auszuknipsen. Leider ging es militärisch schief, aber das kann mal passieren.

    Schlimm war die Folge - daß die US-Öffentlichkeit so einen Druck machte, daß die USA sich zurückzogen, und daß sie danach ihre Strategie wieder änderten und seither UNO weitgehend ignorieren.

    Grundsätzlich halte ich aber den Plan "Beendigung eines Bürgerkriegs durch Eliminierung der Anführer und Stäbe der Kriegsparteien" für eine solide Maßnahme, um mit dem Schlamassel fertig zu werden.

    Gegenbeispiele sind so Sachen wie Ex-Jugoslawien oder Afghanistan, wo man die Typen nie loswurde.



  • Hallo,

    vielen Dank für eure zahlreichen Tipps... Fühlt sich für mich allerdings alles nicht so ganz rund an, deswegen habe ich mich jetzt für etwas anderes entschieden.

    @Fritzy:
    Die "Kriegserklärung" an Aidid kam von der UNO, nciht von den USA! Und zwar, nachdem UNOSOM II angelaufen war, die UNO sich deswegen mehr in Aidids Angelegenheiten eingemischt hat und er 24 pakistanische UNO-Soldaten getötet hat.



  • @Marc++us:

    Ganz genau: Bei meinen Recherchen habe ich auch immer mehr da Gefühl bekommen, dass die Amis garnicht so viel falsch gemacht haben und deswegen fühlt es sich auch nciht mehr so gut an.
    Ich mach's jetzt anders: Differenzierte Betrachtung von Somalia in Bezug auf UNO und USA und wieso man den USA nciht die alleinige Schuld an dem Scheitern der Mission in Somalia geben darf. Ich denke, das kommt auch ganz gut an, weil es selbstständiges Denken demonstriert, statt plumpes Anti-Amerikanisches rumgehacke.



  • Marc++us schrieb:

    Na ich weiß nicht. Ausgerechnet Somalia... das war meines Erachtens einer der wenigen Einsätze, wo die USA sich wirklich weit aus dem Fenster gelehnt haben und UNO-mäßig dachten.

    Und was man ihnen vorhalten kann, daß sie gegen Aideed Partei ergriffen - im Gegensatz dazu stehen ja "Friedens"Missionen der EU, wo die Verhandler versuchen die Schlächter an den Schreibtisch zu bringen. Was die Amis vor Somalia ja auch immer getan haben. Bei Somalia haben sie erstmalig das gemacht, was man bei solchen Konflikten eigentlich zunächst immer tun sollte: das größte Schwein schlachten, und danach allen anderen sagen "wenn ihr nicht aufhört, machen wir das mit euch auch". Das war doch nicht weiter verwerflich zu versuchen, so einen Typen auszuknipsen. Leider ging es militärisch schief, aber das kann mal passieren.

    Schlimm war die Folge - daß die US-Öffentlichkeit so einen Druck machte, daß die USA sich zurückzogen, und daß sie danach ihre Strategie wieder änderten und seither UNO weitgehend ignorieren.

    Grundsätzlich halte ich aber den Plan "Beendigung eines Bürgerkriegs durch Eliminierung der Anführer und Stäbe der Kriegsparteien" für eine solide Maßnahme, um mit dem Schlamassel fertig zu werden.

    Gegenbeispiele sind so Sachen wie Ex-Jugoslawien oder Afghanistan, wo man die Typen nie loswurde.

    Inhuman, die Stäbe sind auch Menschen! 👎



  • dEUs schrieb:

    @Fritzy:
    Die "Kriegserklärung" an Aidid kam von der UNO, nciht von den USA! Und zwar, nachdem UNOSOM II angelaufen war, die UNO sich deswegen mehr in Aidids Angelegenheiten eingemischt hat und er 24 pakistanische UNO-Soldaten getötet hat.

    Das war aber in Black Hawk Down nicht drin 🤡

    Wenn man die Gegnerische Führung bombadiert könnte es passieren das man hinterher keinen mehr hat mit den man verhandeln könnte. Mit Aideed hätte man vielleicht eine Regierung bilden können. (Und müssen wenn es keinen anderen starken Mann in S mehr gibt)
    Vor ein paar Tagen war auf SpOn das sich die somalische Regierung nicht nach Mogadischu traut und weiter im Ausland bleibt. Sie überlegen sogar eine andere Hauptstadt zu ernennen.
    Im Irak hat man mit den Schieten ein ähnliches Problem. Wenn Sistani verstirbt gibt es keinen anerkannten Führer mehr die die Bevölkerungsmehrheit im Irak vertritt.


  • Mod

    Fritzy schrieb:

    Wenn man die Gegnerische Führung bombadiert könnte es passieren das man hinterher keinen mehr hat mit den man verhandeln könnte. Mit Aideed hätte man vielleicht eine Regierung bilden können. (Und müssen wenn es keinen anderen starken Mann in S mehr gibt)
    ...
    Im Irak hat man mit den Schieten ein ähnliches Problem. Wenn Sistani verstirbt gibt es keinen anerkannten Führer mehr die die Bevölkerungsmehrheit im Irak vertritt.

    Ich ziehe jetzt gemäß Godwin's Law die große Keule raus - wäre es also besser gewesen, wenn die Allierten im 2. Weltkrieg am Ende mit Hitler verhandelt hätten, damit sie einen starken Partner haben, der das Volk im Griff hat?

    Also mal im Ernst:

    Wenn ich _wirklich_ die Absicht habe einen Bürgerkrieg zu beenden, so gehe ich mit Wucht und Macht in das Land rein, und eliminiere die komplette Führungsebene, die an dem Bürgerkrieg verdient oder davon profitiert. Und danach sehe ich weiter.

    Was bringt das, immer wieder die gleichen Menschenfresser und Schlächter am Tisch zu haben? Die verhandeln doch nur, weil sie mit Geld an den Tisch gelockt werden. Ich halte diese Strategie für hirnrissig, da bleib ich lieber aus dem Land weg und lass sie sich weiterhin alleine umbringen. Hauptproblem ist nämlich doch, daß - übrigens vor allem getriggert durch Somalia - versucht wird eigene Verluste zu vermeiden, den Bürgerkrieg zu beenden, und gut auszusehen. Das sind alles Ziele, die nicht miteinander vereinbar sind, irgendwo muß man einfach mal ein Primärziel durchziehen und sich die Hände schmutzig machen. Oder wegbleiben. Bißchen Krieg führen geht nicht, genauso wenig wie bißchen Frieden stiften.



  • Marc++us schrieb:

    Ich ziehe jetzt gemäß Gowin's Law die große Keule raus - wäre es also besser gewesen, wenn die Allierten im 2. Weltkrieg am Ende mit Hitler verhandelt hätten, damit sie einen starken Partner haben, der das Volk im Griff hat?

    Für die Westalliierten wäre es mitunter besser gewesen zu verhandeln. Dadurch hätten sie sich die Kosten und Mühen der Besatzung und des Wiederaufbaus sparen können. Für die Westalliierten wäre es auch von Vorteil gewesen, dass sich die Sowjetmacht nicht hätte, in Osteuropa, festsetzen können -> keine 45 Jahre Kalter Krieg.

    Aus Sicht der Westalliierten wäre es durchaus sinnvoll gewesen zu verhandeln und, insgeheim, einen Putch gegen Hitler zu initialisieren/unterstützen.

    Dass die deutsche Bevölkerung Vorteile aus dem Sturz der NS-Regierung hatte steht auf einem anderen Blatt.



  • Paul M. schrieb:

    -> keine 45 Jahre Kalter Krieg.

    Wieso sollte der Verlauf der Grenze einen Einfluss darauf haben wie kalt der Krieg geworden ist?



  • Wollte Hitler nicht einen Ausgleich mit England? Sagt man jedenfalls immer, weil er sie in Dünkirchen hat abziehen lassen.
    Vor WKII haben die Amis/Engkänder in München Zugeständnisse gemacht. Rheinland zurück, Sudetenland zurück, ...
    Man hätte sich mit Hitler arrangieren können. Aber als er auch die Sowjetunion angegriffen hatte war die Gelegenheit zu günstig. Was dabei rausgekommen ist wissen wir. In einer einzigen Panzerschlacht zw. D und USA sind mehr US-Leute gestorben als die USA im gesamten Vietnamkrieg verloren haben.

    Diese Diskussion besteht aus vielen was-wäre-wenns. Das jetzige Ergbnis ist aber bestimmt nicht zwangsläufig.

    Im Fall Somalia: Wenn ich zu Aideed google finde ich nichts Positives über ihn. "Jemand der sich nicht an Verträge hält und immer brutal seinen Vorteil sucht". Von Äthiopien gestützt, ...
    Ok, vermutlich war die Elliminierung in diesem Fall das Beste. Das Ergebnis (Jetzt-Somalia) ist aber auch nicht berauschend...



  • dEUs, was habt ihr für mündliche Prüfungen, dass du dich so geziehlt auf ein bestimmtes Thema vorbereiten kannst? Ist ja mehr ein mündlicher Vortrag dann...



  • Nennt sich Präsentationsprüfung.
    Man gibt 4 Themen ab, eines davon wird ausgewählt und man erhält eine Woche Zeit sich darauf vorzubereiten. Der Vortrag dauert nur 10 Minuten und dann wird man noch 10 Minuten abgefragt zu (hoffentlich) verwandten Themen.
    Zählt so viel wie eine Abiklausur.



  • So, hab sie jetzt hinter mir.
    Es hat sich als ziemlich gut herausgestellt, dass ich nicht plump auf den Amis herumgehackt hab. Die waren begeistert *freu* 🙂
    Hab die Note bekommen, die ich gebraucht habe um noch auf nen besseren Schnitt zu kommen. Mein Tag ist gerettet 🙂 👍


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