Rätsel zur Wahrscheinlichkeitsberechnung



  • Jester schrieb:

    volkard schrieb:

    ok.
    un optimizer hat gleiche wahrscheinlichkeiten vermutet.
    und du die wahrscheinlichkeiten, daß continue; am seltensten benutzt wird.
    wer hat recht.

    Ne, ich hab nix vermutet. Ich hab die Aufgabenstellung gelesen.
    Die anfängliche Argumentation ist doch schon komplett gewesen:

    Es gibt MM MJ JM und JJ.
    Alle gleich wahrscheinlich. Der erste Fall tritt nicht ein, weil wir einen Jungen gesehen haben. Im zweiten und dritten Fall haben offensichtlich 1.Kind bzw. 2. Kind rausgeschaut, sonst hätten wir ja nicht nen Jungen gesehen. Im dritten Fall isses wurscht wer rausgeschaut hat.

    ich seh grad die Idee hier
    da die Reihenfolge egal ist,daher JM=MJ=> gleiche Ereignis.
    ist
    JJ=0.25
    JM=0.5
    MM=0.25
    da wir ein Jungen sahen ist p(MM)=0; und somit ist aus dieser sicht Jester auch auf der richtigen Spur



  • volkard schrieb:

    Optimizer schrieb:

    Machen wir hingegen die willkürliche (!!) Annahme, dass

    ok, dein buch behauptet gar nicht 1/2, sondern zeigt nur, daß man auch 1/2 ausrechnen kann unter jeder annahme und schließt die annahmen nicht aus, die 1/3 berechnen. willkür halt. uneindeutig.

    damit ist für mich das thema durch. war ein schwerer brocken. thx an ale.

    Sorry, aber durch ist das imho nicht. Aber wenn wir uns drauf einigen, daß man zu Aufgaben was beliebiges dazuerfinden darf, dann können wir das Thema schließen.



  • volkard schrieb:

    Optimizer schrieb:

    Machen wir hingegen die willkürliche (!!) Annahme, dass

    ok, dein buch behauptet gar nicht 1/2, sondern zeigt nur, daß man auch 1/2 ausrechnen kann unter jeder annahme und schließt die annahmen nicht aus, die 1/3 berechnen. willkür halt. uneindeutig.

    damit ist für mich das thema durch. war ein schwerer brocken. thx an alle.

    Das bezieht sich vor allem halt auf die Modifikation, dass ein Mädchen Neugieriger sein könnte und mit 70% raussieht der Junge nur mit 30%, falls mw oder wm.
    Ich habe 0.5-0.5 genommen. Jester macht die Annahme, dass 1-0 bei mw und 0-1 bei wm. Ich frage mich allerdings wie man das begründen kann. Die Aufgabenstellung sagt ein Junge sieht heraus. Daraus kann man folgern, dass P(ww) = 0. Aber man kann nicht daraus folgern, dass nicht das Mädchen hätte hinaussehen können.

    @Jester: Du nimmst dem armen Mädchen von Anfang an jede Chance bei 2/4 der {m, w}-Kombinationen Es hat halt nur grad nicht rausgeschaut und vielleicht gibt es auch gar keins, aber mehr wissen wir nicht. Wie kommst du zu dem Schluss, dass ein Mädchen nur bei ww zum Fenster raussehen kann? In der Aufgabenstellung steht das jedenfalls nicht. Wie war die Aufgabe im Spektrum der Wissenschaft eigentlich formuliert?



  • @Jester: Wie wärs mit folgendem Spielchen: Ich wähle 2 Kugeln aus (entweder rot oder blau, beide mit einer Wahrscheinlichkeit von 50%). Eine zeig ich dir. Wenn du die Farbe der anderen errätst bekommst du von mir das 1,9fache deines Einsatzes.



  • Optimizer schrieb:

    Wie war die Aufgabe im Spektrum der Wissenschaft eigentlich formuliert?

    populärwissenschafliche magazine machen erheblich viel mehr fehler als schulbücher.



  • Ich glaub so sollte das codemässig ausehn

    void pairThem(size_t size)
    {
      srand(time(NULL));
      const size_t n=RAND_MAX/2;
      size_t i,j(0),g(0),v1,v2;
      for(i=0;i<size;++i)
      {
        v1=rand(); //v1,v2 paare von zwillingen
        v2=rand(); 
        if(v1<n || v2<n) // v<n => Junge (Ein junge hat rausgeschaut somit fallen alle paare mit nur mädchen weg)
        {
          if(v1<n) ++j; // wenn v1 junge, zähle jungen hoch
          else     ++g; // sonst mädchen +1
          if(v2<n) ++j;
          else     ++g;
        }
      }
      std::cout<<"Mädel _"<<g<<" Jungen_"<<j<<"\n";
    }
    

    @edit Kommentar



  • Jester schrieb:

    Sorry, aber durch ist das imho nicht. Aber wenn wir uns drauf einigen, daß man zu Aufgaben was beliebiges dazuerfinden darf, dann können wir das Thema schließen.

    man darf beliebiges dazuerfinden, was nicht im widerspruch zur aufgabe steht.
    die aufgabe ist dann eindeutig, wenn bei allen dazuerfindeungen die gleiche lösung herauskommt.

    textaufgabe 1: "ein liter sprit kostet 1,29€. wieviel kosten 5 liter sprit, wenn die verkäuferin 38 jahre alt ist?"
    du kannst dazuerfinden, daß der sprit in einem landgasthof verkauft wird und daß selbiger eine firsthöhe von 12,5 metern hat. alles irrelevant.

    textaufgabe 2: "ein liter sprit kostet 1,29€. wieviel kostet ein ganzer tank voll, wenn die verkäuferin 38 jahre alt ist?"
    du kannst das tankvolumen dazuerfinden. und je nach tankvolumen kommt was ganz anderes heraus. die aufgabe ist nicht eindeutig lösbar.

    so einfach ist das.

    natürlich wollen wir nicht haarspaltereien zulassen wie "es war vielleicht nicht das nachbarfenster".



  • Optimizer schrieb:

    Das bezieht sich vor allem halt auf die Modifikation, dass ein Mädchen Neugieriger sein könnte und mit 70% raussieht der Junge nur mit 30%, falls mw oder wm.
    Ich habe 0.5-0.5 genommen. Jester macht die Annahme, dass 1-0 bei mw und 0-1 bei wm. Ich frage mich allerdings wie man das begründen kann. Die Aufgabenstellung sagt ein Junge sieht heraus. Daraus kann man folgern, dass P(ww) = 0. Aber man kann nicht daraus folgern, dass nicht das Mädchen hätte hinaussehen können.

    Eben. Da wir keine Zusatzinformationen haben, ist die Aussage "am Fenster erscheint ein Junge" identisch mit "[mindestens] eines der beiden Kinder ist ein Junge". Mehr weißt Du halt nicht, also hat Jester schlicht und ergreifend recht.



  • Nein, sie sind nicht identisch. Du folgerst das zweitere aus dem ersten. Der Informationsgehalt ist nicht gleich, denn bei zweiterem veränderst du die Wahrscheinlichkeiten, indem du einen Fall grundsätzlich ausschließt. Ich schließe ww nur in Abhängigkeit von "Ein Junge am Fenster" aus. Natürlich ist das der Fall den wir betrachten, trotzdem ist es ein Unterschied.
    Lies das Zitat vom Buch nochmal. Aber es fängt langsam an zu nerven. Schön, dass wir uns wenigstens über die Mathematik einig sind. Du musst die Wahrscheinlichkeiten unabhängig von deinen Beobachtungen aufbauen.



  • ich kann die 2/3 argumentation zwar nachvollziehen aber irgendwie hat stammtischler doch recht.

    ich werfe 2 münzen.
    w.w.: mindestens eine von den münzen zeigt kopf.
    ihr behauptet jetzt, es ist klüger sein geld auf kopf-zahl zu setzen als auf kopf-kopf.
    kann ich nicht nachvollziehen 😞



  • borg schrieb:

    ich kann die 2/3 argumentation zwar nachvollziehen aber irgendwie hat stammtischler doch recht.

    ich werfe 2 münzen.
    w.w.: mindestens eine von den münzen zeigt kopf.
    ihr behauptet jetzt, es ist klüger sein geld auf kopf-zahl zu setzen als auf kopf-kopf.
    kann ich nicht nachvollziehen 😞

    wenn du sagst das die Reihenfolge relevant ist ist ein unterschied zwischen Kopf-Zahl und Zahl-Kopf, aber die die Reihenfolge ist egal.
    wenn
    kopf =0,Zahl= 1
    sind
    k+k=0,k+z=1,z+k=1,z+z=2
    und somit ist der tipp auf summe =1 am sichersten



  • Optimizer schrieb:

    Nein, sie sind nicht identisch. Du folgerst das zweitere aus dem ersten. Der Informationsgehalt ist nicht gleich, denn bei zweiterem veränderst du die Wahrscheinlichkeiten, indem du einen Fall grundsätzlich ausschließt.

    Ich (und Jester) schließe einen Fall aus, der in der Beschreibung nicht vorkommt.

    Ich schließe ww nur in Abhängigkeit von "Ein Junge am Fenster" aus. Natürlich ist das der Fall den wir betrachten, trotzdem ist es ein Unterschied.
    Lies das Zitat vom Buch nochmal.

    Im Buch steht nebulöses Zeug, nämlich, daß "es die Informationsgewinnung" nicht richtig widerspiegele (natürlich ohne Begründung) und daß man zur Informationsgewinnung willkürliche Annahmen macht. DAS ist aber doch eben der Punkt. Man erfindet Sachen dazu. Der Schluß "es ist ein Junge am Fenster" -> "es gibt einen Jungen" ist trivial richtig. Der Schluß "es ist ein Junge am Fenster" -> "in 50% aller Fälle ist's ein Mädchen, wenn wir eine {M,J}-Familie haben" ist allerdings gewagt und reine Spekulation (genau wie die Annahme, Geburten von Mädchen und Jungs seinen gleichwahrscheinlich und unabhängig voneinander).



  • Daniel E. schrieb:

    Der Schluß "es ist ein Junge am Fenster" -> "in 50% aller Fälle ist's ein Mädchen, wenn wir eine {M,J}-Familie haben" ist allerdings gewagt und reine Spekulation (genau wie die Annahme, Geburten von Mädchen und Jungs seinen gleichwahrscheinlich und unabhängig voneinander).

    Mindestens so gewagt finde ich den Schluss "Falls mw oder w: P(m) = 1 und P(w) = 0". Natürlich ist es einfach mal angenommen, dass wenn ich ein Mädchen und einen Jungen habe, dass beide mit der gleichen Wahrscheinlichkeit am Fenster stehen. Aber ich habe auch keinen Grund zur Annahme, dass es unmöglich ist, dass das Mädchen raussehen könnte.
    Wir haben nur gegeben, dass der Junge raussieht. Wenn du beweisen willst, dass du und Jester Recht haben, musst du mir aus dem unterstrichenem jetzt herleiten, dass keine Chance bestanden hat, dass das Mädchen raussieht.



  • b7f7 schrieb:

    borg schrieb:

    ich kann die 2/3 argumentation zwar nachvollziehen aber irgendwie hat stammtischler doch recht.

    ich werfe 2 münzen.
    w.w.: mindestens eine von den münzen zeigt kopf.
    ihr behauptet jetzt, es ist klüger sein geld auf kopf-zahl zu setzen als auf kopf-kopf.
    kann ich nicht nachvollziehen 😞

    wenn du sagst das die Reihenfolge relevant ist ist ein unterschied zwischen Kopf-Zahl und Zahl-Kopf, aber die die Reihenfolge ist egal.
    wenn
    kopf =0,Zahl= 1
    sind
    k+k=0,k+z=1,z+k=1,z+z=2
    und somit ist der tipp auf summe =1 am sichersten

    es ist klar, dass die wahrscheinlichkeit von kopf-zahl am höchsten ist (wenn KZ == ZK), falls man nichts weiß. wenn ich aber doch weiß, das eine münze kopf zeigt, bleibt doch für die zweite wohl oder übel nur noch eine 50/50 chance über 😕



  • borg schrieb:

    b7f7 schrieb:

    borg schrieb:

    ich kann die 2/3 argumentation zwar nachvollziehen aber irgendwie hat stammtischler doch recht.

    ich werfe 2 münzen.
    w.w.: mindestens eine von den münzen zeigt kopf.
    ihr behauptet jetzt, es ist klüger sein geld auf kopf-zahl zu setzen als auf kopf-kopf.
    kann ich nicht nachvollziehen 😞

    wenn du sagst das die Reihenfolge relevant ist ist ein unterschied zwischen Kopf-Zahl und Zahl-Kopf, aber die die Reihenfolge ist egal.
    wenn
    kopf =0,Zahl= 1
    sind
    k+k=0,k+z=1,z+k=1,z+z=2
    und somit ist der tipp auf summe =1 am sichersten

    es ist klar, dass die wahrscheinlichkeit von kopf-zahl am höchsten ist (wenn KZ == ZK), falls man nichts weiß. wenn ich aber doch weiß, das eine münze kopf zeigt, bleibt doch für die zweite wohl oder übel nur noch eine 50/50 chance über 😕

    das ist was andres.
    die frage ist wenn eine Münze Kopf zeigt, was für Möglichkeiten gibt es für beide münzen und da ist,dann noch kz,zk,kk;



  • Ich verstehe eins nicht: Zufälle merken sich doch nicht, was schon passiert ist, oder?

    Wenn es 50 zu 50 für Jungen und Mädchen steht. Und es gibt schon einen Jungen, dann sind die Chanchen immer noch 50 zu 50 oder nicht?.

    Wenn ich ne Münze werfe und sie Zeigt Kopf, dann ist beim nächsten Wurf die Wahrscheinlichkeit für Koff wieder 50 zu 50.

    Oder verstehe ich da was falsch?



  • b7f7 schrieb:

    das ist was andres.
    die frage ist wenn eine Münze Kopf zeigt, was für Möglichkeiten gibt es für beide münzen und da ist,dann noch kz,zk,kk;

    mal gucken:

    #include <iostream>
    using namespace std;
    
    int main()
    {
        int kz = 0; // für kopf-zahl und zahl-kopf
        int kk = 0; // für kopf-kopf
        for(int i = 0; i<100000; i++)
        {
            //jetzt die münzen werfen
            bool m1 = rand() % 2; //true = kopf
            bool m2 = rand() % 2;
            if(m1 || m2) // eine von beiden muss kopf zeigen
                if((m1 && !m2) || (m2 && !m1)) // sie zeigen kopf und zahl
                    kz++;
                else                           // sie zeigen kopf und kopf
                    kk++;
        }
    
        cout << "kz/zk: " << kz << "\nkk: " << kk;
    }
    

    Ausgabe: schrieb:

    kz/zk: 50106
    kk: 25016

    😮 🤡 💡

    ihr habt gewonnen 👍



  • volkard schrieb:

    textaufgabe 1: "ein liter sprit kostet 1,29€. wieviel kosten 5 liter sprit, wenn die verkäuferin 38 jahre alt ist?"
    du kannst dazuerfinden, daß der sprit in einem landgasthof verkauft wird und daß selbiger eine firsthöhe von 12,5 metern hat. alles irrelevant.

    Okay! Ich erfinde: der Tankschlauch hat ein Loch, sodaß nur die Hälfte des abgerechneten Sprits vorne ankommt.



  • Nachdem ich mit dem Hund war komme ich nun mit einer neuen These:

    Das Rätsel ist nicht lösbar, bzw. "ungültig".
    Das Rätsel geht zunächst von einer zufälligen Verteilung der Kinder aus. In 25% der Fälle gibt es also 2 Mädchen. Jetzt wird gesagt, dass der Junge ans Fenster geht. in 75% der Fälle ist dies möglich, in 25% der Fälle geht es aber nicht. Man kann also nur sagen dass das Rätsel Sinn macht, wenn man auf einer Welt lebt auf der die Kombination MM nicht vorkommt. Macht man diesen Schritt kommt man zur 2/3 Lösung, verfälscht allerdings gleichzeitig den Prozess der "Kindererzeugung". Dieses Problem ist auch schon in den beiden Algorithmen zu erkennen die ich anfangs gepostet habe.



  • Stammtischler schrieb:

    Das Rätsel geht zunächst von einer zufälligen Verteilung der Kinder aus. In 25% der Fälle gibt es also 2 Mädchen. Jetzt wird gesagt, dass der Junge ans Fenster geht. in 75% der Fälle ist dies möglich, in 25% der Fälle geht es aber nicht. Man kann also nur sagen dass das Rätsel Sinn macht, wenn man auf einer Welt lebt auf der die Kombination MM nicht vorkommt.

    Willst damit sagen, daß die beschriebene Situation in unserer Welt garnicht vorkommen kann? 😮


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