Anarchie? Wie stellen die sich das vor?



  • volkard schrieb:

    Bashar schrieb:

    Die Argumentation ignoriert, wie eine Anarchie zustandekommt.

    ist auch irrelvant.

    Warum?

    der Wille, hierarchische Machtstrukturen zu zerstören kommt von unten.

    ich sprach nicht von einem krieg oder ähnlichem, um die hierarchischen machtstrukturen zu zerstören. mir egal, wie es dazu kommt. gesetzt den fall, wir hätten eine anarchie...

    Man kann sich jetzt darüber streiten, ob eine Anarchie, die einfach so da ist, also die eigentlich keiner aktiv will und mitgestaltet, überhaupt eine ist. Sowas würde in der Tat sofort zusammenbrechen. Beziehungsweise gar nicht erst entstehen.

    Eine solche Gesellschaft wäre wohl kaum anfällig gegen machthungrige Personen, sie würde diese einfach genauso bekämpfen, wie sie die Machthaber der früheren Gesellschaftsform bekämpft hat.

    wie???
    ohne sich zusammenzuschließen? was ist die anarcho-armee denn wert gegen eine monarcho-armee mit gleichvielen mannen? nix.

    Wo kommt die Armee her? Wenn von außen her jemand die Gesellschaft angreift, ist das doch ein Sachverhalt, der mit Instabilität überhaupt nichts zu tun hat. Genauso könntest du sagen, eine Demokratie kann nicht funktionieren, da muss ja nur der Ami/Iwan/Außerirdische mit genügend Feuerkraft anrücken.

    wenn sich anarcho-gemeinden zusammenschließen müssen, um dem warlord mit seinen sagen wir mal nur 100 mannen entgegenzutreten, sind sie dann noch anarchos?

    Ja klar. Solange jeder freiwillig mitmacht und jederzeit aufhören kann (genauso wie bei allem anderen).

    wollen wir davon ausgehen, daß echte anarchis echt und immer aus freiem willen die beste entscheidung treffen? dann ist die gesellschaft ununterscheidbar von der perfekten monarchie oder demokratie. also lasse ich diesen gedanken mal fallen.

    Jo, politische Theorien, die perfekte Menschen voraussetzen, sind offensichtlich Schwachsinn.



  • Bashar schrieb:

    wenn sich anarcho-gemeinden zusammenschließen müssen, um dem warlord mit seinen sagen wir mal nur 100 mannen entgegenzutreten, sind sie dann noch anarchos?

    Ja klar. Solange jeder freiwillig mitmacht und jederzeit aufhören kann (genauso wie bei allem anderen).

    Was wollen Anarchisten eigentlich mit Verbrechern machen? Oh, es gibt ja gar kein Gesetz. 😉 Mal angenommen ich töte eine komplette Familie und deren Freund bis niemand, der direkt betroffen ist mehr lebt. Es ist prinzipiell möglich herauszufinden, dass ich es war aber wer tut das? Wer bestraft mich?



  • Seid gegrüßt.

    Warum die Demokratie das beste System ist?

    Bevor die Demokratie erfunden wurden, herrschten z.B. im alten Griechenland, Rom ,usw... die Adeligen über die einfache Bevölkerung. Letztere Bevölkerungsschicht hatte NICHTS zu melden.

    Das ging ihnen auf den Sack.

    Deshalb gründeten Sie die Demokratie, in der es ein paar Beamte gibt, die per Volksbefragung die Wünsche der Bevölkerung (Demokratie: Demos = Volk) in die Tat umsetzen.

    Blöderweise hat sich das anders entwickelt.
    Nun sind die Politiker fast schon Diktatoren und nerven uns mit unnsinnigen, aber trotzdem langwierigen Entscheidungen... ich sag euch, Diktatur würd euch nicht gefallen!

    Back to the roots oder Anarchie, wenn auch nur für kurze Zeit, wünsch ich mir da!


  • Mod

    Der Weise vom Berge schrieb:

    Bevor die Demokratie erfunden wurden, herrschten z.B. im alten Griechenland, Rom ,usw... die Adeligen über die einfache Bevölkerung. Letztere Bevölkerungsschicht hatte NICHTS zu melden.

    Hm. Warum kommt das Wort "Demokratie" eigentlich aus dem Altgriechischen? Irgendeine Idee?

    Und zum Weiterdenken: was ist der Unterschied zwischen den Politikern heute und dem Adel? Selbst die Ämter können mittlerweile vererbt werden (z.B. Monika Hohlmeier-Strauß).



  • ursel schrieb:

    Was wollen Anarchisten eigentlich mit Verbrechern machen? Oh, es gibt ja gar kein Gesetz. 😉 Mal angenommen ich töte eine komplette Familie und deren Freund bis niemand, der direkt betroffen ist mehr lebt. Es ist prinzipiell möglich herauszufinden, dass ich es war aber wer tut das? Wer bestraft mich?

    Du würdest wahrscheinlich aus der Gemeinschaft ausgeschlossen (wer will einen Mörder unter sich haben?), vielleicht gelyncht.

    Du hättest aber andererseits von vornherein weniger Anreiz, jemanden umzubringen, weil du dadurch nichts zu gewinnen hast.



  • weil in Griechenland die ersten Ansätze zur Demokratie gemacht wurden.

    Ich habe außerdem nie gesagt, dass die heutigen Politiker noch irgendwas mit den ehrenamtlichen Beamten der damaligen Zeit zu tun haben...



  • Der Weise vom Berge schrieb:

    Bevor die Demokratie erfunden wurden, herrschten z.B. im alten Griechenland, Rom ,usw... die Adeligen über die einfache Bevölkerung. Letztere Bevölkerungsschicht hatte NICHTS zu melden.

    Das ging ihnen auf den Sack.

    Deshalb gründeten Sie die Demokratie, in der es ein paar Beamte gibt, die per Volksbefragung die Wünsche der Bevölkerung (Demokratie: Demos = Volk) in die Tat umsetzen.

    Demokratie != Menschenrechte! Die antike Demokratie kannte nur Wahlrecht für wenige % der Bevölkerung; Frauen hatten kein Wahlrecht und Sklaven gar keine Rechte. Auch die modernen Demokratien wie in den USA kannten zunächst nur eingeschränktes Wahlrecht, so dass nur die Oberschicht (Wahl)Rechte besaß. Erst im Laufe des 19. und 20. Jh. wurden die Menschen- und Wahlrechte auf den Rest der Bevölkerung ausgedehnt.



  • Bashar schrieb:

    [Anarchie]
    Du hättest aber andererseits von vornherein weniger Anreiz, jemanden umzubringen, weil du dadurch nichts zu gewinnen hast.

    Warum das denn? Es sind auch Anarchie-Modelle mit Privateigentum denkbar.


  • Mod

    Bashar schrieb:

    Du hättest aber andererseits von vornherein weniger Anreiz, jemanden umzubringen, weil du dadurch nichts zu gewinnen hast.

    Auch ohne Privateigentum gibt's Mordanreize... ich sach nur, Wein, Weib, Gesang.



  • Der Weise vom Berge schrieb:

    Seid gegrüßt.

    Warum die Demokratie das beste System ist?

    Bevor die Demokratie erfunden wurden, herrschten z.B. im alten Griechenland, Rom ,usw... die Adeligen über die einfache Bevölkerung. Letztere Bevölkerungsschicht hatte NICHTS zu melden.

    Das ging ihnen auf den Sack.

    Deshalb gründeten Sie die Demokratie, in der es ein paar Beamte gibt, die per Volksbefragung die Wünsche der Bevölkerung (Demokratie: Demos = Volk) in die Tat umsetzen.

    Blöderweise hat sich das anders entwickelt.
    Nun sind die Politiker fast schon Diktatoren und nerven uns mit unnsinnigen, aber trotzdem langwierigen Entscheidungen... ich sag euch, Diktatur würd euch nicht gefallen!

    Back to the roots oder Anarchie, wenn auch nur für kurze Zeit, wünsch ich mir da!

    Klar, in Griechenland ging damals alles viel demokratischer zu als es heute der Fall ist. Aber auch nur auf den ersten Blick. Denn das ganze beruhte auf der Basis der Sklavenarbeit. Und wer von euch meldet sich jetzt freiwillig als Sklave???



  • Bashar schrieb:

    ursel schrieb:

    Was wollen Anarchisten eigentlich mit Verbrechern machen? Oh, es gibt ja gar kein Gesetz. 😉 Mal angenommen ich töte eine komplette Familie und deren Freund bis niemand, der direkt betroffen ist mehr lebt. Es ist prinzipiell möglich herauszufinden, dass ich es war aber wer tut das? Wer bestraft mich?

    Du würdest wahrscheinlich aus der Gemeinschaft ausgeschlossen (wer will einen Mörder unter sich haben?), vielleicht gelyncht.

    Ja, ich meinte doch, wenn keiner weiß, dass ich es war. Wenn die Polizei da ermitteln würde könnten sie's rausfinden aber wer würde/könnte sowas sonst tun? 😕 BTW wer entscheidet über meine Strafe, falls die wissen, dass ich es war?



  • Daniel E. schrieb:

    Bashar schrieb:

    [Anarchie]
    Du hättest aber andererseits von vornherein weniger Anreiz, jemanden umzubringen, weil du dadurch nichts zu gewinnen hast.

    Warum das denn? Es sind auch Anarchie-Modelle mit Privateigentum denkbar.

    Aber nur wenn man Anarchie als "keine Regierung" versteht, was wohl die wenigsten Anarchisten tun. Den meisten geht es um die Abschaffung sämtlicher hierarchischer Machtstrukturen, also muss auch Privateigentum und organisierte Religion dran glauben.

    Marc++us schrieb:

    Auch ohne Privateigentum gibt's Mordanreize... ich sach nur, Wein, Weib, Gesang.

    Ich sag ja auch "weniger" und nicht "keine".



  • Eine Welt ohne Privateigentum? Damit kann ich ja schonwieder nichts anfangen. ^^ Was passiert, wenn einer meine Schuhe haben will? Ich meine, ich würde sie ihm natürlich nicht geben. Er hat ja zumindest genausowenig ein Recht darauf wie ich. 😉 Aber wenn ich sie ihm nicht gebe und ggf. verteidige sind sie doch mein Eigentum! 😕 Das ist für mich unvorstellbar.... Was, wenn jemand im Krankenhaus(kann es sowas in einer Anarchie geben? O_o) liegt und ne Spenderniere braucht? Meine gehören ja eh niemandem... O_o



  • Kein Eigentum?

    Stell dir vor, du findest einen schönen Stein.
    "Der ist aber cool.. den nehm ich mit!"

    Dann kommt einer her, nimmt dir den Stein weg und geht weg.

    ???

    Was dann - du hast keinen Anspruch darauf!

    in deiner behausung tummeln sich die Obdachlosen, denn dir gehört es ja nicht. Du hast es gebaut, aber dir gehört es nicht... haha.



  • ursel schrieb:

    Eine Welt ohne Privateigentum? Damit kann ich ja schonwieder nichts anfangen. ^^ Was passiert, wenn einer meine Schuhe haben will?

    Du musst zwischen Besitz und Eigentum unterscheiden. Du besitzt deine Schuhe, weil du sie gerade anhast und brauchst, und am nächsten Morgen brauchst du sie wieder.
    Aber du bist nicht der Eigentümer. Hättest du ein extra Paar, dass du nie anhast, könntest du es keinem verbieten, sie anzuziehen. Du könntest dafür auch keine Gegenleistung wie z.B. Miete fordern.

    OK das ist jetzt im kleinen ein bisschen absurd, vielleicht würde es auch keinem was ausmachen, wenn du drei paar Schuhe hast und sie nie jemand anderem gibst 😉



  • Der Besserwisser schrieb:

    Die antike Demokratie kannte nur Wahlrecht für wenige % der Bevölkerung;

    Wäre mal interessant festzuhalten, welche Bevölkerungsgruppen bei uns ausgeschlossen sind. Es dürfen nicht alle Leute wählen, die sich in diesem Land befinden. Spontan fallen mir da drei verschiedene Gruppen ein, die es nicht dürfen



  • ursel schrieb:

    Eine Welt ohne Privateigentum? Damit kann ich ja schonwieder nichts anfangen. ^^ Was passiert, wenn einer meine Schuhe haben will?

    und wenn dir mal schuhe fehlen, schaust du bei ein paar anderen leuten vorbei und nimmst dir einfach welche, die sie gerade nicht haben.

    das ist ein bisschen wie bookcrossing (und das funktioniert doch echt gut)



  • Der Weise vom Berge spricht:

    Wenn man einfach in Freiheit leben könnte, und die Regierung das Volk bei der Gesetzgebung ernster nehmen würde, und nicht so total einengen, wär das ein Fortschritt für die Welt.

    Aber hiermit prophezeie ich euch: keine besserung in den nächsten 20 Jahren, dafür einen Atomkrieg! 😉



  • Der Weise vom Berge schrieb:

    Aber hiermit prophezeie ich euch: keine besserung in den nächsten 20 Jahren, dafür einen Atomkrieg! 😉

    Ich prophezeie: kein Atomkrieg in den nächsten 20 Jahren. Um wieviel prophezeien wir? 🙂



  • Ich gebe der Welt 50 Jahre.

    Länger hält das kollektive Gedächtnis der USA nicht und sie vergessen, dass Hiroshima eigentlich keine so gute Idee war.

    Außerdem vergessen sie bis dahin, was Bush für ein Idiot war und wählen seine Nachkommen!

    Nimm das, Schurke!


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