Rededuell Stoiber - Lafontaine



  • scrub schrieb:

    Daniel E. schrieb:

    Aber selbst wenn, wie zB in Ostdeutschland, wo die Löhne tendentiell auch niedriger sind, werden auch Waren günstiger angeboten, so daß es natürlich trotzdem zu einem Absatz kommt. Vergleiche zB Mietpreise in Ost und West, oder Preise für den "Standard-Warenkorb".[...]

    mir wird von verwandten und bekannten leider das gegenteil berichtet.

    Dort sind die Preise und Mieten höher?

    Wohl eher nicht. http://www.bbr.bund.de/index.html?/wohnungswesen/wohnungsmarkt/mieten_2003_2004.htm

    Der Preisindex in Ostdeutschland ist geradezu ein ideales Beispiel für "meine These".

    Daniel E. schrieb:

    Es ging mir mehr darum, daß man keine nachhaltigen Konjunktureffekte erzieht, wenn man den Leuten Geld in die Hand drückt (zB in dem der Staat mehr Schwimmbäder oder Straßen oder sowas baut, damit Beschäftigung erzeugt und Geld an die armen Bauarbeiter verteilt). Die gründen nämlich dann normalerweise nicht eigene Unternehmen, sondern kaufen neue Plasmafernseher oder Buchenholzimitatschränke oder sowas.

    nichtsdestotrotz türmen sich unbedingt notwendige kommunale investitionen (hier zuhause besonders infrastruktur und dergleichen) und auch weniger notwendige investitionen auf- die sind nicht künstlich geschaffen, sondern real vorhanden. wenigstens das liegt also auf jeden fall brach.

    Das liegt vor allem daran, daß Bund und Ländern den Kommunen mehr oder weniger die Einnahmequellen entzogen haben aber ihnen trotzdem noch die Aufgaben zuschieben. Schubladenprogramme gibt es hier natürlich trotzdem und darum ging es mir.

    [..]
    wir senken die lohnnebenkosten. gut, dann spart der unternehmer ein wenig geld. der mitarbeiter bekommt zunächst genausoviel.

    Sicher? Ich habe mich jetzt nicht detailliert mit dem CDU-Modell auseinandergesetzt, aber mW soll der Arbeitslosenversicherungsbeitrag um 2 Prozentpunkte abgesenkt werden. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung wird in .de jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlt (komische Regelung!), also erhält der Arbeitnehmer sehr wohl mehr als jetzt.

    [...]jetzt kannst du natürlich von dem gering qualifizierten verlangen, daß er nicht so hohe ansprüche an seine absicherung stellt. wenn man sich jetzt mal überlegt, daß möglicherweise defizite, für die der mensch aber nix kann, für seine geringe qualifizierung ursächlich sind, bedeutet das nichts anderes als jemandem den anspruch auf soziale absicherung teilweise absprechen zu wollen, weil er von der natur benachteiligt wurde.

    ??

    (1) Muß sich niemand privat irgendwo versichern, das ist doch genau der Witz, daß man die Leute NICHT zwangsversichert, wenn sie nicht wollen, oder wenn sie einfach nur draufzahlen. Außerdem kann dann jeder selbst entscheiden, was er mit dem Geld macht.

    Nebenbei bemerkt: wer eine Arbeitslosigkeitsvericherung einführt, führt auch automatisch eine systematische Arbeitslosigkeit ein (wie bei jeder Versicherung).

    (2) Niemand will soziale Absicherung streichen, sondern den Umverteilungsstaat auf ein geringeres Niveau zurückfahren. Ich weiß nicht, was das Gerede von "soziale absicherung teilweise absprechen" da soll.

    (3) Wieso ist die Absicherung eines Arbeitslosen besser, als die eines Arbeiters (das ist nämlich der Fall, den wir gerade diskutieren: Arbeitslos oder niedriges Arbeitseinkommen)? Nehmen wir mal einen Moment an, der Staat würde vernünftig wirtschaften, dann würde sich beim Wechsel von Arbeitslosigkeit -> Arbeit das Verhältnis von Einzahlern zu Beitragsbeziehern so verbessern (Einzahler++, Beitragsbezieher=const für einige Leistungen, Beitragsbezieher-- für Dinge wie Arbeitslosengeld). Dadurch würden Sozialstandards steigen (was dann allerdings wieder Arbeitslosigkeit erzeugen würde :)).

    Daniel E. schrieb:

    Die Ostdeutschen kommen in diesem Abschnitt gar nicht vor, mal abgesehen, daß Stoiber diese Beschimpfung sogar schwarz auf weiß in Form von Pisa-Studien regelmäßig bestätigt bekommt.

    erstens sind die "anderen" nicht selbst dran schuld, wenn sie schlechte schulen besuchen müssen (ich geh jede wette ein, daß irgendwelche bayerischen kinder auf dem weg zum abitur in NRW genauso "abbauen")

    Natürlich. Hat doch niemand etwas gegenteiliges behauptet.

    und zweitens hat die OECD ausdrücklich die soziale auslese gerügt, die im dreiteiligen schulsystem vorgenommen wird.

    Und die gibt's nur in Bayern? Wohl kaum. Die soziale Divergenz ist übrigens in Südkorea, wo sie ein ziemlich ähnliches Schulsystem haben, deutlich kleiner (und die Pisa-Resultate besser). Es muß also nicht am System liegen.

    Abgesehen davon, was hältst Du davon, wenn wir einfach mal viele Schultypen auf deutschem Boden ausprobieren und das Schulsystem privatisieren? 🙂



  • Daniel E. schrieb:

    Und die gibt's nur in Bayern? Wohl kaum. Die soziale Divergenz ist übrigens in Südkorea, wo sie ein ziemlich ähnliches Schulsystem haben, deutlich kleiner (und die Pisa-Resultate besser). Es muß also nicht am System liegen.

    die unterdrückung der frau liegt auch nicht an der ehe, aber sie begünstigt sie.

    Abgesehen davon, was hältst Du davon, wenn wir einfach mal viele Schultypen auf deutschem Boden ausprobieren und das Schulsystem privatisieren? 🙂

    schulautonomie ist was feines, aber leider keine schulautonome entscheidung. und wie das dann ausgeht sieht man in den usa oder england. nein danke (aber der 🙂 dahinter lässt die forderung sowieso nicht ganz ernst erscheinen)



  • Daniel E. schrieb:

    Dort sind die Preise und Mieten höher?

    Ich würde für die Wohnung, die ich in Wuppertal habe, in Leipzig in etwa dasselbe bis minimal mehr bezahlen!



  • Das Rededuell wird auf Vorschlag Stoibers in einer Zeitung ausgetragen. Naja, vielleicht kann man ja Lafo noch überreden nach Bayern in ein Bierzelt zu kommen...



  • Aloha,

    das würde Lafontaine definitiv wahrnehmen...
    Mach nicht solche Vorschläge. 😉

    Grüße

    BOA



  • BOA schrieb:

    Aloha,

    das würde Lafontaine definitiv wahrnehmen...
    Mach nicht solche Vorschläge. 😉

    Grüße

    BOA

    Wenns ganz schlimm kommt müssen wir SideWinder noch fragen ob er Stoiber bis nach der Wahl bei sich übernachten läßt 😃



  • StudentDer70ger schrieb:

    Gääähn, ach ma Union-Fan, hast du das aus ner 30 Jahre alten Hetzschrift vom guten alten Franz Joseph abgeschrieben?

    scrub schrieb:

    nein, sein ghostwriter.

    Interessant, welche Blüten die Neidkultur treibt. Jetzt wird sogar schon sprachliches Können geneidet.

    Nochmal zum Thema :

    Eine Demokratie geht unter, wenn die Wähler entdecken, dass sie sich Brot und Spiele herbeiwählen können. Aus diesem Grund sind die unhaltbaren Versprechungen von linken Parteien auch so besonders abscheulich. Hier kann man schon richtige Angst um die BRD kriegen. Aber solange es noch aufrechte Menschen wie Stoiber gibt, die sagen was Sache ist, solange hat man noch Hoffnung. Ein Blick über den Atlantik offenbart, dass es durchaus möglich ist, oben genanntem Phänomen in geradezu vorbildlicher Weise zu entgehen. Und das bereits seit über 200 Jahren! Also, nur Mut zur Leistung.

    BTW. Alle Staaten bei denen Brot und Spiele das staatstragende Moment waren, waren von Sklavenhaltung geprägt.

    Union-Fan

    Der freundliche Konservative



  • Ein Staat der einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg begonnen hat ist also "vorbildlich" soso. Das Stoiber ein Problem mit Ausländern, Homosexuellen, Ostdeutschen und beliebigen anderen Minderheiten hat läßt er bei jeder sich bietenden Gelegenheit raushängen. Das finde ich abscheulicher als alles andere.



  • @Daniel E.: mag sein, dass ich paranoid bin, aber wenn man aussagen aus dem zusammenhang zieht, dann verfremden sie sich leider
    du hast das leider gemacht, das orginal zitat lautete:

    "Am Mittwochabend hatte Stoiber in Schwandorf nach Angaben des Bayerischen Rundfunks erklärt, er wolle nicht, dass die Wahl noch einmal im Osten entschieden werde. Wenn es überall so wäre wie in Bayern, so der Ministerpräsident, dann gäbe es keine Probleme. "Wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern", sagte Stoiber nach Angaben von "B5 aktuell". Die Stärkeren müssten manchmal die Schwächeren ein Stück mitziehen, habe Stoiber gesagt." "

    das impliziert imho eine starke ausrichtung der zweiten markierung auf den osten
    es kann natürlich auch auf die dominikanische republik bezogen werden, ist aber eher unwahrscheinlich, da er davor eindeutig über den osten deutschlands spricht!!

    also nenn mich paranoid 😉

    zu der bestätigung durch pisa:

    Abschneiden beim Pisatest
    In Sachen Bildung kann es kein Bundesland mit dem Freistaat aufnehmen - das haben die Bayern sogar schriftlich. Beim Pisatest I schlossen sie als Beste ab. Die Ost-Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsenanhalt belegten die Plätze 11, 12 und 13. (Die Bundesländer Thüringen und Sachsen fanden sich auf den Plätzen 6 und 3 wieder.) Bei Pisa II waren die Bayern einmal mehr die Musterschüler, allerdings eroberte Sachsen in Mathematik, Naturwissenschaften und Problemlösen den zweiten Rang. Thüringen kam nun auf Platz vier.

    Ehrenrunden
    Zwar spricht das Pisa-Endergebnis eindeutig für die Bayern, doch das liegt nicht unbedingt daran, dass die Schüler dort schlauer wären. Was die Schnelligkeit angeht, in der Kinder die Schule durchlaufen, zeichnet sich nämlich ein ganz anderes Bild: Die Sitzenbleiberquote liegt in Bayern bei 4 Prozent, in allen Ostländern aber deutlich geringer. (Brandenburg: 1,6 Prozent, Thüringen 2,4, Sachsen 2,6, Mecklenburg-Vorpommern 3,7, Sachsen-Anhalt: 3,9)

    Abiquote
    Etwa jedes fünfte Kind in Bayern schließt die Schule mit dem Abitur ab (21,6 Prozent) - das ist deutlich weniger als in allen Ostländern. In Brandenburg machen 31,2 Prozent der Schüler Abitur, in Sachsen 27,5, in Thüringen 27,4, Sachsen Anhalt 26,8 und Mecklenburg-Vorpommern 24,1 Prozent.

    zitat von spiegel.de

    hm jetzt kommt bestimmt eines der folgenden argumente: die bundesländer im osten die gut abschneiden sind cdu regiert (??!!)
    das abi ist in ostdeutschland einfacher (??!!)

    eines ist unbestritten(von mir) das schulsystem ist oftmals nicht das beste (in ganz deutschland!!!)
    aber deshalb sind ja nicht unbedingt die leute dumm oder weniger intelligent
    intelligenz zeichnet sich doch imho dadurch aus, dass man selbstständig (sieht doof aus, ist aber nach der neuen so) sein wissen aufbauen kann/entwickelt bzw. schnellstmöglich das wissen andere, welches einem angeboten wird aufnehmen kann
    dies wird aber nicht unbedingt durch pisa getestet (der IQ ist ja auch so ein pseudo inteligenz messmittel)
    den wenn einem wissen nicht in geeigneter weise(durch das schulsystem) vorgelegt wird, dann kann man es auch nicht so gut aufnehmen ... um daraus neues zu erlangen (wissen) ...

    @asdrubael: amen (auch wenn ich nicht gläubig bin)



  • asdrubael schrieb:

    Ein Staat der einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg begonnen hat ist also "vorbildlich" soso.

    Was ist an

    mein Ausgangsposting schrieb:

    oben genanntem Phänomen

    eigentlich nicht verständlich? Semantisch geht ganz klar aus meinem Posting hervor, dass Amerika vorbildlich in der Hinsicht ist, dass das Volk sich nicht Brot und Spiele wählt. Aber Deutschland und Pisa...

    Davon abgesehen zeigt deine Formulierung nur, dass bei Dir bereits die linke antiamerikanische Propaganda wirkt.

    Union-Fan

    Der freundliche Konservative



  • Das amerikanische Volk wählt nicht Brot und Spiele? Die Leute dort wählen einen Mann der einen "big job" erledigt im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Die Leute dort wählen einen Mann der ihnen Sicherheit verspricht indem er in ein fremdes Land einfällt und es besetzt. For Bushs Anwesen laufen begeisterte Anhänger mit Schildern rum auf denen "sometimes war is the answer" steht. An den USA und deren Politik ist nichts, aber auch gar nichts vorbildlich.



  • asdrubael schrieb:

    Das amerikanische Volk wählt nicht Brot und Spiele? Die Leute dort wählen einen Mann der einen "big job" erledigt im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Die Leute dort wählen einen Mann der ihnen Sicherheit verspricht indem er in ein fremdes Land einfällt und es besetzt. For Bush Ranche laufen begeisterte Anhänger mit Schildern rum auf denen "sometimes war is the answer" steht. An den USA und deren Politik ist nichts, aber auch gar nichts vorbildlich.

    Und was hat das mit dem Thema zu tun? Oder suchen Sie nur eine Gelegenheit, um ihren antiamerikanischen Vorurteilen Ausdruck zu verleihen?

    Union-Fan

    Der freundliche Konservative



  • <°)))o><



  • die ganze diskusion heir hat schon lange nix mehr mit dem thema (stoiber vs. lafontaine) zu tun 😉

    aber im ernst:

    asdrubael will, denke ich, nur darauf aufmerksam machen, dass auch die amerikaner ihre stimmen für nicht haltbare versprechen abgeben (also nicht vorblidlich), für die der mensch aber einfach empfänglich ist (in dem fall die sicherheit, die nebenbei nicht wirklich bedroht ist(jendenfalls nicht von ländern wie dem irak))



  • asdrubael schrieb:

    <°)))o><

    Was war das nochmal? Futter für die Trolle?



  • Ich will die große Ego-Parade ja gar nicht groß unterbrechen, aber das da:

    Union-Fan schrieb:

    Union-Fan

    Der freundliche Konservative

    hätte ich gerne bei Gelegenheit erklärt.

    Vielen Dank,
    HEZ



  • ERROR schrieb:

    asdrubael will, denke ich, nur darauf aufmerksam machen, dass auch die amerikaner ihre stimmen für nicht haltbare versprechen abgeben (also nicht vorblidlich), für die der mensch aber einfach empfänglich ist (in dem fall die sicherheit, die nebenbei nicht wirklich bedroht ist(jendenfalls nicht von ländern wie dem irak))

    Das ist aber nicht das Thema. Ich sehe in den USA keine nennenswerten Stimmanteile für Parteien, die dem Bürger ein leistungsunabhängiges Einkommen versprechen.

    Union-Fan

    Der freundliche Konservative



  • *blaschwafel* in den USA gibt es längst einen Mindestlohn, da muss man nichts mehr versprechen.





  • asdrubael schrieb:

    *blaschwafel* in den USA gibt es längst einen Mindestlohn, da muss man nichts mehr versprechen.

    Aber einen Realistischeren als der von Der Linkspartei gefordert: http://de.wikipedia.org/wiki/Mindestlohn.


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