[Kommentar] Vom Ende der europäischen Idee
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Am Wochenende wurde das Ende der ursprünglichen Idee eines europäischen Nationalstaats besiegelt. Es ist unwahrscheinlich, dass aus der EU sich jemals mehr als eine Wirtschaftsverwaltungszone entwickeln kann. Das Scheitern der EU-Verfassung hätte allen Beteiligten zeigen sollen, dass aufgrund der großen Anzahl mit Vetorecht befähigten Mitgliedsstaaten die Chancen für durchgreifende Strukturreformen der EU-Organe äußerst gering sind. Es gibt zu viele verschiedene Partikularinteressen, vor allem wenn ein in weiten Teilen noch wenig entwickelter Staat wie die Türkei mit den großen Industrienationen um den Verteilungskuchen verhandelt. Das hat schon mit den bisherigen Teilnehmerstaaten nicht funktioniert und wird erst recht nicht mit der nächsten Welle von neuen Mitgliedern möglich sein.
Ein stärkeres Zusammenfinden im Bereich der Sicherheitspolitik oder gar das Aufstellen eines eigenständigen europäischen Heeres wird durch die Anwesenheit von Territorialstreiterein zwischen den (zukünftigen) Mitgliedsstaaten, wie z.b. zwischen Athen und Ankara unmöglich sein.
Damit ist es den USA und Großbrittanien, den größten "Fürsprechern" des Türkeibeitritts, gelungen, die EU als mögliche Konkurrenz auf dem europäischen Festland durch klassische machiavelische "Teile und Herrsche"-Politik auszuschalten.
Der Durchschnittliche EU-Bürger darf sich nun auf einem Arbeitsmarkt mit dreihundermillionen Mitkonkurrenten um die letzten Arbeitsplätze prügeln. Die EU-Mitgliedsstaaten werden langfristig in einem "Standortwettbewerb" um das Großkapital wetteifern, welches aufgrund der freien Grenzen sich nach belieben den Staat aussuchen kann, der die besten "Rahmenbedingungen", sprich, die höchsten Subventionen und niedrigsten Abgaben, bereitstellt. Dabei auf der Strecke bleiben werden Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Rente und Schuldbildung. Denn im modernen Europa wird ein Unternehmen einfach samt kompletter Belegschaft (ein Hoch auf die Freizügigkeit!) von einem Ort zum anderen reisen.
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machiavelische
Wo hast du das denn rausgepopelt?
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Mal abgesehen davon das es "machiavellistisch" heisst,
glaubst du wirklich das die Industrieländer Europas zu einer einigung gekommen wären wenn die weniger entwickelten Staaten nicht teil der EU geworden wären?
Wer will schon Macht abgeben wenn er sie hat, bzw wer will sich von anderen etwas vorschreiben lassen wenn es nicht unbedingt sein muss?
Siehe CDU <-> SPDDu gehst mit deiner Vorstellung da ein bischen an der Realität vorbei.
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Europäer schrieb:
Am Wochenende wurde das Ende der ursprünglichen Idee eines europäischen Nationalstaats besiegelt. Es ist unwahrscheinlich, dass aus der EU sich jemals mehr als eine Wirtschaftsverwaltungszone entwickeln kann. Das Scheitern der EU-Verfassung hätte allen Beteiligten zeigen sollen, dass aufgrund der großen Anzahl mit Vetorecht befähigten Mitgliedsstaaten die Chancen für durchgreifende Strukturreformen der EU-Organe äußerst gering sind. Es gibt zu viele verschiedene Partikularinteressen, vor allem wenn ein in weiten Teilen noch wenig entwickelter Staat wie die Türkei mit den großen Industrienationen um den Verteilungskuchen verhandelt. Das hat schon mit den bisherigen Teilnehmerstaaten nicht funktioniert und wird erst recht nicht mit der nächsten Welle von neuen Mitgliedern möglich sein.
Ein stärkeres Zusammenfinden im Bereich der Sicherheitspolitik oder gar das Aufstellen eines eigenständigen europäischen Heeres wird durch die Anwesenheit von Territorialstreiterein zwischen den (zukünftigen) Mitgliedsstaaten, wie z.b. zwischen Athen und Ankara unmöglich sein.
Damit ist es den USA und Großbrittanien, den größten "Fürsprechern" des Türkeibeitritts, gelungen, die EU als mögliche Konkurrenz auf dem europäischen Festland durch klassische machiavelische "Teile und Herrsche"-Politik auszuschalten.
Der Durchschnittliche EU-Bürger darf sich nun auf einem Arbeitsmarkt mit dreihundermillionen Mitkonkurrenten um die letzten Arbeitsplätze prügeln. Die EU-Mitgliedsstaaten werden langfristig in einem "Standortwettbewerb" um das Großkapital wetteifern, welches aufgrund der freien Grenzen sich nach belieben den Staat aussuchen kann, der die besten "Rahmenbedingungen", sprich, die höchsten Subventionen und niedrigsten Abgaben, bereitstellt. Dabei auf der Strecke bleiben werden Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Rente und Schuldbildung. Denn im modernen Europa wird ein Unternehmen einfach samt kompletter Belegschaft (ein Hoch auf die Freizügigkeit!) von einem Ort zum anderen reisen.Eine gute Zusammenfassung der aktuellen Entwicklungen.
