"Wir machen jede Nacht Bagdad"
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bluecode schrieb:
Irgendein Minister hat die Jugendlichen doch auch noch beleidigt, oder? Als Abschaum oder so bezeichnet...

ja, wenn er doch recht hat.
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Es ist doch bekannt, dass Politiker weder sagen dürfen was sie denken, noch sagen dürfen was der Wahrheit entspricht. Im besten Fall sind sie ihren Job los, im schlimmsten Fall hat man plötzlich bewaffnete Menschen im Schlafzimmer stehen.
(-> z.B. Däubler-Gremlin, äh Gmelin.)
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Und wenn der Politiker bewaffnete Menschen in seinem Schlafzimmer stehen hat, ist es natürlich seine Schuld. Ach Leute, gut, dass ihr keine Gesetze macht. Und bevor ihr jemanden umbringt, weil er euch beleidigt hat: Auch in Notwehr (Beleidigung kann auch ein legaler Grund für Notwehr sein) gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Die Leute hätten also zurückbeleidigen dürfen.
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Mitschuld != Schuld
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scrub schrieb:
Henno schrieb:
Anlass != Grund
ich war mir dessen völlig bewußt, als ich meinen beitrag verfaßte.
wenn du jemandem zu eine tat durch worte einen anlaß gibst, kannst du wohl nicht behaupten, schuldlos an dieser tat zu sein.Wenn er es nicht gesagt hätte wäre es aber auch soweit gekommen. Legentlich die Parolen wären anders aber an den Taten hätte das nichts geändert. Wenn das reichen würde dann hätte Stoiber schon mehrmals einen deutschen Bürgerkrieg ausgelöst.
Das Problem in Paris war schon seit Jahren bekannt. Hohe Arbeitslosigkeit und selbst die die Arbeit hatten konnten das verdiente Geld nicht nutzen. Die Vermieter forderen Wucherpreise für leerstehende Wohnungen aus Angst vor Mietnomaden die die Wohnung kleinschlagen würden ohne einen Cent zu bezahlen. Also wohnt man weiter in den bereits besetzten und zerfallenden Wohnungen weiter. Ohne Wohnung und Arbeit Fallen die meisten Sozialleistungen wie Krankenkasse auch flach.
Hieraus ergibt sich, dass der Staat nicht mehr respektiert wird und die Polizei dementsprechen an Einfluss verliert. Wählen gehen auch die wenigsten. Viele Politiker reden über die Problematik und die richtigen Gründe tun aber nichts aus Angst die Vermieterlobby zu verärgern und Stimmen würde es ja selbst im Erflogsfall keine bringen.
Viele Polizisten trauen sich gar nicht mehr in die Gegenden und deswegen kommen die meisten der dortigen Polizisten auch aus dieser selben Gegend. Diese sind offensichtlich auch nur halbherzig bei ihrem Beruf. Dies schwächt die Staatsmacht noch einmal.
In Deutschland steuert man meines Wissen nach auf das gleiche Problem zu, ist aber noch weiter davon entfernt. Allerdings bedarf es nicht mehr der Initialzündung also könnte es schneller gehen.
Die eizigen wirkliche mir bekannten Lösungen wäre den Wert des Geldes überall im Wirtschaftsraum gleich zu stellen und anschließend die Löhne den neuen Gegebenheiten anzupassen. Entweder man erreicht das durch eine Aufwertung des Geldes bei uns, eine Abwertung in den Billiglohnländern oder eine wirtschaftlich Abschottung gegenüber den Billiglohnländern.
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scrub schrieb:
volkard schrieb:
man jat mit worten nicht mitschuld an morden, die andere tun. zwischen worten und morden muß strikt getrennt sein und worte dürfen bei den armen jugendlichen genausowenig wie bei den armen moslems grund für morde sein.
als anlaß reichen worte völlig aus. du unterschätzt worte völlig.
ich sagte "worte *dürfen* kein grund für morde sein". das ist ein moralisches gebot. keine soziologische beschreibung. daß worte durchaus anlaß sein können, ist natürlich klar. aber man muß (moralisch wieder) prinzipiell alles sagen können, insebesondere muß man menschen beleidigen können, ohne dadurch zu einem unabsichtlichen mitmörder zu werden. die nicht zu übertretende schwelle darf nicht sein, daß man kein übel mehr anprangern darf; sie soll einfach sein, daß man keine leute ermorden darf. mir geht diese verschiebung der grenzen auf die nüsse und das schieben der verantwortung auf die bösen leute, die was böses zu den armen mördern gesagt haben oder den armen mördern die arbeitsplätze wegnehmen oder die armen mörder an der ausübung ihrer religion hindern.
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scrub schrieb:
wenn du jemandem zu eine tat durch worte einen anlaß gibst, kannst du wohl nicht behaupten, schuldlos an dieser tat zu sein.
dann muß auch gelten:
wer durch seine anwesenheit erst ermöglicht, erschossen zu werden, ist sohl sicher nicht schuldlos daran, erschossen worden zu sein, denn er hätte ja auch einfach durch abwesenheit das erschießen vermeiden können.
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Das Strafgesetz kennt nicht umsonst den Tatbestand der Anstiftung - und auch eine gezielte Provokation kann als solche gelten. Sicherlich sind die Äusserungen eines Sarkozy in diesem konkreten Falle weder Anlass noch Ursache der Gewalt; trotzdem muss man im Falle eines Innenministers annehmen, dass er gewusst hat, dass seine Äusserungen im besten Fallen nicht hilfreich sind. Falls im das nicht bewusst war ist er schlicht inkompetent. Das heisst er ist, egal wie, untragbar. Anderseits ist Inkompetenz (in der Sache) bekanntlich endemisch unter Politikern auf der ganzen Welt, insofern scheitert seine Entlassung ja möglicherweise an fehlenden nicht weniger kompetenten Nachfolgern. :p
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Das heißt du behauptest jeder gute Politiker ist ein Lügner.
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Ben04 schrieb:
Das heißt du behauptest jeder gute Politiker ist ein Lügner.
Er behauptet das dieser Politiker inkompetent ist und dass kein geeigneter Nachfolger auffindbar ist (so auf die Schnelle), nicht mehr und nicht weniger.
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volkard schrieb:
wer durch seine anwesenheit erst ermöglicht, erschossen zu werden, ist sohl sicher nicht schuldlos daran, erschossen worden zu sein, denn er hätte ja auch einfach durch abwesenheit das erschießen vermeiden können.
es geht aber nicht um "ermöglichen", es geht um "veranlassen". wenn ich mich vor dich stelle und das der anlaß für dich ist, mich zu erschießen, dann bin ich natürlich mitschuldig.
volkard schrieb:
mir geht diese verschiebung der grenzen auf die nüsse und das schieben der verantwortung auf die bösen leute, die was böses zu den armen mördern gesagt haben oder den armen mördern die arbeitsplätze wegnehmen oder die armen mörder an der ausübung ihrer religion hindern.
aha. wer ist denn schuld an der niedrigen wahlbeteiligung? die nichtwähler, die ja selbst aktiv nicht gewählt haben? oder vielleicht unsere damen und herren in unserer hochwohllöblichen volksvertretung?
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scrub schrieb:
wenn ich mich vor dich stelle und das der anlaß für dich ist, mich zu erschießen, dann bin ich natürlich mitschuldig.
naja, du bist wenigstens schuld dran, daß ich dich nicht mehr beachte, erschießen werd ich dich nicht.
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So, grade gelesen dass zwei Polizisten schwer verletzt worden sind. Bin normalerweise recht friedlich, aber was da abgeht ist ja schon schlimmer als Bürgerkrieg! Ich würde sofort dem Militär die Aufgabe übertragen, wieder Ruhe und Ordnung zu schaffen. Und wenn diese Deppen dann meinen, auf die Soldaten (bzw. auf die Polizisten) zu schiessen, dann wird eben zurückgeschossen. AUS. Getreu dem Motto: Wer Wind säht wird Sturm ernten...
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Wie Bruce Willis mal so schön im Film "Ausnahmezustand" sagte: "Das Militär ist ein Breitschwert, das will man nicht gegen die eigenen Leute einsetzen."
Hardliner schrieb:
Getreu dem Motto: Wer Wind säht wird Sturm ernten...
Oder getreu dem Motto: Gewalt erzeugt immer Gegengewalt!
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Hardliner schrieb:
was da abgeht ist ja schon schlimmer als Bürgerkrieg!
Häh? Was verstehst du unter Bürgerkrieg? Etwa nen Streik der Supermarktkassiererinnen?
Hmm... ob das französische Militär so richtig ist... wo sollen die denn hinflüchten?
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Wie ich schon sagte: Bin normalerweise recht friedlich! Aber irgendwo müssen Grenzen gesetzt werden! Es kann doch nicht sein dass haufenweise Autos, öffentliche Gebäude (Schulen!) usw. in Brand gesetzt werden, arglose Passanten angegriffen werden (siehe das Beispiel mit der behinderten Frau im Bus) und auf Polizisten geschossen wird! Sicherlich wäre Militär eine radikale Lösung, aber wenn die Polizei dem Ganzen nicht mehr gewachsen ist muss man diesen "Hirnbefreiten" halt mal zeigen wo der Hammer hängt...
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Alle abknallen ist natürlich die beste Lösung.
(Militär kann einfach nichts anderes. (->Bloody Sunday))
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Wie HEZ schon sagte, das Problem ist viel zu komplex um eine Armee damit zu betrauen. Das ist schließlich kein Krieg!
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Alle abknallen ist natürlich die beste Lösung. (Militär kann einfach nichts anderes. (->Bloody Sunday))
Hmmm, so wars eigentlich nicht gemeint! Ich war selbst bei der Truppe und habe eigentlich den Eindruck dabei bekommen dass wir ein bisschen mehr konnten als nur schiessen. Worauf ich hinaus wollte: Ein paar Soldaten in Uniform (und vielleicht noch mit nem Sturmgewehr in der Hand
) sorgen meiner Meinung nach für mehr Respekt als ein paar Staatsbeamte "die sich eh' nix trauen..."
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Hardliner schrieb:
Wer Wind säht wird Sturm ernten...
fragt sich nur wer hier gesät hat und jetzt erntet