Über die Ernsthaftigkeit von Antiamerikanismus und Ossidiskriminierung



  • eigentlich haben wir keine demoklratie sondern kapitalismus und der
    ist alles andere als demokratisch.

    Sehe ich anders. Aber abgesehen davon, jeder kritisiert immer unser böses System, aber ich hab noch kein besseres gesehen, oder einen besseren Vorschlag gehört. Planwirtschaft à la DDR war ja nicht so der Burner.



  • Ausgangspunkt war, ob man immer jemanden schlecht machen muß, um sich selber besser zu fühlen : ja, ist nun mal so und wenn es die Ossis nicht gäbe wäre es halt jemand anders. Deshalb nehme ich es als Ossi auch nicht persönlich wenn ich hier als dummer Demokratieunverständiger ewiggestriger dargestellt werde. In dem Punkt finde ich die Darstellung hier ziemlich einseitig und undifferenziert. Nach der Darstelung hier hätte die Linkspartei im Osten 90% haben müssen- hat sie aber nicht.
    Wenn ich hier mein Umfeld sondiere, dann ist das sehr stark altersgruppenspeziefisch. Die Generation, die mit der Wende 45 Jahre und älter waren sind größtenteils wirklich nicht im Westen angekommen - wie auch. In dem Alter hat man selbst als gut ausgebildeter Dipl.Ing. seine Probleme. Diese Generation ist mittlerweile mittels Vorruhestand in die Rente abgeschoben worden. Irgendwie logisch, das sie die positiveren Erlebnisse in der Vergangenheit suchen und diese somit auch positiv verklären. Dummerweise wird in den Medien genau diese Altersgruppe als repräsentativ für den Osten dargestellt.
    Zu dem oft zitierten Ausfschwung weiter östlich: hier werden immer die jungen Leute gezeigt, die mit der "wir packen es" mentalität wirklich großes leisten. In Ostdeutschland wird man solche Bilder vergeblich suchen, weil alle jungen Leistungsträger längst Richtung Westen verschwunden sind.
    Ich habe mich kürzlich mit einem Personaler unterhalten. Der ist aus allen Wolken gefallen, als ich erzählt habe, das einige Dipl-Ings aus meinem Bekanntenkreis für 1100€ im Monat 45 Std. Wochen schrubben. Gut bei mir sieht es etwas besser aus, aber meine Bezahlung hier liegt bei nicht mal Facharbeiterniveau bei 40-60Std (Überstunden unbezahlt).
    Die Linkspartei im Osten ist wohl kaum so stark gewählt worden, weil die Leute es besonders toll fanden, sondern wohl eher, weil die Union (Stoiber/Schönbom) den Wahlkampf im Osten so glänzend torpediert haben.



  • GPC schrieb:

    eigentlich haben wir keine demoklratie sondern kapitalismus und der
    ist alles andere als demokratisch.

    Sehe ich anders. Aber abgesehen davon, jeder kritisiert immer unser böses System, aber ich hab noch kein besseres gesehen, oder einen besseren Vorschlag gehört. Planwirtschaft à la DDR war ja nicht so der Burner.

    jeder sieht das so wie ers am liebsten sehen will 😉 schon klar.

    kritik ? warum nicht ? das ideale system gibts für die menschen nicht,
    solange sie so sind wie sie jetzt sind: nämlich immer noch einen fingerbreit
    über der barbarei (stell den strom ab und du hast wieder zustände wie vor
    3000 jahren). die 'zivilisation' auf die hier alle so stolz sind ist ziemlich
    dünnes eis. sehr zerbrechlich.

    davon abgesehen gehts den meisten leuten nur darum möglichst viel
    reichtum und macht anzuhäufen. dafür nimmt man die gnadenlose ausbeutung
    der ressourcen in kauf ohne sich nen kopf zu machen wie lange das noch gut gehen soll.

    statt sich mal darum zu kümmern die globalen problem in den griff zu kriegen
    wird nur jede menge power in unsinn wie unterhaltungselektronik und waffen gesteckt.

    für mich sieht das so aus, als bewegt man sich in eine sackgasse.
    echten fortschritt gibt es nur selten und überhaupt eigentlich nur wenn
    es sich rentiert.



  • Was denn für globale Probleme? Lasst uns Arbeitslosigkeit und Hunger bekämpfen, indem wir weniger PLaysations bauen? 😕 😕



  • atomfish: Na gut, wenn wir davon ausgehen, dass es an den Menschen liegt, an ihrer Habgier usw., dann können wir's aber auch nicht auf's System schieben. Sicher, das hat auch seine Fehler, aber wie gesagt, ich hab noch kein besseres gesehen.



  • Was soll an den Menschen liegen?



  • Das unser Wirtschafts - System angeblich nicht funktioniert.



  • Tut es doch. Sogar viel zu gut. 😉



  • Ideale Zustände sind immer nur theoretisch soviel ist klar.

    Aber ein Fingerbreit über der Barbarei? Dazu müsstest du erstmal definieren was du für Barbarei hällst.

    Wenn man den Strom abstellt ist natürlich erstmal Chaos angesagt aber das sich die Leute gleich anfangen zu zerfleischen hallt ich für ein Gerücht. Filmen weniger glauben hilft da afaik.

    Die globalen und Umweltprobleme sind auch etwas komplizierter als du das darstellst. Wie willst du eine ganze Welt von jetzt auf gleich von Umweltschädigenden Methoden auf Umweltfreundlichkeit umstellen? Vorallem wenn ZUVERLÄSSIGE und PRAKTIKABLE Methoden kaum entwickelt sind?

    Wie würdest du z.b. Erdöl, bzw Benzin ersetzen?
    Wie willst du Atom oder Kohlekraftwerke ersetzen?
    ...


  • Mod

    atomfish schrieb:

    eigentlich haben wir keine demoklratie sondern kapitalismus und der ist alles andere als demokratisch.

    Wir haben in Deutschland KEINEN Kapitalismus. Nein, nein, nein.

    Die USA hat Kapitalismus, England hat ihn, China hat ihn. Wir haben eine stark staatsgelenkte Form der Marktwirtschaft, die teilweise inzwischen auch planwirtschaftliche Züge trägt.



  • volkard schrieb:

    wenn man mal durchdenkt, was es bedeutet, daß die parteien einen ost-wahlkampf und einen wst-wahlkampf machen, muß man eigentlich sehr trarig werden. und entweder sofort die mauer wieder hochziehen oder dem ganzen osten das wahlrecht entziehen. und das wird noch 70 jahre recht schlimm bleiben, solange es originär indoktrinierte sozies gibt. und danach werden wir die neosozis als plage haben, die mit den neonazis an einem strang ziehen.

    Anscheinend hast Du nicht richtig nachgedacht. Daran sind doch nicht nur ausschließlich die Menschen im Osten "schuld" (komisches Wort?) und man löst Probleme doch nicht durch Aktion "Mauerneubau". Übrigens zeigt sich dadurch auch, dass in den Köpfen immer noch dieses BESCHISSENE Ost-West-Denken ist, auch in Deinem.



  • F98 schrieb:

    "schuld" (komisches Wort?)

    Nein?

    F98 schrieb:

    Übrigens zeigt sich dadurch auch, dass in den Köpfen immer noch dieses BESCHISSENE Ost-West-Denken ist, auch in Deinem.

    In meinem nicht, btw. Ist das ungewöhnlich?



  • Ja Ursel du solltest damit mal zum artzt gehen 😉



  • Marc++us schrieb:

    Dazu auch das Zitat:

    "Es besteht kein generelles Recht auf Ausreise", Berliner Innensenator Erhard Körting, 2001

    Zwar in anderem Zusammenhang, aber die Äußerung selbst spricht bereits Bände.

    Ohne den Zusammenhang zu kennen, kann man diese Aussage nicht verstehen und noch weniger bewerten. Inwiefern diese also Bände spricht, entzieht sich meinem Verständnis.

    volkard schrieb:

    Na und? Solange sie vernünftig Politik machen und die Mauer nicht wieder aufbauen wollen, ist's mir relativ egal.

    zwei denkfehler:
    a) wer sagt dir, daß sie die mauer nicht wieder aufbauen wollen?
    b) wer sagt dir, daß man die mauer nicht wieder aufbauen sollte?

    auch denkfehler:
    a) wer sagt dir, dass nicht andere leute die mauer wieder aufbauen wollen
    schon seltsam, angesichts der nicht unerheblichen Block-(CDU-)Flötenquote in der CDU könnte man diese Fragen auch an diese stellen.

    ich sag nicht, daß alle ossis das mit der demokratie gar nicht kapiert haben. aber ein viertel hat's gar nicht kapiert und ein weiteres viertel dunkelziffer ist sicherlich dabei.
    wenn man mal durchdenkt, was es bedeutet, daß die parteien einen ost-wahlkampf und einen wst-wahlkampf machen, muß man eigentlich sehr trarig werden. und entweder sofort die mauer wieder hochziehen oder dem ganzen osten das wahlrecht entziehen. und das wird noch 70 jahre recht schlimm bleiben, solange es originär indoktrinierte sozies gibt. und danach werden wir die neosozis als plage haben, die mit den neonazis an einem strang ziehen.

    es ist immer einfach mit schlagwörtern um sich zu werfen als sich den problemen zu stellen. du hättest auch sagen können:
    "Ich bin das Volk!"
    dann hättest du wohl recht mit deiner aussage.



  • Marc++us schrieb:

    atomfish schrieb:

    eigentlich haben wir keine demoklratie sondern kapitalismus und der ist alles andere als demokratisch.

    Wir haben in Deutschland KEINEN Kapitalismus. Nein, nein, nein.

    Die USA hat Kapitalismus, England hat ihn, China hat ihn. Wir haben eine stark staatsgelenkte Form der Marktwirtschaft, die teilweise inzwischen auch planwirtschaftliche Züge trägt.

    doch haben wir ! vielleicht nicht so ausgeprägt wie ihn den von dir genannten
    staaten, aber die gute alte soziale marktwirtschaft anno 60er/70er isses
    ja nun auch nicht mehr.

    wer lenkt denn hier wen, die politik die wirtschaft oder andersrum ?



  • Marc++us schrieb:

    Wir haben in Deutschland KEINEN Kapitalismus. Nein, nein, nein.

    Die USA hat Kapitalismus, England hat ihn, China hat ihn. Wir haben eine stark staatsgelenkte Form der Marktwirtschaft, die teilweise inzwischen auch planwirtschaftliche Züge trägt.

    In den USA oder GB geht aber doch auch alles in unsere Richtung, siehe zB Bestrebungen um die Sozialisierung des Gesundheitswesens, Agrarsubventionen, Protektorismus usw.. Mit dem, was ich unter Kapitalismus verstehe, hat's so viel nicht zu tun. Mehr als bei uns -- aber ein Qualitätssiegel ist das nicht.

    China kenne ich nicht. Ein Bekannter von mir, der da wohl mal im Urlaub war, erzählte, in China gäbe es eine Steuer auf Unternehmensgewinne von ~90%, schwankende Rechtssicherheit und strikte Überwachung des Kapitalverkehrs. Im Internet habe ich ähnliches schon gelesen. Du kennst dich da wohl besser aus, ob da was dran ist.



  • atomfish schrieb:

    eigentlich haben wir keine demoklratie sondern kapitalismus

    Eigentlich haben wir schon eine Demokratie, dies wird nämlich durch das Grundgestzt gesichert. Demokratie und Kapitalismus müssen sich auch nicht ausschliessen, das eine ist eine Regierungsform und das andere eine Wirtschaftsform.

    F98 schrieb:

    Anscheinend hast Du nicht richtig nachgedacht. Daran sind doch nicht nur ausschließlich die Menschen im Osten "schuld" (komisches Wort?) und man löst Probleme doch nicht durch Aktion "Mauerneubau". Übrigens zeigt sich dadurch auch, dass in den Köpfen immer noch dieses BESCHISSENE Ost-West-Denken ist, auch in Deinem.

    Das kannst du Volkard zwar vorwerfen, aber du darfst es ihm nicht übel nehmen. Immerhin ist er so unglaublich alt... 🙂



  • Marc++us schrieb:

    Die USA hat Kapitalismus, England hat ihn, China hat ihn. Wir haben eine stark staatsgelenkte Form der Marktwirtschaft, die teilweise inzwischen auch planwirtschaftliche Züge trägt.

    planwirtschaft ist nicht gleich marktwirtschaft, aber kapitalismus und planwirtschaft schließen sich nicht aus.

    was atomfish wohl sagen wollte war "diktatur des kapitalismus"


  • Mod

    Daniel E. schrieb:

    China kenne ich nicht. Ein Bekannter von mir, der da wohl mal im Urlaub war, erzählte, in China gäbe es eine Steuer auf Unternehmensgewinne von ~90%, schwankende Rechtssicherheit und strikte Überwachung des Kapitalverkehrs. Im Internet habe ich ähnliches schon gelesen. Du kennst dich da wohl besser aus, ob da was dran ist.

    Ok, sagen wir Hongkong hat Kapitalismus und eine freie Marktwirtschaft. China hat Kapitalismus in ungebremster Form, aber (noch) keine freie Marktwirtschaft, da die Themen Rechtssicherheit und Teilnahme des Staates am Markt sich immer noch in Entwicklung und Umschwung befinden. Allerdings führen die Stadtregierungen ihre Städte heute bereits wie Unternehmen, und weniger wie eine politische Behörde.


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