wie für besonders viel aufsehen sorgen ... diätenerhöhung kann do wohl nicht wahr sein!?



  • hi (und cu wegen der wirkung siehe unten!!)

    da sich unsere "lieben" budestagsabgeordneten mal wieder ihre diäten erhöhen wollen, platzt mir hier mal wieder der kragen und ich überlege, wie man möglichst viele deutsche zum widerstand dagegen aufrufen könnte

    es ist ja eine sache, dass die abgeordneten ihr Diäten selbst bestimmen können, dies aber in zeiten von massiver arbeitslosigkeit zu tun ist eine frechheit

    laut berliner zeitung von heute sind die diäten der abgeordneten nach der geplantenehöhung ab mai um 91€(auf 7100), dann seit 1996 um 1323€ (also von 5777€) gestiegen(das sind ca. 23% welcher normale bürger hat das schon erlebt?!)

    ...



  • Wenn ich das mal nachrechne, dann komm ich auf eine jährliche Erhöhung um gerade mal 1,9%. Was ist daran auszusetzen? Klar, ist das immer noch einiges, aber ich glaube, es gibt da Sachen, die einen viel eher auf die Palme bringen sollten. Denn kaum ein MDB verdient nur durch seine politischen Aktivitäten Geld. Viele von denen verdienen sich doch schon während und auch nach ihrer "Karriere" eine goldene Nase in Jobs, die auch ein Pappaufsteller erfüllen könnte.



  • Morgen,

    was mich persönlich erstaunt, sind die enorm hohen Pensionsansprüche. Gut, wenn man nur eine Legislaturperiode im Parlament sitzt, geht es noch, aber sobald man länger drin sitzt, oder gar Staatsekretär ist, hat man mehr als ausgesorgt. Wir kennen ja alle diese Rechnungen à la "der Durchschnittsbürger müsste über 100 Jahre arbeiten, um die gleichn Pensionsansprüche wie der ehemalige Finanzminister Hans Eichel zu haben".

    OT:
    Des Weiteren finde ich es echt eine Sauerei, was Schröder so treibt. Nein, er wusste nichts von einer Kreditanfrage, nein, den Pipelinebau hat er nur zufällig vorangetrieben, nein, das war alles nicht beabsichtigt. Ich bin froh, ihn nie gewählt zu haben.

    MfG

    GPC



  • http://www.destatis.de/indicators/d/lrverueb.htm

    da findet man ein paar zahlen zum vergleich

    klar, die brutto löhne sind ähnlich, bzw. teilweise(angestellte) stärkr gestiegen), ABER ... bei den abgeordneten handelt es sich ja mehr oder weniger um netto löhne!! (sie müssen zwar davon ihre versicherung zahlen(soweit ich weiß), aber keine renten beiträge usw.

    also im verhältnis ist es eine höhere steigerung als beim durchschnittsbürger
    (soweit ich das anhand der nach kurzer recherche gefundenen zahlen beurteilen kann, wäre über informatives material dankbar, leider finde ich keine zahlen zu den nettolöhnen, nur reallöhne, die kann ich aber nicht heranziehen, da da die allgemine inflation eingerechnet ist, d.h ich bräuchte die gleichen zahlen auch für die politiker ...)

    cu



  • Hallo

    Wenn man sich anjschaut, was ein Manager bei einer grossen Firma verdient dann sind die Diäten wohl eher zu niedrig als zu hoch. Immerhin sind diese Menschen dafür verantwortlich ein Land mit ca. 80 Millionen Einwohner zu führen. Außerdem müssen die Diäten relativ hoch sein, um ihre Funktionen (Bestechnungsschutz, Lobbyunabhängigkeit, Versorgung,...) zu gewährleisten. Herr Ackermann verdient 11,8 Millionen im Jahr und wenn ich dann erst an Schuhmacher oder Ballack denke.

    chrische



  • Hi,

    chrische5 schrieb:

    Wenn man sich anjschaut, was ein Manager bei einer grossen Firma verdient dann sind die Diäten wohl eher zu niedrig als zu hoch.

    wenn die Manager einer Firma genauso schlecht sind, wie ein Großteil unserer Politiker, wäre die Firma bald bankrott.

    Außerdem müssen die Diäten relativ hoch sein, um ihre Funktionen (Bestechnungsschutz, Lobbyunabhängigkeit, Versorgung,...) zu gewährleisten.

    Ich persönlich erwarte von einem Menschen, der mein Vertrauen und meine Stimme will, dass er eine gewisse Integrität besitzt und nicht auf den ersten Lobbyisten reinfällt, der ihn dann gleich besticht oder so. Im Ernst, ich arbeite z.T. mit sensiblen Kundendaten. Muss ich deshalb zwingend mehr verdienen, nur dass ich sie nicht an das nächstbeste Unternehmen verkaufe? Eher nicht.

    Herr Ackermann verdient 11,8 Millionen im Jahr und wenn ich dann erst an Schuhmacher oder Ballack denke.

    Ackermann, Pff! Die Team-Mitglieder, die z.B. in London an der Börse sitzen und die richtig großen Deals einfädeln, verdienen oft ein vielfaches. Die sind knapp, also hochbezahlt. Aber da das Angetellte sind, spricht keiner über deren Gehalt^^

    MfG

    GPC



  • chrische5 schrieb:

    Wenn man sich anjschaut, was ein Manager bei einer grossen Firma verdient dann sind die Diäten wohl eher zu niedrig als zu hoch.

    Wobei es einen eklatanten Unterschied zwischen Betätigung in der Wirtschaft und Betätigung im Staatsdienst gibt: der eine trägt zur Wertschöpfung bei, der andere bedient sich einfach ungefragt bei den anderen.

    Abgesehen davon halte ich das Argument "Bestechungsschutz" für empirisch so oft widerlegt, daß man es getrost vergessen kann. Außerdem wurde es schon gesagt: vielleicht sind Politiker nicht überbezahlt -- überversorgt sind sie aber definitiv.



  • Hallo

    Ich finde diese ewige Politikerschelte etwas kurz gesprungen. So schlecht scheinen Sie Ihren Job nicht zu machen, wenn ich mir den Wohlstand in Deutschland so ansehe.Außerdem hat jeder die Möglichkeit in unserm System selber in die Politik zugehen und es besser zu machen. Viele machen das aber nicht und setzen sich schimpfend auf ihre Couch (vor Ihren Compueter) Es ist auch nicht wahr, dass Manager sofort gefeuert werden, wenn es in der Firma nicht so läuft. Außerdem ist bei den gewaltigen Einkommen ein Ausscheiden auch kein Problem mehr.

    Also nciht meckern, sondern die Politik machen. Stellt Euch auf die Strasse, organisiert Streiks, wenn Euch was nicht passt, aber meckert nicht nur. (Ich kann mir jetzt schon denkenm, was für Antworten kommen: Das ändert eh nichts...)

    chrische



  • chrische5 schrieb:

    Ich finde diese ewige Politikerschelte etwas kurz gesprungen. So schlecht scheinen Sie Ihren Job nicht zu machen, wenn ich mir den Wohlstand in Deutschland so ansehe.

    Der ist von guten Leuten wie Erhardt oder Schmidt begründet worden. Hat imho nix mit Murksern wie Schröder oder Merkel zu tun. Oder ist dir in den letzten paar Jahren eine Wohlstandssteigerung aufgefallen?

    Außerdem hat jeder die Möglichkeit in unserm System selber in die Politik zugehen und es besser zu machen. Viele machen das aber nicht und setzen sich schimpfend auf ihre Couch (vor Ihren Compueter)

    Ich bin in der Hinsicht aktiv.

    Es ist auch nicht wahr, dass Manager sofort gefeuert werden, wenn es in der Firma nicht so läuft.

    Stimmt, aber bei solchen Ergebnissen wie sie die Regierung abliefert (münzen wir's mal auf ne Firma um), hätte der Manager schon lange gehen sollen/müssen, so wie Schröder schon 4 Jahre früher hätte gehen sollen, aber gut.

    Außerdem ist bei den gewaltigen Einkommen ein Ausscheiden auch kein Problem mehr.

    ACK.

    Also nciht meckern, sondern die Politik machen. Stellt Euch auf die Strasse, organisiert Streiks, wenn Euch was nicht passt,

    So wie die Franzosen? 😃 😉

    MfG

    GPC



  • Man könnte es auch andersherum sehen: Gerade weil Politiker im Vergleich zu ähnlichen Positionen in der Wirtschaft so schlecht bezahlt werden, sitzen dort keine Spitzenleute.



  • Henno schrieb:

    Man könnte es auch andersherum sehen: Gerade weil Politiker im Vergleich zu ähnlichen Positionen in der Wirtschaft so schlecht bezahlt werden, sitzen dort keine Spitzenleute.

    Meiner Meinung nach bräuchte man auch keine knapp 600 Schwachmaten, um den Staat zu lenken. (Nein EINER wär mir auch zu wenig! 😉 )



  • jupp ... weil was passiert eigentlich im bundestag bei einer abstimmung?!
    antwort: in der regel stimmen alle einer partei gleich, ergo bräuchte man nicht so viele stimmen ... einfach die meinung der partei nehmen, die die meisten stimmen bei der wahl bekommen hat und fertig, dann braucht man für jedes große thema(arbeit,familie,verkehr,gesundheit usw..)nurnoch je eine person pro partei(also quasi den experten) und gut, das würde am ergebnis nix ändern
    ...

    und JA deutschland ist ein wohlstandsland(@chrische5), das ewige gejammer von wegen uns gehts so schleht geht mir auch auf den sack(schließlich können sich ja alle noch zigaretten und handys leisten, uch wenn 10jährige eigentich kein handy bräuchten), trotzdem sind 5mio arbeitslose scheiße und trotzdem ist es scheiße (imho) dass sich politiker ihr geld nehmen wie sie wollen



  • Henno schrieb:

    Man könnte es auch andersherum sehen: Gerade weil Politiker im Vergleich zu ähnlichen Positionen in der Wirtschaft so schlecht bezahlt werden, sitzen dort keine Spitzenleute.

    Die "Spitzenleute" haben wahrscheinlich einfach nicht die Fertigkeiten, die man braucht um hier zum (Spitzen-)Politiker gewählt zu werden: Rhetorik und Schönmalerei



  • Rodney schrieb:

    Henno schrieb:

    Man könnte es auch andersherum sehen: Gerade weil Politiker im Vergleich zu ähnlichen Positionen in der Wirtschaft so schlecht bezahlt werden, sitzen dort keine Spitzenleute.

    Die "Spitzenleute" haben wahrscheinlich einfach nicht die Fertigkeiten, die man braucht um hier zum (Spitzen-)Politiker gewählt zu werden: Rhetorik und Schönmalerei

    hehe stimmt, bei einer Firme geht es eher um harte Zahlen. Da wird eine Billanz aufgestellt und schon sieht man ob die Firme Gewinn oder Verlust macht. ( Vielleicht bei einer AG ist es nicht ganz so einfach 🤡 )



  • deine ironie ist geradezu bewundernswert. 🙂



  • Jan schrieb:

    Henno schrieb:

    Man könnte es auch andersherum sehen: Gerade weil Politiker im Vergleich zu ähnlichen Positionen in der Wirtschaft so schlecht bezahlt werden, sitzen dort keine Spitzenleute.

    Meiner Meinung nach bräuchte man auch keine knapp 600 Schwachmaten, um den Staat zu lenken. (Nein EINER wär mir auch zu wenig! 😉 )

    Warum eigentlich? Ich meine, ein demokratisches System zieht Leute mit Charakterschwächen (zB dem Drang, andere mit Zwang beherrschen zu wollen -- auf Gesetzesebene natürlich) geradezu an und vernünftiges, "nachhaltiges" Wirtschaften kann man von Leuten, die nur für vier Jahre gewählt werden, auch kaum erwarten. Bei einer Monarchie ist wenigstens der Drang zum nachhaltigen Wirtschaften gegeben, sonst steht der Nachkomme mit leeren Händen da ...

    Eine Demokratie ist auch nur "zwei Wölfe und ein Schaf, die über das Mittagessen abstimmen" (Benjamin Franklin). Sobald eine Mehrheit versteht, daß man sich auf Kosten einer Minderheit per Stimmabgabe Vorteile verschaffen kann, passiert das auch. Eine intrinsische Überlegenheit des Regierungssystems kann ich da kaum erkennen -- wenigstens dann nicht, wenn es vollständig anonymisiert betrieben wird wie hier in .de (im Gegensatz zum schweizer System zB).

    chrische5 schrieb:

    Ich finde diese ewige Politikerschelte etwas kurz gesprungen. So schlecht scheinen Sie Ihren Job nicht zu machen, wenn ich mir den Wohlstand in Deutschland so ansehe

    An der Schaffung des Wohlstandes waren aber die Politiker eben nicht beteiligt. Polemisch: Je weniger die Politiker "ihren Job machen", desto höher der Wohlstand.



  • Daniel E. schrieb:

    Jan schrieb:

    Henno schrieb:

    Man könnte es auch andersherum sehen: Gerade weil Politiker im Vergleich zu ähnlichen Positionen in der Wirtschaft so schlecht bezahlt werden, sitzen dort keine Spitzenleute.

    Meiner Meinung nach bräuchte man auch keine knapp 600 Schwachmaten, um den Staat zu lenken. (Nein EINER wär mir auch zu wenig! 😉 )

    Warum eigentlich? Ich meine, ein demokratisches System zieht Leute mit Charakterschwächen (zB dem Drang, andere mit Zwang beherrschen zu wollen -- auf Gesetzesebene natürlich) geradezu an und vernünftiges, "nachhaltiges" Wirtschaften kann man von Leuten, die nur für vier Jahre gewählt werden, auch kaum erwarten. Bei einer Monarchie ist wenigstens der Drang zum nachhaltigen Wirtschaften gegeben, sonst steht der Nachkomme mit leeren Händen da ...

    Du scheinst ja in Geschichte ein ganz Großer zu sein. Hasr du dir mal angeschaut, wie es Bevölkerungen in aller Regel geht, wenn man einen einzigen Mann an der Spitze des Staates hat. Sie verarmt, weil der Diaktatur nur noch an seinen eigenen Wohlstandund an den seines Nachkommen interessiert ist. (siehe französiche Monarchien, siehe Stalin, ...)

    Daniel E. schrieb:

    Eine Demokratie ist auch nur "zwei Wölfe und ein Schaf, die über das Mittagessen abstimmen" (Benjamin Franklin). Sobald eine Mehrheit versteht, daß man sich auf Kosten einer Minderheit per Stimmabgabe Vorteile verschaffen kann, passiert das auch. Eine intrinsische Überlegenheit des Regierungssystems kann ich da kaum erkennen -- wenigstens dann nicht, wenn es vollständig anonymisiert betrieben wird wie hier in .de (im Gegensatz zum schweizer System zB).

    In unserer Demokratie ist es aber nicht so, dass sich eine scheinbare Mehrheit einfach über die Minderheit erheben kann. Es gibt sehr viele Sicherungssysteme, die genau das verhindern sollen. Meistens werden diese in Boulevardpresse und Öffentlichkeit aber nur als Bremse des Systems dargestellt (siehe Bundesrat, 2/3 Mehrheit, Mix aus Mehrheits- und Verhältniswahlrechts,...)

    Daniel E. schrieb:

    chrische5 schrieb:

    Ich finde diese ewige Politikerschelte etwas kurz gesprungen. So schlecht scheinen Sie Ihren Job nicht zu machen, wenn ich mir den Wohlstand in Deutschland so ansehe

    An der Schaffung des Wohlstandes waren aber die Politiker eben nicht beteiligt. Polemisch: Je weniger die Politiker "ihren Job machen", desto höher der Wohlstand.

    Wenn die Politiker keinen Einfluss auf den Wohlstand in unserem Land haben, dann kann man Ihnen auch nur schwer vorwerfen, dass Sie diesen wieder verschleudern. Also entweder Sie haben Einfluss oder Sie haben eben keinen.

    chrische



  • chrische5 schrieb:

    Daniel E. schrieb:

    Jan schrieb:

    Henno schrieb:

    Man könnte es auch andersherum sehen: Gerade weil Politiker im Vergleich zu ähnlichen Positionen in der Wirtschaft so schlecht bezahlt werden, sitzen dort keine Spitzenleute.

    Meiner Meinung nach bräuchte man auch keine knapp 600 Schwachmaten, um den Staat zu lenken. (Nein EINER wär mir auch zu wenig! 😉 )

    Warum eigentlich? Ich meine, ein demokratisches System zieht Leute mit Charakterschwächen (zB dem Drang, andere mit Zwang beherrschen zu wollen -- auf Gesetzesebene natürlich) geradezu an und vernünftiges, "nachhaltiges" Wirtschaften kann man von Leuten, die nur für vier Jahre gewählt werden, auch kaum erwarten. Bei einer Monarchie ist wenigstens der Drang zum nachhaltigen Wirtschaften gegeben, sonst steht der Nachkomme mit leeren Händen da ...

    Du scheinst ja in Geschichte ein ganz Großer zu sein.

    Oh, danke, aber das wußte ich schon. 😉

    Hasr du dir mal angeschaut, wie es Bevölkerungen in aller Regel geht, wenn man einen einzigen Mann an der Spitze des Staates hat. Sie verarmt, weil der Diaktatur nur noch an seinen eigenen Wohlstandund an den seines Nachkommen interessiert ist. (siehe französiche Monarchien, siehe Stalin, ...)

    Nun, ich rede bewußt nicht von Diktatoren (wie Hitler oder Stalin). Dort fällt der gewünschte Effekt natürlich weg, weil man nur an sich und seine Herrscherelite denkt.

    Monarchien treffen das schon eher; selbst in absolutistischen Zeiten wären heutige Zustände vom Monarchen niemals durchzusetzen gewesen. Sowohl von der zu tragenden Abgabenlast her, wie auch von den persönlichen Freiheiten: Du glaubst doch im ernst nicht, Ludwig XIV hätte 50% des Vermögens der Bürger einziehen können oder so etwas Absurdes wie zB ein Rauchverbot durchsetzen? So eine Gängelung gab's erst mit dem heutigen Staatswesen. --- Natürlich war es damals trotzdem nicht sonderlich angenehm zu leben, die meisten Leute waren sehr arm, das hat sich erst mit dem technischen Fortschritt wesentlich geändert. Wie gesagt: meine Sympatie für solche Herrscher hält sich sehr in Grenzen, besonders für Dinge wie wirre Rechtsauslegung (worunter ich alles von wild prügelnden Polizisten bis zu "einfach so" verhängten Todesstrafen subsummiert sehe) oder rigorose Einschränkungen von Meinungs-, Presse- oder Religinsfreiheit, freie Gestaltung der Sexualität.

    Da hat ein verfassungsbasierter Rechtsstaat (hat übrigens nur historisch und nicht funktionell etwas mit Demokratie zu tun), wo ein Bürger einklagbare Rechte gegenüber dem Staat hat, natürlich schon so seine Vorteile, wobei es eine ernsthafte Gewaltenteilung leider nie gegeben hat (s.u.).

    Daniel E. schrieb:

    Eine Demokratie ist auch nur "zwei Wölfe und ein Schaf, die über das Mittagessen abstimmen" (Benjamin Franklin).[...]

    In unserer Demokratie ist es aber nicht so, dass sich eine scheinbare Mehrheit einfach über die Minderheit erheben kann. Es gibt sehr viele Sicherungssysteme, die genau das verhindern sollen.

    Aber alle Schutzmechanismen, die wir haben, werden aus dem gleichen Sack Geld bezahlt, darum haben wir auch de facto keinerlei Gewaltentrennung. Das erklärt auch zwanglos, wieso in den letzten 50 Jahren die Enteignungsquote des Staates (also die reale Abgabenlast) auf über 50% ansteigen konnte oder ein Unfug wie eine Rechtschreibreform auch nur angedacht werden konnte.

    Und natürlich funktioniert Demokratie bei uns genau so, wie B. Franklin das beschreibt. Bist Du während Bundestagswahlen immer im Ausland oder im Winterschlaf? Jede Partei macht Versprechungen an eine bestimmte Gruppe zu Lasten einer anderen, und dann entscheidet "das Volk", was denn nun zu geschehen hat. Eine Art Auktion per Stimmzettel, allein legitimiert dadurch, daß sich hinterher eine Mehrheit dafür ausgesprochen hat. Selbst die verfassungsmäßigen Rechte werden immer "durch weitere Gesetze eingeschränkt".

    Wenn die Politiker keinen Einfluss auf den Wohlstand in unserem Land haben, dann kann man Ihnen auch nur schwer vorwerfen, dass Sie diesen wieder verschleudern. Also entweder Sie haben Einfluss oder Sie haben eben keinen.

    Politiker schaffen keine Werte, sie verteilen nur um. In einem unregulierten System fließt Geld dorthin, wo es am effizientesten angelegt ist und wenn Politiker das Geld von dort wegnehmen, dann entsteht dort kein Wohlstand.



  • Daniel E. schrieb:

    chrische5 schrieb:

    Hasr du dir mal angeschaut, wie es Bevölkerungen in aller Regel geht, wenn man einen einzigen Mann an der Spitze des Staates hat. Sie verarmt, weil der Diaktatur nur noch an seinen eigenen Wohlstandund an den seines Nachkommen interessiert ist. (siehe französiche Monarchien, siehe Stalin, ...)

    Nun, ich rede bewußt nicht von Diktatoren (wie Hitler oder Stalin). Dort fällt der gewünschte Effekt natürlich weg, weil man nur an sich und seine Herrscherelite denkt.

    Monarchien treffen das schon eher; selbst in absolutistischen Zeiten wären heutige Zustände vom Monarchen niemals durchzusetzen gewesen. Sowohl von der zu tragenden Abgabenlast her, wie auch von den persönlichen Freiheiten: Du glaubst doch im ernst nicht, Ludwig XIV hätte 50% des Vermögens der Bürger einziehen können oder so etwas Absurdes wie zB ein Rauchverbot durchsetzen? So eine Gängelung gab's erst mit dem heutigen Staatswesen. --- Natürlich war es damals trotzdem nicht sonderlich angenehm zu leben, die meisten Leute waren sehr arm, das hat sich erst mit dem technischen Fortschritt wesentlich geändert. Wie gesagt: meine Sympatie für solche Herrscher hält sich sehr in Grenzen, besonders für Dinge wie wirre Rechtsauslegung (worunter ich alles von wild prügelnden Polizisten bis zu "einfach so" verhängten Todesstrafen subsummiert sehe) oder rigorose Einschränkungen von Meinungs-, Presse- oder Religinsfreiheit, freie Gestaltung der Sexualität.

    Da hat ein verfassungsbasierter Rechtsstaat (hat übrigens nur historisch und nicht funktionell etwas mit Demokratie zu tun), wo ein Bürger einklagbare Rechte gegenüber dem Staat hat, natürlich schon so seine Vorteile, wobei es eine ernsthafte Gewaltenteilung leider nie gegeben hat (s.u.).

    Ehrlich gesagt, weiß ich nicht wie du behaupten kannst, dass eine absolutistische Monarchie wie die von Ludwig XIV, keine sinnfreien Gestze durchsetzen kann.

    Daniel E. schrieb:

    Und natürlich funktioniert Demokratie bei uns genau so, wie B. Franklin das beschreibt. Bist Du während Bundestagswahlen immer im Ausland oder im Winterschlaf? Jede Partei macht Versprechungen an eine bestimmte Gruppe zu Lasten einer anderen, und dann entscheidet "das Volk", was denn nun zu geschehen hat. Eine Art Auktion per Stimmzettel, allein legitimiert dadurch, daß sich hinterher eine Mehrheit dafür ausgesprochen hat. Selbst die verfassungsmäßigen Rechte werden immer "durch weitere Gesetze eingeschränkt".

    Auch das halte ich für eine sehr zugespitze Darstellung der Ereigenisse. Ist es vielmehr so, dass gerade in Deutschland mit seinem Mix aus Mehrheits- und Verhältnisswajlrechts genau das nicht passieren kann. Es ist doch nicht so, dass eine Partei verspricht, dass Sie dies und jenes tut und nach der wahl dies genau so durchsetzen kann. Da sppricht die Presse und der Mob wieder von Politikern, die immer alle Ihre Versprechen brechen und so weiter. Aber in Deutschland ist es zu Glück so dass, man nach fast jeder Wahl eine Koalition machen muss und somit die Interessen der ganzen (ein anzustrebender Zustand) Geselllschaft Rechnung getragen werden muss. Außerdem bietet gerade die Vielfalt der Abgeordneten immer wieder Platz für neue Meinungen (siehe Heide Simonis). Das Problem in Deutschland ist der vorherrschende Fraktionszwang. Da müsste einfach mehr Meinungsfreiheit da sein. Deswegen bin ich auch von Fan von Minderheitsregierungen, die sich Ihre Mehrheiten abhängig vom Thema und nicht von der Partei suchen müssen.

    Daniel E. schrieb:

    Politiker schaffen keine Werte, sie verteilen nur um. In einem unregulierten System fließt Geld dorthin, wo es am effizientesten angelegt ist und wenn Politiker das Geld von dort wegnehmen, dann entsteht dort kein Wohlstand.

    Politiker sind aber dafür zuständig die Rahmenbedingungen zu schaffen. Ich bin froh, dass wir nicht in einem völlig liberalisierten Markt leben, sonder das in Deutschland auch Geld in Stellen fließt, deren ökonomischer Zweck nicht vorhanden oder nicht sofort sichtbar ist.

    chrische



  • chrische5 schrieb:

    Daniel E. schrieb:

    Monarchien treffen das schon eher; selbst in absolutistischen Zeiten wären heutige Zustände vom Monarchen niemals durchzusetzen gewesen. Sowohl von der zu tragenden Abgabenlast her, wie auch von den persönlichen Freiheiten: Du glaubst doch im ernst nicht, Ludwig XIV hätte 50% des Vermögens der Bürger einziehen können oder so etwas Absurdes wie zB ein Rauchverbot durchsetzen? So eine Gängelung gab's erst mit dem heutigen Staatswesen.

    Ehrlich gesagt, weiß ich nicht wie du behaupten kannst, dass eine absolutistische Monarchie wie die von Ludwig XIV, keine sinnfreien Gestze durchsetzen kann.

    Solche Gesetze hat es jedenfalls nicht gegeben -- u.a. deshalb, weil sich der Adel für den Pöbel überhaupt nicht interessiert hat. Schau dir halt an, welche Macht die "absolutistischen Fürsten" wirklich hatten: so "absolutistisch" war das nicht, heutigen Staaten räumen wir viel mehr Rechte ein.

    Daniel E. schrieb:

    Und natürlich funktioniert Demokratie bei uns genau so, wie B. Franklin das beschreibt. Bist Du während Bundestagswahlen immer im Ausland oder im Winterschlaf? Jede Partei macht Versprechungen an eine bestimmte Gruppe zu Lasten einer anderen, und dann entscheidet "das Volk", was denn nun zu geschehen hat. Eine Art Auktion per Stimmzettel, allein legitimiert dadurch, daß sich hinterher eine Mehrheit dafür ausgesprochen hat. Selbst die verfassungsmäßigen Rechte werden immer "durch weitere Gesetze eingeschränkt".

    Auch das halte ich für eine sehr zugespitze Darstellung der Ereigenisse. Ist es vielmehr so, dass gerade in Deutschland mit seinem Mix aus Mehrheits- und Verhältnisswajlrechts genau das nicht passieren kann.

    Aha. Also gibt es keine Umverteilung in Deutschland. Weiter im Text.

    Es ist doch nicht so, dass eine Partei verspricht, dass Sie dies und jenes tut und nach der wahl dies genau so durchsetzen kann. Da sppricht die Presse und der Mob wieder von Politikern, die immer alle Ihre Versprechen brechen und so weiter. Aber in Deutschland ist es zu Glück so dass, man nach fast jeder Wahl eine Koalition machen muss und somit die Interessen der ganzen (ein anzustrebender Zustand) Geselllschaft Rechnung getragen werden muss.

    Äh, das ändert aber doch gar nichts.

    Partei A möchte Großgruppe (1) X Einheiten Geld zukommen lassen (zu Lasten von Gruppe (3)).
    Partei B möchte Großgruppe (2) W Einheiten Geld zukommen lassen (zu Lasten von Gruppe (4)).

    In der Regierung kommt eine Koalition von A und B mit der Politik, daß Großguppe (1) nur noch X/2 Einheiten und Großgruppe (2) nur noch W/4 Einheiten erhält, wunderbar, Kompromiß, Fall erledigt? Eher nicht. Jeder Kompromiß mit der dunklen Seite ist ein schlechter Kompromiß und von solchen schlechten Kompromißen wimmelt es in der Tagespolitik. Klar, dabei kommt nicht das maximal mögliche Übel heraus -- das ist aber trotzdem kein Grund, sich zu freuen.

    Außerdem bietet gerade die Vielfalt der Abgeordneten immer wieder Platz für neue Meinungen (siehe Heide Simonis). Das Problem in Deutschland ist der vorherrschende Fraktionszwang. Da müsste einfach mehr Meinungsfreiheit da sein. Deswegen bin ich auch von Fan von Minderheitsregierungen, die sich Ihre Mehrheiten abhängig vom Thema und nicht von der Partei suchen müssen.

    Ich sehe nicht, wie das ein Problem lösen sollte, selbst wenn man annimmt, daß da noch ein paar Leute eigenständig denken (die Politiker, die letztenendes im Bundestag landen, kommen idR aus dem Staatsdienst und sind immer fast mit der Geburt in die Partei eingetreten und haben diese vollständig durchlaufen. Da düfte vom eigenständigen Denken nicht mehr viel übrig sein.). Mit dem grundlegenden Übel der Politik hat das nichts zu tun.


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