Abitur viel zu leicht?
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Minimee schrieb:
chrische5 schrieb:
Abschaffung des LehrerInnen-zentrierten Unterrichts. Die SchülerInnen sollen über die Lerninhalte entscheiden.
Schwachsinn. Ein Schüler kann nicht wissen, was wichtig ist und was nicht.
Die Gesellschaft entscheidt, was für die einzelene Person wichtig ist. Das hört sich ja wirklich sehr nach intrinsischer Motivation an. Es geht übrigens auch nicht darum, dass die LehrerInnen komplett raus sind, aber sie sollten sich mehr als Lernbegleiter sehen.
Minimee schrieb:
chrische5 schrieb:
Abschaffung des starren Notensystem. Es gint sehr viele Länder, die dies praktizieren. Auch hier kann man sich das vielleicht schlecht vorstellen, aber Noten sind im Entwicklungsprozess acuh sehr kritisch zu betrachten.
Abschaffung des starken Leistungsdruckes, der auf den SchülerInnen liegt.Schwachsinn! Auf dem Arbeitsmarkt gibts dann auch kein Schmusibusi mehr und je früher man das lernt umso besser. Wohin das wegnehmen von Druck führt sieht man ja -> völlige Leistungsverweigerung. Am besten noch das Sitzenbleiben abschaffen.
Du würdest dich wahrscheinlich wundern ,wieviel, auch konsrvative, Erziehungswissenschaftler sich für das Abschaffen des Sitzenbleibens aussprechen. Du solltest die zur Funktion von Noten vielleicht noch einmal Literatur anschauen, weil ich keine Lust habe jetzt noch ein Seminar zum Thema Noten zu halten, aber glaube mir, dass auch da nicht alles Gold ist was glänzt.
Minimee schrieb:
chrische5 schrieb:
In Sachsen wird nach der 4. Klasse entschieden, ob man auf das Gymnasium darf oder nicht!
Ist doch gut so. Begabte Schüler müssen möglichst früh gefordert werden und sich nicht rumlangweilen mit totalen Nulpen (schwächstes Glied in der Kette bestimmt das Tempo).
Spätestens jetzt merkt man, was in deiner Bildung vernachlääsigt wurde: Achtung vor Anderen, eventuell Leistungschwächeren und vor allem logisches Denken. es geht nicht darum, dass die Einen die Anderen schwächen, sondern dass man voneinander lernt. Es ist immer besser, wenn man Spitzenleistungen erzielen will, wenn man "hinten" schiebt und nicht vorne "zieht". Auch da ist Deutschland leider fast Schlusslicht in PISA. Die Leistungsbreite ist so groß, wie in kaum einem andern Land und trotzdem liegen die Spitzenwerte unter dem Gesamtschnitt.
Minimee schrieb:
chrische5 schrieb:
Abschaffung des 4 (mindestens) gliedrigen Schulsystem in Deutschland. Einführung von Integration bzw. Inklusion.
Nein, Gesamtschule kann man abschaffen, Realschule muss man aufwerten und Hauptschule ebenfalls. Zur Not halt mehr Sonderschulen einführen.
Realschule und Hauptschule aufwerten ist ja in Ordnung, aber sich für mehr Sonderschulen auszusprechen, zeugt nun wirklich nicht von Weitsicht. Man merkt sehr deutlich, dass du noch nie an einer solchen Schule warst. Vielleicht sollttest du dich noch einmal zum Thema Lernen am Modell informieren.
Gregor schrieb:
Naja, eine Vorlesung ist zwar etwas anderes, aber... Ich schaffe es zumindest nicht, meine Konzentration in einer Vorlesung für 90 Minuten aufrechtzuerhalten. Nach 60 bis 70 Minuten ist die einfach weg. Wenn ich mich zu Hause zum Lernen hinsetze, sind sogar nur 30 bis 40 Minuten am Stück drin. ...andererseits hatte ich in der Schule nie ein Problem damit, wenn es 90 Minuten Unterricht gab. Da muss ich Dir Recht geben. ...aber da kam ja auch nichts bei rum.
Es kommt halt auf die Form des Unterrichtes an. Wenn ich in einer Vorlesung sitze und jemand 90 min vorliest, dann ist dies natürlich nicht sehr gut. Wenn die Inhalte aber anders dargeboten werden, dann sind 90min besser als 45.
Offener Unterricht ist ein Oberbegriff und zu diesem gehört unter Andeream Werkstattunterricht, Stationenarbeiten, Gruppenarbeit, Freiunterricht,...
Gregor schrieb:
Naja, irgendeine Form von Feedback muss schon da sein, sonst ist es schwerer, seine eigenen Schwächen zu erkennen und zu beseitigen. Welche Art von Feedback stellst Du Dir denn da vor? Und was willst Du als Kriterium für ein Abitur einführen? "Der Schüler war lange genug auf der Schule und hat somit offensichtlich die allgemeine Hochschulreife erlangt!"?
Feedback ist gut und wichtig, aber das alleine ist kein Argument für Noten. Was sagt deine Abiturnote denn über dich aus und wenn interessiert diese denn heute noch ernsthaft? Sie dient nur der Seperation und dem Schubladendenken.
Gregor schrieb:
Naja, das ist eine Art Gleichmacherei. Mir ist schon klar, dass das den schwächeren Schülern helfen könnte, aber vergisst man da nicht die starken Schüler? Was wird aus denen? Macht man dann in einem Schultyp eine Trennung nach unterschiedlichen Leistungen? In jedem Fach unterschiedlich? Oder worauf soll das hinauslaufen?
Es geht nicht um Gleichmacherei, sondern um Verdrängung von Vorurteilen, Vorverurteilung und Stigmatisierung. Die Methode, die dann verstärkt genutzt werden muss, nennt man Innere Differenzierung. Es ist doch ein Trugschluss, dass heutzutage am Gymnasium alle SchülerInnen gleich sind und man eine homogenen Masse vor sich hat.
chrische
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chrische:
1. Mir ist immer noch nicht klar, wie das mit Feedback und Bewertungen bei deinem System funktionieren soll. Irgendwie muss man Leistung doch bewerten. Man muss die Schüler "belohnen", die viel leisten und man muss den Schülern, die nicht so viel leisten auch mal sagen, dass sie mehr bringen müssen. Leistung muss aus meiner Sicht belohnt werden, da sie sonst nicht erstrebenswert ist. Wie würde das in deinem System aussehen?
2. Mir ist auch noch nicht klar, wie die leistungsstarken Schüler in deinem System gefördert bzw. gefordert werden. Kannst Du dazu auch nochmal etwas sagen.
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chrische5 schrieb:
Gregor schrieb:
Naja, irgendeine Form von Feedback muss schon da sein, sonst ist es schwerer, seine eigenen Schwächen zu erkennen und zu beseitigen. Welche Art von Feedback stellst Du Dir denn da vor? Und was willst Du als Kriterium für ein Abitur einführen? "Der Schüler war lange genug auf der Schule und hat somit offensichtlich die allgemeine Hochschulreife erlangt!"?
Feedback ist gut und wichtig, aber das alleine ist kein Argument für Noten. Was sagt deine Abiturnote denn über dich aus und wenn interessiert diese denn heute noch ernsthaft? Sie dient nur der Seperation und dem Schubladendenken.
Dann hast du doch sicher einen besseren Vorschlag wie man Lernleistung quantifizieren kann. Ich denke, du willst von klaren Noten zu Wischiwaschi-Beurteilungen, die alles oder auch nichts bedeuten können. Woran macht man nachher fest, wer einen Abschluss erhalten soll?
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Gregor schrieb:
chrische:
1. Mir ist immer noch nicht klar, wie das mit Feedback und Bewertungen bei deinem System funktionieren soll. Irgendwie muss man Leistung doch bewerten. Man muss die Schüler "belohnen", die viel leisten und man muss den Schülern, die nicht so viel leisten auch mal sagen, dass sie mehr bringen müssen. Leistung muss aus meiner Sicht belohnt werden, da sie sonst nicht erstrebenswert ist. Wie würde das in deinem System aussehen?Dem kann ich nur zustimmen, nur ist die Frage, ob Noten, wie es sie heute gibt, hier das richtige Instrument sind. die Frage nach Alternativen lässt sich dabei nicht ganz einfach beantworten, aber ich will es probieren. Du schreibst, man muss SchülerInnen belohnen, die viel leisten. da stellt sich doch erstmal die Frage, wer mehr leistet: Ein Schüler, der sich verbessert oder einer der sein Niveau hält. das ist nämlich das erste Problem bei Noten sie rechnen den Fortschritt nicht mit ein, den ein Schüler gemacht hat und deswegen können Sie auch sehr demotivierend sein. (Bsp.: SchülerIn verbessert sich von 40 auf 20 Fehler im Diktat und bekommt immer eine 6) Das motiviert wirklich keinen. Es gibt also die Idee, die Noten von der Verbesserung des Schülers abhängig zu machen, was wiederum für SchülerInnen, die sehr gut sind absolut unbefriedigend wäre, weil Sie sich ja bereits sehr weit oben befinden und sich deshalb kaum verbessern können. Da kam die Idee mit zwei Noten (einmal "objektiv" und einmal "individuell") Das lässt uns gleich zur nächste Frage kommen: was heißt den objektiv? Wer legt den die Maßstäbe fest, die sagen, dass 1 Fehler eine 1 ist usw. Das nächste Problem ist, dass Noten in Fächern wie Mathe vielleicht noch halbswegs objektiv sein mögen, aber bei einem Gedichtsvortrag ist das einfach nicht gewäheleistet. man zu diesem Thema sehr interessante Untersuchungen zum Thema Note und Vorwissen über den Schüler gemacht und es hat sich immer wieder gezeigt, dass das Vorwissen die Noten sehr stark beeinflusst. Dann stellt sich die Frage, ob die Note wirklich das Fachwissen prüft, oder man nicht ehrlicherweise davon ssprechen sollte, dass sich dazu noch Prüfungsangst usw. addieren. das mag gewollte sein, aber man darf dann nicht mehr von einer reinen Mathenote sprechen. Viele LehrerInnen geben bei vergessenen Hausaudfgaben einen Note im fach, sodass die Note am Ende auch noch Aussagen über den Fleiß eines Schülers macht.
Ich prsönlich halte verbalisierte Bewertungsformen für den richtigen Weg, weil Sie dem Schüler nicht nur sagen, was er kann und was er nicht kann, sondern seinen Fortschritt Rechnung targen und Ihm Handlungsalternativen aufzeigen. (es ist ein ganz großes Problem, dass wir mit Kindern schimpfen, Ihnen aber keine Alternativen zum gezeigten Handeln zeigen.)Gregor schrieb:
2. Mir ist auch noch nicht klar, wie die leistungsstarken Schüler in deinem System gefördert bzw. gefordert werden. Kannst Du dazu auch nochmal etwas sagen.
Das ist doch genau dasselbe, wie es jetzt bereits Alltag ist. Die LehrerInnen müssen Ihren Unterricht differenzieren und somit allen genau das Niveau geben, was diese für Ihren Lernfortschritt brauchen.
chrische
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chrische5 schrieb:
Ich prsönlich halte verbalisierte Bewertungsformen für den richtigen Weg, weil Sie dem Schüler nicht nur sagen, was er kann und was er nicht kann, sondern seinen Fortschritt Rechnung targen und Ihm Handlungsalternativen aufzeigen.
Warum müssen immer wieder Wege beschritten werden, bei denen Vorgänger bereits gescheitert sind?
Nimm das Arbeitszeugnis durch den Arbeitgeber - dort gibt's nur noch verbalisierte Bewertungsformen. Und was war die Folge? Daß jedes Zeugnis wohlwollend formuliert werden sein muß, daß selbst bei einer Pappnase also geschrieben wird, wie gut er sich in das Betriebsklima einfand. Besonders dramatisch ist das gerade in Konfliktfällen, wo Arbeitgeber durch Arbeitsgerichte zusätzlich verdonnert werden, ein gutes Zeugnis auszustellen, unabhängig von der tatsächlichen Bewertung. Und damit wird für die Masse der Leute das Zeugnis des Arbeitgebers entwertet, da man nur sehr schwer die schlechten Leute von den Guten trennen kann.
Wozu das führt, wenn man alle Leute unabhängig von ihrer Leistung gleich wohlwollend beurteilt und einstuft haben doch die mehrfach gescheiterten Versuche des eingeführten Sozialismus (Rußland, DDR, Vietnam, etc) gescheitert - völlige Demotivation der Masse, Flucht der Leistungsträger ins Ausland falls möglich oder innere Emigration, Absinken der wirtschaftlichen Entwicklung.
Warum müssen wir solche Experimente wiederholen? Weil wir glauben, daß es diesmal funktioniert? Auch das ist fehlender Blick über den Tellerrand, daß man Experimente wiederholt, weil man glaubt, besser als andere Gescheiterte zu sein.
Der Mensch strebt nach Leistung und nach Vergleich. Fleißbildchen, das Sammeln von guten Noten, echtes Lob oder Anerkennung vor der Gruppe und Preise, das motiviert die Menschen. Weil sie damit etwas besitzen, was andere nicht haben.
Welche Motivation geht für einen Schüler aus, der in der verbalen Leistungsbeurteilung ein "X war immer in der Lage dem Unterricht zu folgen, und brachte eigene Lösungsvorschläge für schwierige Aufgaben ein" erhält, gegenüber seinem schlechteren Mitschüler, bei dem steht "Y war stets in der Lage dem Unterricht zu folgen, brachte Lösungsvorschläge für schwierige Aufgaben ein"? Wo ist da die Motivation?
Und sage nicht, daß man dies ja nicht so machen müsse - Du weißt doch genau, daß es im Endeffekt so werden wird, weil es in anderen Fällen genau so ist. Dein Modell ist so idealistisch, daß bereits in der Theorie die Umsetzung in die Praxis fraglich ist. Weil Du ebenso wie andere Gesellschaftsutopisten den idealen Menschen als Grundlage für Deine Gedanken nimmst. Aber der Mensch ist real, also brauchen wir Denkmodelle für den real existierenden Menschen.
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Hallo
Ich weiß nicht, ob du genau verstehst, was ich meine. ich weiß sehr wohl, dass man Leistung anerkennen muss. Die Frage ist nur, ob Noten dazu ein adäquates Mittel sind. Einige der Nachteile habe ich ja bereits aufgezählt. Das die Bewertungen von Arbeitgebern für die Katz sind, dass weiß auch ich, aber ich weiß nicht, wie oft du dir bereits mal ein verbales Zeugniss angeschaut hast, dass ist schon noch einmal eine ander Liga.
Man kann mit Noten eben auch nicht die Schlechten von den Guten trennen. Das funktuoniert halt nicht so einfach.Marc++us schrieb:
Welche Motivation geht für einen Schüler aus, der in der verbalen Leistungsbeurteilung ein "X war immer in der Lage dem Unterricht zu folgen, und brachte eigene Lösungsvorschläge für schwierige Aufgaben ein" erhält, gegenüber seinem schlechteren Mitschüler, bei dem steht "Y war stets in der Lage dem Unterricht zu folgen, brachte Lösungsvorschläge für schwierige Aufgaben ein"? Wo ist da die Motivation?
das sehe ich genau so, aber wieder sehe ich Noten da nicht als den richtigen Ansatz. es geht such nicht darum immer das Gleiche zu schreiben, sondern individuell auf jeden Schüler einzugehen.
Marc++us schrieb:
Warum müssen immer wieder Wege beschritten werden, bei denen Vorgänger bereits gescheitert sind?
Das ist doch nun wirklich ein alltäglicher Prozess, dass man Dingen weiterarbeitet, an denen jemand zuvor gescheitert ist. Stelle dir mal die Physik ohne dies Arbeitsweise vor. Kernspaltung hat bei dem nicht geklappt, also Finger weg, weil das ja eh nichts mehr wird.

Es gibt außerdem auch positive Beispiel, die bis zur 8. bzw. 10. Klasse keinerlei Noten geben und trotzdem gammeln nicht alle SchülerInnen den ganzen Tag nur ab.Marc++us schrieb:
Und sage nicht, daß man dies ja nicht so machen müsse - Du weißt doch genau, daß es im Endeffekt so werden wird, weil es in anderen Fällen genau so ist. Dein Modell ist so idealistisch, daß bereits in der Theorie die Umsetzung in die Praxis fraglich ist. Weil Du ebenso wie andere Gesellschaftsutopisten den idealen Menschen als Grundlage für Deine Gedanken nimmst. Aber der Mensch ist real, also brauchen wir Denkmodelle für den real existierenden Menschen.
Ich gehe definitiv niocht davon aus, dass der Mensch ideal ist. Dafür habe ich nun wirklich schon zuviel gesehen, aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass wir mit einer gemensamen Anstrengung die Schulbildung in Deutschland von Grund auf verändern müssen, um aus den SchülerInnen mehr Leistung zu "holen". Ich bin keiner der sagt, alles sei egal, aber gerade für die Gesellschaft und die darin lebenden Kindern muss ich das System Schule ändern.
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Naja, also "verbalisierte" Bewertungsformen bieten sicherlich mehr Möglichkeiten, bestimmte Schwächen und Stärken des jeweiligen Schülers anzusprechen. Das Resultat ist dann wohl, dass jedem ein paar positive Dinge und ein paar negative Dinge gesagt werden. Das reicht aus meiner Sicht nicht aus. Man muss als Schüler auch wissen, wo man insgesamt steht. Insofern sehe ich soetwas eher als eine Art Ergänzung bei einer Notengebung. Eine Art detaillierte Begründung für eine Note. Soetwas hat mir in der Schule durchaus auch gefehlt. Gerade in so Fächern wie Deutsch, in denen eine objektive Notengebung nicht in dem Maße wie z.B. in der Mathematik möglich ist, wäre es sehr nützlich, dem Schüler eine ausführliche Begründung für eine Note zu liefern. Wie soll er sonst aus seinen Fehlern lernen, wenn da nur eine "5" unter einer Klausur steht.
Aber wie gesagt: Ich sehe soetwas nur in Form einer Ergänzung zur Note als sinnvoll an. Sonst ist es zu "Wischiwaschi" und es können Missverständnisse entstehen. Der eine Schüler überbewertet die Kritikpunkte, der nächste Schüler sieht nur die positiven Seiten einer Bewertung usw..
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Hallo
Gregor schrieb:
Naja, also "verbalisierte" Bewertungsformen bieten sicherlich mehr Möglichkeiten, bestimmte Schwächen und Stärken des jeweiligen Schülers anzusprechen. Das Resultat ist dann wohl, dass jedem ein paar positive Dinge und ein paar negative Dinge gesagt werden. Das reicht aus meiner Sicht nicht aus. Man muss als Schüler auch wissen, wo man insgesamt steht. Insofern sehe ich soetwas eher als eine Art Ergänzung bei einer Notengebung. Eine Art detaillierte Begründung für eine Note. Soetwas hat mir in der Schule durchaus auch gefehlt. Gerade in so Fächern wie Deutsch, in denen eine objektive Notengebung nicht in dem Maße wie z.B. in der Mathematik möglich ist, wäre es sehr nützlich, dem Schüler eine ausführliche Begründung für eine Note zu liefern. Wie soll er sonst aus seinen Fehlern lernen, wenn da nur eine "5" unter einer Klausur steht.
Aber wie gesagt: Ich sehe soetwas nur in Form einer Ergänzung zur Note als sinnvoll an. Sonst ist es zu "Wischiwaschi" und es können Missverständnisse entstehen. Der eine Schüler überbewertet die Kritikpunkte, der nächste Schüler sieht nur die positiven Seiten einer Bewertung usw..
Wie ich bereits geschrieben habe, ist auch die Abschaffung der traditionellen Noten nicht immer sinnvoll, sondern man kann auch darüber nachdenken, wie man diese ergänzen kann.
chrische
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"Verbalisierte" Bewertungsformen sind grundsätzlich subjektiv und damit zu einem gewissen Grad willkürlich. Bei Fächern bei denen eine wirklich objektive Quantifizierung der Leistung ohnehin nur schwer möglich ist, mag das vielleicht durchaus durch die größeren Detailinformationen ein Fortschritt sein. Bei anderen Fächern, die eine objektivere Bewertung erlauben, wäre es dagegen ein gigantischer Rückschritt.
Wenn überhaupt käme also wirklich nur eine Ergänzung zu "harten Noten" in Frage.Selbst typische Geisteswissenschaften versuchen maximal zu quantifizieren - und das hat durchaus seinen Grund. Wie Gregor schon sagte, mit "Wischiwaschi" ist keinem geholfen.
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Hallo
minhen schrieb:
Selbst typische Geisteswissenschaften versuchen maximal zu quantifizieren - und das hat durchaus seinen Grund. Wie Gregor schon sagte, mit "Wischiwaschi" ist keinem geholfen.
Das sehen doch nun wirklich alle hier ein. Die Frage ist nur, ob Noten wirklich objektiv sind und da muss ich sagen: NEIN.
chrische
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chrische5 schrieb:
Das sehen doch nun wirklich alle hier ein. Die Frage ist nur, ob Noten wirklich objektiv sind und da muss ich sagen: NEIN.
Verbale Bewertungen sind auch nicht objektiv.
Frage: können Bewertungen überhaupt objektiv sein? Wohl schwerlich, da der Bewerter immer seine persönlichen Vorlieben einbringt.
Das fängt auch bei mündlichen Prüfungen an: jemand, der normal aussieht, gegen jemanden, der wie ein schwitzender Ork wirkt - gleicher Wissensstand. Wer bekommt die bessere Bewertung (ich sage extra nicht Note)?
Oder ich sag' nur Religionsunterricht... hat jemand als Kirchenkritiker dort jemals eine bessere Note als 3 bekommen?
Es gab ja Ansätze, Tests zu neutralisieren, zum Beispiel ist Multiple Choice so ein (untauglicher) Versuch... da man dann Formulierungen des Prüflings nicht mehr beachten muß, die Antwort wird auf ein simples Kreuz runtergebrochen. Unglückliche Formulierungen, Aussprachen, schlechte Handschrift, wird alles ausgeblendet. Aber es gibt auf der anderen Seite kaum eine Prüfungsart, wo man mit weniger Wissen mehr faken kann.
Objektivierung der Bewertung geht wohl nur über mehrere Bewerter (Mittelwertbildung) und Zentralisierung der Anforderungen, wo man nachschaut, warum an bestimmten Schulen die Klassen das Normalmaß nicht erreichen. Aber gerade die Individualisierung des Unterrichts macht die Bewertung doch noch weniger vergleichbar. Extremfall sind die Bundesländer ohne Zentralabi, da muß man dann mit einem Abiturienten (selbst in einem gut nachprüfbaren Fach wie Mathematik oder Physik) einen Eingangstest machen, damit man überhaupt weiß was er kann - Schule A oder B, das ist bereits nicht mehr vergleichbar. Sonderlich hilfreich ist das auch nicht.
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Hallo
Ich bin schon dessen bewußt, dass es so etwas wie absolute Objektivität in der Benotung nicht. Leider wird aber Objektivität immer wieder als Argument für Noten gebarucht und ist da einfach nicht richtig. Auch mündliche Bewertungen sind natürlich nicht 100% obejktiv, aber sie schliessen Nebeneffekte mit in die Bewertung ein und sind meiner Meinung nach daher besser geeignet einen Menschen einzuschätzen.
chrische
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@chrische5 Ich bin richtig froh, dass ich nicht durch deine Schule gehen muss. Das ist ja der reinste Horror aus Sicht des Schülers. Ich hab bereits jetzt die Schnautze reichlich voll von all den Sozial- und Spielschulexperimenten.
Die besten Stunden sind die in denen Frontalunterricht herrscht, es Inhalte gibt (nein dies ist nicht selbstverständlich) und schwache oder einfach uninteressierte Schüler nicht teilnehmen dürfen. In so einer Stunde wird mehr gelernt (nicht nur gebüffelt!) als in 50 Sozi-heile-welt-stunden und leider ist dies keine Übertreibung.
Die Schulplficht gibt es nur aus einem Grund. Der Staat und die Wirtschaft haben einen riesen Hunger an Fachkräften. Wird dieser nicht ausreichen gestillt haben wir in Zukunft ein riesiges Wirtschaftsproblem mit Folgen die nur schwer abschätzbar sind. Schon allein deswegen sollte es klar sein, dass es wichtiger ist ausreichend "starke" Schühler zu fördern als die Massen zu beschäftigen. Mathe, Chemi und Physik müssen auf einem gewissen Nievau gelehrt werden sontst sind diese ganz einfach sinnlos. 10 Halbchemisten sind nun einmal nicht mehr wert als ein ordentlicher.
Die staatliche Schule sollte sich auf die Ausbildung von sovielen wie möglich Fachkräften beschenken und dadurch kann man viele Stunden streichen und Kosten sparen ohne das Niveau senken zu müssen. Wer Literatur und Musik mag der soll sich außerhalb der Schule in der neu freigewordenen Freizeit damit beschäftigen. Wieso braucht man auch ein Literaturlehrer? Lesen und interpretiren kann ja eh jeder der es für nötig hält.
Zum Thema Teamfähigkeit kann ich nur sagen, dass man diese nicht in der Schule lernen kann. Die produktivsten Teams in der Schule sind immer die die einen haben der die gesamte Arbeit macht. In der Schule hat man nun einmal selten Gebiete in denen der Einsatz eines Teams sinnvoll ist. Oft vergisst man wenn man von Teams spricht, dass hier mehrere Leute gleichzeitig werkeln müssen um sinnvoll zu sein. Nun einmal baut allerdings in vielen Schuleteamarbeiten eine Aufgabe auf dem Resultat der vorherigen auf.
Desweiteren kann man nicht außer Acht lassen, dass ein Team nur gut funktioniert wenn sich die Interessengebiete der verschieden Mitglieder nicht beißen. Dies ist bei Schüleren in Gleichmachklassen in denen Teamaufgaben meistens gestellt werden aber viel zu oft der Fall.
Dann muss ein Team sich auch einspielen. Dies braucht Zeit. Normalerweise mehr Zeit als eine einzelne Person braucht um die Aufgabe zu lösen.
Und der Hauptgrund wieso Teams in der Schule nicht funktionieren können ist, dass am Ende jeder selber alles lernen muss. Was bringt da eine Arbeitsteilung?
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Hallo
@chrische5 Ich bin richtig froh, dass ich nicht durch deine Schule gehen muss. Das ist ja der reinste Horror aus Sicht des Schülers. Ich hab bereits jetzt die Schnautze reichlich voll von all den Sozial- und Spielschulexperimenten.
Na endlich mal jemand, der weiß, wo es lang geht.
Es tut mir Leid, dass ich es dir sagen muss, aber was du schreibst, kann ganz locker deine Meinung sein, hält aber allen Untersuchungen und Forschungsergebnissen nicht stand.chrische
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chrische5 schrieb:
[...]Untersuchungen und Forschungsergebnissen[...]
Welche Art von Untersuchungen und Forschungsergebnisse gibt es auf diesem Gebiet eigentlich? Und von wem? Gibt oder gab es eigentlich auch Modellschulen, in denen getestet wird oder wurde, was passiert, wenn man einfach die Anforderungen ein ganzes Stück anhebt?
Ich erinner mich noch daran, dass uns damals ein Lehrer gesagt hat "Ihr arbeitet alle viel zu wenig und leistet kaum etwas, aber sonst würdet ihr ja auch blöd sein, weil das System euer Nichtstun schließlich zulässt, ja unterstützt.". ...und so habe ich das damals in der Schule eigentlich auch empfunden. Ich habe eigentlich nie etwas für die Schule gemacht. Warum auch? Man kam ja auch so durch.
Jetzt im Studium arbeite ich viel mehr: Weil einfach klar ist, dass man bestimmte Sachen machen muss, weil man sonst nicht weiterkommt. ...und es ist vor allem im Vorfeld klar, was man alles machen muss.
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chrische5 schrieb:
hält aber allen Untersuchungen und Forschungsergebnissen nicht stand.
Immer schön anzubringen, wenn einem die Argumente ausgehen. Mal Butter bei die Fische, zeig doch mal her die "Forschungs"ergebnisse. Selbst wenn es sie gibt (was ich nicht glaube), sowas kann man bestens fälschen.
Wir brauchen wieder mehr harte Skills und weniger weiche. Wir brauchen nicht mehr Leute mit Abitur, sondern ein Abitur, was auch wirklich die "allgemeine Hochschulreife" feststellt. Ebenso muss ein Hauptschulabschluss wieder genügen, um einen Handwerksberuf zu erlernen.
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Minimee schrieb:
Selbst wenn es sie gibt (was ich nicht glaube), sowas kann man bestens fälschen.
Bleib mal auf'm Teppich.
Lass chrische5 doch erstmal antworten, bevor Du voreilige Schlüsse ziehst.Mich würde allerdings prinzipiell auch interessieren, wie eigentlich die Forschungsmethodik in so einem Gebiet aussieht. Ich kann mir da fast nur vorstellen, dass man betsimmte Thesen in den Raum setzt und dann anhand von Studien überprüft, inwiefern diese Thesen mit der Realität übereinstimmen. So einer Methodik würde ich allerdings schon etwas skeptisch gegenüber stehen.
Was von Studien jeglicher Art zu halten ist, sieht man ja in diesem Forum oft genug, wenn mal wieder irgendwer ne Studie Pro/Kontra irgendeine Technologie postet. *unschuldigGuck*
Wenn die Methodik in diese Richtung geht, würde mich interessieren, wie man die Aussagekraft einer Studie in so einem Gebiet bewertet. Wie erkennt man, welcher Studie man vertrauen kann und welcher eher nicht?
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Hallo
Minimee schrieb:
chrische5 schrieb:
hält aber allen Untersuchungen und Forschungsergebnissen nicht stand.
Immer schön anzubringen, wenn einem die Argumente ausgehen. Mal Butter bei die Fische, zeig doch mal her die "Forschungs"ergebnisse. Selbst wenn es sie gibt (was ich nicht glaube), sowas kann man bestens fälschen.
Also erstens habe ich hier überhaupt keine Argumentationsarmut und zweitens kann man alles fälschen, also was soll dieser Blödsinn.
Es gint in deutschalnd zum Beispiel die Bielefelder Laborschulen, die einiges von dem, was hier aufgezählt habe umsetzt. Diese Schule wird von einer Uni (Bielefeld?) wissenschaftlich begleitet. Zum Thema Forschungsergebnisse verweise noch einmal auf Lernpsychologie von Grapp&Weidemann und auf Entwicklungspsychologie von Oerter&Montada.
Es gibt auch andere Länder, die einiges von dem, was ich beschrieben habe erfolgreich durchführen.
Ich möchte vor allem noch einmal betonen, dass ich kein Strickpulli.Idealist bin, der will, dass sich alle an den Händen fassen und im Kreis tanzen. Es geht mir darum, dass in Kindern schlummernde Talent besser zu Entfaltung kommen zu lassen. Es eght mir darum, Kinder besser zu fördern, aber eben nicht nur 200 an irgendwelchen Eliteunis. Das sieht zwar gut aus und ist für Spitzenforschung vielleicht (ich bezweifle es) sogar sinnvoll, aber der Gemütszustand des "einfachen" Volkes wäre dann wohl nur noch als naiv zu bezeichenen.Es ist auch kein Argument, dass amn Teamfähigkeit erst später lernt. Es gibt Basisfähigkeit, die man zu guter Teamarbeit braucht und die kann sehr wohl schon in der Schule lernen. Mir diesem Argument könnte ich auch sagen, dass es Mathe am besten dann lernt, wenn es wirklich Mathe braucht. Das ist doch Blödsinn. Wir sollten unsere Kinder möglichst breitgefächert ausbilden.
chrische
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Ich finde diese Diskusion recht interessant und spannend. Erst einmal vorweg ich möchte hier niemanden angreifen oder beleidigen, das liegt mir total fremd. Also bitte keine Formulierungen auf die Goldwaage legen. Ich schreibe das weil die Diskusion - IMO - schon ganz schön aufgeheizt ist.
@chrische5: Ich habe mir die Webseite in deiner Sig angeschaut und bin am rumrätseln, was Du mit der Schulbildung zu tun hast. Du hast weiter oben geschrieben das du froh bist das Du an den Änderungen/Neuerungen beteiligt bist (Wörtlich war es etwas krasser
). Mich würde interessieren in wie weit Du darauf Einfluß hast?Was macht Dich so sicher das diese Forschungsergebnisse richtig sind? Du schreibst so absolut und überzeugt. Wenn man sich die aktuellen Ereignisse in Berlin usw. anschaut, kommt man dich ins Zweifeln, ob liberale Systeme so gut sind oder? Ok das schweift vom eigentlichen Thema ab, aber auch im Bildungsstand zeigt PISA doch deutlich anderes oder interpretiere ich das falsch? In den Bundesländern in denen der Leerstoff strenger und härter bewertet wird (Bayern, Baden Württemberg, NRW ..) sieht die Studie besser aus.
Nix für ungut.
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Hallo
Urkel_ schrieb:
@chrische5: Ich habe mir die Webseite in deiner Sig angeschaut und bin am rumrätseln, was Du mit der Schulbildung zu tun hast. Du hast weiter oben geschrieben das du froh bist das Du an den Änderungen/Neuerungen beteiligt bist (Wörtlich war es etwas krasser
). Mich würde interessieren in wie weit Du darauf Einfluß hast?Die Homepage hat nun wirklich gar nichts mit Schulbildung zu tun. Das was du dort siehst, ist lediglich der Internetauftriit meiner Fußballmannschaft, der wirklich all zu Ernst zu nehmen ist. Der Name "Russische Hortkinder" ist eine uralte Bierlaune von leuten, die gar nicht mehr dabei sind und hat zum Beispiel nichts mit unseren Identität zu tun.
Mein einfluss auf das spätere System besteht darin, dass ich Lehrer werde und deshalb aktiv am System arbeiten kann.
chrische