Wehrpflichtigkeit
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Walli schrieb:
Und auch wenn die Leute, die ihren Wehrdienst geleistet haben das immer vehement verneinen: Etwas wie Kameradschaft kann man auch ausserhalb einer Kaserne "lernen".
ich hab meinen Wehrdienst abgesessen und verneine das nicht.
Aber vielleicht liegt der unterscheid auch daran das ich nur abgesessen habe und nichts geleistet *g*
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Daniel E. schrieb:
Sein entscheidender Punkt war nicht das Geld, sondern Chris hat in erster Linie darauf hingewiesen, daß die Wehrpflicht ein zutiefst kollektivistisches Konstrukt ist. Mit anderen Worten: Sklaverei (in diesem Fall mit Zeitlimit).
Das ist ohne Frage richtig.
Aber ganz altmodisch gesagt ist Landesverteidigung nun mal ein notwendigerweise kollektivistisches Konstrukt.
Es liegt im Interesse aller (unter anderem zur Bewahrung des eigenen Besitzes und erarbeiteten Wohlstandes), wenn man sein Land flächendeckend verteidigen kann. Die Ausbildung der Bevölkerung zur Wehrfähigkeit ist daher einfach ein notwendiges Übel. Idealbeispiel ist die Schweiz: kombiniert mit der flächendeckenden Verteidigung, geografischen Vorteilen und allgemeiner Wehrpflicht von Außen uneinnehmbar, aber trotz der Militarisierung nicht angriffsfähig.
Dies ist mit einer Berufsarmee niemals in ähnlicher Form zu leisten. Gegen eine Berufsarmee (ein "Outsourcing der Verteidigungsleistung") sprechen u.a.:
a) Identifikation - ist die in der Armee vorhandene Bevölkerungsgruppe wirklich bereit, auch den Wohlstand der Besitzenden und aller Einwohner zu verteidigen? Eine relativ repräsentative Auswahl der Bevölkerung garantiert noch immer die beste Identifikation.
b) Masse - eine Berufsarmee ist nicht in der Lage einen ausreichenden Reservistenbestand hervorzubringen, siehe Idealbeispiel USA, ein kleiner lokal begrenzter Konflikt wie Irak bringt bereits eine Knappheit an Personal.
c) Innere Abkopplung - eine Berufsarmee ist immer auch ein Gewaltelement der Regierung, das gegen die Bevölkerung einsetzbar ist, eine möglichst starke Verschränkung zwischen Armee und Bevölkerung zur inneren Kontrolle ist ebenfalls sinnvoll.
d) Einsetzbarkeit - eine Berufsarmee wird für allerlei Unfug eingesetzt, da sie der Staat wie eine Schachfigur verschieben kann. Bereits jetzt sieht man diesen Irsinn Hindukusch und Kongo, man kann sich vage vorstellen, was bei einer reinen Berufsarmee in den Köpfen der Politiker vorgeht. Aufgabe einer Armee ist aber die Landesverteidigung, nicht das Bewachen von Feldwegen in Afghanistan.Die Ersatzdienste sind nur eine Folgeerscheinung der Wehrpflicht, da man eben nicht alle zum Wehrdienst einzieht, eine Fehlentwicklung, da Wehrgerechtigkeit nicht mehr sichergestellt ist. Auch ist die Argumentation mit dem Nutzen des Zivildienstes schön und gut, aber eigentlich sollte dies nicht wirklich notwendig sein, aus Geldmangel Zivildienstleistende einzusetzen. Diesen Fehlentwicklungen mit Abschaffung der Wehrpflicht zu begegnen ist aber die einfachste und feigste Maßnahme, da man sich dann nicht um die eigentliche Fehlentwicklung kümmern muß.
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Ja, das mit der Berufsarmee stimmt schon, sowas ist gefährlich. Meine Aussage war nicht überlegt.
Zum Thema Landesverteidigung in der Schweiz, auch wenn die ältere Generation das gerne anders sieht, dass die Deutsche Armee im 2.WK nicht eingefallen ist, liegt bestimmt nicht dran, dass Hitler glaubte, die Schweiz sei uneinnehmbar, oder die Armee wehrfähig. Das waren andere Gründe. Aber das sind vergangene Kapitel der europäischen Geschichte, aus der wir lernen sollten.
Schaut man die heutige Bedrohunslage an, so ist es doch Irrsinn, eine bewaffnete Truppe im Land zu haben. Das Beispiel USA zählt übrigens nicht, denn die betreiben aggressive Kriegspolitik und das hat mit Landesverteidigung herzlich wenig zu tun. Und wenn man die Vorteile wie Katastrophenhilfe aufzeigt, wozu braucht man dann die Waffen?
Zum Thema Gleichberechtigung: die einzig logische Konsequenz wär nicht, die Pflicht auch für Frauen einzuführen, sondern sie für die Männer abzuschaffen.ach und scrub: Du hast echt eine verzerrte Sicht der Dinge
So nun dürft ihr wieder drüber schimpfen
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Buena Vista schrieb:
Zum Thema Landesverteidigung in der Schweiz, auch wenn die ältere Generation das gerne anders sieht, dass die Deutsche Armee im 2.WK nicht eingefallen ist, liegt bestimmt nicht dran, dass Hitler glaubte, die Schweiz sei uneinnehmbar, oder die Armee wehrfähig. Das waren andere Gründe.
Ganz einfach aus Sich von Dtl.: Was gibt es in der Schweiz an Resourcen in nennenswerten Mengen zu holen? Nichts außer das eigene Geld. Und wieso sollte man seinen eigenen Tresor plündern/sprengen?
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Hallo,
@Marc++us: Du vergisst leider, dass auch heutzutage keine Wehrpflichtigen ins Ausland geschickt werden. Es spräche also nichts gegen das, was du behauptest und dennoch passiert es nicht.
Ach was du schreibst zum Thema Repräsentation bzw. Identifikation. Glaubst du denn, dass das heute noch so gültig ist? Ich kann nur über meine persönlichen Erfahrungen berichten, aber in unserem letzten Abijahrgang war es so, dass keine einzige Person zum Bund gegangen ist, aber etwa die Hälfte verweigert und Zivi gemacht hat. Die gleiche Umfrage jetzt in einer Hauptschule würde ein komplett anderes Ergebnis liefern.
Selbst wenn man jetzt mal von einer konkreten Gefährdungslage Deutschlands ausgeht, die ja nicht gegeben ist und wirklich mobilisiert werden soll, garantiere ich dir, dass die "gehobenen Schichten" im nächsten Flieger ins Ausland sitzen (schon lange, bevor der Krieg überhaupt richtig losgeht). Nur weil dieses Verfahren vor einiger Zeit noch geklappt hat, als Kollektivismus und Patriotismus noch der Standard war, heißt das nicht, dass heutzutage auch noch 99% der Leute ihr Leben für ein abstraktes Etwas aufs Spiel setzen wollen.
Und noch was, wenn du schon das Thema Gerechtigkeit ansprichst. Sollten deiner Meinung dann auch Frauen eingezogen werden? (zum Dienst an der Waffe) Wenn nein, warum nicht?
ChrisM
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ChrisM schrieb:
Und noch was, wenn du schon das Thema Gerechtigkeit ansprichst. Sollten deiner Meinung dann auch Frauen eingezogen werden? (zum Dienst an der Waffe) Wenn nein, warum nicht?
Ganz einfach, weil irgendjemand noch in den Fabriken Panzer und Munition herstellen muss *zynischgrins*
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Buena Vista schrieb:
ChrisM schrieb:
Und noch was, wenn du schon das Thema Gerechtigkeit ansprichst. Sollten deiner Meinung dann auch Frauen eingezogen werden? (zum Dienst an der Waffe) Wenn nein, warum nicht?
Ganz einfach, weil irgendjemand noch in den Fabriken Panzer und Munition herstellen muss *zynischgrins*
Und das bringen sie den Frauen dann während dem Krieg bei?

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Lyrix schrieb:
Buena Vista schrieb:
ChrisM schrieb:
Und noch was, wenn du schon das Thema Gerechtigkeit ansprichst. Sollten deiner Meinung dann auch Frauen eingezogen werden? (zum Dienst an der Waffe) Wenn nein, warum nicht?
Ganz einfach, weil irgendjemand noch in den Fabriken Panzer und Munition herstellen muss *zynischgrins*
Und das bringen sie den Frauen dann während dem Krieg bei?


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ChrisM schrieb:
Und noch was, wenn du schon das Thema Gerechtigkeit ansprichst. Sollten deiner Meinung dann auch Frauen eingezogen werden? (zum Dienst an der Waffe) Wenn nein, warum nicht?
Sie sollten, sie sollten. Das Thema, nur Männer einzuziehen, ist offensichtlich von der gesellschaftlichen Wirklichkeit überholt.
[Allerdings muß man bißchen aufpassen, daß man hier nicht aus Gleichheit einen Systemfehler konstruiert, die israelische Armee hat ja große Erfahrung damit, und festgestellt, daß gemischte Kampfverbände im Gefecht schlechter sind als reine Männerverbände. Lustigerweise ist das aber die Schuld der Männer: diese achten mehr darauf die Frauen im eigenen Verband zu schützen, als den Kampfauftrag auszuführen, wodurch die Einheiten ihren Auftrag seltener erfolgreich abschliessen.]
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Marc++us schrieb:
[...die israelische Armee hat ja große Erfahrung damit, und festgestellt, daß gemischte Kampfverbände im Gefecht schlechter sind als reine Männerverbände. Lustigerweise ist das aber die Schuld der Männer: diese achten mehr darauf die Frauen im eigenen Verband zu schützen, als den Kampfauftrag auszuführen, wodurch die Einheiten ihren Auftrag seltener erfolgreich abschliessen.]
Das ist wohl richtig. Allerdings hat da nicht nur die israelische Armee schlechte Erfahrungen gemacht. Ich selbst kenn es aus der Truppe, dass oftmals die Motivation an der falschen Stelle angekurbelt wird, bzw. die Motivation gar nicht mehr vorhanden ist.
Frauen sind meist einfach das schwächere Geschlecht, wo dann oftmals Rücksicht genommen wird. Das kann man allerdings im Ernstfall nicht. Der "Feind" läuft die 30km wohl nicht langsamer nur weil vielleicht Frauen dabei sind. Gibt allerdings auch Frauen die das komplette Programm durchziehen und versuchen das Männerpensum zu schaffen. Davor dann auch wieder Respekt - das find ich sehr gut.
Prinzipiell ist mein Standpunkt der, dass Frauen aus kämpfenden Einheiten raus bleiben sollten, im Sanitätsdienst jedoch sicherlich eingesetzt werden können. Klingt vielleicht etwas macho-mäßig, aber wer mal genau drüber nachdenkt geht mit diesem Standpunkt vielleicht konform.
In diesem Sinne ...
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Marc++us schrieb:
ChrisM schrieb:
Und noch was, wenn du schon das Thema Gerechtigkeit ansprichst. Sollten deiner Meinung dann auch Frauen eingezogen werden? (zum Dienst an der Waffe) Wenn nein, warum nicht?
Sie sollten, sie sollten. Das Thema, nur Männer einzuziehen, ist offensichtlich von der gesellschaftlichen Wirklichkeit überholt.
Komisch, dass es nie zur Diskussion steht
?gruss
v R
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Hi,
falls es jemanden interressiert, ich wurde freigestellt *freu*
Lyrix
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Lyrix schrieb:
falls es jemanden interressiert, ich wurde freigestellt *freu*
glückwunsch!

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net schrieb:
Lyrix schrieb:
falls es jemanden interressiert, ich wurde freigestellt *freu*
glückwunsch!

Danke

Ging relativ flott. Bin erst mal 2h hingefahren, war dann 5 minuten im KWEA und bin dann wieder 2h heimgefahren
