Der Name "C++"



  • @lucky_tux:

    Dann erklär mir mal wieso den folgenden Code kein C++-Compiler, den ich hier habe, übersetzt, aber jeder C-Compiler?

    #include <stdio.h>
    
    static do_it( );
    
    int main(void)
    {
        int x = do_it(12);
    }
    
    static do_it(x)
        int x;
    {
        return x * 2;
    }
    


  • @lucky_tux
    Es ist zwar richtig, dass C++ seine Wurzeln in C hat. Damit irrst du allerdings:

    Somit lässst sich jeder C-Quelltext unter einem C++-Compiler ubersätzen.

    Zwischen C und C++ besteht keine echte Teilmengenbeziehung. Weder ist C eine echte Teilmenge von C++, noch andersherum.
    Zwar übernimmt der C++ Standard einige Teile des C-Standards (C89), er führt aber auch Änderungen hinzu, die legale C-Programme in C++ illegal machen. Beispiel dafür ist das strengere Typsystem von C++.
    Am Beispiel:

    #include <stdlib.h>
    int main() {
       int* i = malloc(sizeof(int));
    }
    

    Das ist ein völlig legales C-Programm, aber kein C++.
    In C++ müsste es so aussehen:

    #include <stdlib.h>
    int main() {
       int* i = static_cast<int*>(malloc(sizeof(int)));
    }
    

    Der Grund: C89 definiert eine implizite Typkonvertierung von void* zu jedem anderen Datenzeiger. In C++ hingegen ist diese Konvertierung nicht implizit. Hier ist nur die umgekehrte Richtung implizit. Wer also von void* nach int* will muss in C++ immer casten.

    Das ist nur ein Beispiel. Es gibt tausende andere. Umgangssprachlich kann man C++ als Obermenge von C bezeichnen, korrekt ist es aber nicht. Im Gegensatz zu Java und C++ oder C# und C++ teilen C und C++ aber nicht nur syntaktische Gemeinsamkeiten.



  • @ LordJaxiom:

    Der Quelltext funktioniert nicht mit dem C++ Compiler. Ist es das was du hören willst? Gut okey.... aber der Quelltext funktioniert auch nicht mit einem C-Compiler!

    martin@debian:~/Documents/temp/utest$ gcc main.cc
    main.cc:3: error: ISO C++ forbids declaration of do_it' with no type main.cc: In functionint main()':
    main.cc:3: error: too many arguments to function int do_it()' main.cc:7: error: at this point in file main.cc: At global scope: main.cc:10: error:x' was not declared in this scope
    main.cc:11: error: ISO C++ forbids declaration of do_it' with no type main.cc:11: error:int do_it' redeclared as different kind of symbol
    main.cc:3: error: previous declaration of int do_it()' main.cc:11: error: Syntaxfehler beforeint'
    martin@debian:~/Documents/temp/utest$



  • C++ ist als Erweiterung aber auch konzeptionelle Erneuerung von C zu sehen.

    C++ wurde in den 80er Jahren in den Bell Laboratories entwickelt. Die erste Version eines C++-Compilers entstand 1985 bei AT&T. Bjarne Stroustrup http://www.henkessoft.de/C++/Cpp_school/stroustrup.jpg gilt als Erfinder der Sprache C++.

    Aus dem ursprünglichen „C mit Klassen“ wurde später der Begriff C++, der auf den Inkrementoperator ++ hindeutet. Im Jahr 1986 veröffentlichte Bjarne Stroustrup das wegweisende Buch „The C++ Programming Language“, das auch heute noch als wichtiges Lehrbuch und Standardwerk anerkannt wird.

    Der ANSI Standard für C++ wurde erst im Juni 1998 festgelegt.

    Neben dem Ziel, eine objektorientierte Sprache zu schaffen, war die Abwärtskompatibilität zu C ein wichtiges Ziel. Deshalb ist C als Teilmenge von C++ vorhanden, was manche Anwender aus heutiger Sicht kritisieren, weil sie sich ein reinrassiges objektorientiertes C++ wünschen.

    Bjarne Stroustrup, der Entwickler der ersten C++-Version drückte die Fähigleiten von C++ in folgender Weise aus:
    "C makes it easy to shoot yourself in the foot; C++ makes it harder, but when you do it blows your whole leg off."
    http://www.research.att.com/~bs/bs_faq.html



  • @lucky_tux:
    Achso und deshalb steht in der Meldung "ISO C++ forbids" *hirnbatsch*

    Ändere doch mal die Endung auf .c



  • Die Fehlermeldungen sehen nach C++ Kompilierung aus. 🙄 🙄

    ISO C++ forbids



  • lucky_tux schrieb:

    Der Quelltext funktioniert nicht mit dem C++ Compiler. Ist es das was du hören willst? Gut okey.... aber der Quelltext funktioniert auch nicht mit einem C-Compiler!

    martin@debian:~/Documents/temp/utest$ gcc main.cc
    main.cc:3: error: ISO C++ forbids declaration of do_it' with no type main.cc: In functionint main()':
    main.cc:3: error: too many arguments to function int do_it()' main.cc:7: error: at this point in file main.cc: At global scope: main.cc:10: error:x' was not declared in this scope
    main.cc:11: error: ISO C++ forbids declaration of do_it' with no type main.cc:11: error:int do_it' redeclared as different kind of symbol
    main.cc:3: error: previous declaration of int do_it()' main.cc:11: error: Syntaxfehler beforeint'
    martin@debian:~/Documents/temp/utest$

    Äh. Hallo? Du solltest das natürlich auch als C kompilieren. Nicht C++.



  • LordJaxom schrieb:

    @lucky_tux:

    Dann erklär mir mal wieso den folgenden Code kein C++-Compiler, den ich hier habe, übersetzt, aber jeder C-Compiler?

    #include <stdio.h>
    
    static do_it( );
    
    int main(void)
    {
        int x = do_it(12);
    }
    
    static do_it(x)
        int x;
    {
        return x * 2;
    }
    

    Hey, willst du hier etwa jemandem klarmachen, dass du die alte R&K C Syntax aus den 70ern noch nutzt? Ging es denn gerade nicht um die _aktuellen_ Standards?



  • Ging es denn gerade nicht um die _aktuellen_ Standards?

    Schau dir einfach mein Beispiel an. Gibt gar keinen Grund esoterische Sprachfeatures zu benutzen.



  • Das hat wenig mit Esoterik zu tun als damit dass man das Geld um alten Code der immernoch läuft zu aktualisieren nicht ausgibt, wenn es nicht nötig ist 😉

    Und bei uns im Haus hat diese Unwissenheit wie sie auch lucky_tux an den Tag legt genau dazu geführt, dass man mal einfach C-Code nach Windows portiert, als C++ kompiliert hat und sich jetzt wundert, warum der VS2005 (der sehr wohl sehr standardkonform ist) das nicht mehr schluckt.



  • Die Fehlermeldungen sehen nach C++ Kompilierung aus.

    Nein. Ich habe den C-Compiler gcc aufgerufen.

    Aber asche über mein haupt ich hatte eine falsche Extension



  • Aber die Ausgaben beim Kompilieren deuten auf Programmierstil den man sich nicht aneignen sollte.

    main.c:3: Warnung: type defaults to `int' in declaration of `do_it'
    main.c: In Funktion »main«:
    main.c:7: Warnung: unused variable x' main.c:8: Warnung: control reaches end of non-void function main.c: Auf höchster Ebene: main.c:11: Warnung: return type defaults toint'

    Dadurch wird meiner meinung nach nur unnötig verwirrung geschafft



  • lucky_tux schrieb:

    Nein. Ich habe den C-Compiler gcc aufgerufen.

    $ man gcc
    C++ source files conventionally use one of the suffixes .C, .cc, .cpp, .CPP, .c++, .cp, or .cxx; [...] GCC recognizes files with these names and compiles them as C++ programs even if you call the compiler the same way as for compiling C programs (usually with the name gcc).

    MfG



  • Aus Compiler-Fragen halte ich mich raus, das ändert sich ständig. Windows hat übrigens recht wenig mit C++ zu schaffen, es basiert im Wesentlichen auf C und WinAPI. Neuere C++-GUI-Frameworks versuchen es verstärkt sich im Sinne der OOP an C++ anzulehnen.

    Lassen wir doch noch mal den Erfinder der ersten C++-Generation zu Wort kommen:

    C++ is a general purpose programming language with a bias towards systems programming that

    * is a better C
    * supports data abstraction
    * supports object-oriented programming
    * supports generic programming.

    http://www.research.att.com/~bs/C++.html (May 10, 2006)

    Daher sollte man auch die Entwicklung von C erwähnenen, auf dessen Fundamente C++ immer noch stabil ruht. 🙂

    http://cm.bell-labs.com/cm/cs/who/dmr/
    http://cm.bell-labs.com/cm/cs/who/dmr/chist.html
    http://cm.bell-labs.com/cm/cs/who/dmr/bigbio1st.html

    Interessanter ist eigentlich die Frage nach der Weiterentwicklung von C++, um Schwächen zu entfernen und Stärken zu betonen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/C++

    Stärken

    * Die Erzeugung hocheffizienten Codes ist möglich.
    * Sowohl maschinennahe als auch hochabstrakte Programmierung ist möglich.
    * Sehr hohe Ausdrucksstärke und Flexibilität – Beispiel: die anpassbare Freispeicherverwaltung, in die sich etwa nahtlos eine automatische Speicherbereinigung (englisch garbage collector) integrieren lässt.
    * Für große Projekte geeignet.
    * Weite Verbreitung.
    * Die Sprache ist nicht im Besitz einer Organisation (im Unterschied zu beispielsweise Java). Standardisierung durch die ISO
    * Weitreichende Möglichkeiten für die Metaprogrammierung
    * Kompatibilität mit C – Vorteil: Es steht eine breite Codebasis zur Verfügung.
    * Jede C++-Entwicklungsumgebung für Windows verfügt heute bereits über eine Bibliothek vorgefertigter C++-Klassen (Framework), mit dem sich der Programmieraufwand erheblich reduzieren lässt.

    Schwächen

    * Kompatibilität mit C – Nachteil: historischer Ballast muss mitgeschleppt werden, zum Beispiel der von C übernommene Präprozessor, oder die teilweise schwer verständliche C-Syntax. Die Kompatibilität zu C hat u. a. zur Folge, dass einige Details der Sprache Compiler-spezifisch sind, die es aber nicht sein müssten. So ist beispielsweise die Auswertungsreihenfolge von Teilausdrücken je nach Compiler und Plattform unterschiedlich. Dies erschwert die Portierung von C++-Programmen zwischen Rechnertypen, Betriebssystemen und unterschiedlichen Compilern.
    * Die aktuellen Compiler (Stand: 2005) sind rückständig bezüglich der Umsetzung der ISO-Norm.
    * Die aktuellen Compiler produzieren nicht immer optimalen Code, sowohl in Bezug auf Geschwindigkeit als auch auf Code-Größe.
    * Zum Erlernen sind verhältnismäßig lange Einarbeitungszeiten erforderlich.
    * Die aktuelle C++-Standardbibliothek deckt einige neue Erfordernisse noch nicht ausreichend ab, zum Beispiel Threads, TCP/IP, Dateisystem-Verzeichnisse. Deshalb besteht in diesen Bereichen, bei Verwendung herstellerspezifischer Bibliotheken, eine eingeschränkte Portabilität über Betriebssystemgrenzen hinweg (Entwicklung zahlreicher externer Bibliotheken).
    * Aufgrund des breiten Leistungspektrums und der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten ist die Verwendung von Programmierrichtlinien (aus Gründen der Wartbarkeit und Fehleridentifizierung) mehr als in anderen Sprachen anzuraten.

    Verwandtschaft mit C

    C++ ist eine Erweiterung der Programmiersprache C gemäß dem Stand von 1990 (ISO/IEC 9899:1990, auch kurz C90 genannt). C++ enthält C nach dem Stand C90 fast vollständig. Einige wenige C-Programme lassen sich nicht ohne weiteres als C++ kompilieren beziehungsweise haben als C++-Programme eine etwas andere Bedeutung. Dabei handelt es sich aber um Sonderfälle, die in der Praxis keine große Rolle spielen.

    Die Kompatibilität mit C war eines der Hauptdesignziele bei der Entwicklung der Programmiersprache C++. Grund dafür war die große Verbreitung von C. C-Compiler sind auch heute noch für praktisch jeden Prozessor verfügbar. Deswegen gilt die Kompatibilität mit C immer noch als eine der wichtigsten Eigenschaften von C++.

    Im Laufe der Entwicklung der beiden Sprachen gab es auch Rückwirkungen von C++ auf C. Beispielsweise wurden in C const sowie die Funktionsprototypen von C++ übernommen.

    Die letzten Änderungen an C fanden 1999 statt (ISO/IEC 9899:1999). Gemäß dem Ratifizierungsjahr 1999 spricht man, wenn man sich auf diesen C-Stand bezieht, deshalb auch von C99. Ein Beispiel für darin eingeführte Spracherweiterungen sind die so genannten VLAs (engl. variable length array).

    Aufgrund dieser Weiterentwicklung von C gibt es theoretisch mehr Inkompatibilitäten zwischen C und C++. Mittlerweile unterstützen viele Compiler diesen neuen Stand C99 in der Sprachdefinition und nicht ganz so viele auch in der Bibliothek, so dass die Bedeutung dieser Unterschiede zwischen C und C++ zunimmt. Bei der in Arbeit befindlichen C++-Version wird u. a. daran gearbeitet, die neuen C99-Merkmale mit einzuarbeiten. Einige C++-Compiler unterstützen C99-Neuerungen schon jetzt (z. B. der gcc).

    Man kann historisch gesehen nicht einfach von C oder C++ reden, man sollte den genauen Stand, auf den man sich bezieht, nennen. Mal gibt es Inkompatibilitäten mal nicht, je nachdem wer wen befruchtet und welchen Compiler und welche Version man einsetzt.

    Auf jeden Fall beruht C++ auf C. Dies war klares Designziel. Das sollte man im Nachhinein nicht "verbiegen".

    Wie man hier im Forum sieht, gibt es auch nur einen Rahmen sowohl für C als auch für C++.



  • Bjarne Stroustrup hatte damals vor 20 Jahren (bitte die 20 beachten!) erfunden. Und tatsächlich hatte er vor 20 Jahren C in sein C++ drin gehabt, aber nur um die C-Leute für C++ zu begeistern (alten Code auf C++ langsam migrieren). Das ist aber heute nicht mehr nötig, heute kann man sich gleich für C++ entscheiden, wenn man ein Projekt anfängt. Aber sowohl C als auch C++ waren vor 20 Jahren nicht das, was sie heute sind. C++ kannte damals nichmal Templates, Templates sind erst durch die ISO-Normierung entstanden. Genauso ist es mit C, es gibt Sachen, die gab es vor 20 Jahren nicht und die neuen müssen nicht im C++ drin sein. Also inkompatibel!

    Brjarne Stroustrup schreibt zwar gerne was er damals vor 20 mal gemacht hat, aber es hat mit dem heutigen nichts mehr viel gemeinsam. Z.B. hat Bjarne absolut keinen Einfluss mehr auf C++, um es hart auszudrücken: er hat nichts mehr zu melden. Dem ist er sich auch bewusst, schliesslich hatte er und AT&T damals seine Rechte abgetreten. Bjarne wünscht sich auch eine GUI-Lib im C++ Standard. Und? Das ISO-C++ Komitee sagt nein!

    C++ hat sowohl technisch und organisatorisch nicht mehr viel mit dem gemeinsam, was mal Bjarne vor 20 jahren auf die Beine gestellt hat. Heute bestimmen Firmen wie Microsoft, HP, Dinkumware und andere ISO-C++-Memebers was in C++ abgeht. Im Bereich C sieht es denke ich mal ähnlich aus (ich selbst verfolge C nicht weiter). Aber ich weiß das viele Automotive-Firmen in C ihren Einfluss haben weil diese technisch andere Interessen als die C++-Firmen verfolgen.

    Kramt also nicht irgendwelche Infotexte raus, die vor 15 oder gar 20 Jahren jemand geschrieben hat und heute immer wieder gebracht werden und somit ein C++-Greenhorn fölschlicherweise als heute gültig ansieht.



  • Erhard Henkes schrieb:

    Aus Compiler-Fragen halte ich mich raus, das ändert sich ständig. Windows hat übrigens recht wenig mit C++ zu schaffen, es basiert im Wesentlichen auf C und WinAPI. Neuere C++-GUI-Frameworks versuchen es verstärkt sich im Sinne der OOP an C++ anzulehnen.

    Lassen wir doch noch mal den Erfinder der ersten C++-Generation zu Wort kommen:

    C++ is a general purpose programming language with a bias towards systems programming that

    * is a better C
    * supports data abstraction
    * supports object-oriented programming
    * supports generic programming.

    http://www.research.att.com/~bs/C++.html (May 10, 2006)

    Daher sollte man auch die Entwicklung von C erwähnenen, auf dessen Fundamente C++ immer noch stabil ruht. 🙂

    http://cm.bell-labs.com/cm/cs/who/dmr/
    http://cm.bell-labs.com/cm/cs/who/dmr/chist.html
    http://cm.bell-labs.com/cm/cs/who/dmr/bigbio1st.html

    Interessanter ist eigentlich die Frage nach der Weiterentwicklung von C++, um Schwächen zu entfernen und Stärken zu betonen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/C++

    Stärken

    * Die Erzeugung hocheffizienten Codes ist möglich.
    * Sowohl maschinennahe als auch hochabstrakte Programmierung ist möglich.
    * Sehr hohe Ausdrucksstärke und Flexibilität – Beispiel: die anpassbare Freispeicherverwaltung, in die sich etwa nahtlos eine automatische Speicherbereinigung (englisch garbage collector) integrieren lässt.
    * Für große Projekte geeignet.
    * Weite Verbreitung.
    * Die Sprache ist nicht im Besitz einer Organisation (im Unterschied zu beispielsweise Java). Standardisierung durch die ISO
    * Weitreichende Möglichkeiten für die Metaprogrammierung
    * Kompatibilität mit C – Vorteil: Es steht eine breite Codebasis zur Verfügung.
    * Jede C++-Entwicklungsumgebung für Windows verfügt heute bereits über eine Bibliothek vorgefertigter C++-Klassen (Framework), mit dem sich der Programmieraufwand erheblich reduzieren lässt.

    Schwächen

    * Kompatibilität mit C – Nachteil: historischer Ballast muss mitgeschleppt werden, zum Beispiel der von C übernommene Präprozessor, oder die teilweise schwer verständliche C-Syntax. Die Kompatibilität zu C hat u. a. zur Folge, dass einige Details der Sprache Compiler-spezifisch sind, die es aber nicht sein müssten. So ist beispielsweise die Auswertungsreihenfolge von Teilausdrücken je nach Compiler und Plattform unterschiedlich. Dies erschwert die Portierung von C++-Programmen zwischen Rechnertypen, Betriebssystemen und unterschiedlichen Compilern.
    * Die aktuellen Compiler (Stand: 2005) sind rückständig bezüglich der Umsetzung der ISO-Norm.
    * Die aktuellen Compiler produzieren nicht immer optimalen Code, sowohl in Bezug auf Geschwindigkeit als auch auf Code-Größe.
    * Zum Erlernen sind verhältnismäßig lange Einarbeitungszeiten erforderlich.
    * Die aktuelle C++-Standardbibliothek deckt einige neue Erfordernisse noch nicht ausreichend ab, zum Beispiel Threads, TCP/IP, Dateisystem-Verzeichnisse. Deshalb besteht in diesen Bereichen, bei Verwendung herstellerspezifischer Bibliotheken, eine eingeschränkte Portabilität über Betriebssystemgrenzen hinweg (Entwicklung zahlreicher externer Bibliotheken).
    * Aufgrund des breiten Leistungspektrums und der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten ist die Verwendung von Programmierrichtlinien (aus Gründen der Wartbarkeit und Fehleridentifizierung) mehr als in anderen Sprachen anzuraten.

    Verwandtschaft mit C

    C++ ist eine Erweiterung der Programmiersprache C gemäß dem Stand von 1990 (ISO/IEC 9899:1990, auch kurz C90 genannt). C++ enthält C nach dem Stand C90 fast vollständig. Einige wenige C-Programme lassen sich nicht ohne weiteres als C++ kompilieren beziehungsweise haben als C++-Programme eine etwas andere Bedeutung. Dabei handelt es sich aber um Sonderfälle, die in der Praxis keine große Rolle spielen.

    Die Kompatibilität mit C war eines der Hauptdesignziele bei der Entwicklung der Programmiersprache C++. Grund dafür war die große Verbreitung von C. C-Compiler sind auch heute noch für praktisch jeden Prozessor verfügbar. Deswegen gilt die Kompatibilität mit C immer noch als eine der wichtigsten Eigenschaften von C++.

    Im Laufe der Entwicklung der beiden Sprachen gab es auch Rückwirkungen von C++ auf C. Beispielsweise wurden in C const sowie die Funktionsprototypen von C++ übernommen.

    Die letzten Änderungen an C fanden 1999 statt (ISO/IEC 9899:1999). Gemäß dem Ratifizierungsjahr 1999 spricht man, wenn man sich auf diesen C-Stand bezieht, deshalb auch von C99. Ein Beispiel für darin eingeführte Spracherweiterungen sind die so genannten VLAs (engl. variable length array).

    Aufgrund dieser Weiterentwicklung von C gibt es theoretisch mehr Inkompatibilitäten zwischen C und C++. Mittlerweile unterstützen viele Compiler diesen neuen Stand C99 in der Sprachdefinition und nicht ganz so viele auch in der Bibliothek, so dass die Bedeutung dieser Unterschiede zwischen C und C++ zunimmt. Bei der in Arbeit befindlichen C++-Version wird u. a. daran gearbeitet, die neuen C99-Merkmale mit einzuarbeiten. Einige C++-Compiler unterstützen C99-Neuerungen schon jetzt (z. B. der gcc).

    Dazu sag ich nur: Ein doppeltes 👍 !



  • Mal eine Zwischenfrage: welche(r) Compiler kommt eigentlich dem c++ Standard am nähesten?
    Ich dachte die neueren Compiler würden dies zu 99% tun? Aber wahrscheinlich irre ich mich.
    Und welche Compiler sind beim Umsetzen des Standards so richtig schlecht?

    Fragen die die Welt bewegen 🙂



  • Tobias W schrieb:

    Mal eine Zwischenfrage: welche(r) Compiler kommt eigentlich dem c++ Standard am nähesten?
    Ich dachte die neueren Compiler würden dies zu 99% tun? Aber wahrscheinlich irre ich mich.
    Und welche Compiler sind beim Umsetzen des Standards so richtig schlecht?

    Fragen die die Welt bewegen 🙂

    Also AFAIK ist gcc/g++ der compiler, der am Standardtreusten ist.
    Die compiler von MS sind weniger Standardgetreu.
    Man beachte bestimmte Sprachelemente, die nur bim VSC++ vorhanden sind.
    Über den Borland compielr kann ich nix sagen, da ich ihn nie genutzt habe.

    (Jaja, ich erinner mich noch daran, als ich mich durch die MSDN gewühlt hab udn da iese bemerkungen standen ala Nur auf VSC++ verfügbar)



  • Herrlich wenn Unregs hier ungeniert ihre Unwissen posten dürfen. 😃 👍

    TobiasW! Im Prinzip setzen alle neueren C++ Compiler den Standard sehr gut um. Die 99% sind auch gut gedacht, da dies auch MS z.B. sagt. Denn du kannst davon ausgehen das hauptsächlich nur das Schlüsselwort export bisher nicht nutzbar ist. Das C++ Komitee hat sogar mal in Betracht gezogen, das export aus dem nächsten Standard zu rauszunehmen. Wurde aber wieder verworfen, da dann jemand anderes wieder kommen könnte, um was anderes streichen zu wollen.

    Folgende Compiler sind so ziemlich 99% ISO-C++ Standardkonform:

    MS VC++: ab Version 7.1 (2003), v8.0 (2005) ist hier endgültig top.
    GCC: soweit ich informiert bin, seit der 4.0 Version? Wissen die GCC Fans bestimmt besser bescheid.
    Intel C++ Compiler: definitiv ab Version 9. Ob schon 8er Version weiß ich nicht.

    Ansonst machen leider z.B. Borlands Compiler, Suns Compiler u.a. viel Ärger. Sun ist deshalb selbst mittlerweile auf den GCC umgestiegen.



  • normal schrieb:

    Also AFAIK ist gcc/g++ der compiler, der am Standardtreusten ist.
    Die compiler von MS sind weniger Standardgetreu.
    Man beachte bestimmte Sprachelemente, die nur bim VSC++ vorhanden sind.
    Über den Borland compielr kann ich nix sagen, da ich ihn nie genutzt habe.

    (Jaja, ich erinner mich noch daran, als ich mich durch die MSDN gewühlt hab udn da iese bemerkungen standen ala Nur auf VSC++ verfügbar)

    Der gcc kompiliert voreingestellt gnu++98, also mit den GNU-Erweiterungen.

    MfG


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