Selbstmord von Mr. WM - Thread versehentlich geschlossen



  • @F98
    Ja, es gibt Situationen in der Wirklichkeit, in denen die Hoffnung stirbt, und wenn die Hoffnung zuletzt stirb ist man an diesem Punkt schon tot!
    Du kannst nicht davon ausgehn, dass jeder und jede mit allem fertig wird. Sie Dir mal zum Beispiel die Symptomatik vom Borderline-Syndrom an. Hey üble Sache, und es gibt viele die damit jeden Tag kämpfen. Nur irgendwann geben einige auf. Hilfe ist fast unmöglich, gut man kann Psychopharmaka (Drogen!) nehmen, um zu funktiionieren, aber ist das lebenswert?
    Wie kannst Du jemanden so verurteilen, ohne selbst je in einer beklemmenden Lebenssituation gewesen zu sein?



  • Hallo

    F98 schrieb:

    Was tut der Schwarze denn, wenn er zwar gräbt und gräbt, aber nicht auf Wasser stösst? Weitergraben? Wäre in dem Fall ja wohl auch suizid...

    Wonaders graben, effizienter graben, wegziehen, was weis denn ich, jedenfalls den Kopf anstrengen und was tun.

    Was sich Leute herausnehmen, die einfach nur zum Wasserhanh gehen müssen, ist wirklich sensationell. Ein sehr grosser Teil versucht wegzuziehen und zwar dahin, wo es genug Wasser gibt und wo die Leute in ihrem Luxus ersticken. Aber so selbstlos wie du anscheinend bist, hast du ja bestimmt Lust mit 10 Afrikaner zu leben. Wo sollen die denn hingehen, wenn keiner sie aufnehmen will.

    chrische



  • Wenn jeder (vor allem für sich selber) so denken würde (und könnte!) wie F98, dann wäre die Welt besser. Ich finde es gut, wenn man für sich selber so denkt und auch dann noch anpackt, wenn die Situation ausweglos erscheint. Wenn du, F98, in den krassesten Situationen so bist, dann Hut ab. Das ist toll und erstrebenswert.
    Aber leider denkt nicht jeder so, und einige sind wohl auch nicht fähig, so zu denken. Daher würde ich es nicht als moralisch verwerflich ansehen, wenn jemand Selbstmord begeht. Wenn man keinen Sinn mehr sieht, weiterzuleben, warum sollte man sich nicht das Leben nehmen. Gesetzt den Fall, man entscheidet nicht über andere Köpfe hinweg, sondern nur für sich selber. Meiner Meinung nach hätte der Typ, um den es in diesem Thread eigentlich ging, alleine schon aus dem Pflicht- und Verantwortungsgefühl für seine Tochter heraus am Leben bleiben müssen. Aber das haben ich ja schon desöfteren geschrieben...
    Und mal an alle, die meinen es wäre kein freier Wille, wenn man Selbstmord begeht: Es ist dann freier Wille, wenn es diesen überhaupt gibt (es gibt ja Wissenschaftler, welche gerade dieses bezweifeln). Aber gehen wir mal davon aus, es gäbe den freien Willen. Dann ist eine Entscheidung zum Selbstmord freier Wille, denn man wird ja nicht von irgendwas gelenkt. Genauso ist es der freie Wille von alten Menschen, die ans Bett gefesselt sind und nichts mehr tun können als zu atmen, sich das Leben zu nehmen.



  • WebFritzi schrieb:

    Wenn jeder (vor allem für sich selber) so denken würde (und könnte!) wie F98, dann wäre die Welt besser.

    Es ist einfach so zu denken, wenn man nicht drin steckt. Das ist wieder typisches, linkspopulistisches Gefasel.

    WebFritzi schrieb:

    Meiner Meinung nach hätte der Typ, um den es in diesem Thread eigentlich ging, alleine schon aus dem Pflicht- und Verantwortungsgefühl für seine Tochter heraus am Leben bleiben müssen. Aber das haben ich ja schon desöfteren geschrieben...

    Stimmt... und es haben mehrere Leute mehrfach darauf geantwortet, worauf du dich aus der Diskussion zurück ziehen wolltest. Und nach wie vor bist du mir die Antwort schuldig: Wäre denn ein depressiver Vater besser für das Kind als ein Pflegevater?

    WebFritzi schrieb:

    Und mal an alle, die meinen es wäre kein freier Wille, wenn man Selbstmord begeht: Es ist dann freier Wille, wenn es diesen überhaupt gibt (es gibt ja Wissenschaftler, welche gerade dieses bezweifeln). [...] denn man wird ja nicht von irgendwas gelenkt.

    Dann ist es also dein freier Wille z.B. Steuern zu bezahlen? Es ist auch dein Freier wille, wenn dich in ner Seitengasse ein paar typen niederstrecken und dich ausrauben? Und erst recht dein Freier wille ist es, wenn dich ein Hund zerfetzt, nachdem er dich in eine Sackgasse getrieben hat, ja?

    Wenn du jetzt tatsächlich darauf mit "ja" antwortest hast du etwas grundlegendes deines Lebens nicht verstanden: Es gibt immer Zwänge. Man ist nie 100%ig frei. Man unterliegt gewissen Regeln und Zwängen die einem von Kindsbeinen an eingeimpft wurden, und die vom Umfeld hochgehalten werden. Und es kann passieren, dass man in Situationen rein schliddert ohne etwas dagegen tun zu können. Warum will das eigentlich keiner von euch begreifen?



  • junix schrieb:

    WebFritzi schrieb:

    Wenn jeder (vor allem für sich selber) so denken würde (und könnte!) wie F98, dann wäre die Welt besser.

    Es ist einfach so zu denken, wenn man nicht drin steckt. Das ist wieder typisches, linkspopulistisches Gefasel.

    LOL, so ein Quatsch. Das geile ist dabei noch, dass ich alles andere als links eingestellt bin. 😃 Du verstehst einfach nicht, was ich meine. Ich meinte natürlich, dass die Welt besser wäre, wenn jeder so denken könnte (und dies auch täte) wie F98 - auch in dem Falle, dass man selber drin steckt. Dann würde es den Menschen nämlich wesentlich einfacher fallen, aus einer Depression wieder herauszukommen. Aber dies ist ja eh hypothetisch und daher unwesentlich. Du brauchst nicht mehr darauf einzugehen.

    junix schrieb:

    Wäre denn ein depressiver Vater besser für das Kind als ein Pflegevater?

    Ah, wusste nicht, dass dir eine Antwort so wichtig ist. Meine Antwort: Ich weiß es nicht. Das ist sicherlich von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt auch von der Schwere der Depression sowie von der Festigkeit des Kindes ab. Aber höchstwahrscheinlich spielt das hier eh keine Rolle, da der Vater sicherlich nicht schwerst depressiv war. Das ist kaum möglich, wenn er als Hauptverantwortlicher in Berlin die WM vorbereitet hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Hauptgrund für den Suizid finanzieller Natur war. Aber OK, jetzt würdest du kommen und sagen, dass das eh Spekulationen sind. Und das stimmt ja auch. Wir haben ja keine Ahnung. Und deshalb hast du mich jetzt soweit gebracht, folgendes zu verkünden:

    Ich revidiere meine Aussagen und Beschimpfungen, da ich zu sehr von einer Annahme ausgegangen bin! Ich korrigiere: Wenn der Vater schwerst depressiv war und schon einiges dagegen unternommen hatte (z.B. Psychologe/Psychiater, d.h. Therapie), der Meinung war, das Kind wäre glücklicher ohne ihn, und absolut keinen Ausweg mehr aus dem Dilemma gefunden hatte, dann tut mir meine Aussage leid. Ich hatte diesen Fall nicht bedacht. Wenn dem aber nicht so ist, dann stehe ich zu meinen Aussagen und verurteile das Verhalten des Vaters.

    junix schrieb:

    Dann ist es also dein freier Wille z.B. Steuern zu bezahlen?

    Ich kann etwas dagegen tun. Zum Beispiel auswandern. Und ich MUSS es auch nicht tun. Folge ist, dass ich bestraft werde. Aber JA, es ist mein freier Wille, Steuern zu zahlen. Dies gehört zu dieser Gesellschaft, und es ist mein freier Wille, mich für diese zu entscheiden. Also: kein gutes Beispiel.

    junix schrieb:

    Es ist auch dein Freier wille, wenn dich in ner Seitengasse ein paar typen niederstrecken und dich ausrauben? Und erst recht dein Freier wille ist es, wenn dich ein Hund zerfetzt, nachdem er dich in eine Sackgasse getrieben hat, ja?

    Absolut unpassend. In diesen Fällen bin ich die PASSIVE Person. Im Falle eines Selbstmordes ist man die AKTIVE Person. Man agiert. In deinen Fällen agieren andere. Wie für mich gilt auch für dich, vorher nachzudenken, bevor du schreibst. Vielleicht auch mal länger als 20 Sekunden. 😉

    junix schrieb:

    Wenn du jetzt tatsächlich darauf mit "ja" antwortest hast du etwas grundlegendes deines Lebens nicht verstanden: Es gibt immer Zwänge. Man ist nie 100%ig frei. Man unterliegt gewissen Regeln und Zwängen die einem von Kindsbeinen an eingeimpft wurden, und die vom Umfeld hochgehalten werden. Und es kann passieren, dass man in Situationen rein schliddert ohne etwas dagegen tun zu können. Warum will das eigentlich keiner von euch begreifen?

    Ich finde es schon ziemlich frech, wie du hier die Leute ansprichst. Dein letzter Satz impliziert die Dämlichkeit der angesprochenen, und das ist für mich schon eine halbe Beleidigung. Find ich nicht OK. Zum Thema: Natürlich ist man nie 100%ig frei. Aber was heißt schon Freiheit oder Zwang? Du redest hier über etwas, was du nicht definiert hast. Was heißt für dich "Zwang" oder "Freiheit"? Und bitte zitiere nicht nur Wikipedia, denn ich würde es schon gerne sehen, wenn du deine Definition in Beziehung zu unserem Thema setzt. Danke.



  • junix schrieb:

    WebFritzi schrieb:

    Wenn jeder (vor allem für sich selber) so denken würde (und könnte!) wie F98, dann wäre die Welt besser.

    Es ist einfach so zu denken, wenn man nicht drin steckt. Das ist wieder typisches, linkspopulistisches Gefasel.

    Wie kommst du denn darauf? Was hat das mit einer Weltpolitischen Einstellung zu tun. Im übrigen zeugt doch seine Meinung eher davon, dass er konservativ, mit christlichen Hintergrund geprägt ist. (muss nicht sein, aber es hört sich ein bisschen so an) Das die Welt besser eins soll, davon träumen ja wohl alle politischen Lager, nur das wie ist halt immer verschieden.

    chrische



  • junix schrieb:

    Dann ist der Tod immer noch keine Lösung des eigentlich Problems.

    Lösung für das Symptom (Seelische Qualen) durchaus. Nicht aber für die Ursache. Da hast du recht. Aber es sprach auch niemand von einer Lösung der Ursache.

    Aber genau dort muß doch angesetzt werden, das Übel muß an der Wurzel gepackt werden und nicht nur wegpoliert. Probleme muß man nachhaltig behandeln und nicht nur kurzfristig, sonst holen sie einen irgendwann wieder ein und man steht dann vor dem schon besprochnenen Berg und weis nicht mehr weiter.

    junix schrieb:

    Solche Zustände kenne ich nicht.

    Und was du nicht kennst existiert nicht?

    Das habe ich damit nicht behauptet, das hast Du Dir beim Lesen gedacht und mir in den Mund gelegt.

    junix schrieb:

    Die Andere Hälfte besagt, dass irgendwann ein Aufgeben zum "selbstschutz" stattfinden muss. (Nein, das muss nicht unbedingt der Freitod sein) Ansonsten geht man an der Problemlösung kaputt.

    Das ist prinzipiell richtig. Auch die Aufgabe ist eine Lösungsmöglichkeit.

    ABER: Meiner Meinung nach bedeutet Aufgabe nicht Selbstmord. Aufgabe ist in dem Falle, nach meiner Definition, das Einsehen des Scheiterns als Lösung, als Lerneffekt für Zukünftiges (!). Der Mensch muß auch Niederlagen verkraften und damit leben können. Das ist es, was viele heute verlernen und mit dem Wort Freiheit verwechseln. Freiheit (im Geiste) bedeutet nicht die Freiheit zu haben es sich einfach zu machen und Problemen aus dem Weg zu gehen. Freiheit muß man sich teuer erkaufen, indem man sich dem Leben und den damit verbundenen Problemen stellt. Darin ist auch die bittere Erkenntnis des Scheiterns inbegriffen.

    Nur so kann der Mensch im übrigen schöpfen, so dass er im Rahmen seiner Möglichkeiten neues schafft und über sich hinauswächst. Jeden Tag. Im Kleinen, wie im Großen.

    Dies macht für mich den Wert eines Menschen aus.

    Der Selbstmörder degradiert sich dadurch zu weniger als Nichts.

    PS:

    Ich hatte vor Kurzem auf einer Hochzeit das Lied "Der blaue Planet" von der Gruppe "Karat" gespielt. Darin kommt eine Zeile vor die lautet

    "Uns hilft kein Gott unsere Welt zu erhalten"

    Der anwesenden Pfarrersfrau ist das irgendwie in die Nase gestiegen ... Sie hat das anscheinend als Verneinung Gottes aufgefasst, was es ja nicht ist.

    Meiner Meinung nach ist der Sinn des Lebens 🙂 als Mensch darin begründet, nicht darauf zu warten das der liebe Herrgott würfelt oder sonstwie die Menschen anleitet. Das haben anscheinend viele Gläubige noch nicht begriffen.

    Der Mensch ist in seiner Handlung frei und für sich und sein Tun selbst verantwortlich, er selbst muß die Verantwortung übernehmen und mit den Konsequenzen seines Tuns leben und sich entwickeln, die Antworten auf die Fragen selbst finden. Diese Qualität erreicht man nicht, indem man sich durch Freitot entzieht. Das ist die Definition meines Systems, ob sie allgemeingültig ist sei dahingestellt.



  • Hallo

    F98 schrieb:

    "Uns hilft kein Gott unsere Welt zu erhalten"

    Der anwesenden Pfarrersfrau ist das irgendwie in die Nase gestiegen ... Sie hat das anscheinend als Verneinung Gottes aufgefasst, was es ja nicht ist.

    Meiner Meinung nach ist der Sinn des Lebens 🙂 als Mensch darin begründet, nicht darauf zu warten das der liebe Herrgott würfelt oder sonstwie die Menschen anleitet. Das haben anscheinend viele Gläubige noch nicht begriffen.

    Was du da schreibst stimmt so einfach nicht. Wie oft sind es den christliche Menschen oder Organisatoren, die Dinge bewegen und nicht einfachn nur warten: Krankenhäuser, Kindergärten, friedliche Recolution in der DDR, Hitlerattentat.

    Ich weiß, dass das auch von anderen Menschen gemacht wird, aber zu schrieben, dass alle Gläubigen untätige Fatalisten sind, (etwas übertrieben) das ist unfair und wird der Sache nicht gerecht.

    chrische



  • Hab ich nicht geschrieben.

    Ich habe "viele" jedoch nicht "alle" geschrieben. Ich will hier auch keine "Glaubensfrage" oder "Gibt es einen Gott"-Diskussion anfangen. Ich vertrete, hoffentlich nachvollziebar, meine eigene nicht allgemeingültige Meinung und bin bereit daran zu arbeiten.

    Im Übrigen stehen die Überbegriffe, die Du genannt hast, nur bedingt im Zusammenhang mit dem christlichen Glauben und dessen Umsetzung (Beispiel Umsturz in der DDR: Wieviele davon waren in der Kirche? 10%?).



  • Hallo

    F98 schrieb:

    Im Übrigen stehen die Überbegriffe, die Du genannt hast, nur bedingt im Zusammenhang mit dem christlichen Glauben und dessen Umsetzung (Beispiel Umsturz in der DDR: Wieviele davon waren in der Kirche? 10%?).

    Das habe ich ja auch geschrieben, dass nicht immer der Glaube der Hintergrund war. Aber gerade der Umsturz in der DDR ging doch von den Montagsfriedensgebeten in der Leipziger Nikolaikirche aus.

    chrische


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