Linux Partitionierung - Optimale Performance?



  • Guten Abend

    Wollte mir nun ein Gentoo einrichten, und bin mir unsicher, welches Partitionierungslayout optimal wäre. Habe bislang eine schnelle 150GB SATA Platte, hätte aber noch eine etwas ältere 8GB rumliegen.
    Hauptnutzung wäre Programmierung mit C++, aber auch Websurfen, Mail und Office Anwendungen. Dachte dabei, das ich ein grosse Partition mache für Daten, da ich grosse Archive, die ich runterlade, auch aufbewahren möchte, und eine etwas kleinere für temporäre Daten, sprich Kompilierung von Softwarepaketen und eigenen Projekten, sowie für Zwischenspeicherung aufwendiger Berechnungen in diesen Projekten.
    Irgendwie ist mir das aber noch nicht ganz klar, mit den Einhängepunkten: Kompilieren tut gcc in /var/tmp, oder wie?
    Das Gentoo Handbuch macht folgendes Beispiel:

    Partition  	Dateisystem  	Größe  	Beschreibung
    /dev/hda1 	ext2    32M 	Boot Partition
    /dev/hda2 	(swap)  512M 	Swap Partition
    /dev/hda3 	ext3 	Rest	Root Partition
    

    Nun würd ich einfach noch zwei weitere machen:

    Partition  	Dateisystem  	Größe  	Beschreibung
    /dev/hda1 	ext2 	32M 	Boot Partition
    /dev/hda2 	(swap)  2G 	Swap Partition
    /dev/hda3 	ext3 	24G	Root Partition
    /dev/hda4 	ext3 	24G	/var
    /dev/hda5 	ext3 	Rest	/home/
    

    Macht das Sinn?
    Besten Dank für ihre Hilfe

    Erhardt F.



  • Ich kann dir ja mal meins nennen, entscheide selbst, ob das was für dich ist:

    (160 GB)
    /dev/sda1 <ext2> 50 MB    - Boot-Partition
    /dev/sda2 <ntfs> 50 GB    - Windows
    /dev/sda3 <reiserfs> 2 GB - Linux Root-Backup
    /dev/sda4 <lvm>  30 GB    - LVM-PV
    
    (250 GB)
    /dev/sdb1 <vfat> 30 GB    - "Austausch"-Partition (beschreibbar aus Windows und Linux)
    /dev/sdb2 <lvm>  80 GB    - LVM-PV
    

    Die LVM Physical Volumes (PVs) sind zu einer Volume Group (VG) namens system zusammengefasst. Darauf ist die Einteilung etwa wie folgt:

    /dev/system/root <reiserfs> 2 GB
    /dev/system/usr  <reiserfs> 20 GB
    /dev/system/home <reiserfs> 10 GB
    /dev/system/opt  <xfs>      8 GB
    /dev/system/swap <swap>     4 GB
    

    /var/tmp ist dabei nach /usr/tmp gelinkt.

    Find ich sehr praktisch, weil ich nicht sklavisch an ein Layout gebunden bin, sondern es bei Bedarf (im laufenden Betrieb!) anpassen kann. Vor allem würde ich an deiner Stelle zu Anfang die LVM-Partitionen (Logical Volumes) relativ klein halten, weil das Erweitern nach oben kein Problem ist während das Verkleinern meist (je nach Dateisystem) nicht funktioniert.

    Den komplett ungenutzten Platz nutze ich, um die Windowspartition bei Bedarf zu erweitern.

    Wenn du eine zweite Platte mit reinhängst, kann die ohne Probleme in die Volume Group hinzugefügt werden und du kannst die Kapazität voll (und ohne es zu bemerken ;)) nutzen.

    Im Gentoo-Wiki gibts auch eine sehr gute Anleitung zum einrichten eines solchen Systems.

    Performance Schwierigkeiten hatte ich bisher damit auch nicht.



  • Wo ist eigentlich der Sinn von der boot-Partition?
    Ich lebe (bisher) gut ohne...

    @.filmor
    4GB swap, ist das nicht übertrieben?



  • Spätestens wenn du root in eine Volume-Group legst brauchst du eine Boot-Partition mit einer entsprechenden initrd. Außerdem hab ich meinen Kernel gerne in Sicherheit ;).

    4G Swap sind tatsächlich völlig übertrieben, ich werds auch wieder auf die vorherigen 512M runterfahren, aber ich musste letztens einen in Haskell geschriebenen Interpreter von der Uni kompilieren und der hat tatsächlich 3G benötigt (bei 1G RAM). Dank LVM war und ist das aber kein Problem.



  • /var würde ich nicht auf eine separate Partition legen. Portage kompiliert zwar dort; mehr als vielleicht 2GB kommen da aber nicht zusammen. Im "inaktiven Zustand" sind es bei mir ca. 300MB. Auf eine separate Partition legen würde ich dagegen /usr/portage, denn das verbraucht nach einer gewissen Zeit viel Platz, wenn man nicht alte Source-Pakete löschen will. Außerdem ist das praktisch, wenn man mehr als eine Gentoo-Installation hat (z.B. 23Bit und 64Bit). Eine "Austausch"-Partition in FAT32 ist nicht sehr sinnvoll. Man hat das Problem mit den max. 4GB großen Dateien, die Datei-Rechte gehen verloren und außerdem gibt es ja einen recht guten ext2/3-Treiber für Windows (http://www.fs-driver.org/). Wenn man wie ich zu faul ist, alte Kernel-Images zu löschen, wäre eine größere Boot-Partition auch sinnvoll. Ich hab z.B. 1GB. Swap braucht man - im Normalfall - ab 1GB RAM nicht. Bei mir werden da höchstens mal 400KBytes ausgelagert, obwohl ich 2GB swap habe.



  • Wie gesagt, das war eine temporäre Spitze mit der Swap-Partition, ich war nur zu faul das wieder umzubauen.
    Das 4GB Problem bekäme ich nur, wenn ich DVD-Images durch die Gegend schieben wollte, was ich nicht tue.
    Dass die Dateirechte flöten gehen ist mir auch ziemlich egal, die Partition ist eh nichts anderes als ein "Toter Briefkasten". Ich schreib von Linux drauf und kanns dann mit Windows lesen.
    Von Linux aus kann ich den ganzen NTFS Kram eh lesen und (wenn es unbedingt sein muss) auch schreiben, aber Windows weiß nichts von LVM, deshalb funktioniert das mit dem ext2-Treiber (oder reiserfs) nicht.



  • .filmor schrieb:

    4G Swap sind tatsächlich völlig übertrieben, ich werds auch wieder auf die vorherigen 512M runterfahren, aber ich musste letztens einen in Haskell geschriebenen Interpreter von der Uni kompilieren und der hat tatsächlich 3G benötigt (bei 1G RAM). Dank LVM war und ist das aber kein Problem.

    Verdammt das muss ja Tage gedauert haben wenn er da die ganze Zeit swapt.



  • Mit Linux gibt es nie was optimales.



  • Wenn alles optimal wäre bräuchte man ja nichts neues.
    Aber optimaler als bei Windows ist es alle mal 😉


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