openSource Projekt Ja oder Nein?



  • Hallo Leute,

    ich arbeite jetzt seit über drei Jahren an einem Projekt, das immer beliebter wird. Anfangs hab ich das Ziel gehabt die Software zu vermarkten.
    Die letzten Wochen hab ich mir mal ernsthaft Gedanken drüber gemacht das Projekt im Sinne der OpenSource Bestimmungen zu veröffentlichen, nur hab ich angst dass das Projekt damit den "Bach" runter geht. Zudem beschätigt mich die Frage wie das Projekt dann weiter Fuß fassen soll - wie wird ein solches Projekt finanziert..etc.

    Als letzte Sache wäre, wenn ich das Projekt nun gewerblich vermarkte werde ich zwar hier und dann mal viel Geld verdienen, möchte das aber nicht langfristig machen, wonach ich durch die Kommerzielle Sache direkt an das Projekt gebunden bin. Zudem wird der Markt sicherlich schnell gesättigt sein.

    Daher hab ich eine weitere Intention, dass ich das Projekt über die OpenSource geschichte "abgeben" kann.

    Evt. hat jemand in diesem Bereich etwas Erfahrungen gesammelt?

    Würde mich über ein paar Kommentare dazzu freuen.



  • Wie soll ein projekt den Bach unter gehen wenn mans OpenSource veröffentlicht? Dadurch erhöht sich der Beliebtheits-/Bekanntheitsgrad der Software.



  • Du kannst ja erstmal das ganze kommerziel vermarkten und wenn du keine Lust mehr hast, den Code veröffentlichen und unter GPL stellen, dann bist du wieder frei. Natürlich muss vorher in deiner Lizenz erwähnt sein das dies möglich ist.



  • walljumper schrieb:

    Natürlich muss vorher in deiner Lizenz erwähnt sein das dies möglich ist.

    Eigentlich nicht - auch wenn es die Fairness gebietet.



  • walljumper schrieb:

    Du kannst ja erstmal das ganze kommerziel vermarkten und wenn du keine Lust mehr hast, den Code veröffentlichen und unter GPL stellen, dann bist du wieder frei. Natürlich muss vorher in deiner Lizenz erwähnt sein das dies möglich ist.

    Grundsätzlich hatte ich mir diesen Ansatz auch überlegt. Ich war mir nur nicht sicher wie das rechtlich machbar ist - bzw. von dem Kunden anfechtbar ist. Wie SeppSchrot bereits erwähnt hat wäre die Fairness auch eine Sache - wobei mach das wiederum kompensieren könnte, indem Kunden besondere Rechte / Support haben ...



  • Sieh dich doch etwas bei z.B. MySQL um. Dort kann man es kostenlos nutzen, indem man das MySQL Paket unter der GPL erwirbt. Möchte man hingegen Software damit schreiben, die ClosedSource bleiben soll, so erwirbt man mit Geld diegleiche Software aber mit einer Nicht-GPL und Support. Bei Trolltech ist es ähnlich.

    Es ist also durchaus rechtlich machbar.



  • Rechtlich ist das gar kein Problem. Du kannst sogar das Programm gleichzeitig verschenken und verkaufen. Da kann sich der Käufer gar nicht beschweren. Auch wenn das auf dem ersten Blick blödsinnig erscheint, ist das genau das, was einige grosse Firmen machen. Populäre Beispiele sind Trolltech mit Qt und Mysql mit Mysql. Beide Produkte bekommst Du kostenlos unter der GPL, kannst aber auch dafür bezahlen.
    Für den Anbieter der Software hat die kostenlose Variante einen Werbeeffekt, da der Verbreitungsgrad grösser wird.
    Ein Käufer bekommt für sein Geld auch Vorteile. Zum einen ist der Käufer nicht an die restriktionen der GPL gebunden, sondern bekommt eine andere Lizenz, die ihm unter Umständen mehr erlaubt und zum anderen bekommt er Support und Garantien entgegen dem Motto: "einem Geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul".



  • Wie man das Projekt am besten als OpenSource-Produkt vermarktet hängt auch stark davon ab, was das für ein Projekt ist.

    Bei Entwickler-Werkzeugen oder Libraries kannst du (wie bereits gesagt) eine Doppel-Lizenzierung ala MySQL oder Qt benutzen. Bei anderen Projekten könntest du zB die Entwicklung von Features oder Support verkaufen etc.



  • Duallizenz ist vom Prinzip her ein guter Schachzug, keine Frage!

    Aber ein Problem sehe ich bei dieser Duallizenz: wenn jemand die GPL-Variante erweitert und natürlich zur Verfügung stellt, kann man diese Erweiterungen nicht in die Bezahlvariante integrieren, oder? Oder sehe ich das falsch? Trolltech verlangt meines Wissens von jedem, der was beisteuert, eine Erlaubnis, das es auch in der Bezahlvariante mit einfliessen kann. Also, die Bezahlvariante kann wegen der GPL doch garnicht von der GPL-Variante profitieren (im Sinne der Weiterentwicklung meine ich).

    Irgendwie ganz schön kompiliziert finde ich.



  • Artchi, was spräche denn dagegen, dem Beisteuernden im Nachhinein das Ausgangsprodukt unter einer entsprechenden Lizenz zukommen zu lassen?

    Also, "Ich schenke dir eine Einheit mit NichtGPL (meinetwegen zurückdatiert) und dafür fließt dein Zusatz in die nächste Version mit ein."



  • Wenn der Beisteuernde das mitmacht... aber was, wenn er mit der GPL-Version gluecklich ist?



  • Wenn man ihn nicht irgendwie ködern kann, dann kann man nichts machen, denn es ist ja sein Werk.
    Er ist ja durch die GPL nur verpflichtet, den Quelltext zugänglich zu machen, wenn er die erweiterte Version weitervertreibt.

    EDIT: In der Praxis wird es dann wohl so aussehen, dass man auf die Produktwebseite irgendwo schreibt: Wir empfehlen auch die Erweiterung von Autor XY. Bitte beachten Sie, dass diese Version außschließlich unter der GPL erhältlich ist."


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