Bringen mehr Waffen mehr Sicherheit?



  • Wenn die Amerikaner mehr Waffen im Privatbesitz hätten, würde es dort dann mehr oder weniger Todesopfer durch Schusswaffen geben?



  • Ne, das sieht man ja.

    Auch das Verteidigungsargument ist lächerlich. Die Wahrscheinlichkeit das du dein Leben verlierst oder deine Waffe zumindest gegen dich eingesetzt wird während eines Verbrechens ist einfach viel zu hoch. Außerdem woher soll die Polizei erkennen, wer "gut" und wer "böse" ist? Im Zweifelsfall wirst du dann eben von der Polizei abgeballert.

    Bei dem aktuellen Amoklauf gibt es ja jetzt Sprüche ala "Wären die Studenten alle bewaffnet gewesen, wäre das nicht passiert". Aber nach meiner Ansicht hätte es dann weit über 100 tote gegeben. Weil die Studenten sich gegenseitig abgeschossen hätten, weil sie alle vom anderen meinten, er sei der Amokläufer und die Polizei hätte die Studenten abgeschoßen etc. Vermutlich hätten wir bis heute noch Bürgerkriegsähnliche Zustände an der Uni.



  • Mehr, schon allein durch Unfälle. Wenn man mehr Swimming-Pools aufstellt, dann ertrinken auch mehr Leute. Das ist eigentlich ziemlich einfach.

    Die Frage, die Du eigentlich stellen wolltest, ist doch: welche Leute erwischt es und wie ist das zu bewerten? Wenn sich ein 17jähriges Mädchen vor einer Vergewaltigung rettet, indem sie ihren Täter erschießt, wie ist das zu bewerten? Wenn Leute aus vorbeifahrenden Wagen erschossen werden, wie ist das zu bewerten? Wenn sich ein kleines Kind beim Spielen mit einer herumliegenden Pistole erschießt, wie ist das zu bewerten?



  • Ne ne. So nicht. Einfach Fragen in die Runde werfen und sich dann auf den ersten stuerzen der eine unpassende Antwort liefert ist kein guter Diskussionsstil.



  • Nur solange Dein gegenüber weiß, daß Deiner größer ist. 😃



  • robot schrieb:

    Wenn die Amerikaner mehr Waffen im Privatbesitz hätten, würde es dort dann mehr oder weniger Todesopfer durch Schusswaffen geben?

    Ist das eine retorische Frage?

    Wenn nein, dann dürfte die Antwort trotzdem recht eindeutig "Mehr Todesopfer" lauten.



  • AJ schrieb:

    robot schrieb:

    Wenn die Amerikaner mehr Waffen im Privatbesitz hätten, würde es dort dann mehr oder weniger Todesopfer durch Schusswaffen geben?

    Ist das eine retorische Frage?

    Wenn nein, dann dürfte die Antwort trotzdem recht eindeutig "Mehr Todesopfer" lauten.

    Es sollte eine Anspielung auf den heute bzw. gestern häufig zitierten Satz der Waffenlobbyisten sein:

    rüdiger schrieb:

    "Wären die Studenten alle bewaffnet gewesen, wäre das nicht passiert"

    Mich hat einfach nur interessiert, ob es hier Leute gibt, die solch einer offensichtlich verzerrten Logik folgen wollen.



  • Viele waffen:

    if(((kleine Konfike && psychisches Fehlverhalten ) || (aggressiv || Psychophat || respektlosigkeit)){ 
     Schnellere schusswechsel == mehr Tode;
    }
    

    keine waffen:

    if(((kleine Konfike && psychisches Fehlverhalten ) || (aggressiv || Psychophat || respektlosigkeit)){ 
     Kein schusswechsel== keine Tode;
    }
    


  • Da wir uns mal ansatzweise im eigenen Land Kriegszustände herrschen macht es keinen Sinn die Bevölkerung zu bewaffnen.
    Irgendwelche Kontrollen auf Schulhöfen etc. zu verschärfen ist auch Blödsinn. Wie oft passiert so etwas und wieviele Menschen kommen dabei um? Peanuts im Vergleich zu anderen Todesursachen. Natürlich ist es tragisch wenn so etwas passiert, aber gegen Attentate kann man nicht viel machen. Trotzdem wird es auch hier irgendwann so kommen, dass sie an jeder Ecke Metalldetektoren aufstellen.



  • Das Problem liegt nichtmal unbedingt an den Waffen oder deren Verfügbarkeit. In anderen Ländern sind Waffen ähnlich weit verbreitet oder leicht zu beschaffen. Trotzdem sind die Amis Weltmeister im Sich-Gegenseitig-Wegballern und Amoklaufen.



  • Ich glaube schon, dass eine Schusswaffen Töten mit vergleichsweise geringer Hemmschwelle "aus der Distanz" ermöglicht. Sicherlich ist es einfacher - und "effektiver" - als mit dem sprichwörtlichem Haushaltsmesser.

    Insofern ist die quasifreie Verfügbarkeit ein Problem. Ich maße mir aber auch nicht an, eine Lösung zu kennen, denn Menschen sind nun mal selten durchschaubar.

    Und wenn mehr Studenten Waffen hätten, hätte es auch gewiss schon häufiger geknallt, beim Gedrängel zum Einschreiben in Seminare z.B. Viele Studenten stehen unter chronischen Dauerstress und sind generell im Studium nicht zurechnungsfähig.





  • vista schrieb:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Cho_Seung-hui

    Hui, Death 2.0



  • Das ist sozusagen ein Wettrüsten zwischen der Zivilbevölkerung und den Attentätern. Dass es dadurch nicht besser werden kann müsste doch selbst den Amis einleuchten.

    Die Waffenlobbi macht dadurch natürlich einen großen Gewinn, aber es gibt doch auch noch andere Menschen da..


  • Mod

    Man muß aber auch den Grund verstehen, warum das Recht auf Waffenbesitz in den USA Verfassungsrang hat, und warum das zu den Grundfesten gehört: die Waffen dienen den Bürgern auch zum Schutz vor dem Staat. Das kommt direkt nach der Redefreiheit.

    Jetzt einfach zu sagen, an dem Waffenrecht verdienen nur die Waffenfirmen auf Kosten der Bevölkerung, greift da etwas zu kurz.

    Den Staatswesen von USA und Kontinentaleuropa liegt ein anderes Konzept zu Grunde, in Europa wird der Staat als Versorger und Beschützer des Volkes angesehen, in den USA kann der Staat aber auch die Bedrohung selbst sein. Daher sind die Grundrechte dort anders konstruiert und ein Eingriff in das Waffenrecht ist dort etwas tiefgehender als ein Tempolimit auf den Autobahnen einzuführen.



  • Marc++us schrieb:

    Man muß aber auch den Grund verstehen, warum das Recht auf Waffenbesitz in den USA Verfassungsrang hat, und warum das zu den Grundfesten gehört: die Waffen dienen den Bürgern auch zum Schutz vor dem Staat. Das kommt direkt nach der Redefreiheit.

    Jetzt einfach zu sagen, an dem Waffenrecht verdienen nur die Waffenfirmen auf Kosten der Bevölkerung, greift da etwas zu kurz.

    Den Staatswesen von USA und Kontinentaleuropa liegt ein anderes Konzept zu Grunde, in Europa wird der Staat als Versorger und Beschützer des Volkes angesehen, in den USA kann der Staat aber auch die Bedrohung selbst sein. Daher sind die Grundrechte dort anders konstruiert und ein Eingriff in das Waffenrecht ist dort etwas tiefgehender als ein Tempolimit auf den Autobahnen einzuführen.

    Darin offenbart sich die Schizophrenie dieses Rechtsverständnisses: Es gibt Police, FBI, Sherifs und verschiedene andere Sicherheitsorgansisationen- aber wofür sind die dann da, wenn die Bürger sich immernoch selbst schützen müssen sollen?
    Daß der Staat eine Bedrohung für die Bürger sein kann, scheint mir in den USA durchaus gegeben. Dann liegt hier offensichtlich ein gravierender Mangel in der Verfassung.



  • Marc++us schrieb:

    Den Staatswesen von USA und Kontinentaleuropa liegt ein anderes Konzept zu Grunde, in Europa wird der Staat als Versorger und Beschützer des Volkes angesehen, in den USA kann der Staat aber auch die Bedrohung selbst sein. Daher sind die Grundrechte dort anders konstruiert und ein Eingriff in das Waffenrecht ist dort etwas tiefgehender als ein Tempolimit auf den Autobahnen einzuführen.

    Dem kann ich nicht ganz folgen. Wenn sich ein Polizist, also die Executive des Staats, sich nicht an das Gesetz hält und mich z.B. bedroht ist das doch dort und hier das gleiche (außer dass ich ihn dort eher erschießen dürfte als hier).
    Vor dem Staat selbst muss ich mich doch nicht direkt schützen? Wenn mir die Politik nicht gefällt kann ich als mündiger Bürger doch aktiv eingreifen in die Politik.

    Hilf mir mal auf die Sprünge.


  • Mod

    lolz schrieb:

    Dem kann ich nicht ganz folgen. Wenn sich ein Polizist, also die Executive des Staats, sich nicht an das Gesetz hält und mich z.B. bedroht ist das doch dort und hier das gleiche (außer dass ich ihn dort eher erschießen dürfte als hier).
    Vor dem Staat selbst muss ich mich doch nicht direkt schützen? Wenn mir die Politik nicht gefällt kann ich als mündiger Bürger doch aktiv eingreifen in die Politik.

    Hilf mir mal auf die Sprünge.

    Gerne. Das Konzept in den USA geht davon aus, daß eine Regierung die Macht ergreift, die die Rechte der Bürger abschaffen will. Demnach arbeiten Exekutive und Polizei ja dann ebenfalls für die nun feindliche Regierung, und davor darf man sich selbst schützen.

    Sowas wurde bei uns im Grundgesetz ganz zaghaft auch formuliert, aber in den USA steckt dieser Gedanke eben tief in der Verfassung drin, was ja verständlich ist, wenn man sich die Entstehung der USA ansieht.

    Und Deine Aussage "vor dem Staat muß ich mich doch nicht direkt schützen" ist ja geradezu von rührender Naivität... süß, daß es sowas noch gibt. 🤡
    ➡ http://www.c-plusplus.net/forum/viewtopic-var-t-is-179077.html

    Für den Gedanken in den USA gab's gerade bei SPON ein gutes Zitat:

    "Die Verfassung der Vereinigten Staaten erlaubt und schützt die Bildung von Bürger-Milizen und das persönliches Recht auf Waffenbesitz", schreibt Mark Neidig II. "Nicht nur, damit man sich gegen feindliche Invasionen, sondern auch gegen gröbste Einschränkungen der persönlichen und zivilrechtlichen Freiheiten von Seiten unserer eigenen Regierung schützen kann. Europa dürfte nur allzu vertraut damit sein, was eine Regierung im Schilde führt, wenn sie die persönlichen Waffen ihrer Bürger konfisziert. Hitler und Stalin haben beide zunächst Waffen konfisziert, bevor sie alle persönlichen und bürgerrechtlichen Freiheiten kassierten."

    Das steckt dahinter. Das mag man in einem Staat wie hier, wo man von der Gemeinschaftsschule bis später zu Hartz IV rundum versorgt wird, seltsam klingen, aber die USA betrachten den Staat nicht als Notwendigkeit, sondern als notwendiges Übel. Ein anderes Staatsverständnis. Nicht notwendig besser oder schlechter, sondern zunächst einmal anders.


  • Mod

    Elektronix schrieb:

    Daß der Staat eine Bedrohung für die Bürger sein kann, scheint mir in den USA durchaus gegeben.

    Unsinn. In den USA hat der Staat dem Bürger gegenüber nur sehr wenige Rechte, ganz anders als in Kontinentaleuropa.

    Elektronix schrieb:

    Dann liegt hier offensichtlich ein gravierender Mangel in der Verfassung.

    Anders herum. Wenn in Deutschland die Regierung die Freiheit der Bürger immer weiter einschränkt, so geschieht das auf Basis von Gesetzen durch ein gewähltes Parlament, und Du kannst dagegen gar nichts tun.

    Die USA hat dagegen ein sehr sehr fundamentales Wirkmittel in der Verfassung: "wenn sonst nix mehr hilft, dann erschieß die Regierung".

    Auch dazu sehr schön:

    "Es ist bedauerlich, dass die Berichte aus Europa immer versuchen, den USA und ihren Richtlinien die Schuld für die Taten von Individuen zu geben, und die Schuldzuweisungen immer dann enden, wenn Europa selbst ins Spiel kommt", schreibt Jeff Patterson. "Die Waffe, die in dieser Situation vor allem benutzt wurde, war eine Glock aus Österreich. Wenn wir so argumentieren würden wie die Europäer, dann wäre Europa Schuld an der Schießerei. Natürlich stimmt das nicht. Die Person hätte einfach das Produkt eines anderen Herstellers benutzt. Wir, als Nation, müssen damit leben und umgehen, was in Virginia passiert ist, und das werden wir auch. Aber es ist bedauerlich, dass die Europäer eine Tragödie wie diese ausnutzt, um wieder einmal zu betonen, dass sie unseren Präsidenten für inkompetent halten und dass wir eine Bande von bewaffneten Strolchen sind." auch von SPON.



  • ein zusätzlicher grund ist auch, dass die usa ein wenig größer und "unübersichtlicher" sind als man es von den hiesigen verhältnissen gewohnt ist. polizei schön und gut, aber in dem letzten hinterwäldlerkaff 2000 km entfernt von der nächst größeren stadt gilt es halt als notwendig, sich bei bedarf mit waffen selbst schützen zu können, da die plizei nicht immer in 5 minuten da ist.

    interessant auch hier die kulturhistorischen backgrounds vieler horror-streifen, die darauf, wenn auch manchmal nicht explizit, anspielen, vlg Texas Chainsaw Massacre, Blair Witch Project, The Hills Have Eyes etc... aber nicht jetzt hier das Thema groß wechseln, ne! 🤡


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