Wie finanzieren sich die Umsonstdepot Anbieter noch?



  • Hallo Forum,

    da hier im Forum bestimmt jemand ist der bei so einer Online Bank SW Entwicklt hat stelel ich die Frage hier: Handeln die Banken mit den Aktien der Kunden? zB kann man ja Aktien ausleihen damit Broker Leerverkäufe machen können. Vielleicht sogar handeln um Kursschwankungen auszugleichen. Dann wäre doch ein Aktienbesitzer ein genauso "guter" Kunde wie zB ein Sparbuch Inhaber.



  • Da gibt es mehrere Möglichkeiten.
    - "Virtuelle" Optionsscheine und Zertifikate: die Bank stellt dir ein solches aus, handelt aber im Hintergrund mit anderen Anleihen, das ganze geht in einen Puffer-Fonds, der abgeschöpft wird, wenn der Anleger seine Wertpapiere zurückkauft.
    - Echtzeitoptimierungen. Dein Auftrag wird um wenige Minuten verschoben ausgeführt, wenn es gerade günstig läuft. Davon merkt der Anleger nichts. Er denkt, er hätte zum alten Preis gekauft/verkauft (Volatilitäts-Shifting).
    - Investment-Zertifikate: diese sind bereits für Zeiträume von 12 Stunden zu haben und bieten relativ hohe Ausschüttungsquoten, sind aber was die Dividenden angeht stärker risikobehaftet als ein normales Zertifikat. Die Bank nutzt globale Trends, um hier abzuschöpfen.



  • Erstmal vielen Dank für die Antwort 🙂

    Meinst Du mit virtuell das das was mir im Aktiendepot als vorhanden angezeigt wird eigentlich gar nicht da ist? (Das die Bank ev in vielversprechendere Wertpapiere investiert?) Oder meinst Du speziell Zertifikate und Optionsscheine? (Ich kenne mich da nicht so aus.)

    Vermutest Du das oder weißt Du das die Banken das so machen?



  • Anleger schrieb:

    Meinst Du mit virtuell das das was mir im Aktiendepot als vorhanden angezeigt wird eigentlich gar nicht da ist?

    Informiere Dich über den Begriff Buchgeld.



  • Was meint Ihr genau? Laut Wiki ist Buchgeld das Geld das nicht als Scheine oder Münzen vorliegt. Das Banker beim Kauf von Aktien nicht rüber zur Börse geht und von dort mit einen riesigen Stapel Papieraktien zurückkommt ist mir klar.

    Meine Frage geht in die Richtung wie die Banken aus einem Aktiendepot Gewinn schlagen können. Es gibt ja unzählige Banken die keine Depotgebühren verlangen. Das digitale Bargeld wandert schließlich auf das Geldmarktkonto das die höchsten Zinsen abwirft... und das ist nicht das Konto der Umsonst-Aktienbank.

    An die Nächstenliebe kann ich nicht so recht glauben.



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  • Zahlst du auch keine Ordergebühren? Wenn nein, dann sag mir wo du handelst?



  • Es gibt einige Broker, die dir bei gewissen Scheinen von Partern die Gebühren erlassen. Der Broker Flatex wirbt damit sehr agressiv - aber vorsicht: Wenn's nicht mal Börsengebühren gibt, tätigst du OTC-Geschäfte. Ohne Regulierung. Ohne Garantie. Und wenn dich dein Broker abziehen möchte, dann tut er das (in dem Kontext: Finger weg von Flatex!).

    Besser ist angeblich nordnet. Dort zahlt mal als Neukunde 2.49€ pro Xetra-Order. Nach anderen Anbietern müsste man da selber mal googeln.. es gibt da aber schon ein paar.

    Edit: Zum Thema "wie macht eine Bank/Broker Geld mit kostenlosen Depots" - Stichwort Ordergebühren und Spreads.


  • Mod

    Sehe das Problem auch nicht. Wieso die Banken nun auf solche illegalen Tricks wie hier beschrieben im großen Stil zurückgreifen müssten ist mir nicht klar, schließlich verdienen die Banken ja mit der Vermittlung von Fonds, verdienen an den Ordergebühren für Aktien und Zertifikaten, und verdienen an Zeichnungsgebühren/Ausgabeaufschlägen für Zertifikate, bekommen auch Provision für Zertifikate, etc. Da können die die Depotgebühr locker kompensieren.

    Die wenigen Leute, die ihr Depot nur parken und nie handeln - und damit keine Einnahmen generieren - gehen im Rahmen der Mischkalkulation unter und werden einfach mitgeschleppt.



  • Meine Vermutung warum viele Broker ihre Kunden abziehen ist wie folgt:

    Die meisten aktiven Aktienhändler lösen ihr Depot innerhalb eines Jahres sowieso auf. Die Anzahl der Depots mit positiver Gewinnentwicklung sollten unter 10% der Gesamtanleger sein.
    Und da die meisten nur verlieren, kann ein Broker die Leute halt noch abziehen ohne langfristigen (eigenen) finanziellen Schaden zu erhalten.

    Ein weiterer Grund ist wohl, "dass sie es können". Geschäfte im Direkthandel werden m.E. nicht von der BaFin überwacht und bieten somit großen Spielraum für Manipulationen seitens des Anbieters. Unwissenheit gepaart mit intransparenten Bedingungen schaffen ein super Umfeld für solche Spielchen...


  • Mod

    Kann ich mir nicht wirklich vorstellen, daß dies ein Geschäftsmodell bei den Banken ist.

    Die laufen doch viel besser mit großen Sachen. Es macht doch keinen Sinn, im Direkthandel bei einem Kleinanleger, der für 500 EUR irgendwas kauft, dem eine Arbitrage von 10 Cent abzuknöpfen.

    Das Geschäftsmodell sieht doch ganz anders aus, die machen kostenlosen Direkthandel, und der Direkthandelspartner bezahlt der Bank eine Provision für die getätigten Umsätze. Und da kommt das Geld her. Jetzt im Sekundenhandel da noch Arbitrage zu fahren... das würde bedeuten, ich sehe ein Zertifikat zu 111,50 EUR im Xetra, Bid/Ask z.B. 111/112. Deine Theorie wäre nun, daß mir das Zertifikat zu 112.5 anbieten, und sich dann auf dem Xetra zu 112 eindecken, und die Differenz ziehen? Aber ich sehe doch im Sekundenhandel, daß der Xetra auf 111/112 steht, und gehe auf 112.5 im Direkthandel gar nicht erst ein. Und dann sind das nur einige wenige Stücke.

    Es ist doch viel einfacher, wenn die Bank am Monatsende vom Direkthändler einfach für jede 1000 EUR Handelsvolumen 0,50 EUR Provision bekommt und fertig.



  • Banken sind in der Hinsicht nicht so schlimm. Die haben immerhin einen Ruf zu verlieren. Meine Aussagen beziehen sich eher die Retailbroker, die es ja Zuhauf und kostenlos gibt.
    Bei Flatex kann ich dir aus eigener Erfahrung berichten, dass z.B. Aktien im Depothandel zwar ohne Börsengebühren handelbar sind - der Spread ist aber nach meiner Beobachtung regelmäßig mehrere Cent größer. Schon bei recht kleinen Beträgen käme man dann per börslichem Handel wesentlich günsiger weg.

    Woher die Broker ihre Papiere (Aktien, Optionsscheine, Zertis...) her holen, weiß ich nicht. Da es sich aber um Over The Counter Märkte handelt, dient der Xetrakurs nur als Referenz. Das ist doch auch ein Geschäftsmodell 🙂



  • @headhunter: Hast du schlechte Erfahrungen gemacht? 🙂



  • MrN: Ja, aber ich habe Glück gehabt. Es ist scheinbar üblich, dass der Emittient die Orders einfach so ablehnt. Der hier hatte Pech 😉
    Und übrigens - was soll der lachende Smiley da am Ende von deinem Posting?



  • Headhunter schrieb:

    MrN: Ja, aber ich habe Glück gehabt. Es ist scheinbar üblich, dass der Emittient die Orders einfach so ablehnt. Der hier hatte Pech 😉

    Yay, das ist ein schöner Weg, sein Geld der Bank zu schenken. :p

    Headhunter schrieb:

    Und übrigens - was soll der lachende Smiley da am Ende von deinem Posting?

    Ich fands lustig wie leidenschaftlich du auf die Broker geschimpft hast. 🙂


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