"Gotteslästerung" - §166 des StGB verschärfen?



  • SideWinder schrieb:

    @minhen: Die Behauptungen von Hitler mögen ja schön und gut sein um die Massen an sich zu ziehen. Aber du hast doch wie immer bestimmt bessere Quellen als deine Vermutungen die einen Zusammenhang Nationalsozialismus und Christentum darlegen.

    Ich habe nirgends eine Verbindung zwischen Christentum und Nationalsozialismus behauptet. Ich bin lediglich auf Erhard Henkes Lüge, die Taten des NS-Regimes wären dem Atheismus - also der Überzeugung, dass es keinen Gott gebe - anzurechnen, eingegangen. Wer mit Gott in den Krieg zieht oder sich zum Christentum bekennt kann kein Atheist sein. Das und nichts anderes habe ich dargelegt.


  • Mod

    Sie sind bestmmt nicht "mit den Atheisten" in den Krieg gezogen, aber soviel die Lehre aus der Schule zählt auch nicht "mit den Christen". Sollte ich da falsch liegen, hätte ich da gerne gegenteilige Quellen gesehen.

    Zwischen "sich zum Christentum bekennen" und "das Christentum missbrauchen" ist ein großer Unterschied. Sieht man ja derzeit im Islam, da wird ja auch eine Religion als Grundlage für Krieg und Terror angesehen.

    MfG SideWinder



  • Ich kann hierzu nur sagen, dass es nicht ausreicht, nur seinen Verstand zu benutzen. Gott/das All-Eine/die All-Seele und das Jenseits/Nirvana/Himmel gehört zum Menschen dazu, genau so wie die Vorstellung, dass die ersten Menschen aus dem "Himmel" auf die Erde gebracht wurden. Diese Erzählungen gibt es auch bereits bei den Indianern.

    Man sollte die Weltanschauung/Religion anderer - egal, wann sie lebten/leben - einfach akzeptieren und darüber nachdenken.

    Wenn es kein höheres Etwas, keine Seele und kein anders geartetes Jenseits gibt, dann ist dies hier mit all seiner Beschränktheit und Arm"seeligkeit" eben alles. Die Wahrscheinlichkeit hierfür halte ich persönlich für gering.


  • Mod

    Erhard Henkes schrieb:

    Die Verehrung Marias ist ein tiefes und sehr altes Bedürfnis der Menschen.

    Du eurozentrierst hier eindeutig! Pars pro toto ist eine gefährliche Argumentation, wenn man über die Menschheit spricht.

    Erklärung folgt gleich.

    Erhard Henkes schrieb:

    Es geht hier um eine tief verwurzelte und jahrtausendealte Sehnsucht.

    ...

    Die wichtige Bedeutung entspringt vielleicht einem tiefen Bedürfnis nach einem weiblichen, göttlichen Element, nach der "Mutter Gottes":

    ...

    Viele Grundelemente moderner Religionen findet man bereits im alten Ägypten.

    Das ist kein Wunder, schließlich ist die Idee des Monotheismus erstmalig im alten Ägypten aufgekommen - hatte aber keine große Halbwertzeit. Ein Pharao macht noch keinen Monotheismus 🙂 . Und setzte ihre Spur dann via Judentum, Christentum und Islam fort. Die Suche nach der "Mutter Gottes" (wäre nicht "Mutter der Menschheit" besser?) ist aber ein vorderorientalisches Phänomen, das sich über verschiedene Stufen in den Katholizismus vererbt hat.

    Würdest Du die Sache mal von Außen betrachten - da scheinst Du Dir selbst im Weg zu stehen - so müßtest Du zugeben, daß diese symbolische Mutterfigur in den anderen christlichen Strömungen nicht sonderlich gesucht wird, aber auch im Judentum und Islam nicht sonderlich ausgeprägt ist. Von den anderen Religionen - ja, da gibt's ja noch ein paar Polytheisten auf dieser Welt - ist's mal so, mal so, in einigen gibt's wichtige weibliche Gottheiten, in anderen nicht so sehr, ist ja kein Wunder, selbst ein Naturvolk begreift, daß es Männer UND Frauen gibt, also ist der Gedanke naheliegend, daß es einen männlichen und einen weiblichen Gott gibt. Also schon mal zwei. Eine monotheistische Religion hat damit hat natürlich ein Problem, sie muß eine Auswahl treffen. Der im Katholizismus gefundene Weg erscheint mir aber nicht sonderlich geschickt, einen Aberglauben einzuführen, der nicht im Glauben verankert ist, aber als Überdruckventil geduldet wird.



  • Erhard Henkes schrieb:

    Betrachtet man die menschliche Geschichte, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es höhere Wesen und eine Seele gibt, höher als die, dass es sich beim Menschen lediglich um organische Materie handelt, die nach dem Tod in Form des Massen-/Energieerhaltungssatzes als verstreute Atome weiter existiert.

    Betrachtet man die menschliche Geschichte, so ist es in erster Linie wahrscheinlicher, dass es Naturgötter gibt und Frauen minderwertige Wesen sind. Um einmal zwei Beispiele zu nennen.

    SideWinder schrieb:

    Zwischen "sich zum Christentum bekennen" und "das Christentum missbrauchen" ist ein großer Unterschied. Sieht man ja derzeit im Islam, da wird ja auch eine Religion als Grundlage für Krieg und Terror angesehen.

    Das ist doch interessant. Wie kommt es dass "unschuldige" Religionen ständig für die größten Grausamkeiten "missbraucht" werden? Liegt es am Faktor Mensch? Warum wird dann z.B. der Buddhismus nicht von seinen Anhängern missbraucht? Die Frage ist mehr als berechtigt. Wenn eine Ideologie ständig "missbraucht" wird, dann ist sie vielleicht gar nicht so unschuldig, wie ihre Anhänger permanent behaupten. Oder glaubst du wirklich, dass es Zufall ist, dass immer nur ganz bestimmte Religionen für die größten Grausamkeiten "missbraucht" werden?


  • Mod

    Warum wird dann z.B. der Buddhismus nicht von seinen Anhängern missbraucht?

    Gab es keine Kriege im Namen des Buddhismus?

    These 1: Ist es vielleicht möglich das die Gesellschaft die gerne Krieg führt diesen auch gerne im Namen eines Gottes führt?
    These 2: Kann es sein, dass andere Gesellschaften sich mit niederen Gründen bereits zu Krieg führen lassen? Ist es ehrbarer für sein Land als für seinen Gott in den Krieg zu ziehen?

    MfG SideWinder



  • Ich möchte das gar nicht ausschließen. Aber auch relativ zu den Anhängern ist die Quantität und Qualität offensichtlich eine ganz andere. Und wie wär es mit These 3: Die Saat des Hasses ist bereits in den heiligen Schriften mancher Religionen vorhanden und muss nur etwas gegossen werden und schon hat man islamistische Selbstmordanschläge und christliche Inquisition.


  • Mod

    Das klingt mir zu sehr nach "Wenn du die Fensterscheiben deines Cabrios nicht hochkurbelst, bist du selbst schuld, wenn es dir gestohlen wird."

    MfG SideWinder



  • Warum wird dann z.B. der Buddhismus nicht von seinen Anhängern missbraucht?

    Leider ist nichts Irdisches ohne Makel:
    Aus dem letzten Jahrhundert gibt es Beispiele, bei denen kriegerische Handlungen als Akte der Verteidigung der buddhistischen Kultur oder der Kultur Asiens gerechtfertigt wurden:

    1. Krieg Japans gegen die USA im 2.Weltkrieg
    2. Krieg der Regierung Sri Lankas gegen den tamilischen Terrorismus

    Aber dies sind tatsächlich Ausnahmen.

    Buddha bedeutet letztendlich "(aus der Nacht des Irrtums zum Lichte der Erkenntnis) erwacht". Es geht um die Überwindung des Begehrens nach formhaftem oder formlosem Dasein, des Eigendünkels, der Zerstreutheit und der Verblendung.
    Ein hoher Anspruch an die Menschheit. Der achtfache Pfad, den man in die drei Gruppen "Weisheit, Sittlichkeit, Vertiefung" einteilen kann, ist ein "Weg der Mitte". Es geht um das Vermeiden von Extremen, um das Vermeiden der "Ursachen des Leidens", die da sind: Begehren, Abneigung (negatives Begehren) und Unwissenheit. Der Buddismus empfiehlt hier: Rechte Sicht, rechte Entschlossenheit, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechter Lebensunterhalt/-erwerb, rechtes Bemühen, rechte Aufmerksamkeit/Achtsamkeit, rechte Konzentration.

    Diese Lehre ist beachtens- und befolgenswert und hat die Überwindung von Gewalt und Krieg zum Ziel, genau wie das "echte" Christentum des neuen Testamentes (Bergpredigt) und die Geisteshaltung der Benediktiner (Maß halten = Weg der Mitte).

    Marc++us hat es treffend formuliert, indem er aufzeigt, dass sowohl Gottesgläubige als auch Atheisten auf dem gleichen Weg sind, auf der Suche nach Ordnung im Chaos (Buddha: Irrtum -> Licht der Erkenntnis). Genau dieser Baum der Erkenntnis (http://de.wikipedia.org/wiki/Baum_der_Erkenntnis) spielt ja auch in der Genesis (Judentum) eine entscheidende Rolle. Letztendlich ist damit unser Gewissen gemeint.

    Der Kern des Buddhismus könnte eine Ideologie sein, die uns in Verbindung mit dem guten Kern der Weltreligionen zum Weltfrieden führt. Ein "gottloses" Leben führt zum Verderben, weil der Mensch sich in seiner Selbstüberschätzung über alles erhebt und damit das "Leben" vernichtet. Gerade Papst Johannes Paul II. hielt das "Leben" für das Wichtigste.



  • Erhard Henkes schrieb:

    Warum wird dann z.B. der Buddhismus nicht von seinen Anhängern missbraucht?

    Leider ist nichts Irdisches ohne Makel:
    Aus dem letzten Jahrhundert gibt es Beispiele, bei denen kriegerische Handlungen als Akte der Verteidigung der buddhistischen Kultur oder der Kultur Asiens gerechtfertigt wurden:

    1. Krieg Japans gegen die USA im 2.Weltkrieg
    2. Krieg der Regierung Sri Lankas gegen den tamilischen Terrorismus

    ich glaube nicht, dass diese kriege zur 'verteidigung der buddhistischen kultur' geführt wurden. nichts ist im buddhismus wichtiger als die achtung vor dem leben. streng gläubige buddhisten achten sogar bei jedem schritt darauf, dass sie möglichst keine pfanzen oder insekten zerquetschen. wie also sollen buddhisten es fertig bringen, einen krieg anzuzetteln?
    christen und islamisten haben es da einfacher. durch deren 'heilige bücher' zieht sich eine ununterbrochene blutspur. (als 'roter faden') -> die perfekte lizenz zum töten! 😡



  • Blue5teel schrieb:

    ness schrieb:

    Was soll das? Warum darf ich alles lächerlich machen (in gewissem rahmen), aber die theorie, dass die erde in ein paar tagen von einem masochistischen überwesen geschaffen wurde, nicht? Ich sehe nicht ein, warum "Gotteslästerung" überhaupt ein gesetz wert ist.

    Ich galube du meintest wohl eher "sadistisches Überwesen" oder ?

    Äh, der thread hat sich ja verdammt schnell entwickelt, keine ahnung, ob es sinnvol ist, auf seite 14 auf einen post von seite 1 zu antworten, aber ich dachte schon an masochistisch. Schließlich hat der allmächtige gott sich selbst in Form von Jesus auf die Erde geschickt, um sich kreuzigen zu lassen..

    /edit: Sadistisch kann schon auch sein. Es wurde unmengen von Gewalt begangen im namen Gottes. Aber das kann man dann ja auf fehlgeleitete Menschen schieben.


  • Mod

    Japaner sind keine Buddhisten. Die Gottheit der Japaner war der japanische Kaiser - also wieder eine andere Religion.



  • Der Buddhismus als "Weg der Mitte und Erkenntnis" könnte der rechte Pfad zum Weltfrieden sein. Aus dem NT empfiehlt sich hier die Bergpredigt.

    Ich "fühle" aber, dass der "Weltfrieden" nach Kapitalismus und Kommunismus die dritte "Ideologieblase" sein wird, die vielleicht noch vor unseren Augen in einer noch nie dagewesenen Vernichtung von Menschenleben zerplatzen wird.

    Darauf gibt es viele Hinweise, vor allem aus indianischer Zeit (Maya, Hopi, ...). Selbst in der Bibel gibt es hierüber ein wichtiges Buch.



  • In Japan hat eine Verschmelzung vieler Religionen und Philosophien statt gefunden (Synkretismus). In Japan findet der Buddhismus vor allem im Ahnenkult seinen Ausdruck. Viele Japaner werden nach buddhistischem Ritus bestattet, d.h. verbrannt und in einer Urne beigesetzt.



  • Erhard Henkes schrieb:

    Viele Japaner werden nach buddhistischem Ritus bestattet, d.h. verbrannt und in einer Urne beigesetzt.

    Und du denkst, dass wäre hier anders?

    Im Übrigen interessant, wie du meine Aussagen übergehst 🙄



  • Erhard Henkes schrieb:

    Der Buddhismus als "Weg der Mitte und Erkenntnis" könnte der rechte Pfad zum Weltfrieden sein.

    das könnte sein, denn buddhismus beruft sich nicht auf götter (buddhismus ist übrigens eine form von atheismus) und verlangt keine unterwürfigkeit von den menschen. buddhisten handeln eigenverantwortlich im einklang mit der natur und mit respekt vor allem, was die natur geschaffen hat. vielleicht ist das der einzige weg zum weltfrieden?
    🙂



  • Vor allen Dingen sehen Buddhisten keinen Grund darin, sich profilieren zu müssen. Weder aus Gier noch aus Zwang.
    Man gehe nach Japan und laufe in den Straßen rum. Die Mentalität dort ist einfach eine ganz andere. In mancherlei Hinsicht merkwürdig, aber in mancher Hinsicht auch wesentlich angenehmer als unsere egomanische Gesellschaft.

    Allerdings würde ich den Buddhismus niemals als Atheismus bezeichnen. Möglicherweise ist die Definition, die ich früher mal gelernt habe, ja inzwischen (oder überhaupt) veraltet, war waren Atheisten nicht diejenigen, die ganz bewusst sagen, dass es [k]keinen[/k] Gott gibt?



  • Erhard Henkes schrieb:

    In Japan hat eine Verschmelzung vieler Religionen und Philosophien statt gefunden (Synkretismus). In Japan findet der Buddhismus vor allem im Ahnenkult seinen Ausdruck. Viele Japaner werden nach buddhistischem Ritus bestattet, d.h. verbrannt und in einer Urne beigesetzt.

    Und deswegen haben sie den zweiten Weltkrieg im Namen des Buddhismus angefangen?

    Sehe da irgend wie nicht den Zusammenhang 😕



  • árn[y]ék schrieb:

    Allerdings würde ich den Buddhismus niemals als Atheismus bezeichnen. Möglicherweise ist die Definition, die ich früher mal gelernt habe, ja inzwischen (oder überhaupt) veraltet, war waren Atheisten nicht diejenigen, die ganz bewusst sagen, dass es [k]keinen[/k] Gott gibt?

    naja, der buddhismus macht keine aussagen zur existenz oder nichtexistenz von göttern. wer sich für sein wohlbefinden götter schaffen will, der soll das tun. man kann buddhist sein, auch wenn man an götter glaubt (sofern man seine götter nicht über die buddhistische lehre stellt).
    🙂



  • Hab den Thread nicht mitgelesen, aber wollte nur kurz was zum Buddhismus sagen:
    IMHO ist der Buddhismus die "beste" Religion von allen, da seine Ansichten im Vergleich zu andren Religionen sinnvoll sind (also kein Quatsch mit Typen, die über Wasser laufen etc.) und ich die Weltanschauung sehr weise finde. (Wer schon mal einen tibetischen Mönch auf ner Konferenz gehört hat, weiß was ich meine; und kennt drüber hinaus auch noch den enormen Unterschied zwischen Weisheit und Intelligenz). Is vllt etwas Offtopic, aber wenn man sich die außergewöhnlichen Leistungen mancher buddhistischer Mönche ansieht, dann wird einem doch sehr eindrucksvoll bewusst, was ein Glaube doch bewirken kann.


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